Ökumenischer TROST - Gottesdienst am Samstag, den 07.05.2022 in Lichtenau

Aktualisiert: 11. Mai




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Ökumenischer TROST - Gottesdienst am Samstag, den 07.05.2022, um 17:00 Uhr

in der Evangelischen Kirche in Lichtanau


Zu diesem ökumenischen Gottesdienst sind alle Eltern, Großeltern und Geschwister eingeladen. ALLE, die um ein Kind trauern.

Der Gottesdienst bietet Raum für alle, die den Tod eines Kindes beklagen, das während der Schwangerschaft starb, während oder nach der Geburt, als Kleinkind, Jugendlicher oder Erwachsener.

Die Todesursache und ob der Tod erst wenige Wochen oder Monate oder schon Jahre oder Jahrzehnte zurückliegt, sind unerheblich.

Es ist ein Gottesdienst, an dem Sie verschiedene Möglichkeiten haben, zu gedenken, zu erinnern und mit anderen zu trauern. Dazu öffnen verschiedene Stationen und Angebote in und um die Kirche den Raum.






Text: Anne-Rose Gangl


Eltern, die ein Kind verloren haben, werden ein Leben lang die Trauer in ihrem Herzen tragen. Der ökumenische Trost-Gottesdienst, der am Samstagnachmittag in der evangelischen Kirche in Lichtenau stattfand und an der Orgel von Ute Droll begleitet wurde, öffnete einen Raum, in dem die Trauernden ein Stück weit loslassen, ihre Gedanken schweifen und sich mitteilen konnten.

Es war das erste Mal, dass ein solcher Trost-Gottesdienst in Lichtenau stattfand. Die Idee hierzu hatten die evangelische Pfarrerin Ute Braun und ihr katholischer Kollege Pfarrer Manfred Woschek. Doch es war nur eine kleine Schar, die in die Kirche hinter dem Rathaus in Lichtenau gekommen ist. Vielleicht weil ein Trost-Gottesdienst für trauernde Eltern und Familien noch etwas Unbekanntes ist, vielleicht weil sich Betroffene scheuen, sich zu outen und ihre Gefühle offen zu zeigen.

Im vergangenen Jahr wurde auf dem Lichtenauer Friedhof ein Grabfeld für Sternenkinder eingerichtet, das zwar noch leer ist, aber von dem sich die Menschen angesprochen fühlen. „In bisherigen Gesprächen wurde mir deutlich gemacht, wie viele Menschen es gibt, die ein Kind verloren haben, während der Schwangerschaft, kurz nach der Geburt oder auch später“, sagte Pfarrerin Ute Braun. Dies sei der Grund für diesen Trost-Gottesdienst gewesen, um zu zeigen, dass Gott den Trauernden beisteht. „Trauernde Eltern treffen immer wieder auf Menschen, die ihrer Trauer hilflos oder verständnislos begegnen, doch sie haben das Recht auf ihre Trauer“, sprach Pfarrer Manfred Woschek den Anwesenden zu.


„Keines der Kinder ist vergessen, ihre Namen sind im Himmel aufgeschrieben“, fügte der Geistliche hinzu. Eine Besucherin geht zum Altar und schreibt den Namen ihres verstorbenen Kindes in ein Buch. Eine andere Besucherin schreibt ihre Gefühle auf ein Blatt Papier und steckt es in die aufgebaute Klagemauer, während eine junge Frau Glasperlen in einen Krug unter dem großen Magnolienbaum legt. „Das sind meine Tränen, denn ich musste während der Schwangerschaft von meinem Kind Abschied nehmen“, sagt sie. Noch immer stellt sie sich die Frage, ob es ein Mädchen oder ein Junge gewesen wäre. Der Trost-Gottesdienst legt sich sanft über ihre Erinnerung. „Es tut gut, mit anderen darüber sprechen zu können“, fügt sie leise hinzu.








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