Ökumenischer Gottesdienst zur "Fairen Woche 2022" am 18. September 2022

Aktualisiert: vor 5 Tagen





Ökumenischer Gottesdienst zur "Fairen Woche 2022"

in Lichtenau am

18. September um 10.00 Uhr:


"Kleider machen Leute

- Leute machen Kleider"









Mit Pfarrer Manfred Woschek und Pfarrerin Ute Braun


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein.

(Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Einzug: Orgelspiel


Votum und Begrüßung

Wir feiern unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


Einführung:

„Kleider machen Leute – Leute machen Kleider“ - so haben wir unseren heutigen ökumenischen Gottesdienst betitelt. Er findet im Rahmen der diesjährigen Fairen Woche statt, die jährlich vom Forum Fairer Handel e.V. in Kooperation mit Fairtrade Deutschland e.V. und dem Weltladen-Dachverband e.V. unter einem bestimmten Motto veranstaltet wird. In diesem Jahr lautet es "Fair steht dir - fairhandeln für Menschenrechte weltweit" und beschäftigt sich mit menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und nachhaltigem Wirtschaften in der Textil-Lieferkette.

Der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch vor knapp neun Jahren hat viele Menschen wachgerüttelt. Das große Unglück, bei dem über 1.100 Menschen starben, steht noch heute als Beispiel für die katastrophalen Zustände in den Fabriken der Textilindustrie. Einige positive Entwicklungen haben seitdem stattgefunden, doch noch immer gilt die Textil-Lieferkette als extrem anfällig für Menschenrechtsverletzungen und Umweltprobleme.

Wie wir uns kleiden, ist also nicht egal: Mit unserem Lebensstil bringen wir unsere Werte zum Ausdruck. Immer mehr Menschen achten dabei auf soziale und ökologische Kriterien. Der Faire Handel bietet dafür eine gute Anlaufstelle.

Darum geht es in unserem heutigen Gottesdienst und um das Thema "gerecht sein und gerecht handeln" - vor Gott und unseren Mitmenschen weltweit.


Lied: GL 458,1-4 Selig seid ihr…

https://youtu.be/NdlzSJI-P9o


Hinführung:

Im Kolosserbrief schreibt der Apostel Paulus: „Ihr habt den alten Menschen mit seinen Gewohnheiten ausgezogen und den neuen angelegt wie ein neues Gewand.“ (Kol 3, 9–10). Sich umziehen, ein neues Gewand anlegen, zum ersten Mal ein Kleidungsstück tragen, das irgendwie besonders ist – das löst vieles in uns aus. Wir werden spürbar anders wahrgenommen.

„Kleider machen Leute“, so lautet ein Sprichwort. Wir fühlen uns selbst anders, ja: wir sind andere, wenn wir andere Kleidung tragen. Kleidung kann schmücken, tarnen oder verschleiern, wer wir sind: Deswegen macht das Ver-Kleiden einen solchen Spaß. Beim Umziehen schlüpfen wir in eine neue Rolle.

Genau das beschreibt auch der Bibeltext aus dem Kolosserbrief, in dem der Apostel Paulus schreibt: Ihr habt den alten Menschen ausgezogen und den neuen angelegt wie ein neues Gewand – damals, als ihr angefangen habt, an Jesus Christus zu glauben. Als ihr getauft worden seid. Seither seid ihr also grundsätzlich andere, neue Menschen: ihr seid mit einem neuen Kleid, einem neuen Ich beschenkt. Es ist ein Ich, das Gottes Liebe und seine Gerechtigkeit in diese Welt hinein ausstrahlen will.

"Kleider machen Leute" – aber umgekehrt stimmt es natürlich auch: "Leute machen Kleider." Kleider werden hergestellt. Hinter jedem Kleidungsstück liegt eine Geschichte, hinter ihm stehen Menschen. Wir sehen sie meistens nicht. Wir kennen sie meistens nicht. „Made in“... hinten auf einem Zettel mit einem Verweis auf ein fernes Land lässt erahnen, was das für eine Geschichte gewesen sein könnte. Wir wissen, dass davon sehr vieles nicht gerecht und nicht gut ist.

Wie passt es zu unserem neuen Kleid in Christus, wenn unsere Kleidungsstücke eine Geschichte des Unrechts erzählen? Und – kann sich das ändern?


Psalmgebet: Psalm 112 (im Wechsel)

Wie glücklich ist ein Mensch, der den Herrn achtet und ehrt und große Freude hat an Gottes Geboten!

Seine Nachkommen werden mächtig im Land; denn wer aufrichtig dem Herrn folgt, dessen Kinder segnet er.

Wohlstand und Reichtum sind in seinem Haus, seine Gerechtigkeit hat für immer Bestand.

Sogar in dunklen Stunden strahlt ein Licht für alle, die redlich und rechtschaffen sind; denn er ist gütig, barmherzig und gerecht.

Gut steht es um den Menschen, der den Armen schenkt und leiht und der bei allem, was er unternimmt, das von Gott gesetzte Recht beachtet.

Nie gerät er ins Wanken, niemals wird seine Treue vergessen.

Schlimme Nachricht macht ihm keine Angst, mit ruhigem Herzen vertraut er dem Herrn.

Fest und mutig bleibt er, ohne Furcht, bald wird er herabschauen auf seine Feinde.

Großzügig gibt er den Bedürftigen; seine Gerechtigkeit hat für immer Bestand. Darum wird er beschenkt mit Macht und Ehre.

Wer Gott missachtet, sieht es voller Ärger, knirscht mit den Zähnen und vergeht vor Wut. Seine bösen Pläne werden zunichte.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.


Kleidungsstücke erzählen ihre Geschichte

Im heutigen Gottesdienst geht es um Kleidung – um Textilien. Es geht um ihre Herkunft, ihre Bedeutung für den Menschen, der sie trägt, ihre Wertigkeit. Es geht darum wie wir mit Dingen umgehen, die von Menschen hergestellt werden, die weit weg von uns leben und arbeiten.

Zu Gast haben wir heute eine Hose, ein T-Shirt, einen Schal und einen Bettüberzug. Sie haben alle eine Geschichte zu erzählen. Lassen wir sie heute und hier zu Wort kommen.


Die Hose

Gefertigt wurde ich in Bangladesch, in einer großen Fabrik. Nasha hat mich genäht. Sie kommt aus einem kleinen Dorf und ist für diese Arbeit in der Fabrik in die Stadt gezogen. Mit anderen jungen Frauen teilt sie sich ein Zimmer und arbeitet fünf Tage die Woche 10 Stunden am Tag. Die Arbeit ist monoton, oft schmerzt der Rücken, weil sie kaum Pausen machen kann. Der Lohn ist nicht hoch, aber sie hat Arbeit.


Die Bettwäsche

Sommerschlussverkauf im Netz. Hab mal wieder einen neuen Bettbezug bestellt. Der Schrank ist zwar schon recht voll, aber dieses Teil ist gerade super günstig. Ein Klick und schon im Korb. Woher der kommt, wie der hergestellt wurde, aus welchem Material er ist? Keine Ahnung. Ging alles so schnell.


Das T-Shirt

Mit meinen Eltern bin ich schon immer aufs Feld zur Ernte der Baumwolle gegangen, dem Rohstoff für dieses T-Shirt. Schon als ich ganz klein war. Jetzt bin ich 10 und arbeite richtig mit. Das geht vielen Kindern hier auf dem Land so. Zur Schule gehe ich in der Erntezeit nicht. Da werde ich gebraucht.


Der Schal

Dieser Schal ist ganz weich und erinnert mich an meine Mutter. Sie hat ihn immer getragen, wenn es abends kalt wurde. Er ist sehr wertvoll für mich. Sie hat ihn selbst gestrickt, Masche für Masche. Wieviel Zeit und Mühe sie da reingesteckt hat.


Hinführung zur Schriftlesung:

Was macht ein Kleidungsstück für mich kostbar? Wenn es zu mir passt. Und wenn es zur jeweiligen Situation passt: ob es ein Fest, die Arbeit, Sport oder Erholungszeit zuhause ist. Wenn es in diesem Moment eine schöne, eine wahre Geschichte von mir erzählt. Wenn es unterstreicht und angenehm hervorhebt, wer ich bin und - vor allem - wie ich hier bin. Dann fühle ich mich wohl, kann selbstbewusst auftreten. Dann bin ich fähig, in Gemeinschaft mit anderen zu sein.

Dazu hat Jesus eine Geschichte erzählt: Das Gleichnis vom Hochzeitsmahl, in dem ein unpassend gekleideter Gast eine unrühmliche Rolle spielt. Es ist eine provokante Geschichte, sie löst Protest aus! Aber auf den zweiten Blick könnten wir vielleicht etwas in ihr entdecken, was auch für kostbare Kleidung wichtig ist.


Lesung: Matthäus 22, 1.11–13 (BasisBibel)

Jesus sagt: Das Himmelreich gleicht einem König, der für seinen Sohn das Hochzeitsfest veranstaltete. (...) Der König kam in den Festsaal, um sich die Gäste anzusehen. Da sah er einen Mann, der nicht für eine Hochzeit gekleidet war. Der König sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen? Du bist ja gar nicht für eine Hochzeit angezogen! Der Mann konnte aber keine Antwort geben. Da befahl der König seinen Dienern: Fesselt ihn an Händen und Füßen und werft ihn hinaus (...)!


Dialogpredigt:

Was ist denn das für eine entsetzliche Geschichte?

DAS steht in der Bibel?

DAS hat Jesus gesagt?

Das ist ja furchtbar.

Ein Mensch erscheint zum Fest des Königs.

Aber weil er unpassend gekleidet ist, fliegt er raus.

Das kann ja wohl nicht wahr sein!

Diese Geschichte soll uns deutlich machen,

worum es im Himmelreich, in Gottes Gegenwart geht.

Wenn das Himmelreich SO ist,

möchte ich lieber darauf verzichten.

Das widerspricht doch allem,

was wir sonst von Gott verkünden und von Jesus wissen:

dass er eben

keinen Unterschied macht zwischen arm und reich.

Gerade Jesus hat Menschen

doch nicht nach Äußerlichkeiten beurteilt,

sondern hat mit denen gegessen und gefeiert,

die ausgestoßen waren.

Warum wird hier dann einer rausgeschmissen,

nur weil er den Dress-Code der Hochzeit nicht befolgt?

Sie haben Recht – diese Geschichte ist hart und anstößig,

und wir könnten zu dem Ergebnis kommen,

dass sie überhaupt nicht zu dem passt,

was Jesus gelebt und gesagt hat.

Aber ich würde der Geschichte

gerne nochmal eine Chance geben.

Ich möchte sie nochmals

aus einem anderen Blickwinkel anschauen.

Es könnte sein, dass sie uns was zu sagen hat.

Was denn?

Da wird einer zum Fest des Königs eingeladen,

und er nimmt diese Einladung auch an und kommt.

Er will in der Nähe des Königs sein.

Er will mitfeiern, dazugehören.

Aber dafür ändert er sein Gewand nicht.

Er zieht sich nicht um. Das passt nicht zusammen.

Sie denken,

dass er nicht deshalb unpassend angezogen war,

weil er zu arm war?

Sondern weil er sich nicht umziehen, sich nicht verändern wollte?

Genau.

Es steht hier nichts davon, dass es ein armer Mensch war,

der sich kein Gewand leisten konnte.

Das lesen wir schnell in die Geschichte hinein.

Vielleicht ist es aber anders zu verstehen:

Hier geht es um einen Menschen,

der zwar dabei sein, aber sich nicht

der festlichen Hochzeit entsprechend kleiden wollte.

Und das passt nicht zusammen.

Deshalb muss er gehen.

Und was hieße das dann für das Himmelreich,

das mit diesem Gleichnis beschrieben werden soll?

Ich verstehe es so:

Wer zu Gott gehört, wer sein Gast ist,

wer von ihm königliche Würde geschenkt bekommt,

der bekommt damit ein neues „Ich“,

eine erneuerte und geheilte Identität.

Wie ein neues Kleid.

Wie das Gewand für das Festmahl des Königs.

Was aber nicht geht, ist folgendes:

Gottes Nähe suchen, aber sein neues Kleid,

das neue Leben, das damit verbunden ist, zurückweisen,

dieses neue Ich von ihm gar nicht wollen;

bei Gott sein wollen,

aber sich nicht im Sinne von Gottes Liebe

verändern lassen wollen;

das alte kaputte Gewand, das heißt:

die alten beschädigten Sätze und Verhaltensweisen,

weiter beibehalten,

und sie auch gar nicht ändern wollen;

nur mein eigenes Ding machen, nur auf mich schauen,

und mich trotzdem bei diesem Festmahl verköstigen lassen -

das widerspricht sich.

Gottes Festmahl berührt und verändert:

es macht die neu, die da mitfeiern.

Sie machen dann eben nicht mehr nur „ihr Ding“,

sie sind unterwegs mit Gottes Liebe zu allem, was lebt.

Wenn die Geschichte so gemeint ist,

könnte ich mit ihr vielleicht doch etwas anfangen.

Aber was heißt das dann für uns?

Wir haben ein neues kostbares Gewand von Gott erhalten:

eine Identität, die von ihm geliebt wird und gewürdigt ist.

Wir leben in Beziehung mit ihm, in seiner Nähe,

wir sind geliebte und willkommene Gäste

bei seinem Festmahl –

wenn das wahr ist und wir das ernstnehmen,

dann können wir nicht die Alten bleiben.

Dann wirkt sich das aus.

Es zieht Kreise.

Es prägt unser Leben, unser Verhalten.

Es ist ein neues Kleid.

Aber: Gottes Gast sein, seine Liebe empfangen,

und dann keinen Grund für Veränderung sehen –

was wäre das?

Da würde nichts zusammenpassen.

Das wäre ein Selbst-Widerspruch.

Gottes Fest zieht uns das neue Kleid an,

und dieses Kleid zurückweisen –

das ist mit Gottes Fest nicht zu vereinbaren.

Damit hat das Gleichnis eine interessante Botschaft,

auf die ich nicht alleine gekommen wäre. –

Die Frage ist nun:

Wie passt das Ganze zu unserem Gottesdienst-Thema „Kleider machen Leute – Leute machen Kleider“?

Ich lerne von diesem Gleichnis:

Zunächst einmal:

Gott möchte mich „bekleiden“

mit dem Geist der Liebe und der Wahrheit.

Sie sollen mich und mein Verhalten prägen -

auch mein Verhalten bei der Wahl der Textilien,

die ich mir zulege.

„Kleider machen Leute“.

Dann ist es für mich nicht in Ordnung,

von der Überarbeitung anderer in der Textil-Industrie

und von ihrer Armut zu profitieren.

Das passt nicht zusammen.

Ich soll also auch an die denken,

die meine Kleidung herstellen.

Denn: „Leute machen Kleider.“

Sie sollen es unter menschenwürdigen Bedingungen

tun können.

Dass dem leider nicht so ist,

das werden wir gleich erfahren.


Lied: NL 173,1-4: Lasst uns den Weg der Gerechtigkeit gehen https://youtu.be/bAxuUqU0DME


Die Schattenseiten der Modebranche:

1) Jedes Jahr werden mehr als 150 Mrd. Kleidungsstücke produziert. Das Geschäftsmodell der Fast Fashion, d. h. billige Kleidung, die schnell umgeschlagen wird, hat zu einem enormen Anstieg der produzierten, verkauften und weggeworfenen Kleidermengen geführt. Drei von fünf hergestellten Kleidungsstücken landen innerhalb eines Jahres auf der Mülldeponie oder werden als Second-Hand-Ware verkauft, rund 40 % davon in osteuropäische und afrikanische Länder. Dort bedroht die Flut an Billigwaren nicht nur die einheimischen Textilproduzenten, sondern auch die Umwelt.


2) Die kurze Gebrauchszeit führt zu einem hohen ökologischen Fußabdruck. Schätzungen zufolge verursacht die Modebranche jährlich 10% der weltweiten CO2-Emissionen - mehr als die internationale Luftfahrt und Seeschifffahrt zusammen - und ist die zweitschädlichste Industrie gleich nach der Ölindustrie.


3) Ein Großteil der Kleidung besteht heute aus Kunstfasern und Viskose, d. h. aus Erdöl und Holz. Der Anteil von Baumwolle ist auf unter 30% gesunken. In vielen Anbauländern verschulden sich die Bauern und Bäuerinnen, um das teure, größtenteils gentechnisch veränderte Saatgut, die Pestizide und Düngemittel zu bezahlen, die von multinationalen Konzernen verkauft werden. Wenn die Ernten nicht wie versprochen ausfallen, riskieren die verschuldeten Landwirt*innen, ihr Land zu verlieren.


4) Das derzeitige Geschäftsmodell der Textil- und Bekleidungsindustrie beruht auf komplexen globalen Lieferketten. Die Profite werden maximiert, indem arbeitsintensive Prozesse in Länder mit geringen Sozial- und Umweltauflagen ausgelagert werden. In der Praxis bedeutet dies: Menschen, die Baumwolle anbauen, Fasern verarbeiten, Stoffe weben, waschen, färben und Kleidungsstücke nähen, werden viel zu schlecht bezahlt.


5) Jede Saison müssen Millionen von Arbeiter*innen unter unmöglichen Fristen und zu obszön niedrigen Preisen und Löhnen Unmengen frischer Ware produzieren. Die Suche der Modebranche nach den niedrigsten Kosten hat einen hohen Preis: die Gesundheit und manchmal sogar das Leben der Arbeiter*innen. Tausende sind bei Fabrikbränden und -einstürzen ums Leben gekommen. Und es lauern noch weitere Gefahren, wie der Einsatz gefährlicher Chemikalien, Lärm, Hitze und schlechte Belüftung. Die Zahlung von zu niedrigen Löhnen zwingt die Arbeiter*innen dazu, lange zu arbeiten, um Überstunden oder Zuschläge zu verdienen. Sie können es nicht riskieren, die Arbeit wegen unsicherer Arbeitsbedingungen abzulehnen, und können auch nicht bei Krankheit zuhause bleiben.


6) Es braucht ein grundlegendes Umdenken. Klima- und Menschenrechtsschutz müssen in der Textilindustrie verbindlich und wirksam verankert werden. Ein zentrales Instrument, um die Produktionsbedingungen in der Textilindustrie zu verbessern, ist die Zahlung existenzsichernder Löhne. Global operierende Unternehmen müssen dafür auch bei ihren Zulieferern Sorge tragen und ihre Einkaufspraktiken entsprechend gestalten, indem sie beispielsweise ausreichend hohe Preise und faire Lieferfristen sowie Abnahmen garantieren.


Meditatives Orgelspiel – zum Nachdenken…


Fürbittengebet:

Gott der Schöpfung, Quelle aller Kreativität, wir danken dir für das Geschenk der Schönheit. Für die Fülle und Vielfalt dieser Welt, für Farben und Formen, die gut tun, die Laune machen, mit denen das Leben zum Fest wird. Für die Vielfalt der Geschmäcker, der Styles, der Kulturen, der Gestaltungskraft, des künstlerischen Schaffens in Design, Mode und Schmuck.


Das sind Gaben von dir, die uns reich machen. Wir danken dir dafür.


Gott des Lebens, wir danken dir für unsere Persönlichkeit, für unsere Identität. Wir können Ja sagen zu uns selbst, weil du dein Ja zu uns schon lange gesagt hast. Wir können mit uns zufrieden sein, denn du hast uns gewollt. Wir alle tragen unverlierbar dein Bild in uns. Gott hilf uns dabei, uns mit uns selbst zu versöhnen. Unerreichbare Bilder von Schönheit setzen uns unter Druck. Wir bitten dich:


Mach du uns stark, um dem Einfluss der Medien selbstbewusst das wirkliche Leben entgegenzusetzen, so wie es tatsächlich aussieht. Wir danken dir, dass wir wunderbar gemacht sind - und dass unser Auftreten davon erzählen kann.


Gott der Gerechtigkeit, deine Liebe gilt den Menschen hinter den Produkten, die wir kaufen und nutzen. Du kennst diejenigen, die unsere Kleider hergestellt haben, denen wir unsere zweite Haut verdanken. Ihre Geschichte und unsere Geschichte treffen sich – aber sie passen so oft nicht zusammen. Gott, wir bitten dich für die Menschen, die für erbärmlichen Lohn das erarbeiten, was wir verbrauchen:


Hilf uns, in den Produkten ihren Ruf, ihren Schrei nach Gerechtigkeit zu hören. Hilf uns, zum Wohl aller gemeinsam wirtschaften zu lernen: Das wertzuschätzen, was andere für uns hergestellt haben, und Wege zu finden, es angemessen zu entlohnen.


Gott des Aufbruchs, zeig uns Wege heraus aus einem Wirtschaften im Textilbereich, das verschwendet, wegwirft, kaputtmacht, vergiftet und die Erde und die menschliche Arbeit missachtet.


Hilf uns herauszufinden aus einem unmenschlichen Schönheitsideal. Hilf uns, aufzubrechen zu dir und jeden Tag des Lebens als kostbares Geschenk aus deiner Hand zu empfangen - mit allem, was wir brauchen, um in Frieden mit dir, mit den Menschen und mit der Erde zu leben.


Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Lied: Kreuzungen) 389 ,1-3 Wenn jeder gibt… https://youtu.be/GDNTojY6Tc0

Hinweise auf die Informationstafeln zu Fairer Kleidung und Fairem Handel, auf den Tisch des Weltladens in Bühl und die selbstgenähten Demenzdecken als Upcycling von kaputten Kleidungsstücken.


Segen: Gott schenke uns seinen Segen, der neue Perspektiven schenkt und Leben in Fülle.

Seine Perspektive der Gerechtigkeit und des Friedens

werde immer mehr unsere Kraftquelle,

die uns antreibt, uns für eine neue Welt einzusetzen,

in der alle in Ruhe und Sicherheit leben können.

Sein Geist stärke uns und schenke uns Freude an der Vielfalt des

Lebens im Garten seiner Schöpfung, die er uns anvertraut hat.

So segne uns der dreifaltige Gott in seiner Liebe, die sich in unsere Welt hinein ausbreiten will:

der Vater + und der Sohn + und der Heilige Geist. Amen.


Zum Auszug: Orgelspiel





All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage:

https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste


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