Ökumenisches Friedensgebet in Stollhofen am 27.07.2022

Aktualisiert: 30. Juli




Ökumenisches Friedensgebet am Mittwoch, den 27.07 2022, um 18:30 Uhr

in der Kirche in Stollhofen

mit Pfarrerin Ute Braun und Pfarrer Manfred Woschek



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein.

Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.




Friede, wo kein Friede möglich scheint



Zum Einzug: Orgelspiel, anschl.:


Lied: Tebje Pajom (auf Liedblatt) https://www.youtube.com/watch?v=7m-QBrIbZB0


Eröffnung und Einführung:

Wir haben uns hier versammelt im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. A Amen. Gnade und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus sei mit euch. -

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, das ukrainische Friedenslied, das wir eben gesungen haben, begleitet uns seit dem ersten Ökumenischen Friedensgebet. Immer wieder haben wir es gesungen - und doch: Der Krieg in der Ukraine dauert unvermindert an, und ein Ende scheint nicht in Sicht. Furchtbares müssen Menschen erdulden, das nicht in Worte zu fassen ist.

Suchen wir trotzdem Worte zu finden, Worte die zu Gott rufen, der Frieden schaffen kann, wo Friede unmöglich zu sein scheint. Beten wir im Wechsel zu ihm:


Wechselgebet:

A Zuversicht könnten wir brauchen, Gott. Und Stärke, die aus der Liebe wächst.

V Wir schauen nach Russland und zur Ukraine. Und das Herz wird schwer. Wie kann es sein, dass Bosheit siegt und Unvernunft? Sturheit und Machtgier setzen sich durch? Und wo bist du?

A Ach, Gott, wie sehr wir uns das wünschen: Dass du etwas tust. Damit Friede sich ausbreitet. Und Menschen leben können. Unbeschwert und voller Freude. Ohne Angst vor Bomben und Granaten. Vor Diktatoren und Unterdrückern.

V Drum bitten wir dich: Gib Einsicht und Vernunft. Gib Weisheit denen, die um Frieden verhandeln. Beschütze die Menschen in der Ukraine. Und bewahre uns davor, die Hoffnung zu verlieren.

V Daran halten wir uns fest – das wollen wir im Herzen behalten:

A Du, Gott, bist unsere Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in großen Nöten. Amen.


Lied: Kreuzungen Nr. 137,1+2+3: Gib uns Frieden jeden Tag… (auf Liedblatt) https://www.youtube.com/watch?v=_z2vOkWkiAI


1.Schriftlesung: Jer 30,7b-11a

Lesung aus dem Buch Jeremia:

Eine Notzeit ist es für Jakob, doch wird er daraus gerettet. An jenem Tag wird es geschehen - Spruch des HERRN der Heerscharen -, da zerbreche ich sein Joch auf deinem Nacken und zerreiße deine Stricke. Fremde sollen dich nicht mehr knechten. Vielmehr werden sie dem HERRN, ihrem Gott, dienen und David, ihrem König, den ich ihnen erstehen lasse. Du aber, fürchte dich nicht, du, mein Knecht Jakob - Spruch des HERRN -, verzage nicht, Israel! Denn ich bin es, der dich aus fernem Land errettet, deine Kinder aus dem Land ihrer Gefangenschaft. Jakob wird heimkehren und Ruhe haben; er wird in Sicherheit leben und niemand wird ihn erschrecken. Denn ich bin mit dir - Spruch des HERRN -, um dich zu retten.


Psalmengebet - Ps 130:

Mit Psalm 130 bringen wir die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott jedes Gebet in tiefster Not hört und erhört.

Wir beten die Psalmverse abwechselnd: Aus den Tiefen rufe ich, HERR, zu dir: / Mein Herr, höre doch meine Stimme! Lass deine Ohren achten auf mein Flehen um Gnade.

Würdest du, HERR, die Sünden beachten, / mein Herr, wer könnte bestehn?

Doch bei dir ist Vergebung, damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den HERRN, es hofft meine Seele, ich warte auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf meinen Herrn / mehr als Wächter auf den Morgen,

ja, mehr als Wächter auf den Morgen. / Israel, warte auf den HERRN, /

denn beim HERRN ist die Huld, bei ihm ist Erlösung in Fülle.

Ja, er wird Israel erlösen aus all seinen Sünden.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.


Lied: GL 450 Gottes Wort ist wie Licht… https://www.youtube.com/watch?v=kV0Tc9PpjKs


2.Schriftlesung: Joh 14,27-31

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes:

Christus spricht: Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.


Impuls:

Jesus gibt uns in diesem Evangelium die Verheißung: „Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch“ (Joh 14,27).

Angesichts der Bilder und Nachrichten aus den ukrainischen Kriegsgebieten fällt es schwer, noch an Frieden zu glauben. Doch auch in diese Situation hinein spricht Jesus sein Wort des Friedens. Zweimal betont er, er gibt den Frieden, ja er selbst ist der Friede. Die „Welt“ kann nicht einmal einen Waffenstillstand erreichen. Jesus ist mehr als Waffenstillstand. Er verheißt den Frieden im eignen Herzen, den Frieden untereinander und den ewigen Frieden bei Gott. Wir sollen nicht „verzagen“, wie uns die Lesung auffordert. Gott wird Frieden und Gerechtigkeit schenken, „das Joch zerbrechen“ und uns „retten“. Er sagt seinem Volk zu: „Fremde sollen dich nicht mehr knechten“.

Zum Frieden gehören Freiheit und Gerechtigkeit. Wir können sie nicht machen oder herstellen, sondern nur darum bitten. Auf Gottes Hilfe dürfen wir vertrauen, wo menschliche Hilfe versagt. Er schafft Frieden, wo wir Frieden suchen.


Stille


Meditatives Orgelspiel


Überleitung zur "Bekräftigung":

Gott schafft Frieden; auf seine Hilfe dürfen wir vertrauen. Diese unsere Zuversicht lasst uns nun bekräftigen mit Worten unserer christlichen Geschwister aus Südafrika:


"Bekräftigung" (aus Südafrika):

V Es ist nicht wahr, dass diese Welt und ihre Bewohner dazu verdammt sind zu sterben und verloren zu gehen.

A Dies ist wahr: So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. (Joh. 3,16)

V Es ist nicht wahr, dass wir Unmenschlichkeit und Diskriminierung akzeptieren müssen, Hunger und Armut, Tod und Zerstörung.

A Dies ist wahr: Ich aber bin gekommen, um ihnen das Leben zu geben,

Leben im Überfluss. (Joh. 10,10)

V Es ist nicht wahr, dass Gewalt und Hass das letzte Wort behalten und dass Krieg und Zerstörung gekommen sind, um für immer zu bleiben.

A Dies ist wahr: Uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Friede-Fürst. (Jes. 9,5, Luther 1984)

V Es ist nicht wahr, dass wir einfach nur Opfer böser Mächte sind, die danach trachten, die Welt zu beherrschen.

A Dies ist wahr: Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Mt. 28,18+20)

V Es ist nicht wahr, dass unsere Träume von der Befreiung der Menschheit,

unsere Träume von Gerechtigkeit, von Menschenwürde, von Frieden nicht für diese Erde und ihre Geschichte gedacht sind.

A Dies ist wahr: Es kommt die Stunde, ja, sie ist schon da! Da werden die Menschen, die Gott wirklich verehren, den Vater anbeten und dabei von Gottes Geist und Wahrheit erfüllt sein.

(Joh. 4,23)


Lied: GL 365 Meine Hoffnung und meine Freude… https://www.youtube.com/watch?v=HgcuMAOjCCo


Fürbitten:

Vertrauen wir auf Gott, dass er unsere Bitten um den so sehr erwünschten Frieden erhört.


Fürbittruf: GL 182 V/A Du sei bei uns in unsrer Mitte… https://www.youtube.com/watch?v=hm1kFGCxRYo


Schenke Frieden, Herr, den Menschen, die fliehen und alles zurücklassen mussten. Und schenke Frieden, Herr, den Armen, Alten und Kranken, die in den Kriegsgebieten weiter ausharren, weil sie nicht fliehen können.


Fürbittruf: GL 182 V/A Du sei bei uns in unsrer Mitte… https://www.youtube.com/watch?v=hm1kFGCxRYo

Schenke Frieden, Herr, den Kindern, die traumatisiert und verstört sind. Und schenke Frieden, Herr, den Helfern in den Kriegsgebieten, die unter Einsatz ihres Lebens dort Unterstützung leisten.


Fürbittruf: GL 182 V/A Du sei bei uns in unsrer Mitte… https://www.youtube.com/watch?v=hm1kFGCxRYo

Schenke Frieden, Herr, denjenigen, die ihre Heimat verteidigen. Und schenke Frieden, Herr, den Toten in diesem Krieg und ihren Angehörigen.


Fürbittruf: GL 182 V/A Du sei bei uns in unsrer Mitte… https://www.youtube.com/watch?v=hm1kFGCxRYo

Herr, unser Gott, sieh auf die große Not, die durch diesen Krieg entstanden ist, aber auch auf unsere Gebete um einen dauerhaften Frieden. Du wirst sie nicht unbeantwortet lassen. Dafür danken wir dir in Ewigkeit. Amen.


Überleitung zum Vaterunser:

Beten wir mit Jesus zu seinem und unserem Vater im Himmel, dass er das Unmögliche möglich macht und Frieden schenkt, wo wir ihn nicht machen können:


Vaterunser:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Lied: GL 468,1+2+3 Gott gab uns Atem… https://www.youtube.com/watch?v=MZVFn8pQ64I


Segensgebet:

Guter Gott, wir glauben und vertrauen: Du hast eine Vision von dem Leben auf der Erde: Menschen handeln in Gerechtigkeit, Menschen sorgen für Frieden, Menschen bewahren die Schöpfung.

Guter Gott, wir glauben und vertrauen: Jesus weist uns den Weg zu Deiner Vision: Er lehrt uns beten mit Beharrlichkeit. Er geht seinen Weg bis ans Ende am Kreuz. Er wird von Gott auferweckt.

Guter Gott, wir glauben und vertrauen: Dein Heiliger Geist öffnet uns die Augen für Deine Vision. Er ruft uns zu: Haltet euch aufrecht und ermattet nicht! Schaut von Angesicht zu Angesicht!

Dazu segne uns Du, der dreifaltige Gott, der Vater + und der Sohn + und der Heilige Geist. Amen.


Hinweis auf Kollekte für "Diakonie-Katastrophenhilfe" und "Caritas International"


Entlassung:

Geht in die Welt als Bote des Friedens. Gott wird mit Euch sein.

Geht in die Welt als Tröster und Helfer. Gott wird mit Euch sein.

Geht in die Welt als Zeichen der Liebe. Gott wird mit Euch sein.

Geht in die Welt als Freunde für die Menschen. Gott wird mit Euch sein.

Geht in die Welt, von Gott gesegnet, und gesegnet kehrt Ihr am Ende heim.


Zum Auszug: Orgelspiel






All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste





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