• Ute Braun

Auf und davon

Aktualisiert: Aug 16

Hallo Kinder!

Na, wie sind eure Ferien?

Viele Menschen verbringen ihre Ferien in diesem Jahr ja zu Hause! Ihr ja vielleicht auch? Aber auch wenn man zu Hause, kann man schöne Unternehmungen machen. Man kann mit dem Rad herum fahren, so wie ich es gerade mache. Oder man geht ein Eis essen. Oder planscht im Garten. Man kann aber auch etwas völlig Überraschendes erleben! Dafür braucht man zwar ein bisschen Fantasie – aber die habt ihr ja…

Ich will euch heute eine Geschichte erzählen, die eure Fantasie vielleicht ein bisschen anregen kann. Wir haben sie hier mal vor einigen Jahren in einem Familiengottesdienst erzählt. Daher stammen auch noch die schönen Bilder!

Die Geschichte handelt von einem Mädchen, das Stefanie heißt, und ihre Ferien auch zu Hause verbringt. Und sie findet das ziemlich langweilig. Aber dann erlebt sie etwas ziemlich Merkwürdiges:

Stefanie saß auf einem alten Autoreifen. Sie war allein. Alle ihre Freunde waren weg. Die Sonne brannte vom Himmel und weiße Wolken schoben sich langsam vorbei. Es war ein öder Tag. Langweilig und irgendwie grau!

Sie saß zwischen Blumenkübeln und Mülltonnen im Hinterhof. Hier war auch alles grau! Keiner war da zum Spielen.

Ihre Freundin Britta war bei ihrer Oma in Freiburg und Sven war bei seinem Vater in Karlsruhe. Wütend stand sie auf und stapfte durch den Hof…

„So was Blödes! Jetzt hatten wir die ganze Zeit Schule oder „Homeschooling“ und jetzt wo endlich Sommerferien sind, ist keiner da, mit dem man was machen kann. Das ist doch echt doof! Was soll ich denn nur machen? Ins Schwimmbad gehen allein, das macht keinen Spaß. Und Mama muss heute auch arbeiten. Sind das blöde Ferien!“

Stefanie durchsuchte ihre Hosentaschen, ob sie dort nichts Interessantes fand, womit man was anfangen könnte. Sie fand ein Stück Kreide, ein Stofftaschentuch, 2 Murmeln und ein Cent-Stück – und ein, ja was war denn das? Einen Luftballon!? Ja klar, den hatte sie letztens in ihrer Schreibtischschublade gefunden.

Sie nahm ihn heraus und betrachtete ihn.


Er sah ziemlich schlapp aus. Na warte, dachte sie und begann den Ballon aufzupusten.

Und sie pustete und pustete und der Ballon wurde immer größer.


Stefanie traute ihren Augen nicht.

Der Luftballon hatte schon einen Durchmesser von mehreren Mülltonnen, aber er zerplatzte nicht.



Langsam wurde es ihr mulmig zumute – der Ballon war jetzt viel, viel größer als sie und zog bedrohlich – oder verlockend? – nach oben.

Sie knotete den Ballon zu und genau in diesem Augenblick begann sie leicht vom Boden abzuheben.

Sie klammerte sich fest an den Ballon und langsam stieg sie mit dem Ballon in die Höhe.

Bald schon schwebte sie in der Höhe des dritten Stocks von dem Haus, in dem sie wohnte. Und dann war sie auch schon über allen Dächern des Ortes hinweg.



Die Häuser, Straßen und die Menschen wurden immer kleiner.

Aber irgendwie sah das von hier oben total hübsch aus: da gab es grüne Flecken, braune, gelbe und rote – das sah es aus wie ein bunter Flickenteppich.


Oh, sieht das schön aus von hier oben! So was Schönes habe ich noch nie gesehen!“, sagte Stefanie.

Hast du nicht?“ sagte da eine Stimme.

Stefanie erschrak: „Huch, wer spricht denn da?“




Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie mit ihrem Luftballon schon oben bei den Wolken angekommen war – und dass eine der Wolken gerade mit ihr sprach.





„Du hast das alles schon mal gesehen! Nur noch nie so!“, sagte die Wolke, „für dich muss das wirklich schön und bunt aussehen von hier oben. Aber glaub mir, wenn du immer hier oben bist, so wie ich, dann bist du es irgendwann leid,

alles nur aus der Ferne zu sehen.

Ich wünschte mir, dass ich das alles Mal aus der Nähe sehen könnte – und nicht nur als so verwaschene bunte Flecken. Das muss doch wunderschön sein, wenn man wie du mitten in dieser bunten Welt lebt, oder nicht?“

Stefanie wollte gerade der Wolke antworten, da trieb sie der Wind aber schon weiter.


„Wenn ich das meiner Freundin Britta erzähle, das glaubt die mir nie!“

Kaum hatte Stefanie das gedacht, ergriff sie der Wind ein bisschen stärker und mir-nichts-dir-nichts sah sie unter sich eine große Stadt – mit einer beeindruckenden Kirche mittendrin.

„Hey, das ist ja Freiburg – und das das Freiburger Münster – das erkenne ich ganz genau“, rief Stefanie.

Das war ja merkwürdig! Wie war sie denn so schnell hierhergekommen? Und dort mitten auf dem Marktplatz, das war doch Britta, wie sie mit ihrer Oma an den Ständen einkaufte. Stefanie begann laut zu rufen – aber Britta schien sie nicht zu hören.

Wie schade!“ dachte Stefanie, „Die hätte Augen gemacht, wenn sie mich gesehen hätte.“



Stefanie musste an ihren Freund Sven denken. Was der wohl gerade machte? Und kaum hatte sie an ihn gedacht, sah sie ihn auf einmal im Freibad liegen. Sie winkte ihm zu, und er sah träumend in die Wolken und dachte an seine Freundin Stefanie. Er traute seinen Augen nicht, denn es war ihm, als schwebe sie direkt über ihm.

„So ein Quatsch, das kann ja gar nicht sein!“ murmelte Sven vor sich hin.

Stefanie musste lachen.


Aber da hatte sie der Wind schon wieder ein bisschen höher getragen? Das Karlsruher Schloss sah von oben gar nicht mehr so mächtig aus. Sondern wie ein fröhlicher gelber Klecks in einem bunt gesprenkelten Feld.

Da musste Stefanie an die Worte der Wolke denken. Was hatte sie gesagt? Sie würde gerne mal aus der Nähe sehen, was sie sonst immer nur von weitem betrachten kann? Und dass das doch bestimmt viel schöner aussehen müsste?

Und als hätte der Wind ihre Gedanken gehört, trieb er sie immer tiefer über den Schlossgarten.



Stefanie konnte sehen, wie sich die bunten Flecken in Menschen auf Picknickdecken, spielende Kinder, Seerosenteiche und bunte Blumenbeete verwandelte. Schön!!!

Merkwürdig, dass mir das nie aufgefallen ist!“ dachte sie. „Ich muss wohl etwas aufmerksamer durch die Welt gehen!“

Auf einmal hörte Stefanie jemanden rufen!

„Stefanie, wo bist du?“

Das war doch ihr Mutter!

Stefanie wünschte sich, wieder zu Hause zu sein – und mir-nichts-dir-nichts war sie wieder über dem Innenhof.

Der Luftballon setzte Stefanie vorsichtig im Innenhof ab, der irgendwie gar nicht mehr so grau und trostlos schien wie vor ihrer Reise...

Stefanie ließ die Luft aus dem Ballon und steckte ihn wieder in die Hosentasche.




Aber vorher flüsterte sie dem Ballon noch etwas zu: Wenn mir mal wieder alles grau und öde und langweilig vorkommt, dann blas ich dich wieder auf – und wer weiß, was wir dann zusammen entdecken!“



Na, was meint ihr? Ob Stefanie wohl wirklich mit einem Luftballon quer über unsere Gegend geflogen ist? Oder war es nur ihre Fantasie?

Ja, wer weiß das schon!


Aber ihr könnt ja mal ausprobieren, wohin ihr reisen könnt! Vielleicht auch mit einem Ballon? Vielleicht habt ihr ja einen ganz normalen wie Stefanie auch daheim in der Schublade?

Und einen anderen habe ich euch HIER eingepackt: ein Heißluftballon, der besonders schön im Sonnenlicht am Fenster aussieht.

Ihr könnt natürlich auch mit eurem Fahrrad reisen. Oder ihr klettert mal auf einen Drachen und fliegt los.

In der Fantasie ist alles möglich – und mit der können auch Ferien zu Hause richtig viel Spaß machen.

Ich werde jetzt jedenfalls mit meinem Ballon losfliegen. Ich werde wohl auch eine ganze Weile unterwegs sein, deswegen werdet ihr in den nächsten Wochen nichts Neues von mir im Kinder-Kasten am Hoftor finden.

Nach den Ferien sehen wir uns aber auf jeden Fall wieder! In der Schule oder hier auf meiner Homepage. Hier könnt ihr auch mal zwischendrin reinschauen, ob ihr etwas entdeckt, was ihr noch nicht kennt oder ob vielleicht ein überraschender Urlaubsgruß angekommen ist.

Freuen würde ich mich riesig, wenn ihr mir aus eurem Urlaub einen kleinen Gruß schickt. Das kann ein gemaltes Bild sein, wo euch eure Fantasie hingeführt hat. Das können aber auch Fotos sein, wo ihr in den Ferien ganz real wart.

Und dann können wir nach den Ferien einander erzählen, was wir erlebt haben! Okay?


Euren Feriengruß schickt ihr wie immer an: ev.kirche.lichtenau@freenet.de

oder an den KONTAKT hier – oder auch per Post an „Wolli“ c/o Ev. Pfarramt Lichtenau, Pfarrstraße 9, 77839 Lichtenau.

Ich wünsche euch und euren Familien auf jeden Fall schöne Ferien! Erholt euch gut und passt weiter gut auf euch auf, damit wir uns alle fröhlich und gesund nach den Ferien wiedersehen!

Liebe Grüße!


Euer Wolli

29 Ansichten