• Ute Braun

Ein letztes Ma(h)l


Liebe Kinder!

Heute ist Gründonnerstag!

Am Gründonnerstag erinnern wir uns an den letzten Abend, den Jesus zusammen mit seinen Freunden verbracht hat.

An diesem Abend feiern wir in Erinnerung an diesen Abend in den christlichen Kirchen das Abendmahl.

Deshalb habe ich hier auch das Abendmahlsgeschirr aus unserer Kirche dabei.

Allerdings wird es heute Abend nicht benötigt, weil die Menschen zu Hause in Ihren Häusern Abendmahl feiern.

Vielleicht wollt ihr das ja auch machen? Dann findet ihr HIER einen kleinen Vorschlag, wie ihr das zu Hause zusammen feiern könnt!

Aber nun zu der Geschichte, die zu diesem Abend gehört!

Ihr erinnert euch noch, wie die Geschichte am Palmsonntag aufgehört hat?

Genau! Als Jesus wie ein König in Jerusalem begrüßt worden war, hatten sich ein paar Leute mächtig darüber aufgeregt. Und sie hatten Pläne geschmiedet, wie sie Jesus verhaften könnten.

Zur selben Zeit fand aber in Jerusalem ein großes Fest statt: das Passahfest. Bei diesem Fest kamen ganz viele Menschen nach Jerusalem in den großen Tempel, um dort einen besonderen Gottesdienst zu feiern.

Das Fest dauerte mehrere Tage – und am ersten Abend trafen sich die Menschen in den Häusern, um zusammen das Passahmahl zu feiern.

Bei diesem Passahmahl erinnerten sich die Juden daran, wie das Volk Israel viele, viele Jahre zuvor aus der Sklaverei in Ägypten befreit worden war. Sie erzählten die alte Geschichte von damals und aßen besondere Speisen, die zu diesem Abend gehörten. So erinnerten sie sich daran, dass Gott seinem Volk geholfen hatte und dankten ihm für seine Begleitung.

Auch Jesus feierte an diesem Abend mit seinen 12 „Jüngern“, so nannte er seine Freunde, das Passahmahl.

Sie saßen zusammen, aßen und tranken – so wie es der Brauch wollte.

Aber gegen Ende des Essens nahm Jesus das Brot zur Hand, brach es auseinander und sagte: „Dieses Brot, das ist mein Leib. So wie es zerbrochen wird, so wird auch mein Leib zerbrochen werden! Das muss so geschehen! Esst alle von dem Brot, denn ihr gehört zu mir! Und das was mit mir passiert, geschieht auch für euch!“

Dann nahm er den Kelch in die Hand, in dem der Wein war, und sagte: „So wie dieser Wein ausgegossen wird, wenn wir davon trinken, so wir auch mein Blut vergossen. Trinkt von diesem Wein – denn ihr gehört zu mir. Und alles, was in diesen Tagen geschieht, geschieht auch für euch!“

Die Jünger hatten sprachlos zugesehen. Was machte Jesus denn da? So hatten sie ihn ja noch nie erlebt. Und was sollte das, dass sein Leib zerbrochen und sein Blut vergossen würde. Das klang ja, wie wenn Jesus sich verabschieden wollte?

Die Jünger wurden ganz unruhig.

Da redete Jesus weiter: „Wenn ich nicht mehr bei euch bin, dann sollt ihr weiterhin das Brot und den Wein so miteinander teilen, wie ich es heute Abend tue. Und wenn ihr das tut, dann sollt ihr euch an mich erinnern. Und dann werdet ihr spüren, dass ich bei euch bin – auch wenn ihr mich nicht mehr seht!“

„Jesus“, sagten die Jünger, „was meinst du denn damit? Wir verstehen dich überhaupt nicht!“

Da sagte Jesus: „Noch heute Nacht werde ich verhaftet werden und den Mächtigen des Landes überstellt. Sie werden mich verurteilen und ich werde sterben.“

Seine Jünger waren entsetzt. Nein, das durfte nicht sein! Sie brauchten Jesus doch. Er gehörte zu ihnen. Und überhaupt: was hatte er den Böses getan? Er hatte doch allen Menschen nur geholfen.

Und so redeten sie aufgeregt durcheinander: „Nein, Jesus, das wird nicht passieren!“ – „Wir werden dich verteidigen!“ „Wir beschützen dich!“ „Wir kämpfen für dich!“

„Nein, das werdet ihr nicht tun!“, sagte Jesus. „Heute Nacht werdet ihr alle davon laufen und mich allein lassen. Und einer von euch wird sogar dafür sorgen, dass meine Gegner mich finden. Er wird sie direkt zu mir führen!“

„Was? Nein! Niemals! Wer sollte denn sowas tun?“

Aber Jesus sagte gar nichts mehr dazu, sondern schaute nur seinen Jünger Judas an und gab ihm ein Stückchen Brot…

Judas wurde blass. Woher wusste Jesus, dass er bei den Machthabern gewesen war? Leise schlich er sich davon.

Die anderen Jünger wurden immer aufgeregter und Petrus sagte auf einmal ganz bestimmt: „Nein, Jesus, selbst wenn dich alle anderen heute Nacht im Stich lassen, ich bleibe bei dir!“

Aber Jesus schaute ihn nur ganz ruhig an und sagte: „Ja, Petrus, das glaubst du jetzt. Aber ich sage dir, bevor morgen früh die Sonne aufgeht und der erste Hahn kräht, wirst du sogar behaupten, dass du mich gar nicht kennst!“

Und ohne ein weiteres Wort abzuwarten stand Jesus vom Tisch auf.

„Begleitet mich noch ein letztes Mal. Ich möchte in den Garten Gethsemane gehen und zu meinem Vater beten. Denn ich hab Angst vor dem, was da kommt. Ich möchte ihn bitten, dass er mit beisteht!“

Und so ging Jesus hinaus in die Nacht und hinein in den Garten, um zu beten.

Die Soldaten aber, die ihn noch in dieser Nacht gefangen nehmen wollten, hatten sich schon auf den Weg gemacht, um Jesus zu fangen. Und bei ihnen war Judas, der sie zu Jesus führen sollte.


Ja, das war ein trauriger Abend und eine ganz schwere Nacht für Jesus.

Aber es war ihm wichtig, nochmal all seine Jünger an seinem Tisch zu haben.

Daran denken wir bis heute, wenn wir zusammen Abendmahl feiern. Und wir glauben, dass Jesus dann bei uns ist, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Also genau so wie er es seinen Jüngern gesagt hat.

Vielleicht könnt ihr es ja auch spüren, wenn ihr zusammen mit eurer Familie heute Abend ein kleines Hausabendmahl feiert!

Alles Liebe!


Euer Wolli

P.S. Heute gibt es nochmal ein Bild für euch! Das findet ihr HIER !

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