• Ute Braun

Ein Palmbuschen von Wolli


Hallo Kinder!

Am kommenden Sonntag feiern wir Palmsonntag!

Aber das wisst ihr natürlich!

Und ich dachte, wir bereiten ein bisschen was für den Palmsonntag vor!

Ihr wisst vielleicht, dass es in der katholischen Kirche den Brauch der „Palmsträuße“ gibt oder auch der „Palmstöcke“ oder „Palmbuschen“, wie sie in anderen Regionen genannt werden.

Die Menschen binden dazu kleinere oder größere Sträuße oder richtige Gestecke aus grünen Zweigen und bunten Bändern.

Diese Sträuße werden dann am Palmsonntag in der katholischen Kirche geweiht und die Menschen stellen sie zu Hause vor ihre Tür oder in den Garten oder auf die Felder oder auch an einen besonderen Platz in ihrer Wohnung und erbitten so Gottes Segen für Haus und Hof im kommenden Jahr.Bei uns Evangelischen gibt es diesen Brauch nicht.

Aber wie ihr wisst, ist dieses Jahr alles ein bisschen anders, und so will ich mit euch heute einen Palmbuschen binden.

Ja, ich nenne ihn „Palmbuschen“, wie er zum Beispiel in Österreich genannt wird, weil mir das Wort so gut gefällt.


Also los:

Ihr braucht:

- 2 stärkere Zweige

- grüne Zweige aus eurem Garten oder aus dem Wald (Thuja, Hasel, Buchs, Stechpalme…)

- Gartenschere

- Blumendraht zum Binden

- Zange für den Draht

- Krepppapier, Tesa oder bunte Wolle

Wenn ihr habt:

- bunte Perlen

- bunte Ostereier (ausgepustete Eier oder Plastik)

- Schaschlik-Spieße

- bunte Bänder (Krepppapier, Stoff, Wolle oder anderes)

- Sekundenkleber oder Heißkleber



Und so geht’s:



Die beiden stärkeren Zweige bindet ihr zu

einem Kreuz zusammen.


Anschließend werden die grünen Zweige an dem Kreuz befestigt, so dass ein schöner Strauß entsteht mit dem Kreuz in der Mitte.








Damit man den Bindedraht nicht sieht, könnt ihr den Strauß unten mit Krepppapier umwickeln oder auch mit bunter Wolle (so hab ich es gemacht).





So wäre ein schlichter Palmstrauß auch schon fertig – aber wir können ihn noch schöner und bunter gestalten!









Die ausgepusteten und bemalten Eier bzw. die Plastikeier klebt ihr auf Schaschlik-Spießen fest


Falls ihr keine solchen Eier habt, schneidet doch welche aus Karton aus und malt sie bunt an. Wenn ihr die an solche Spieße klebt, sieht das auch schön aus.

Diese Spieße mit den Eiern werden dann in den „Palmbuschen“ gesteckt.











Die bunten Perlen fädelt ihr auf ein Stückchen Blumendraht und formt einen Ring daraus. Diesen Ring könnt ihr dann an einem der Zweige festbinden.









Und schließlich schneidet ihr schmale Streifen aus buntem Krepppapier oder aus anderem Papier oder Stoff und bindet kleine Schleifen an die Zweige.

Der Strauß darf ruhig bunt werden!

Fertig !

Jetzt braucht ihr nur noch einen schönen Platz für euren Palmbuschen. Wenn ihr ihn vors Haus stellen wollt, müsst ihr ihn noch auf einen langen Stock stecken. O der ihr könnt ihn auch irgendwo festbinden, dran stecken oder in ein Gefäß stellen.

Vielleicht interessiert es euch ja noch, dass alles, was wir da nun an den Strauß gebunden haben, eine besondere Bedeutung hat?

Ich fand das nämlich sehr interessant, als ich davon gehört habe:

Das Holzkreuz zu Beginn erinnert natürlich an das Kreuz Jesu – aber es kann auch für ein Königszepter stehen und erinnert so daran, dass Jesus als König in Jerusalem eingezogen ist.

Die grünen Zweige sind eine Erinnerung an die Palmzweige, mit denen Jesus in Jerusalem begrüßt wurde. Außerdem sind sie Zeichen für das ewige Leben nach der Auferstehung, denn viele dieser Zweige sind immer grün.


Die bunten Perlen symbolisieren Tränen, weil viele Menschen damals traurig waren über das Leid, das Jesus getragen hat. Und auch heute weinen wir Menschen, wenn wir oder Menschen, die uns nahe stehen, Leid erfahren.

Die Eier gehören zu Ostern, das wir eine Woche später feiern. Auch sie stehen für Auferstehung, weil aus Eiern neues Leben schlüpft.

Sie drücken Freude und Hoffnung aus.


Die bunten Bänder haben ihre Bedeutung in den einzelnen Farben.

Violett, weiß, rot und grün sind die einzelnen Farben des Kirchenjahres, wie es der Behang am Altar oder an manchen Kanzeln zum Ausdruck bringt.


Violett und schwarz steht außerdem für Trauer und gelb, orange und rot für Freude.

In diesen „Palmbuschen“ steckt also alles drin: Freude, Jubel, Hoffnung – aber auch Traurigkeit und Leiden.



Deswegen passen sie auch so gut zum Palmsonntag, denn bei Jesu Einzug in Jerusalem da lag Jubel und Freude auch ganz nahe bei Trauer und Leid.

Was? Ihr kennt die Geschichte zu Palmsonntag gar nicht so genau?

Na, dann kann ich sie euch ja vielleicht mal erzählen. Aber das mach ich dann, wenn wir uns das nächste Mal treffen!

Übrigens werde ich da einen besonderen Gast bei mir haben…

Bis dahin: alles Liebe für euch und eure Familien


Euer Wolli

P.S. Falls ein katholischer Besucher meines Blogs mit meinen Erklärungen nicht ganz einverstanden ist, so bitte ich um Nachsicht – ich bin schließlich ein evangelisches Schaf, das aber nach bestem Wissen recherchiert und gebastelt hat…

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