• Ute Braun

Frohe Weihnachten

Aktualisiert: 28. Dez 2020

Hallo, Ihr alle!

Wer niemanden hat, der ihm unser Wohnzimmerkrippenspiel vorspielt, der soll hier die Möglichkeit bekommen, die Geschichte mit einigen Bilder zu lesen.

Frohe Weihnachten Ihnen und Euch!

Euer Wolli



WOHNZIMMERKRIPPENSPIEL 2020


ERZÄHLER: Luna läuft durch die Straßen von Bethlehem.

Wie viele Menschen auf einmal in dieser kleine Stadt sind. Und das nur, weil Kaiser Herodes den Befehl gegeben hat, dass alle Menschen in ihre Heimatstadt gehen müssen, um sich dort in Steuerlisten einzutragen.


LUNA: So viele Menschen. Die haben doch alle gar keinen Platz bei uns. Wo sollen die denn alle schlafen?


ERZÄHLER: Da kommen zwei neue Reisende die Straße herunter. Sie sehen müde und erschöpft aus. Und die Frau ist schwanger.


JOSEF: Hallo Mädchen, kennst du dich hier aus?


LUNA: Ich heiße Luna und ich wohne hier in Bethlehem. Was kann ich denn für euch tun?


JOSEF: Ich heiße Josef und das ist meine Frau Maria. Wir brauchen dringend einen Platz, wo meine Frau sich ausruhen kann. Wir haben die weite Reise von Nazareth hierher gemacht, weil der Kaiser es befohlen hat. Aber hier ist ja jedes Zimmer besetzt. Und wie du siehst, ist meine Frau schwanger. Unser Kind kann nun jeden Tag zur Welt kommen!


ERZÄHLER: Luna tun die beiden ganz furchtbar leid. Aber ein Zimmer? Nein, ein Zimmer weiß sie auch nicht, wo die beiden unterkommen könnten.


MARIA: Es muss eigentlich auch gar kein Zimmer sein. Ja, ich brauche noch nicht einmal ein Bett. Ein Dach über dem Kopf wäre schön und ein Lager, auf dem ich mich ausstrecken kann, das würde mir schon genügen!


LUNA: Na ja, ein Zimmer weiß ich wirklich keines. Aber hinter unserem Haus da gibt es einen kleinen Stall. Aber nein, was rede ich denn da, ich kann euch doch keinen Stall anbieten.


JOSEF: Ach, Mädchen, du ahnst gar nicht, wie sehr du uns damit eine Freude machst. Ein Stall würde uns völlig genügen. Es ist so, wie es meine Maria gesagt hat: Hauptsache wir haben ein Dach über dem Kopf, wenn unser Kind zur Welt kommen kann.


ERZÄHLER: So kommt es, dass Maria und Josef ganz in der Nähe von Lunas Haus in einen kleinen Stall einziehen. Mit Decken und Stroh bauen sie ein kleines Lager für Maria. Josef säubert die Futterkrippe der Tiere und legt sie mit frischem Heu aus.


JOSEF: Zuhause hatte ich eine Wiege für unseren Sohn gezimmert. Aber für den Anfang reicht sicher auch dieses Bettchen hier in der Futterkrippe aus.


ERZÄHLER: Luna staunt. Mit wie wenig die beiden Reisenden zufrieden sind!


LUNA: Braucht ihr noch etwas für die Nacht? Decken, etwas zu essen, zu trinken?


MARIA: Nein, Luna, hab vielen Dank. Du hast schon so viel für uns getan. Aber versprich uns, uns morgen wieder zu besuchen, vielleicht ist dann ja unser Sohn schon auf der Welt.


LUNA: Ihr wisst, dass ihr einen Sohn bekommt? Wie das?


MARIA: Das, liebe Luna, erzählen wir dir, wenn das Kind da ist. Bis morgen!


LUNA: Bis morgen!


ERZÄHLER: Ein wenig verwundert verlässt Luna den Stall und dann läuft sie los. Ganz schnell muss sie zu ihrem Großvater Jakob. Jakob weiß einfach alles. Und er liebt Geschichten. Und heute kann ihm Luna eine Geschichte erzählen.

LUNA: Großvater, Großvater, ich muss dir dringend was erzählen!


JAKOB: Hallo Luna, wieso bist du denn so aufgeregt?


ERZÄHLER: Ganz außer Atem erzählt Luna ihrem Großvater von dem Paar, das sie gerade in dem kleinen Stall zurück gelassen hat!


LUNA: Und stell dir vor, Großvater, sie wissen sogar, dass es ein Junge wird, den sie bekommen werden. Aber sie wollten mir nicht verraten, wieso sie das wissen. Ich muss morgen unbedingt wieder hin… Ach, bin ich aufgeregt. Ich glaube, heute Nacht mach ich kein Auge zu. Ich muss immerzu an die beiden denken und daran, dass ihr Baby vielleicht nun in einem Stall geboren wird. Und all das nur, weil der Kaiser alle Leute in seinem Reich zählen will…


ERZÄHLER: Jakob schmunzelt über seine aufgeregte Enkelin.


JAKOB: Na, Luna, wenn du eh kein Auge zukriegst, dann kannst du ja mit mir gemeinsam auf die Schafe aufpassen.


LUNA: Au ja, Großvater, das mache ich.


ERZÄHLER: Glücklich setzt sich Luna zu ihrem Großvater ans Lagerfeuer. Aber so aufgeregt sie gerade noch war, so müde ist sie auch von dem kleinen Abenteuer. Und ehe sie noch „Gute Nacht!“ sagen kann, ist Luna auch schon eingeschlafen.


JAKOB: Ich frage mich, was es mit dieser kleinen Familie da im Stall auf sich hat… Hmm, ob das vielleicht? Aber nein, das kann nicht sein… Oder doch? Sicher, der erhoffte Retter soll in Bethlehem zur Welt kommen. Aber in einem Stall? Nein, das passt ja auch nicht… Ach, ich werde noch ganz wunderlich auf meine alten Tage…


ERZÄHLER: So murmelt Jakob vor sich hin und fällt dann auch in einen leichten Schlaf!

ENGEL: „Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude! Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus der Herr. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen!“


LUNA: Großvater! Hast du das gehört? Was war das? War das etwa ein Engel?


JAKOB: Luna, ich hab auch noch nie einen Engel gesehen – aber wenn ich mir vorstellen müsste, wie so ein Engel aussieht und was er sagt, dann wäre es wohl genau so!



LUNA: Aber Großvater, was ist das denn, ein „Heiland“?


JAKOB: Ein Heiland? Nun, wie soll ich dir das erklären? Das ist ein ziemlich altes Wort… Wenn du dich verletzt hast, dann hoffst du darauf, dass die Wunde schnell wieder heilt. Und wenn etwas kaputt geht und jemand repariert es, dann ist es wieder „heil“…


LUNA: Dann ist ein Heiland jemand, der Menschen heilt und Kaputtes „heil“ macht.


ERZÄHLER: Jakob muss ein bisschen lachen.


JAKOB: Ja, Luna, genau das ist wohl ein Heiland!


LUNA: Großvater, ist dann dieser „Heiland“, von dem der Engel gerade gesprochen hat, der gute Hirte und der gerechte König, von dem du mir letztens erzählt hast.


JAKOB: Tja, Luna ich glaube, das können wir nur auf einem Weg rauskriegen. Wir müssen nachschauen!


LUNA: Nachschauen? Aber wo denn?

JAKOB: Ja, hast du dem Engel denn nicht zugehört? Das Kind liegt in Windel gewickelt in einer Futterkrippe…


ERZÄHLER: Luna schaut ihren Großvater mit offenem Mund an.


LUNA: Du meinst… die beiden, die ich heute Mittag in den Stall gebracht habe… ihr Kind… ihr Sohn…


ERZÄHLER: Jakob muss nun doch laut lachen.


JAKOB: Na, so durcheinander habe ich dich ja noch nie erlebt. Also, was ist jetzt? Kommst du mit oder nicht? Ich will den kleinen Königs-Hirten unbedingt kennenlernen. Ich warte ja schon so lange auf ihn…


ERZÄHLER: Was für eine Frage! Natürlich will Luna mit. Und so machen sich Luna und ihr Großvater auf den Weg zum Stall.

Sie finden alles genau so vor, wie es der Engel ihnen beschrieben hatte: Maria und Josef. Und dazu das Kind, in Windeln gewickelt und in einer Futterkrippe liegen. Maria und Josef freuen sich über die beiden Besucher und stellen ihnen stolz ihren kleinen Sohn Jesus vor.

Jakob ist ganz ergriffen von dem kleinen Erdenbürger. Sicher, es ist noch ein Baby und seine Eltern sind ganz einfach Leute und die Unterkunft hier ist mehr als dürftig, aber irgendwie ist sich Jakob in seinem Inneren sicher, dass sein langes Warten nun endlich ein Ende hat.


JAKOB: Willkommen, kleiner Königs-Hirte! In einem Stall kommst du zur Welt und deine ersten Gäste sind Hirten… Nun, das ist doch schon mal ein guter Anfang, damit du zu einem Menschen heranwächst, der gerade für uns einfache Menschen da ist. Leicht wird das sicher nicht für dich werden. Aber ein Hirte muss schließlich auch mutig sein. So einen Mut wünsche ich dir, kleiner Jesus!


LUNA: Hör mal, Großvater, ich glaube wir bleiben nicht die einigen Gäste!


ERZÄHLER: Tatsächlich… draußen vor dem Stall hört man Stimmen.

CASPAR: Wo sind wir denn jetzt angekommen? Kann das denn sein?

Melchior bist du sicher, dass wir nicht schon wieder am falschen Ort angekommen sind?


BALTHASAR: Jetzt gib endlich Ruhe, Caspar. Du wolltest den neuen König ja unbedingt in einem Palast besuchen! Wegen dir sind wir den weiten Umweg über die Hauptstadt Jerusalem gegangen! Und haben wir den neuen König gefunden? Nein, haben wir nicht! Im Gegenteil, wir haben einen alten König gefunden, der alles andere als begeistert war von unserer Suche nach einem neuen König.


MELCHIOR: Hört endlich auf zu streiten. Schaut lieber in den Himmel.

Der Himmel verrät uns alles, was wir wissen müssen.


CASPAR: Der Stern! Er ist stehen geblieben und leuchtet irgendwie noch viel heller!

MELCHIOR: Genau! Und er ist direkt über diesem Stall stehen geblieben. Wollen wir hineingehen?


BALTHASAR: Bist du sicher, Melchior? Ein Stall?


MELCHIOR: Balthasar, schau in den Himmel…


BALTHASAR: Ja, Melchior, ich weiß schon: der Himmel verrät uns alles, was wir wissen müssen. Er erzählte uns von der Geburt eines besonderen Königs und nun hat der Stern uns hier zu diesem Stall geführt.


CASPAR: Aber was für ein König kommt denn in einem Stall zur Welt?


MELCHIOR: Nun, Caspar, das erfahren wir wohl nur, wenn wir hineingehen. Aber erinnere dich, was ich gesagt habe: dieser neue König wird ganz anders sein als alle anderen: Er wird Frieden bringen und die Welt verändern. Die ganze Welt… Und seine Geburt im Stall wäre schon mal ein Anfang, der ihn von allen bisherigen Königen unterscheidet…

ERZÄHLER: Und so gehen auch die 3 Sterndeuter endlich in den Stall hinein! Was genau es ist, dass sie davon überzeugt, dass sie hier richtig sind, das wissen wir leider nicht. Aber die drei sind sich auf einmal sehr sicher! So packen sie ihre Geschenke aus und legen Gold, Weihrauch und Myrre vor die Krippe auf dem Boden. Und dann erzählen sie allen anderen im Stall von dem wunderbaren Stern, der sie hierher geführt hat.


ERZÄHLER: Maria nimmt das Kind aus der Krippe und wiegt es in ihrem Arm.

MARIA: Schau mal, Jesus, deine ersten Gäste sind ein alter Hirte, ein kleines Mädchen und 3 gelehrte Männer aus fernen Ländern. Für sie alle bist du zur Welt gekommen. In dir kommt Gott selbst all diesen Menschen nahe. Werde groß und mutig, denn all diese Menschen brauchen dich!


ERZÄHLER: Luna hat das alles staunend beobachtet und gebannt zugehört, was die Sterndeuter erzählt haben und was Marias Worte waren. Sie strahlt! Wie hatte der Engel gesagt? Heute ist der Heiland geboren? Ja, dieses Kind würde einmal einer sein, der die Wunden der Menschen heilen würde, ihre Angst, ihren Schmerz, ihre Traurigkeit! Er würde heil machen, was zerbrochen ist.


LUNA: Großvater, ich glaube, der Heiland kommt direkt vom Himmel.


ERZÄHLER: Jakob lächelt und nimmt seine Enkelin in den Arm.

Wie Recht Luna mit diesen Worten hatte, das wusste aber nur der Engel, der in dieser Nacht Wache hielt. Wache über dem Stall mit allen Bewohnern und Gästen und natürlich auch über Jakobs Schafen!





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