„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen!"


"Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“

Diese Worte aus Sacharja 2,14 stehen als Losung über dem Monat Dezember.

Ich kann diese Worte im Advent gar nicht anders hören, als dass mir sofort Adventslieder und –texte durch den Sinn klingen.

„Tochter Zion, freue dich, siehe dein König kommt zu dir. Ja, er kommt der Friedefürst.“

Es ist ein bekanntes Adventslied.

Mächtig kennen wir es aus dem Oratorium „Messias“ von Händel.

Mit vollem Orgelklang füllt es unsere Kirchen im Advent und mancher Orts auch an Weihnachten.


Wir verknüpfen mit diesem Lied und mit dem Vers aus Sacharja das Evangelium vom 1. Advent: Jesus zieht auf einem Esel in Jerusalem ein. Das Evangelium, das uns zweimal im Jahr begegnet – einmal im Advent und einmal am Palmsonntag. Und beide Male führt es uns vor Augen: dieser König kommt nicht, wie andere Herrscher es tun. Nicht mit Streitross, Eskorte, rotem Teppich oder gar der Limousine – sondern sanft und demütig auf einem Esel!

Er kommt nicht, um zu herrschen und die Feinde zu unterdrücken – sondern er kommt als Friedenskönig, der für seine Überzeugung sogar den Tod in Kauf nimmt.

Wir können Advent nicht ohne den Leidensweg Jesu sehen – und Weihnachten wäre theologisch ohne jede Bedeutung wenn es kein Ostern gäbe.

Das Kind im Stall und der Mann am Kreuz – sie beide erzählen auf ihre Weise von dem Gott, der seine Hoheit aufgibt, um uns Menschen nah zu sein. Von Anfang an teilt er unser Leben mit allen Licht und Schattenseiten. Er wohnt bei uns, lebt und leidet mit uns, erfährt Freude und Schmerz wie wir. Aber dabei bleibt es nicht…


„Ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr“

Bei diesen Worten wird in mir noch ein anderer Text berührt, den wir erst vor wenigen Wochen gelesen haben.

Kein Adventstext! Oder doch?

Er steht in der Offenbarung des Johannes Kapitel 21:

„Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen… Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!“


Auch das ist Advent: Dass eine neue, ganz andere Zeit anbricht. Eine Zeit des Friedens. Eine Zeit der Freude. Eine Zeit der Gegenwart Gottes.

Die Christen des Neuen Testamentes sie erwarteten, dass Christus in naher Zukunft wiederkommt und Friede und Gerechtigkeit aufrichtet und die Unterdrückung und Verfolgung beendet, die sie gerade erlebten. Ihre Adventshoffnung war ganz existentiell! Das können wir uns heute kaum mehr vorstellen.

Und doch: diese Bilder vom Gott, der bei uns wohnt – sie berühren mich tief.

Gott will bei uns wohnen. In einer Hütte heißt es in der Offenbarung – in einem Zelt heißt es im Alten Testament – in einer Krippe im Stall erzählt die Weihnachtsgeschichte. Und heute vielleicht in der Wohnung nebenan im Mehrfamilienhaus.

Lassen Sie dieses Bild einfach mal auf sich wirken: Gott will bei uns wohnen. Tür an Tür mit uns.

Er tröstet, trocknet Tränen, schenkt Frieden. Einen ganz umfassenden Frieden, der die ganze Schöpfung meint.

Wo er ist, so klingt es für mich, da ist Hilfe und Trost, Leichtigkeit und Lachen, Leben und Licht. Dieses Kommen Gottes kann ich wirklich herbei sehnen – gerade in dieser Zeit.


„Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.“



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