• Ute Braun

Überraschung aus Frankreich

Hallo alle zusammen!

Schaut mal: ich hab ganz überraschende Post bekommen! Aus Frankreich!



Lieber Wolli,

mein Name ist Jeanette und ich wohne in Frankreich, genauer gesagt, im Elsass.

Ich habe schon so viel von Dir gehört und dachte, ich schreibe Dir einfach einmal einen Brief und erzähle Dir ein wenig von mir.

Ich wohne bei einer ganz lieben Familie.

Meine Hausmama ist Lehrerin und sie macht furchtbar gerne Handarbeiten. Nähen, Häkeln, Stricken, mir wird immer ganz schwindelig, wenn ich ihr zuschaue, wie sie mit den vielen Nadeln in ihren Händen umgeht. Aber sie macht das ganz toll und auf die Art und Weise habe ich viele Spielkameraden, große und kleine, und immer was Nettes zum Anziehen.

Mein Hauspapa arbeitet den ganzen Tag. Er macht sehr gerne Musik und wenn wir alle zuhause sind und er Zeit hat, holt er seine Gitarre oder setzt sich ans Klavier und wir singen zusammen ein paar Lieder. Das macht richtig Spaß.

Wir haben auch eine getigerte Katze, die kommt und geht, wie es ihr gefällt. Das mögen Katzen ja gerne, draußen auf Mäusejagd gehen und sich hinterher an einem gemütlichen Platz ausruhen. Du hattest ja auch schon einmal Begegnung mit einer Katze aus Deiner Nachbarschaft. Unsere faucht mich schon ab und zu mal ein bisschen an, wenn sie ihre Ruhe haben will, aber dann vertragen wir uns ganz schnell auch wieder.

Die Familie hat auch einen Sohn, aber der ist schon fast erwachsen und spielt als Junge sowieso nicht mit mir. Deshalb freue ich mich immer sehr, wenn meine Freundin Eulalia kommt. Wir machen es uns dann am Kamin gemütlich oder ziehen uns etwas Hübsches an und gehen ein bisschen spazieren. Wir haben uns immer sooo viel zu erzählen.


Ab und zu besuchen wir auch meine Schwester Mukuh und ihren Mann Ferdinand. Sie wohnen in Greffern, das ist ja gar nicht weit von Dir.

Von ihr kenne ich viele Geschichten von Dir, was Du so erlebst und welch nette Menschen Du um Dich hast.

Das gefällt mir richtig gut.

Wenn wir sie besuchen, fahren wir mit der Fähre über den Rhein. Das ist auch immer ein Abenteuer für mich. Das Schiff schwankt hin und her und man hat nur Wasser unter den Hufen. Ich bin immer froh, wenn wir heil auf der anderen Seite ankommen.

Leider darf man ja zur Zeit keine Besuche machen und auch keinen bekommen. Wir dürfen hier in Frankreich nur eine Stunde am Tag in die frische Luft und möglichst alleine. Über den Rhein dürfen wir schon gar nicht, nur zum Arbeiten oder in ganz besonderen Fällen.

Die Menschen tragen auch Schutzmasken, wie Ihr es ja jetzt auch müsst, und alle sind sehr vorsichtig im Umgang miteinander.

Wir freuen uns alle, wenn diese seltsame Zeit vorbei ist und wir uns draußen wieder bewegen dürfen, wie es uns Spaß macht. Dann besuche ich Dich bestimmt einmal in Lichtenau.

Bis dahin ganz liebe Grüße und bleib gesund!

Jeanette

Liebe Jeanette!

Vielen Dank für deinen Brief!

Ich freue mich, dich auf diesem Weg kennenzulernen!

Was du schreibst macht mich aber auch sehr nachdenklich!

Für euch scheint diese Zeit noch viel schwerer zu sein als für uns hier!

Schreib uns doch mal wieder und erzähl uns, wie es in Frankreich weiter geht. Und was euch vielleicht auch helfen würde, damit ihr euch nicht so allein fühlt in euren Häusern und Wohnungen!

Und wenn die Grenzen dann wieder offen sind und die Rheinfähre wieder in Betrieb ist, dann freue ich mich gemeinsam mit all den Kindern und Blog-Besuchern hier, dich persönlich kennenzulernen!

Denn bisher war es so ein schönes Verhältnis „rüber und nüber“ des Rheins – das darf so ein blöder Virus auf keinen Fall kaputt machen!

Haltet gut durch und passt auf euch auf!

Ihr alle! In Frankreich, in Deutschland und an allen anderen Orten der Erde!


Euer Wolli

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