• Ute Braun

Ernte - Dank

Lieber Wolli, liebe Kinder in Lichtenau und anderswo!

An diesem Sonntag feiern wir Erntedank und da fiel mir ein, dass ich vor vielen Jahren mal genau an Erntedank in Lichtenau zu Besuch war.

Ob ich davon wohl Bilder aufbewahrt hatte? Da musste ich doch gleich nachschauen. Ich holte all meine Truhen hervor, in denen ich meine Schätze und Erinnerungen aufbewahre. Und: tatsächlich! Da waren Bilder vom Erntedankfest in Lichtenau!

Ich erinnere mich, als ich eure Kirche betrat, empfing mich gleich im Eingangsbereich, ein großes Rad, das mit allerhand Kräutern umwickelt war.


Da fühlte ich mich gleich zu Hause! Denn dieses Rad erinnerte mich doch sehr an das Steuerrad auf meinem SeeräuBär-Schiff!

Ach entschuldigt, Kinder, ihr wisst ja noch gar nicht, wer ich bin:

Ich heiße Rickleff und bin ein alter Kumpel von Wolli. Wir kennen uns schon viele Jahre! Von Beruf bin ich SeeräuBär. Aber ein ganz netter. Ehrlich!

Ich kapere keine Schiffe oder so – aber ich gehe gerne auf Schatzsuche! Meistens oben in der weiten Nordsee oder auch an den vielen Stränden dort. Und ganz ganz selten da gehe ich auch mal an Land und schau mir dort besondere Orte an.

Dort sammle ich andere Schätze, Erinnerungsschätze sozusagen!

Und so habe ich eben auch eure Kirche entdeckt und die Erinnerungsschätze davon aufbewahrt.

Denn mit dem schönen Kräuterrad am Eingang war meine Entdeckertour ja noch nicht zu Ende!

Gleich neben diesem Rad entdeckte ich eine Tür. Sie war unverschlossen. Und was so ein echter SeeräuBär ist, der lässt keine Tür unbeachtet. Schnell schlüpfte ich durch, stieg die Treppen hoch und entdeckte dort ein riesiges Instrument.

Mann, das war so riesig! Viel größer als mein Schiff!

Und wenn man auf die Tasten drückte, dann kam ordentlich Wind aus den Pfeifen – eine steife Brise würden wir hier im Norden sagen! Aber vor allem klang es toll. Und ich hab mir vorgestellt, wie diese Klänge bei mir da oben übers Meer klingen von Insel zu Insel. Wow, das wär’s!

Aber von meinem Aussichtspunkt oben auf der Orgel entdeckte ich noch was: unten stand ein großer Tisch, voll mit Obst, Gemüse und Blumen.

Ja, genau, das war der Erntedank-Altar!

Ich finde ja, es ist ein sehr schöner Brauch, dass man einmal im Jahr ganz bewusst für all das dankt, was wir in unserem Leben haben!

Und das so kurz nach der Erntezeit zu machen, ist natürlich auch gut durchdacht!

Die Bauern haben dann das meiste von den Feldern geholt und können Gott danken für ihre Ernte. In diesem Jahr war es ja leider sehr trocken, was für die Bauern gar nicht so einfach war.

Aber ich hab gehört, dass es in diesem Jahr besonders viele, leckere Äpfel zu ernten gab und süße Trauben. Es gab darauf kaum Schimmel oder Fäulnis. Denen tat es wohl gut, dass es so warm und trocken war.

Aber so ist es wohl immer mit dem, was wir im Leben „ernten“. Es fällt nicht in jedem Jahr gleich aus! Manches wird uns überreich geschenkt. Manches fordert uns heraus. Aber ich glaube, dass wir immer genug aus Gottes Hand bekommen, damit wir davon leben können!

Und dafür können und sollen wir zumindest einmal im Jahr dann auch Gott Dankeschön sagen! MINDESTENS einmal im Jahr. Eben an Erntedank!

Ja, das find ich als alter SeeräuBär wirklich gut – denn wovon sollte ich schließlich leben, wenn ich nicht ständig irgendwelche Schätze entdecken würde. Und unsere Welt ist voll von Schätzen – Naturschätze aller Art!

Ich hab auf eurer Homepage dann auch gelesen, dass ihr in diesem Jahr rund um das Erntedankfest Lebensmittel sammelt für den Tafelladen in eurer Nähe. Das finde ich eine richtig tolle Sache.

Wenn wir an die „Hungernden in der Welt“ denken, dann denken wir doch oft an die Menschen in den Entwicklungsländern und übersehen dabei, dass es direkt vor unserer Haustür auch genug Menschen gibt, die in Not leben.

Durch die Corona-Krise wurde das nochmal verschärft, weil viele Menschen viel weniger arbeiten konnten, als sie bräuchten, um sich und ihre Familie ausreichend zu versorgen. Und die Tafelläden überall in unserem Land versuchen dann zumindest ein bisschen dabei zu helfen, dass auch die Menschen mit einem kleinen Einkommen, genug zu essen haben.


Ja, für mich ist Erntedank ein Fest mit zwei Bedeutungen: zum einen um Gott Dankeschön zu sagen – zum anderen aber auch, um von dem, was uns von Gott geschenkt wurde, an Menschen weiterzugeben, die zu wenig haben!

Vielleicht habt ihr ja auch noch was, was ihr teilen könnt? Und wisst sogar jemanden, mit dem ihr teilen könnt? Dann macht das doch einfach!

So und jetzt fällt mir grad noch ein, welches Lied ich damals bei euch kennengelernt habe. Ein wirklich schönes Danke-Lied, in dem ganz viel vorkommt, das so selbstverständlich zu unserem Leben gehört und für das wir eigentlich immer wieder Danke sagen müssten!

Singt doch einfach mit!

Liebe Grüße!


Euer Rickleff

Hast du heute schon Danke gesagt?

https://www.youtube.com/watch?v=6LAkvY7Pqwo

Hast du heute schon danke gesagt

Für so viel schöne Sachen?

Hast du heute schon danke gesagt,

Gott will Dir Freude machen!

Zum Wohnen ein Haus,

Zum Schlafen ein Bett,

Die Freunde zum Spielen sind so nett.

Das Brot auf dem Tisch,

Die Milch in dem Krug

Und Kleider, die haben wir genug.

Und weißt du auch schon,

Dass Jesus dich mag,

Dass er mit dir geht von Tag zu Tag.

Hast du heut schon danke gesagt,

Für so viel schöne Sachen?

Hast du heute schon danke gesagt,

Gott will dir Freude machen!

[Kinderlied von Margret Birkenfeld]

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