• Ute Braun

.. etwas ganz Besonderes

Aktualisiert: Sept 19

Hallo Kinder!


Der Mai ist ein ganz besonderer Monat, wisst ihr das?

Es ist zum Beispiel der erste Monat ohne „R“ im Namen, und so ist es ab diesem Monat wieder leichter möglich, draußen auf dem Boden zu sitzen, ohne sich eine Erkältung einzufangen.

Dann ist natürlich die Natur draußen fest dabei zu wachsen und zu grünen.

Vögel und Tiere haben schon die ersten Jungen.

Und die ersten Maikäfer fliegen auch schon herum.

Aber das ist noch nicht alles, was den Mai zu etwas Besonderem macht.

Der Mai ist in der katholischen Kirche der „Marien-Monat“. Normalerweise werden da regelmäßige Mai-Andachten gefeiert, in denen an Maria, die Mutter von Jesus, gedacht wird.

Diese Andachten finden in den katholischen Kirchen statt, wo es fast überall einen Marienaltar oder eine Marienstatue gibt, wie die hier im Münster in Schwarzach.

Und auch an den Mariengrotten treffen sich Menschen manchmal zur Marienandacht.


Hier in unserer Gemeinde haben wir mehrere Mariengrotten. Oder eigentlich heißen sie ja „Lourdes-Grotten“ – aber in allen steht eine Marienstatue und Menschen bringen Kerzen und Blumen hin, wenn sie um Hilfe bitten oder nachher für erfahrene Hilfe, Heilung und Bewahrung danken wollen.

Zwei dieser Grotten habe ich heute Morgen besucht. Diese hier ist in Greffern. Und die andere ist in Ulm.

In beiden seht ihr, dass da Kerzen stehen und viele Blumen. In der Grotte selbst hängen auch kleine Täfelchen mit Fürbitten und Dank-Worten.


In diesem Jahr ist es leider nicht so ohne weiteres möglich in den Kirchen zusammen zu kommen um die Marienandachten zu feiern, so hat der katholische Pfarrer unserer Nachbargemeinde sich etwas Besonderes einfallen lassen:

Man kann eine Radtour machen zu 7 Orten hier in der Umgebung.


An jeder Station erfährt man etwas über das Leben von Maria, der Mutter von Jesus.

Los geht die Tour im Münster in Schwarzach. Dort kann man sich so ein Heft mitnehmen, wo der Weg beschrieben ist und was man an den einzelnen Stationen lesen und tun kann.

Diese Radtour ist so ausgelegt, dass ihn auch Familien machen können. Vielleicht habt ihr ja Lust, irgendwann im Mai mit eurer Familie auf Marien-Tour zu gehen?

Da die katholischen Kirchen alle geöffnet sind, könnt ihr das an einem beliebigen Tag im Mai machen, wenn ihr Zeit dazu habt!

Das ist auch spannend für evangelische Familien. Denn Maria kennen wir ja als Mutter von Jesus auch sehr gut, wir beten nur nicht zu ihr, wie es die katholischen Christen tun.

Wobei ich es gut verstehen kann, dass es Menschen, die in Not sind, manchmal ein Bedürfnis ist, zu einer Mariengrotte zu gehen oder auch an einen Marienaltar in einer Kirche und für einen Menschen, um den man sich Sorgen macht, besonders zu beten und auch eine Kerze für ihn anzuzünden. So hat man das Gefühl, man ist nicht ganz hilflos, sondern kann neben dem Beten auch noch etwas Handfestes „tun“.


Und während ich mir diese Marien-Orte angeschaut habe, über Maria und ihre besondere Bedeutung in der katholischen Kirche nachgedacht habe und mich dabei an der Natur gefreut habe, die derzeit in allen Farben leuchtet, ist mir noch eine kleine Geschichte eingefallen, die ich mal in einem Buch gelesen habe.

Und diese Geschichte finde ich einfach so schön, dass ich sie immer wieder gerne erzähle. Und warum gerade heute, das merkt ihr gleich!

Die Geschichte geht so:

Am Anfang schuf Gott die ganze Welt. Er formte die Erde und warf die Sonne an den Himmel. Er dachte sich viele Tiere aus: Rehe und Pferd und Meerschweinchen und viele, viele mehr.

Er setzte die Fische, Delfine und Wale ins Wasser. Er dachte sich Mond und Sterne aus, damit auch die Nacht ihr Licht hat. Gott ist ein großer Künstler.

Weil er Farben so sehr mag, machte er den Regenbogen, malte das Gras grün und gab dem Zebra schwarze Streifen. Am Ende war alles fertig. Gott hatte alle Farben aufgebraucht.

Sehr zufrieden betrachtete Gott sein Werk. Alles war schön und bunt. Gerade als Gott beschloss, sich jetzt ein wenig auszuruhen, hörte er eine kleine Stimme.

„Hallo, lieber Gott“, sagte die Stimme. „Was ist mit mir? Hast du mich vergessen?“

Gott sah sich nach allen Seiten um, entdeckte aber nichts und niemanden.

„Ich bin hier unten“, sagte die Stimme.

Gott bückte sich. Und da sah er: unten im Gras saß ein kleiner Käfer. Den hatte Gott glatt übersehen. Er nahm den Käfer auf seine Hand und schaute ihn an. Der Käfer hatte noch keine Farbe bekommen. Aber er wollte gerne so farbig und schön wie die anderen Tiere sein.

„Oh nein“, sagte Gott, „ich hab keine Farbe mehr für dich.“

Da war der Käfer sehr traurig.

Gott wusste: das durfte nicht so bleiben. Er musste sich etwas überlegen.

Er schaute in die Farbtöpfe. Da, ganz unten, im roten Topf, da war noch ein kleines Restchen Rot. Da war etwas übrig geblieben, als er die Farbe für den Fuchs gemischt hatte: ein sattes, tiefes Rot.

Das nahm Gott und malte den Käfer damit an.

Dann rief er die Raben herbei und kämmte etwas schwarz aus ihrem Gefieder. (Deshalb haben Raben manchmal weiße Flecken auf den Federn)

Gott nahm einen feinen Pinsel und malte dem Käfer schwarze Punkte auf den roten Rücken, und dabei musste er lachen, weil das so lustig aussah.

Dann sah er sehr zufrieden auf den Käfer herab. Er war wirklich was ganz Besonderes.

„Weißt du was“, sagte Gott, „und nun gebe ich dir noch einen ganz besonderes Geschenk: Die Menschen werden dich besonders gern haben. Und den Namen, den ich dir gebe, das ist mein Lieblingsname: Du sollst ______________ heißen.“


Na, wisst ihr, wie Gott den Käfer genannt hat?Ja, Marienkäfer!

Und jetzt wisst ihr natürlich auch, warum mir diese Geschichte heute eingefallen ist.

Aber es steckt noch was anderes drin, das mir wichtig ist:

Gott hat alles mit ganz viel Liebe gestaltet, was uns umgibt. Und dass er ausgerechnet diesen kleinen Käfer übersehen hat, das ist ihm ganz arg. Und deshalb hat er sich auch so große Mühe gegeben, dass der Käfer ein ganz besonderer Käfer wird und auch einen besonderen Namen bekommt.

Für mich heißt das, dass Gott keinen aus dem Blick verlieren will – auch nicht den kleinsten Käfer oder das kleinste Schäfchen oder den kleinsten Menschen. Wir sind nämlich auch alle etwas ganz Besonderes.

Und wenn wir manchmal das Gefühl haben, Gott hat uns übersehen, weil wir ihn vielleicht grad nicht so arg spüren können, oder weil es uns grad nicht so gut geht, dann können wir uns wie der kleine Käfer melden und rufen: „Und was ist mit mir, lieber Gott? Hast du mich vergessen?“

Und ich kann mir vorstellen, wenn wir dann genau in uns hineinhorchen, dass wir dann spüren können, dass Gott uns nicht vergessen hat, sondern dass er bei uns ist und uns hilft, weil er uns lieb hat.

Und ich dachte, damit wir das nicht vergessen, dass wir etwas Besonderes sind – und dass die Menschen um uns herum, auch nicht vergessen, dass sie etwas Besonderes sind, basteln wir heute besondere Marien-Käfer.

Es sind Marienkäfer, die uns natürlich an die kleine Geschichte erinnern – aber es sind in gewisser Weise auch Postboten.

Man kann mit ihnen zum Beispiel einen wichtigen Gedanken festhalten. Etwas das wir nicht vergessen wollen.

Oder wir können ihn auch mit einem kleinen Gruß jemandem schenken, der grade etwas zum Lächeln braucht.

Ich dachte, deswegen basteln wir zwei Käfer. Einen dürft ihr behalten und den anderen schenkt ihr jemandem, dem ihr sagen wollt, dass er oder sie etwas ganz Besonderes ist.

Genauso besonders und von Gott geliebt wie ihr!

Vergesst das nicht!


Euer Wolli

P.S. Zur Bastelanleitung kommt ihr HIER!

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