• Ute Braun

Das Turnier

Hallo zusammen!

Ich hab wieder Bilder von Katharina, Franziska und Anja W. geschickt bekommen, so dass ich mir eine neue Geschichte für Merle aus Scherzheim ausdenken durfte!

Wollt ihr sie hören? Hier ist sie! :-)

Merle saß mit ihren Freunden der Eule Flora und den Pferdchen Lilli und Pelli bei sich im Garten. Es war ein wunderschöner sonniger Tag und die vier spielten zusammen Schach, während die anderen Freunde in den Bäumen herumkletterten.

Schach war ein kniffeliges Spiel. Da musste man auf ganz viele Regeln achten, denn jede Figur durfte nur auf ganz bestimmte Weise über das Spielfeld ziehen. Und wenn man nicht aufpasste, dann wurden Figuren geschlagen und mussten vom Schachbrett genommen werden.

Die Figuren Dame und König musste man ganz besonders schützen. Denn war der König einmal geschlagen, war das Spiel zu Ende.

Ja, da musste man gut aufpassen. Jeden Spielzug gut überlegen und auch schon im Blick haben, welche Spielzüge der Gegenspieler vielleicht machen würde.

So saßen die vier also da und waren ganz konzentriert bei der Sache.

Merle schaute nachdenklich auf die Spielfiguren. „Die Springer gefallen mir am besten“, sagte sie. „Sie sehen aus wie kleine Pferde.“

„Und sie dürfen über die anderen Figuren drüber springen“, sagte die Eule Flora!

„Wie bei einem Springreiten!“ flüsterte Pelli.

Es war gar nicht so einfach die beiden Pferdchen auseinander zu halten, denn sie waren Zwillinge. Aber Merle hatte sich eine Eselsbrücke gebaut, wie sie die beiden auseinander halten konnte: Das Pferd mit dem lila Zaumzeug war Lilli. Das fing beides mit „L“ an. Und Pelli war dann das Pferd mit dem blauen Zaumzeug. Eigentlich ganz einfach, dachte Merle, zumindest wenn sie ihr Zaumzeug anhaben!

Merle war so in ihren Gedanken versunken, wie sie die beiden Pferdchen auseinander halten konnte, dass sie gar nicht richtig zugehört hatte, was Pelli gesagt hatte?

„Was hast du gesagt?“ fragte sie deshalb nochmal nach.

„Ich sagte: die Springer im Schach können springen wie die Pferde bei einem Springreiten!“, wiederholte Pelli.

„Springreiten? Was ist denn das?“, fragte Merle nach.

„Springreiten ist ein ganz besonderer Pferdesport!“ erklärte Lilli. „Die Pferde müssen lang dafür trainieren, dass sie elegant durch die Arena traben, in einem bestimmten Takt galoppieren und dann über die schwierigsten Hindernis springen können, ohne daran hängen zu bleiben!“

„Und das sieht soo schön aus!“, ergänzte Pelli, „Als könnten die Pferde fliegen!“

„Ich wollte immer mal bei so einem Springreiten mitmachen“, seufzte sie, „das war mein großer Traum! Aber leider bin ich zu klein! Denn so kleine Hindernisse gibt es ja gar nicht. Und bei den großen Hindernissen ist dann die Gefahr zu groß, dass ich mich verletze. Also wurde nix aus meinem Traum!“

Merle hatte Pelli aufmerksam zugehört. Dann dachte sie nach. „Warum eigentlich nicht!“ sagte sie plötzlich. „Was?“ sagten die anderen drei wie aus einem Mund.

„Warum solltest du deinen Traum nicht erfüllen und zu einem Springreiten gehen? Ich finde, dass man unbedingt versuchen sollte, seine Träume zu erfüllen!“

„Ja… Aber… Wie soll das denn gehen?“, stotterte Pelli aufgeregt.

„Wie wär‘s, wir veranstalten ein eigenes kleines Springturnier? Hier und jetzt! Wir suchen Hindernisse zusammen, die klein genug sind, damit du dich nicht verletzt, und bauen unsere eigene Springarena auf!“

„Das wäre toll!“ freute sich Pelli!

„Da würde ich auch mitmachen!“, sagte Lilli.

Und schon machten sie sich ans Werk!

Sie suchten allerhand kleine Gegenstände im Haus und im Garten zusammen und bauten eine Arena auf. Die Eule Flora achtet genau darauf, dass die Hindernisse in einem guten Abstand zueinander aufgebaut wurden und dass sie auch wirklich nur so niedrig waren, dass die beiden Pferdchen drüber springen konnten, ohne sich zu verletzen!

Neugierig kamen die anderen Freunde aus den Bäumen heruntergeklettert und halfen mit. Und bald war es so weit: sie hatten einen richtig schönen abwechslungsreichen Parcours aufgebaut!

„Ich bin der Schiedsrichter!“, sagte Flora. „Ich achte darauf, wer am schönsten springt! Und natürlich schau ich ganz genau, dass keins der Pferdchen ein Hindernis berührt. Das gibt nämlich Punktabzug!“

„Gut!“, sagte Merle, „dann gebe ich das Startsignal und bin die Turniersprecherin. Die braucht es ja auch bei einem richtigen Turnier!“

Und schon ging es los!

Lilli und Pelli trabten zunächst ein paar Mal um die Arena, um sich aufzuwärmen! Die anderen setzten sich rund um die Arena und waren die Zuschauer!

„Meine Damen und Herren! Herzlich Willkommen zu unserem heutigen Springreiten! Wir begrüßen zu unserem Turnier heute die beiden Stars der Springarena:

Pelli und Lilli! Meine Damen und Herren, so ein Turnier hat es noch nie gegeben. Seien Sie gespannt, was Ihnen heute hier geboten wird. Und wir bitten um absolute Ruhe, während die Pferde in unserer Arena arbeiten. Schließlich soll sie nichts erschrecken oder ablenken, damit sie sich ganz auf ihre Sprünge konzentrieren können!

Als erstes startet Pelli mit dem blauen Zaumzeug. Begrüßen Sie sie mit einem kräftigen Applaus!“

Die Zuschauer klatschten und dann waren sie mucksmäuschenstill als Pelli durch die Arena trabte. Sah das schön aus! Als würde sie eine Musik hören und genau in diesem Rhythmus von Trab in Galopp und wieder zurück wechseln.

Die kleinen Hindernisse überwand Pelli ganz ohne Anstrengung! War das schön! Wie fliegen! Doch dann lief sie auf das letzte Hindernis zu. Uih, das war aber doch ein bisschen hoch! Ob sie das schaffte?

Was hatte Merle gesagt? Dass man alles daran setzen sollte, seine Träume zu erfüllen? Also los!

Pelli konzentrierte sich auf das Hindernis und dann stellte sie sich vor, dass ihr Flügel wachsen würde und sie einfach über das Hindernis hinwegfliegen könnte.

Und…. Sprung!

Pelli hatte beim Sprung kurz die Augen geschlossen. Hatte sie es geschafft?

Die Arena tobte, die Zuschauer klatschten begeistert und auch Flora als Schiedsrichter bestätigte: „Null Fehler! Eine ausgezeichnete Leistung!“

Pelli freute sich. Ein bisschen außer Atem aber glücklich stellte sie sich zu den anderen und schaute Lilli zu.

Es sah wirklich schön aus, wie sie da sprang… Dann kam das hohe Hindernis! Ob Lilli auch das schaffte. Ah schade! Mit einem der Hinterfüße streifte sie ganz leicht an der Latte! „Wie schade!“ dachte Pelli. Aber offenbar machte es Lilli gar nichts aus. Mit freudigen Hopsern galoppierte sie noch einmal um die Arena und gesellte sich dann zu den anderen!

„Ein Fehler!“ verkündete die Schiedsrichterin Flora! „Damit ist klar entschieden, wer den ersten Platz bei unserem Turnier belegt!“

Pelli war ganz aufgeregt. Sie hatte ein Springreiten gewonnen. Toll!

„Das war richtig toll, Merle!“, sagte sie. „Vielen Dank für deine Idee, dass wir so ein Turnier veranstalten! Und was machen wir jetzt? Bauen wir wieder alles ab?“ Und schon machte sie sich ans Werk die Hindernisse wegzuschieben.

„Halt!!!“ rief da Flora auf einmal ganz laut! „Zu einem ordentlichen Turnier gehört doch auch eine Siegerehrung!“

„Und zu einer ordentlichen Siegerehrung gehört auch schöne Musik!“, sagte der Affe Ali.

„Musik? Wo sollen wir denn jetzt Musik herbekommen?“ fragte Merle verblüfft.

„Das ist überhaupt kein Problem!“, versicherte Ali „Auf, ihr faulen Zuschauer, nun zeigen wir denn anderen, was wir können. Schließlich hat nicht nur Pelli Träume, die in Erfüllung gehen können, sondern wir auch! Und wir wollten schon immer mal als Band zusammen spielen. Und hier haben wir alles, was wir dafür brauchen!“


Und ehe sich Merle versah, saß Ali am Klavier, Blitz schnappte sich das Saxophon, Uu griff zur Gitarre und Flocke nahm die Klarinette! Jacky holte die Flöte herbei und Snicky setzte sich daneben! Und der kleine Max krabbelte ins Saxophon hinein – das gab nämlich einen ganz besonderen Klang und es kitzelte so schön am Bauch, wenn Blitz spielte!

Und dann legten die Freunde los und spielten ein fetziges Stück nach dem anderen. Das war wirklich große Klasse und genau der richtige Einstieg für eine Siegerehrung. Die Freunde klatschten begeistert!

Als die Freunde schließlich ihre Instrumente weggelegt hatten, war alles bereit für die Siegerehrung. Merle und Flora hatten ein Siegertreppchen errichtet, auf dem nun die stolze Pelli ganz oben ihren Platz einnahm und die nicht weniger stolze Lilli den zweiten.

Und beide wurden von den Zuschauern mit einem kräftigen Applaus gefeiert!

„Merle, heute hast du Pelli richtig glücklich gemacht!“, flüsterte Flora ihr ins Ohr, „und ich glaube, die anderen auch. Und ich habe heute von dir gelernt, dass kein Traum zu groß oder zu verrückt ist, als dass man nicht alles daran setzen sollte, damit er doch in Erfüllung geht!“

Als Merle das hörte, wurde sie ein bisschen rot – aber vor allem freute sie sich! Denn einer ihrer Träume war es, ihr Freunde glücklich zu machen!

Ja, das war die neue Geschichte von Merle! Wenn sie euch gefallen hat, dürft ihr mir gerne weiterhin Bilder schicken und euch überraschen lassen, was ich mir dazu ausdenke!


Und? Habt ihr auch Träume? Bestimmt! Dann wünsche ich euch, dass ihr euch auch traut, alles dafür zu tun, damit sie in Erfüllung gehen! Und wenn ihr so gute Freunde habt wie Merle und die anderen, dann habt ihr auch kräftige Unterstützung beim Träume-erfüllen! Denn die braucht man dann!

Zum weiter Träumen habe ich mir heute etwas für euch ausgedacht. Es ist eine Art Instrument. Aber keines, das in einer Band mitspielt.

Man nennt dieses Instrument „Regenmacher“ – und wenn man es hin und her dreht (also immer wieder umdreht und „auf den Kopf“ stellt) – dann rieselt es ganz leise darin und klingt ein bisschen wie Regenrauschen. Das ist genau die richtige Begleitmusik zum Träumen! :-)


Die Bastelanleitung dazu findet ihr HIER!

Viel Spaß beim Basteln und Träumen wünscht euch


Euer Wolli

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