Familiengottesdienst an Erntedank, 2. Oktober 2022



Familiengottesdienst an Erntedank, 2. Oktober 2022 in Lichtenau

um 10:00 Uhr mit Pfarrerin Ute Braun



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein.

(Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Orgelvorspiel


Lied: Danke (EG 334,1-6)

https://www.youtube.com/watch?v=IMCeBIDHHhU


Votum

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Gruß: Der Herr sei mit euch … und mit deinem Geist


Begrüßung


Eingangsgebet

Guter Gott,

wir sind hier.

Wir kommen zu dir in den Gottesdienst,

weil wir zusammen feiern wollen.

Wir feiern das Leben.

Wir feiern die wunderbare Schöpfung.

Wir feiern, was wir ernten konnten und dass du für uns sorgst.

Wir feiern, dass du uns lieb hast, so wie wir sind.

Danke, Gott.

Amen.



Überleitung zur „Lesung“:

An unserem Kindernachmittag letzte Woche haben wir uns mit der 1. Schöpfungsgeschichte beschäftigt.

Da oben auf dem Plakate sehen Sie die 7 Tage aus dieser Schöpfungsgeschichte und was die Kinder dazu gemalt haben.

In einer 2 Gruppe haben sie diese Geschichte in etwas anderer Form „vertont“. Das hören wir jetzt als „Schriftlesung“.


Schöpfungsgeschichte mit Bewegungen und Instrumenten:

Am Anfang der Welt war es auf der ganzen Erde wüst und leer.

In einem fort zuckten die Blitze.

Überall rollte Donner über die Erde.

Vulkane spieen pausenlos Feuer.

Es wollte nicht aufhören, zu regnen.

Auf der Erde herrschte Finsternis.

Da sprach Gott: „Es werde Licht!“


Und es war gut so.

Überall bedeckte Wasser die Erde.

Gott ließ das Wasser zurückgehen.

Hier und da kam trockenes Land hervor.

Dazwischen sprudelten die Meere.

Und es war gut so.


Es wuchsen Gräser und Kräuter.

Es wuchsen Sträucher und Bäume.

Sie trugen Früchte.

Der Samen dieser Früchte breitete sich über die ganze Erde aus.

Und es war gut so.


In der Nacht erschienen Sterne am Himmel.

Und der Mond leuchtete zur Erde.

Die Sonne machte den Tag hell und wärmte die Erde.

Es entstanden der Tag und die Nacht.

Und es war gut so.


Im Wasser regte sich Leben:

Fischschwärme durchzogen die Meere.

Alsbald schwebten Vögel in den Lüften, Insekten und Bienen summten dahin.

Und es war gut so.


Auch auf der Erde wurde es lebendig.

Es entstanden kriechende Tiere,

springende und hüpfende,

aber auch große und schwere Tiere.


Gott sehnte sich von ganzem Herzen nach noch einem Geschöpf.

Es sollte ihm alles, was auf Erden lebt, bewahren.

Es wurden Menschen: Frau und Mann.

Ihnen, ihren Kindern und wieder ihren Kindern vertraute Gott die ganze Erde an.

Und es war gut so.


Dann hielt Gott inne.

Er schenkte sich und den Menschen einen Ruhetag zum Spielen, feiern, miteinander leben.





Lied: Himmel, Erde, Luft und Meer (EG 504,1-3+6)

https://www.youtube.com/watch?v=xTiJxsmdyQw


Wollis „Predigt“

Wolli: Puh, ist das schwer! Kann mir mal jemand helfen?


Sprecherin: Ja, Wolli, sag mal, ziehst du um oder was?


Wolli: So sieht es aus, gell? Aber nein, ich hab nur ein paar Sachen für unseren Gottesdienst heute mitgebracht!


Sprecherin: Ein paar Sachen… so, so!


Wolli: Ja, weißt du, ich hab mir das nochmal alles überlegt, was ich da am letzten Samstag mit den Kindern erlebt und gehört habe. Und natürlich habe ich jetzt wieder gut zugehört! Und da dachte ich: das passt genau, was ich hier in meinem Wagen hab!


Sprecherin: Na, du machst mich ja richtig neugierig! Was hast du denn da alles dabei?


Wolli: Schau doch einfach mal. Du kannst die Sachen auch gerne aus dem Wagen rausholen.


Sprecherin: Ein Globus mit einer Schleife drum herum?


Wolli: Gut, was? Das ist das, was ich letzten Samstag gelernt habe: die Welt mit allem, was dazugehört und drum herum ist, wurde den Menschen geschenkt oder man kann auch sagen: es wurde den Menschen anvertraut.

Und weil es ein Geschenk ist, hab ich eine Schleife drum herum gemacht. Aber ein Geschenk braucht jemanden, der es schenkt. Und wir glauben, dass das Gott ist!


Sprecherin: Ah, ich verstehe! Jetzt bin ich ja neugierig, was du noch in deinem Wagen hast.


Sprecherin: Ein Geo-Heft? Die Geburt der Erde? Wieso bringst du denn das mit zum Gottesdienst?


Wolli: Ach, du weißt doch, dass ich so gern lese. Und ich interessiere mich dafür, wie die Welt entstanden ist und das Weltall. Und hier steht das alles drin.


Sprecherin: Ja, aber wie passt das denn zu unserer Geschichte und zu dem Globus, den Du mitgebracht hast? Ich dachte die Erde ist ein Geschenk von Gott an uns.


Wolli: Ja, sicher! Das eine schließt doch das andere nicht aus. Im Gegenteil! Wenn ich weiß, wie toll unsere Welt ist - mit dem Weltall drumrum, dann ist das doch noch viel toller, was wir hier anvertraut bekommen haben.


Sprecherin: Du meinst es ist noch viel mehr als in der Geschichte steht?


Wolli: Ja, das glaub ich!

Als die Menschen damals diese Schöpfungsgeschichte aufgeschrieben haben, da haben sie damit doch auch erzählt, wie toll die Welt ist. Und sie haben es eben so erzählt, wie sie sich damals die Welt vorgestellt haben. Heute wissen wir viel mehr als sie. Wir wissen, dass die Erde eine Kugel ist, dass sie nur ein Planet neben vielen anderen ist, und dass es drumherum ein riesiges Weltall gibt. Wenn wir heute diese Schöpfungsgeschichte neu schreiben würden, dann würden wir vermutlich noch viel mehr Sachen reinschreiben als die Menschen damals. Aber an der Aussage, dass uns diese Welt geschenkt, also uns anvertraut wurde, ändert das gar nichts.


Sprecherin: Ah, das ist ein gutes Argument gewesen, Wolli.

Dann schau ich mal, was du noch dabeihast!


Sprecherin: 2 Puppen? Was hat es denn mit ihnen auf sich?


Wolli: Du fragst aber komische Sachen! Das sind doch die Menschen!

Ich hab überlegt, warum Gott eigentlich diese Menschen auf die Welt gesetzt hat und warum es in der Bibel heißt, dass die Menschen aus Erde gemacht sind.

Und ich hatte folgende Idee: ihr Menschen denkt ja manchmal, dass ihr was Besseres seid. Besser als wir Schafe zum Beispiel. Aber in der Geschichte heißt es dann: der Mensch ist aus Erde gemacht. Er ist vergänglich wie alles, was aus der Erde wächst oder daraus gebaut wird.

Trotzdem hat Gott die Menschen auf der Erde haben wollen und ein Kind hat letzte Woche gesagt, dass Gott vielleicht einsam war und ein Gegenüber haben wollte? Jemand, der mit ihm spricht, sich an ihm freut, ihm erzählt, was ihn beschäftigt und so. Das fand ich einen tollen Gedanken!

Und dass es zwei Menschen sind – also ein Mann und eine Frau – das hat ja auch damit zu tun, dass sie nicht allein sein sollen, sondern jemanden haben, mit dem sie alles teilen können.


Sprecherin: Gehört zu den beiden dann das Herz hier? Weil sie sich liebhaben sollen? Und weil sie auch die Erde liebhaben sollen und alles, was darauf wohnt.


Wolli: Stimmt – das würde auch passen. Prima!

Aber ich habe es auch in meinen Wagen, weil ich mir überlegt habe, warum Gott uns die Welt eigentlich die Welt geschenkt hat. Und die einzige Erklärung, die ich dafür gefunden habe, ist: weil er uns liebhat!

Denn wenn wir jemanden liebhaben, dann machen wir ihm doch auch ein schönes Geschenk, oder?


Sprecherin: Aber das ist schon ein sehr wertvolles Geschenk, das Gott uns gemacht hat! Findest du nicht, Wolli?


Wolli: Ja, das stimmt! Es ist ein Geschenk, auf das wir gut aufpassen müssen!


Sprecherin: Ah, ich glaube zu diesem Gedanken gehört der Verbandkasten. Kann das sein?


Wolli: Na ja, weißt du: die Erde ist ja leider nicht mehr so schön, wie sie einmal war und wie es in den alten Geschichten erzählt wird. Umso wichtiger ist, dass wir nun endlich auf sie aufpassen – sie wurde uns doch ANVERTRAUT!

Schau, ich versteh das so: Wenn ein Freund von uns verletzt ist, dann trösten wir ihn und kleben ein Pflaster auf die Wunde. Und wenn ein wertvolles Spielzeug kaputt geht, dann reparieren wir es, weil es so kostbar für uns ist.

Unsere Erde können wir aber nicht so einfach reparieren. Und ein Pflaster genügt auch nicht. So können wir leider kaum mehr rückgängig machen, was schon kaputtgegangen ist oder verletzt wurde – aber wir können dafür sorgen, dass es nicht noch schlimmer wird. Wir müssen vorsichtig mit ihr umgehen und liebevoll mit den Tieren und Menschen, die mit uns gemeinsam auf dieser Erde leben.


Sprecherin: Da hast du ja noch einen Korb mit Früchten.


Wolli: Ja, den hab ich dabei, weil heute Erntedank ist!


Sprecherin: Ach so, dann hat das gar nichts mit dem Geschenk zu tun und mit der Schöpfung.


Wolli: Doch natürlich! Wenn wir verstanden haben, was für ein tolles Geschenk Gott uns da gemacht hat, dann bedanken wir uns doch! Bedankst du dich denn nicht für ein schönes Geschenk, das du bekommst?

Wenn ich ein schönes Geschenk bekomme, dann freue ich mich und bedanke ich mich! Und bei einer anderen Gelegenheit gebe ich auch gerne ein Geschenk zurück. Heute an Erntedank geben wir Gott kleine Geschenke zurück für das große Geschenk, das er uns gemacht hat!


Sprecherin: Aber da sind ja auch noch andere Lebensmittel in diesem Korb. Nudeln und Reis und Marmelade. Ist das dann auch ein Geschenk für Gott?


Wolli: Naja, sagen wir: es ist ein Geschenk für Gott, aber es nützt den Menschen, mit denen ich es teile!


Sprecherin: Das verstehe ich nicht!


Wolli: Ja, das ist vielleicht auch ein wenig um die Ecke gedacht. Es ist doch so: uns wurde die Erde geschenkt. Wir stecken Arbeit hinein, damit auf dieser Erde Lebensmittel wachsen. Diese Lebensmittel sind aber nicht nur für uns, sondern für alle Menschen, die auf der Erde leben. Für die, die den Acker bebauen oder einen großen Garten haben und direkt ernten. Für die, die in einer Stadt wohnen und keinen Garten haben und sich ihre Lebensmittel kaufen müssen. Und auch für die, die weder einen Garten haben noch sich selbst Lebensmittel kaufen können, aber dennoch satt werden sollen. Mit ihnen sollen wir teilen, was wir hier anbauen, ernten und kaufen.


Sprecherin: Wolli, ich finde du hast dir ganz viele Gedanken gemacht. Und ich find‘s super, dass du diesen Wagen gefüllt hast. Ich merke aber auch, dass ich da nochmal drüber nachdenken muss, was das bedeutet, dass Gott uns Menschen braucht, damit er jemanden hat, der mit ihm redet. Dass er uns liebhat und dass er uns deswegen die Erde geschenkt hat – so unvorstellbar groß wie sie ist.

Wir haben eine große Verantwortung haben, auf diese Erde aufzupassen, damit sie ein schöner Ort bleibt. Für uns aber auch für alle anderen Menschen.

Da ist es wirklich wichtig, dass wir von Zeit zu Zeit dafür „Dankeschön“ sagen, weil wir so ein tolles Geschenk bekommen haben. Und das können wir auch dadurch zeigen können, wenn wir nicht nur an uns selbst denken, sondern auch an die Menschen, denen es nicht so gut geht!


Wolli: Ganz genau so! Oder wie sagt ihr hier in der Kirche? Amen!


Lied: Du hast uns deine Welt geschenkt (Kreuzungen 83,1-6+9)

https://www.youtube.com/watch?v=efGXFCSljxo


Überleitung zum „Abendmahl“

Miteinander teilen – ist eines der Themen, die wir an Erntedank in den Blick nehmen.

Auch Jesus hat geteilt – Brot und Wein mit seinen Jüngern – und Brot und Fisch mit den hungrigen Menschen, die ihm den ganzen Tag zugehört haben und für die er gut sorgen wollte.

Als die Jünger nach Ostern auch Brot und Wein geteilt haben, hatten sie erlebt, dass Jesus mit ihnen am Tisch saß.

Deswegen teilen wir auch heute noch Brot und Wein oder Saft, und erfahren dann auch, dass Jesus mit uns am Tisch sitzt.

Auch wir wollen heute teilen – Brot und Trauben.

Sie erinnern uns daran, dass Gott auch für uns sorgt – dass wir füreinander sorgen sollen – und dass Jesus bei uns ist, wenn wir genau das tun: miteinander teilen.


Beten wir vorher mit den Worten, die Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Austeilung von Brot und Trauben

Lied: Wenn das Brot, das wir teilen… (Kreuzungen 381,1-4)

https://www.youtube.com/watch?v=PQnzlz5yJYY


Fürbitten:


Guter Gott,

Wir dürfen Gemeinschaft erleben und sind gut versorgt.

Wir danken dir dafür.


Wir brauchen andere Menschen, um Schönes und Schweres zu teilen – um zusammen zu spielen und zu lachen aber auch um einander zu helfen und zu trösten. Und manchmal liegt alles ganz nah beieinander.


So bitten wir dich heute auch für die Menschen, denen es gerade schwer fällt zu lachen, weil sie traurig sind, weil sie einen Menschen hergeben mussten, der ihnen wichtig war.


Guter Gott, wir haben heute aber auch gehört, dass wir mit dafür verantwortlich sind, dass unsere Erde ein schöner Ort bleibt, an dem wir gut leben können.

So bitten wir dich für Menschen und Lebewesen, die nicht genug Wasser haben.

Die Durst haben oder verschmutztes Wasser trinken müssen.

Deine Fürsorge gilt auch für sie.

Gib du ihnen das, was sie zum Leben brauchen.


Wir bitten für Menschen, Tiere und Pflanzen für Luft zum Atmen, Luft zum Leben.

Hilf uns und allen Menschen, genug zu tun, damit wir saubere Luft behalten, hier und überall auf dieser Erde.


Wir alle, Menschen, Tiere und Pflanzen, brauchen die Sonne; brauchen Licht und Wärme, zum Wachsen, zum „Großwerden“.

Auch wenn wir sie nicht sehen können, ist die Sonne immer da. Genau wie deine Liebe zu uns immer da ist.

Hilf uns, dass wir diese Liebe weitergeben, an andere Menschen, an die Tiere, an die Pflanzen, an diese schöne Welt.


Guter Gott, wir bitten für alle Menschen, Tiere und Pflanzen auf dieser Erde, damit sie gut leben und wachsen können.

Dafür können und wollen wir etwas tun. Hilf du uns dabei.


Wir bitten für Menschen, die Entscheidungen treffen für uns und unsere Welt.

Lass sie wach und mutig und fürsorglich Lösungen finden, damit alle Menschen auf der Welt Frieden und Wärme erleben.


Und dein Frieden Gott, der größer ist als alles, was wir uns vorstellen können – erfülle und umhülle uns – heute und alle Tage. Amen.


Abkündigungen

Lied: Vom Anfang bis zum Ende (Kreuzungen 365) – 2x

https://www.youtube.com/watch?v=kKDERm8JPo0


Segen

So segne und behüte euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Amen, Amen, Amen...


Orgelnachspiel






All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage:

https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste


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