• Ute Braun

Geheimzeichen Fisch


Hallo zusammen!

Erinnert ihr euch noch an die Fische in unserer Kirche, als ich euch von der Taufe erzählt habe? Dann wisst ihr auch noch, dass für jeden, der in unserer Gemeinde getauft wird, so ein Fisch ins „Tauf-Meer“ gehängt wird. Warum es aber ausgerechnet Fische sind, das verrate ich euch heute!

Als Jesus anfing durch das Land zu ziehen und den Menschen von Gott zu erzählen, folgten ihm bald viele Menschen. Sie alle wollten hören, was Jesus zu erzählen hatte. Und viele hofften darauf, dass er ihnen helfen, sie heilen würde.

Einmal waren wieder sehr viele Menschen zusammen gekommen. Es gab ein richtiges Gedränge war. Alle wollten Jesus sehen und hören und anfassen!

Ganz in der Nähe waren Fischer. Sie waren von ihrer morgendlichen Fahrt gerade zurückgekommen und reinigten ihre Fischernetze.

Da bat Jesus den Fischer Simon, dass er ihn mit dem Boot ein Stückchen auf den See hinausfährt. Das machte Simon natürlich und Jesus redete nun vom Boot aus zu den Menschen am Ufer.

Als die Menschen schließlich nach Hause gingen, wollte sich Jesus bei Simon bedanken. Er sagte zu ihm: „Wirf deine Netze aus, um Fische zu fangen!“

„Ach, Herr“, sagte Petrus, „das hat heute keinen Sinn mehr. Wir hatten schon heute Morgen kaum Erfolg und um diese Tageszeit ist es ganz ausgeschlossen, dass man etwas fängt!“ Dann überlegte er kurz und sagte: „Aber wenn du sagst, ich soll die Netze auswerfen, dann tu ich das!“

Simon warf also seine Fischernetze aus und auf einmal füllten sich die Netze mit so vielen Fischen, dass die Netze anfingen zu zerreißen. Und sie waren so schwer, dass es nicht möglich war, sie in das kleine Fischerboot zu holen. Aufgeregt winkte Simon seine Freunde im anderen Fischerboot herbei und gemeinsam brachten sie die vielen Fische an Land.

Simon war fassungslos. Was hatte das zu bedeuten? Wer war dieser Jesus? Und wie hatte er das gemacht, dass sie so viele Fische fangen konnten? Völlig überwältigt fiel er vor Jesus auf die Knie. Und da sagte Jesus: „Komm mit mir mit. Ab heute sollst du Menschen fischen!“

Und so war der Fischer Simon der erste von den 12 Freunden Jesu. Der erste von einer großen Gemeinschaft von Menschen, die zu Jesus gehören. So wie auch wir alle zu dieser Gemeinschaft gehören durch unsere Taufe.

Die Fische im „Tauf-Meer“ sollen uns an diese Geschichte aus der Bibel erinnern und daran, dass wir wie Simon zu den Freunden von Jesus gehören.

Aber das ist noch nicht alles!

Ihr habt bestimmt schon dieses Zeichen irgendwo gesehen! Vielleicht als Aufkleber auf einem Auto.

Es sieht ein bisschen aus wie ein kleines Schreibschrift-L, das auf der Seite liegt. Auch das soll einen Fisch darstellen – und es ist ein Zeichen für uns Christen.

Früher, so wird erzählt, war es sogar ein Geheimzeichen der Christen. Denn es gab Zeiten, da wurden die Christen verfolgt und ins Gefängnis gesteckt, wenn man sie dabei erwischte, dass sie sich trafen und zu ihrem Gott beten.

Also trafen die Christen sich heimlich – und ihr gegenseitiges Erkennungszeichen war dieser Fisch.

Dass sie ausgerechnet einen Fisch wählten, hatte nicht nur mit den ersten Freunden von Jesus zu tun, den Fischern und dem wunderbaren Fischfang, sondern es hatte noch einen ganz besonderen Grund.

Die Christen damals sprachen Griechisch. Und auf Griechisch heißt „Fisch“ „Ichthys“. Wie man das auf Griechisch schreibt, seht ihr auf dem Bild hier – der Schriftzug im Fisch drin das ist Griechisch.

Und jeder einzelne Buchstabe von „Ichthys“ steht für ein griechisches Wort. Welcher Buchstabe für welches Wort steht, das habe ich euch unter dem Fisch aufgeschrieben!

Und wenn man nun die Worte hintereinander liest, dann heißt das: „Jesus Christus – Gott – Sohn- Retter!“ Es ist also ein klitzekleines und ganz kurzes Glaubensbekenntnis: „Jesus Christus, Gott(es) Sohn, unser Retter!“

Und genau in dieser Bedeutung kleben sich viele Christen so einen Fisch auf ihr Auto (oder auch aufs Fahrrad! J). Es ist ihr kleines Glaubensbekenntnis. Sie sagen damit auch heute noch: „Ich bin Christ. Ich glaube an Jesus, Gottes Sohn, unseren Retter“.

Wenn ihr also das nächste Mal so ein Auto mit einem Fischaufkleber seht – vielleicht ja auf der Fahrt in den Urlaub – dann wisst ihr jetzt ganz genau, was das bedeutet!

Da fällt mir was ein: Wie wär‘s, wenn das auch zu unserem Geheimzeichen wird? Hier bei uns?

Immer mal wieder – wo wir vielleicht vorbeigehen – oder auf dem Spielplatz Halt machen – malen wir mit Kreide so einen Fisch auf den Weg. (Es muss unbedingt Kreide sein, damit der Regen es dann wieder wegwaschen kann und wir keine Spuren hinterlassen, die andere ärgern!)

Damit wir erkennen, dass das „unser“ Geheimzeichen ist, hat unser Fisch einen lachenden Smiley im Bauch. So wie auf dem Bild hier.

Also ich werde in den nächsten Tag auf jeden Fall so eine Spur hinterlassen. Vielleicht entdeckt ihr ja, wo ich überall war.


Und ich bin gespannt, ob ich irgendwo so einen Fisch entdecke, den ihr hingemalt habt!

:-)

So jetzt habe ich euch ein bisschen über die Fische in unserer Kirche, Jesus und das Geheim-Zeichen und das Glaubensbekenntnis der Christen erzählt. Wenn ihr jetzt Lust habt, noch einen bunten, kuscheligen Fisch zu basteln, dann erfahrt ihr HIER, wie das geht!

Bis nächste Woche!

Lasst es euch gut gehen in den Ferien!

Euer Wolli

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