Ökumenischer Gottesdienst zum Thema "Gastfreundschaft" am Pfingstmontag 6. Juni 2022



„Sie waren uns gegenüber ungewöhn-lich freundlich“

(Apg 28,2)


– so erlebt der Apostel Paulus und seine Mit-reisenden nach ihrem Schiffbruch die einheimische Bevölkerung auf Malta.



(Bild: Yohanes Vianey Lein; in: Pfarrbriefservice.de)


Auch in unserer Zeit begeben sich viele Menschen auf gefährliche Reisen, um Naturkatastrophen, Krieg und Armut zu entkommen – wie zum Beispiel die vielen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine.

Sie sind besonders auf die Gastfreundschaft anderer angewiesen.

Das Beispiel aus der Apostelgeschichte macht uns deutlich: Gemeinschaft über Grenzen hinweg mindert Not. Darüber wollen wir im Ökumenischen Gottes-dienst nach-denken. Im Anschluss daran laden wir zu einem gemütlichen Beisammensein im Freien (bei Regen im Pfarrzentrum) ein.

Ökumenische Kinderkirche am Pfingstmontag

Nach einem gemeinsamen Beginn im ökumenischen Gottesdienst an Pfingstmontag um 10.00 Uhr gehen die Kinder ins Pfarrzentrum und kommen zum Abschlussgebet zurück in den Gottesdienst. Dazwischen erleben die Kinder die Pfingstgeschichte mit allen Sinnen. Die Kinder können sich dabei aktiv daran beteiligen.

Wir freuen uns sehr auf Euer Kommen!




Der Gottesdienst


Ökumenischer Gottesdienst an Pfingstmontag, 6. Juni 2022 um 10:00 Uhr

im Münster in Schwarzach mit Pfarrerin Ute Braun und Pfarrer Manfred Woschek


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Einzug: Orgelspiel



Eröffnung:


Wir haben uns versammelt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.) Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. – (Und mit deinem Geiste.)

Liebe Schwestern und Brüder, wir sind hier in ökumenischer Verbundenheit zusammengekommen, um miteinander Gottesdienst zu feiern und uns vom Geist Gottes inspirieren zu lassen.

Die Kinder sind nun zur „Kinderkirche“ im gegenüberliegenden Pfarrzentrum eingeladen. Ihr dürft dort die Pfingstgeschichte mit allen Sinnen erleben und könnt euch dabei aktiv daran beteiligen. Am Ende unseres Gottesdienstes freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit euch.

Lied: GL 346,1+2+3 Atme in uns, Heiliger Geist… https://www.youtube.com/watch?v=wTweZe1jIU0

Einführung:

Für uns heute stehen zunächst die kleine Insel Malta und die Anfänge des Christentums auf dieser Mittelmeerinsel im Focus. Malta ist ein kleines Land, das aus den beiden großen Inseln, Malta und Gozo, und einigen kleineren Inseln besteht. Es liegt im Herzen des Mittelmeeres auf halber Strecke zwischen dem südlichsten Zipfel Siziliens und Nordafrika. Dieses biblische Land liegt an einem Knotenpunkt von Zivilisationen, Kulturen und Religionen. Die Geschichte des Christentums auf dieser kleinen Insel reicht in die Zeit der Apostel zurück. Nach der Tradition erreichte der Heilige Paulus, Apostel der Heiden, die Küste Maltas im Jahr 60 nach Christus. Die Erzählung, die diese ereignisreiche und glückliche Episode beschreibt, wird uns überliefert in den letzten beiden Kapiteln der Apostelgeschichte.

Verschiedene kriegerische Auseinandersetzungen haben in unserer heutigen Zeit Flüchtlingswellen ausgelöst. Unsere Gebete und Gedanken kreisen deshalb in unserem gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst um das Thema „Gastfreundschaft“ und als Vorbild wird uns die der maltesischen Bevölkerung angesichts des Schiffsbruchs von Paulus und seinen Begleitern vor Augen gestellt. Von den Maltesern schreibt Paulus: „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“ (Apg 28,2). Sie begegneten ihnen also im Geist der Hilfsbereitschaft, im Geist der Offenheit und im Geist der Freundlichkeit.

Um diesen Geist lasst uns nun beten:


Anrufungen des Heiligen Geistes:

V Geist der Liebe,

komm auf die hier versammelte Gemeinde herab und wohne unter uns.

A Komm, Heiliger Geist!

L Geist der Gastfreundschaft,

lehre uns, andere willkommen zu heißen.

A Komm, Heiliger Geist!

V Geist der Barmherzigkeit,

lass uns allen Respekt erweisen, denen wir begegnen.

A Komm, Heiliger Geist!

V Geist der Hoffnung,

befreie uns von allem, was uns auf unserem Weg zu einer weltweiten Gemeinschaft hindert.

A Komm, Heiliger Geist!

V Geist der Versöhnung, vergib uns unseren Mangel,

Hoffnung weiterzugeben und Nächstenliebe zu üben.

A Komm, Heiliger Geist!


Lied: GL 813,1+2+3 P/A Komm, Heilger Geist… https://www.youtube.com/watch?v=Wgsm7kSd1VU


Schriftlesung: Apg 27,7.13-15a.18-20.41-44; 28,1-2.7


Wir hören eine Lesung aus der Apostelgeschichte:

Lukas, einer der Begleiter des Apostels Paulus auf dem Seeweg nach Rom, schreibt:

Viele Tage lang machten wir nur wenig Fahrt und kamen mit Mühe bis auf die Höhe von Knidos. Dann zwang uns der Wind, den Kurs zu ändern. Wir hielten auf die Insel Kreta zu. Von dort segelte das Schiff so dicht wie möglich an der Küste Kretas entlang. Aber bald brach aus der Richtung der Insel ein Sturm los, der gefürchtete Nordost, und riss das Schiff mit. Der Sturm setzte dem Schiff stark zu, deshalb warf man am nächsten Tag einen Teil der Ladung ins Meer. Am Tag darauf warfen die Seeleute eigenhändig die Schiffsausrüstung über Bord. Tagelang zeigten sich weder Sonne noch Sterne am Himmel. Der Sturm ließ nicht nach, und so verloren wir am Ende jede Hoffnung auf Rettung. Sie liefen auf eine Sandbank auf. Der Bug rammte sich so fest ein, dass das Schiff nicht wieder flottzumachen war, und das Hinterdeck zerbrach unter der Wucht der Wellen. Da beschlossen die Soldaten, alle Gefangenen zu töten, damit keiner durch Schwimmen entkommen könne. Aber der Hauptmann wollte Paulus retten und verhinderte es. Er befahl den Schwimmern, sie sollten als Erste über Bord springen und das Land zu erreichen suchen; die Übrigen sollten sich Planken und anderen Wrackteilen anvertrauen. So kamen alle unversehrt an Land.

Nach unserer Rettung erfuhren wir, dass die Insel Malta hieß. Die Eingeborenen waren überaus freundlich zu uns. Sie machten ein offenes Feuer und holten uns alle dorthin; denn es hatte angefangen zu regnen und es war kalt. In der Nähe der Stelle, an der wir uns befanden, hatte der Angesehenste unter den Leuten der Insel, Publius, seine Besitzungen. Er nahm uns freundlich auf und wir waren für drei Tage seine Gäste.

Wort des lebendigen Gottes. - Dank sei Gott, der rettet und heilt.

Psalmgebet: (Psalm 107,8-9.19-22.28-32)

V Der Herr hat uns gerettet aus stürmischer See.

A Der Herr hat uns gerettet aus stürmischer See.

V Sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen, weil er die lechzende Seele gesättigt, die hungernde Seele mit seinen Gaben erfüllt hat.

A Der Herr hat uns gerettet aus stürmischer See.

V Sie, die in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, die er ihren Ängsten entriss, denen er sein Wort sandte, die er heilte und vom Verderben befreite:

A Der Herr hat uns gerettet aus stürmischer See.

V sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen. Sie sollen ihm Dankopfer weihen, mit Jubel seine Taten verkünden.

A Der Herr hat uns gerettet aus stürmischer See.

V Sie, die in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, die er ihren Ängsten entriss, er machte aus dem Sturm ein Säuseln, sodass die Wogen des Meeres schwiegen, die sich freuten, dass die Wogen sich legten und er sie zum ersehnten Hafen führte:

A Der Herr hat uns gerettet aus stürmischer See.

V Sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen. Sie sollen ihn in der Gemeinde des Volkes rühmen, ihn loben im Kreis der Alten.

A Der Herr hat uns gerettet aus stürmischer See.


Predigt:

„Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“ (Apg 28,2) – gastfreundlich und hilfsbereit begegnete die maltesische Bevölkerung den in Not geratenen Paulus und seinen Begleitern.

„Gastfreundlichkeit“, „Gastfreundschaft“ sind in der Geschichte unserer Religion schon von ihren Anfängen her wichtige Themen. Im alttestamentlichen Buch Levitikus, dem 3. Buch Mose, finden wir im Kapitel 19, Vers 33, folgende Anweisung: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland.“ Ausländer stehen unter Gottes Schutz. Das Wort für „Fremder“ ist in der Bibel gleichbedeutend mit „Gast“. Flüchtlinge aufnehmen ist also gelebte Gastfreundschaft, und der Begriff „Willkommenskultur“, der immer wieder einmal von Politik und Medien gebraucht wird, ist keine neue Erfindung, sondern Gottes Auftrag an sein Volk.

Die Bibel erzählt viele Geschichten, in der die Gastfreundschaft hoch geschätzt wird. Eine davon trägt sich in den Zelten Abrahams zu: Eines Tages bekommen Abraham und Sara Besuch. Drei Männer tauchen am Horizont auf. Ganz selbstverständlich bewirten Sara und Abraham die Fremden: Es wird Brot gebacken, ein Kalb geschlachtet, Butter zubereitet. Im Schatten der Zelte ruhen die Fremden sich aus. Bis alles soweit ist, werden den Gästen die Füße gewaschen.

Später stellt sich heraus: Abraham und Sara bewirteten Gott. Es war Gott selbst, der als Segensbote, in Gestalt dreier Engel, bei Abraham einkehrte. Ein Segen also, kein Fluch. Die Gastfreundschaft wird belohnt. Das betagte Paar bekommt nach langem Warten ein Kind.

Die Engel gehen weiter zu Lot, Abrahams Neffen.

Auch dort werden sie hereingebeten und bewirtet. Wegen seiner Gastfreundschaft wird Lot schließlich aus Sodom gerettet. Die Stadt wird vernichtet. Lot wusste nicht, dass er Engel beherbergt, aber das Gastrecht war ihm heilig. Und das war seine Rettung.

Mose überlebt in der Wüste als er aus dem Land der Ägypter flüchtet und bevor der Dornbusch für ihn brennt, weil die Nomaden ihn in ihre Zelte aufnahmen.

Die Witwe von Sarepta nimmt den Propheten Elia auf; sie hat nur noch ein Stück Brot und einen Krug Wasser. Sie nimmt ihn auf und teilte mit ihm und ihrem Kind das letzte Stück. Fortan versiegt aber das Öl nicht mehr im Krug und der Topf mit Mehl wird nie mehr leer.

Gastfreundschaft und Gottesbegegnung fallen im Alten Testament wie selbstverständlich ineinander. Die Gastfreundschaft dient zunächst der Beherbergung von Menschen, aber es geht darin gleichzeitig um die Begegnung mit Gott.

Im Spätsommer 2015 waren die europäischen Außengrenzen plötzlich durchlässig, die Regierung hat Deutschland nicht abgeriegelt, und niemand, der kam, wurde nach seinem Namen gefragt. Eigentlich ein ungeheuerlicher Vorgang, und doch haben zahllose Menschen die Neuankömmlinge mit Jubel empfangen. Viele der erschöpften Fremden waren sichtlich überwältigt. Es heißt, dass zahllose eingewanderte Mütter ihren neugeborenen Töchtern den Namen Angela gaben, nach der Bundeskanzlerin, in deren Entscheidung sie eine Geste der Menschlichkeit erblickten.

Vor meinen Augen tauchen aber auch andere Bilder auf: Aufgehetzte Mengen stehen vor Flüchtlingsunterkünften und bedrohen die Unwillkommenen. Sie verwehren ihnen das Gastrecht und damit das Recht auf Sicherheit und Geborgenheit. Mit Fremden, mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen konfrontiert zu werden, lehnen viele ab. Zu groß die Sorgen, dass die Vielen, die da kommen nichts Gutes wollen. Und so musste man in den vergangenen Monaten und Jahren wiederholt davon hören, dass im Mittelmeer immer wieder Flüchtlinge ertranken, weil ihnen die Anrainerstaaten die Anlandung verboten, ja die Flüchtlinge in ihren zerbrechlichen Booten wieder aufs Meer hinausgeschleppten und sie ihrem Schicksal überließen. Welch krasses Gegenbild zu der vorhin gehörten Lesung!

Umso erfreulicher ist, dass die Flüchtlinge aus der Ukraine gegenwärtig offener empfangen werden und mit ihnen mitmenschlicher umgegangen wird. Den vom Krieg bedrängten und leidenden Menschen begegnet eine großartige Bewegung der Hilfsbereitschaft. Netzwerke bilden sich, Sammlungen von Lebensmitteln, Kleidern und Möbel werden organisiert, Wohnräume zur Verfügung gestellt, Dolmetscherdienste auf die Beine gestellt, Willkommensfeste gefeiert. Es ist überwältigend: unzählige Menschen lassen sich berühren und engagieren sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe - viele davon aus ihrem christlichen Glauben heraus.

Gastfreundschaft kann retten und helfen. Gastfreundschaft ist, wenn wir nachdenken wie Frieden in dieser Welt möglich ist, das allererste und beste Mittel. Frieden und Versöhnung kann dort wachsen, wo Türen sich öffnen und Menschen sich in einem Raum an einem Tisch im Lichte Gottes sehen. Stärkend, tröstend, versöhnend können wir einer dem anderen zu einem engelsgleichen Begleiter werden.

Gastfreundschaft heißt, dass unser Vertrauen, das wir in Gott gründen, langsam, aber stetig und immer tiefer hineinwachsen kann in ein Vertrauen zueinander. Dass es ein Segen ist, Türen zu öffnen, Grenzen zu überschreiten, Anderes und Fremdes wahrzunehmen.

Es kann an allen Orten stattfinden. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, bin ich mitten unter euch“, spricht Jesus. Er kam als Heiland der Welt und – wie es zu Beginn des Johannesevangeliums heißt - die Seinen nahmen ihn nicht auf. Aber in einem Stall geboren, wurde er zu einem Gastgeber für Hirten und Könige. Er war ein Wanderprediger und hatte keinen Platz sein Haupt niederzulegen und wurde doch, wo immer er war, zum Gastgeber für alle. Er saß in Häusern und an Tischen, die ihm nicht gehörten. Er brach das Brot, das die Menschen ihm brachten. Er kehrte ein bei dem reichen Zachäus und bewirkte dessen Umkehr. Er spricht davon, dass wir ihm selbst begegnen, wenn wir Hungrige speisen, Durstenden zu trinken geben, Fremde aufnehmen (vgl. Mt 25,35).

Das Geschenk der Gottesbegegnung im Gebet, im Gottesdienst, in der Meditation, im Bibelgespräch ist uns vielleicht vertraut. Jesus selbst fügt nun die gefährdeten, leidenden Menschen hinzu: In der Afghanin, im Syrer, in der Familie aus dem Irak, in der aus der Ukraine Geflüchteten begegnet uns Jesus Christus.

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, Fremde sind wir an fast allen Orten dieser Welt; berufen in Christus sind wir alle miteinander, uns gegenseitig Räume zu öffnen, Grenzen zu überschreiten, Fremdheit in Freundschaft zu verwandeln auf dass der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, uns segnen und behüten kann. ---


Meditatives Orgelspiel


Gemeinsames Bekenntnis-Gebet (von Dietrich Gerstner)

Gott, wir glauben an Dich als an den Gott, der die Fremdlinge liebt. Hilf uns heraus aus unserer Furcht vor den Fremden. Gott, wir glauben an Dich als an den Gott, der die schwachen und Ausgegrenzten schützt. Hilf uns in unserem Einsatz für Flüchtlinge und andere Ausgegrenzte in unserer Gesellschaft. Gott, wir glauben an Dich als an den Gott, der Recht und Gerechtigkeit und Frieden für alle will. Hilf uns in unserem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden und leite unsere Führenden in Wirtschaft und Politik auf diesen Weg. Gott, wir glauben an Dich, dass Du stärker bist als der Tod – hilf unserem Unglauben. Amen


Fürbittendes Gebet:

  1. Versöhnung – die Last über Bord werfen

Die jüngste Vergangenheit und dabei vor allem der Krieg in der Ukraine hat viel Missgunst, Bitterkeit und Argwohn im Umgang der Völker miteinander ausgelöst. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Lasten der Gegenwart uns daran hindern, in Zukunft wieder die Nähe und das Vertrauen zueinander zu suchen. Gott will, dass wir um seinetwillen loslassen, was uns gegenseitig belastet.


Gemeinsames Gebet:

Gott, du bist immer bereit zu vergeben. Befreie uns von den schmerzlichen Erfahrungen der Gegenwart,

die das gemeinsame Haus Europa verwunden. Führe die Völker auf den Weg der Versöhnung, damit sie in der Kraft des Heiligen Geistes Hass durch Liebe, Zorn durch Sanftmut und Argwohn durch Vertrauen überwinden. Darum bitten wir dich im Namen deines geliebten Sohnes, unseres Bruders Jesus Christus. Amen.


Liedruf: GL 813 (nur Kehrvers; V/A) Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft…

  1. Einsicht – das Licht Christi suchen und leuchten lassen

Jesus Christus ist unser Licht und weist uns den Weg. Ohne sein Licht und seine Führung verlieren wir die Orientierung. Wenn Christen Jesus Christus aus dem Blick verlieren, wachsen Angst und Spannungen unter ihnen. Darüber hinaus können viele Menschen guten Willens außerhalb der Kirche das Licht Jesu Christi nicht sehen, weil wir Christen mit unseren Spaltungen das Licht Christi verdunkeln oder zuweilen sogar ganz auslöschen. Wenn wir das Licht Christi suchen, kommen wir einander näher und spiegeln dieses Licht dadurch deutlicher wider. So werden wir wahrhaft ein Zeichen Jesu Christi, der das Licht der Welt ist.


Gemeinsames Gebet:

Gott, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte. Ohne dich kommen wir vom Weg ab und gehen in die Irre. Erleuchte uns, damit wir uns von deinem Wort leiten lassen. Erfülle uns mit Sehnsucht nach deiner Gegenwart, die uns den Weg weist, uns tröstet und verwandelt. Schenke uns die Gnade, die uns dazu bewegt, dein Licht mit unseren Nächsten zu teilen. Darum bitten wir dich im Namen deines Sohnes, der uns als seine Jüngerinnen und Jünger, dazu beruft, Licht der Welt zu sein. Amen.


Liedruf: GL 813 (nur Kehrvers; V/A) Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft…

  1. Vertrauen – habt keine Angst, glaubt nur

In einer von Ängsten zerrissenen Welt sind wir berufen, Zeugen der Hoffnung zu sein, indem wir unser Vertrauen auf Gottes liebende Fürsorge setzen. Die christliche Glaubenserfahrung lehrt uns, dass Gott auch auf krummen Zeilen gerade schreibt. Wir wissen, dass wir allen Widrigkeiten zum Trotz nicht ertrinken oder in die Irre gehen werden, denn Gottes Liebe ist unverbrüchlich und bleibt für immer und ewig.


Gemeinsames Gebet:

Allmächtiger Gott, die weltpolitische Lage bereitet uns Ängste und Sorgen. Lehre uns, Dir zu vertrauen. Lass unsere Kirchen Zeichen deiner göttlichen Vorsehung und Fürsorge sein. Mache uns zu wahren Jüngerinnen und Jüngern deines Sohnes, der uns gelehrt hat, auf dein Wort zu hören und einander zu dienen. Darum bitten wir dich voller Vertrauen im Namen deines Sohnes und in der Kraft des Heiligen Geistes. Amen.


Liedruf: GL 813 (nur Kehrvers; V/A) Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft…

  1. Gastfreundlichkeit – ungewöhnlich freundlich sein

Das Evangelium lehrt uns, dass die Liebe Christi selbst sichtbar wird, wenn wir denen helfen, die in Not sind (vgl. Mt 25,40). Wenn wir den Schwachen und Entrechteten mit Liebe und Freundlichkeit begegnen, gleichen wir außerdem unser Herz dem Herzen Gottes an, dessen Herz für die Armen schlägt. Fremde willkommen zu heißen, unabhängig davon ob sie einer anderen Kultur oder Religion angehören, Migranten oder Flüchtlinge sind, heißt, Christus selbst zu lieben und so zu lieben, wie Gott liebt. Als Christen sind wir berufen, im Glauben hinauszugehen und mit Gottes alles umfassender Liebe auf andere zuzugehen, auch auf die, die zu lieben uns schwerfällt.


Gemeinsames Gebet:

Gott der Waisen, der Witwen und der Fremden, erfülle unsere Herzen mit großer Gastfreundlichkeit. Öffne uns die Augen und das Herz, wenn du uns darum bittest, dir zu essen zu geben, dir Kleidung zu geben und dich zu besuchen. Hilf unseren Kirchen, mitzuwirken, wenn es darum geht, Hunger, Durst und Einsamkeit zu beenden. Hilf uns, die Schranken zu überwinden, die uns daran hindern, alle Menschen willkommen zu heißen. Darum bitten wir dich im Namen deines Sohnes, Jesus Christus, der uns in den Geringsten unserer Schwestern und Brüder gegenwärtig ist. Amen.


Liedruf: GL 813 (nur Kehrvers; V/A) Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft…

  1. Großzügigkeit – empfangen und geben

Als Christen sind wir zu ungewöhnlicher Freundlichkeit berufen. Um aber geben zu können, müssen wir zunächst lernen zu empfangen – von Christus und von anderen. Öfter als uns selbst klar ist, empfangen wir Freundlichkeit von Menschen, die anders sind als wir. Diese Freundlichkeit ist ein Zeichen dafür, dass unser Herr großmütig ist und Heilung gewährt. Wir, die wir vom Herrn geheilt wurden, sind verantwortlich dafür, das weiterzugeben, was wir empfangen haben.


Gemeinsames Gebet:

Gott, du schenkst Leben. Wir danken dir für die Gabe deiner mitfühlenden Liebe, die uns tröstet und uns Kraft gibt. Wir beten darum, dass wir immer dafür offen sind, deine Gaben voneinander zu empfangen. Gib uns allen Menschen gegenüber ein großmütiges Herz. Darum bitten wir dich im Namen deines Sohnes, der mit dir und dem Heiligen Geist regiert. Amen.


Liedruf: GL 813 (nur Kehrvers; V/A) Komm, Heilger Geist, mit deiner Kraft…


Vaterunser:


V Wir sind eins in Christus. Lasst uns gemeinsam beten mit den Worten, die er uns gelehrt hat.

A Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Friedensgruß:

Die Menschen auf Malta hießen Paulus und seine Gefährten mit ungewöhnlicher Freundlichkeit willkommen. Geben wir einander ein Zeichen des Friedens, den Christus uns schenkt, indem wir die Hände vor der Brust falten und unseren Nachbarn vor und hinter uns und links und rechts von uns freundlich zunicken.


Lied: GL 846,1+2+3+4 Da wohnt ein Sehnen… https://www.youtube.com/watch?v=L0-t1usQ-fo


Begrüßung der „Kinderkirche“

„Kinderkirche“ erzählt kurz von dem, was sie im Pfarrzentrum gemacht hat


Hinweis auf Kollekte:

MAN LÄSST KEINE MENSCHEN ERTRINKEN. PUNKT. So lautet das Motto der Hilfsorganisation United4Rescue. Sie ist das breite Bündnis zur Unterstützung der zivilen Seenotrettung und verbindet alle gesellschaftlichen Organisationen und Gruppen, die dem tausendfachen Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen wollen.

An den Kirchenausgängen erbitten wir Ihre Spende, die United4Rescue an Rettungsorganisationen weiterleitet, die dort humanitär handeln, wo die Politik versagt.


Nähere Infos: https://www.ekiba.de/media/download/integration/258985/2019_united4rescue_info.pdf?stichwortsuche=Sea-Watch

und:

https://united4rescue.org/


Segen und Sendung:

B Gott, der Vater, hat uns aus der Finsternis ins Licht gerufen. Er mache uns zu wahren Trägern seines Lichts.

W Gott, der Sohn, hat uns durch sein kostbares Blut erlöst. Er gebe uns die Kraft, seinem Vorbild zu folgen und anderen zu dienen.

B Gott, der Heilige Geist, ist Herr und Lebensspender. Er stärke uns, damit wir anderen helfen, die Schiffbrüche ihres Lebens zu überstehen und das Ufer des Heils zu erreichen.

W Der allmächtige und barmherzige Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, segne und bewahre uns jetzt und in Ewigkeit. Amen.


Einladung zum anschließenden Beisammensein

Entlassruf


Zum Auszug: Orgelspiel





All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage:

https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste


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