• Ute Braun

Gottesdienst am 15.11.2020 (vorletzter Sonntag im Kirchenjahr)



Gottesdienst am vorletzten Sonntag im Kirchenjahr, den 15.11.2020, in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein.

(Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben)




Orgelvorspiel


Votum:

Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


Psalm 126 (NL 962)

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird,

so werden wir sein wie die Träumenden.

Dann wird unser Mund voll Lachens

und unsre Zunge voll Rühmens sein.

Da wird man sagen unter den Völkern:

Der HERR hat Großes an ihnen getan!

Der HERR hat Großes an uns getan;

des sind wir fröhlich.

HERR, bringe zurück unsre Gefangenen,

wie du die Bäche wiederbringst im Südland.

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

Sie gehen hin und weinen und tragen guten Samen

und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.


Eingangsgebet

Gott,

an diesem vorletzten Sonntag im Kirchenjahr gedenken wir der Menschen, die Opfer von Krieg und Gewalt wurden.

Wir beten für Frieden – nicht nur für uns, sondern auf der ganzen Erde.

Du bist ein Gott des Friedens – dein Sohn lebte uns vor, wie man Frieden leben kann. Ja, wie man sogar seinen Feinden friedlich begegnen kann, ohne seinen eigenen Standpunkt aufzugeben.

Wie schwer es ist, Frieden zu leben, das wissen wir alle. Denn auch in unserem Leben gibt es immer wieder Streit und Konflikte – und mit uns selbst sind wir auch oft unzufrieden, ja, in Unfrieden.

So bitten wir dich: Komm uns nahe mit deinem Frieden. Erfüll mit ihm unsere Herzen und Sinne. Mach uns bereit, Frieden zu schließen – mit uns selbst und miteinander.

Darum, bitten wir durch Jesus Christus. Amen.


Schriftlesung: Matthäus 25,31-46 (Gute Nachricht)

»Wenn der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt, begleitet von allen Engeln, dann wird er auf seinem Herrscherthron Platz nehmen.

Alle Völker der Erde werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt die Schafe von den Böcken trennt. Die Schafe wird er auf seine rechte Seite stellen und die Böcke auf seine linke Seite.

Dann wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: ›Kommt her! Euch hat mein Vater gesegnet. Nehmt Gottes neue Welt in Besitz, die er euch von allem Anfang an zugedacht hat. Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich bei euch aufgenommen;

ich war nackt und ihr habt mir etwas anzuziehen gegeben; ich war krank und ihr habt mich versorgt; ich war im Gefängnis und ihr habt mich besucht.‹

Dann werden die, die den Willen Gottes getan haben, fragen: ›Herr, wann sahen wir dich jemals hungrig und gaben dir zu essen? Oder durstig und gaben dir zu trinken? Wann kamst du als Fremder zu uns und wir nahmen dich auf, oder nackt und wir gaben dir etwas anzuziehen? Wann warst du krank oder im Gefängnis und wir besuchten dich?‹

Dann wird der König antworten: ›Ich versichere euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder für eine meiner geringsten Schwestern getan habt, das habt ihr für mich getan.‹

Dann wird der König zu denen auf seiner linken Seite sagen: ›Geht mir aus den Augen, Gott hat euch verflucht! Fort mit euch in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel vorbereitet ist!

Denn ich war hungrig, aber ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, aber ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd, aber ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt, aber ihr habt mir nichts anzuziehen gegeben; ich war krank und im Gefängnis, aber ihr habt euch nicht um mich gekümmert.‹

Dann werden auch sie ihn fragen: ›Herr, wann sahen wir dich jemals hungrig oder durstig, wann kamst du als Fremder, wann warst du nackt oder krank oder im Gefängnis – und wir hätten uns nicht um dich gekümmert?‹

Aber er wird ihnen antworten: ›Ich versichere euch: Was ihr an einem von meinen geringsten Brüdern oder an einer von meinen geringsten Schwestern zu tun versäumt habt, das habt ihr an mir versäumt.‹

Auf diese also wartet die ewige Strafe. Die anderen aber, die den Willen Gottes getan haben, empfangen das ewige Leben.«


Lied: Verleih uns Frieden… (NL 202 (2x))

https://www.youtube.com/watch?v=xJPIo7BlcTI

Verleih uns Frieden gnädiglich, Herr Gott zu unsern Zeiten,

es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten.

Halleluja. Kyrie eleison. Herr Gott, erbarme dich.

Halleluja, Kyrie eleison. Herr Gott erbarme dich.


Vorstellung der neuen Konfirmanden (Gruppe „Blau“)


PREDIGT über Psalm 34,5

„Konfi ist wie eine Schatzsuche!“ So habe ich letzten Sonntag meine Predigt begonnen – und heute mache ich es wieder.

Aber keine Angst, es wird nicht dieselbe Predigt sein, so wie auch die Konfis, die ich Ihnen heute vorgestellt habe, nicht dieselben sind…

Unser Gedankengang im Konfiunterricht war aber natürlich derselbe: Was verbinden wir mit dem Begriff „Schatz“? Was ist ein Schatz für uns? Was ist so wertvoll, dass wir dafür alles hergeben würden? Und wie sieht diese neue Welt Gottes, die Jesus als „Schatz“ bezeichnet, für uns aus?

Und bei den Antworten der Konfis merkte man doch dann auch gleich, dass unsere „blaue“ Konfigruppe überwiegend aus Jungs besteht. Denn dieses Mal kamen Stichworte wie: Schatzinsel, Piraten, Schatzkarte… und ähnliche Begriffe aus der Kategorie „Abenteuer“.

Bei dem, was für sie aber so wertvoll ist, dass sie alles dafür hergeben würden, waren die Antworten dann doch ähnlich in beiden Konfi-Gruppen: Frieden wurde da genannt, Liebe, Gerechtigkeit – alles Begriffe, die gut zu unserem heutigen Sonntag passen, an dem wir ja einerseits an die Kriegsopfer denken und andererseits für Frieden in unserer Welt beten.

Und eine neue Welt Gottes, für die man alles hergeben würde, war auch für diese Konfigruppe eine Welt, in der es gerecht zugeht, in der Frieden auch wirklich gelebt wird.


Schatzkarte, Schatzsuche – Frieden… Wie kriegt man das zusammen, heute am Volkstrauertag? Mir fiel dazu ein Vers aus dem Psalm 34 ein, der erst im vergangenen Jahr Jahreslosung war: „Suche Frieden und jage ihm nach!“, heißt es da!


Manchmal hat man das Gefühl, dass wir den Frieden regelrecht suchen müssen. Und vielleicht wäre dafür eine Schatzkarte ganz hilfreich. Wir suchen alle immer wieder nach Möglichkeiten und Wegen, wie wir Frieden leben können.

Wie finden wir Frieden mit uns selbst, wenn wir mal wieder unzufrieden mit uns selbst sind und manches Mal auch hart mit uns ins Gericht gehen?

Wie finden wir Frieden mit den Menschen, mit denen wir zusammen leben: in der Schule, am Arbeistplatz, in der Familie? Da gibt es sie immer wieder die kleinen und großen Konflikte und die Situationen, wo es uns schwer fällt, auf Kritik oder auch auf Angriffe friedlich zu reagieren.

Wie können wir Frieden in unserer Welt leben, wo es an so vielen Orten Krieg, Verfolgung und Gewalt gibt?


Wir wünschten uns, dass Gott endlich Frieden macht – und wenn er es nicht tut, zweifeln wir an ihm. Etwas, das sich auch in den Fragen widerspiegelt, die die Konfis hinten auf ihren Schatzkisten formuliert haben.


„Suche Frieden und jage ihm nach!“ – der Psalmvers macht uns deutlich, dass es in unserer Verantwortung liegt, uns für Frieden einzusetzen!

Dazu gehört natürlich, dass wir uns an das Unrecht in unserer eigenen Geschichte erinnern. Dazu gehört, dass wir die Krisengebiete unserer Welt im Blick haben und sie ins Gebet nehmen. Dazu gehört aber auch, dass wir in unserem Leben uns immer wieder für Frieden einsetzen. Ja, diesen Frieden suchen. ihm nachjagen, was so viel heißt wie: dass wir alles daran setzen, dass Frieden Wirklichkeit wird.

Dieser Friede umfasst aber viel mehr, als dass es keinen Krieg und kein Blutvergießen mehr gibt. Dieser Friede fängt im Kleinen an.

Wir hören dazu einen Text, der in Worte fasst, wie umfassend der Friede ist, den Jesus immer wieder im Blick hat – und der auch in unserem Psalmvers gemeint ist:


„Was ist Frieden? In der Hebräischen Sprache heißt Frieden „Schalom“. „Schalom“ ist schon im Alten Testament ein wichtiges Wort – und heute immer noch: In Israel grüßt man sich mit „Schalom“ – Friede sei mit dir! Und das ist mehr als: „ich wünsche dir, dass bei dir kein Krieg ist.“

Frieden ist nämlich dann, wenn alles heil ist. Keine Verletzung, kein Schaden, keine Störung. In gutem Zustand. Da ist nichts kaputt, gerissen, angekratzt, eingedellt, verletzt.

Frieden ist dann, wenn alle Menschen bekommen, was sie brauchen.

Frieden ist dann, wenn alle das Gefühl haben: Ich bin wichtig. Ich zähle. Ich bin wertvoll und wenn es mich nicht gäbe, würde da etwas fehlen.

Frieden ist dann, wenn es niemanden gibt, der einsam oder ausgeschlossen ist. Alle gehören dazu, alle haben ihren Platz.

Frieden ist dann, wenn alle Beziehungen gute Beziehungen sind: Die Beziehung zu den Eltern, zu den Geschwistern, zu Freunden, Lehrern, Arbeitskollegen, zum Chef, zum Nachbar…

Frieden ist dann, wenn alle genug zu essen und zu trinken haben. Wenn alle satt werden, gesund und munter sind und etwas haben, das sie interessiert.

Wenn das alle haben, dann ist Frieden, dann ist „Schalom“: Alles ist heil. Da ist nichts kaputt.“


Diesem Frieden, in diesem umfassenden Sinn, dem müssen wir alle miteinander nachjagen. Uns dafür einsetzen.

Den Konfis wird in diesem Jahr auf die ein oder andere Weise nahe gebracht, was es bedeutet „als Christ in dieser Welt zu leben“. Und dazu gehört es dann in erster Linie, sich genau für diesen Frieden einzusetzen, wie ihn Jesus gemeint hat und wie er in dem Text beschrieben wurde.

Wir alle sind aufgerufen, als Christen in dieser Welt zu leben. Immer wieder den Frieden zu suchen, ja, ihm nachzujagen. Und ihn dann in unseren großen und kleinen Lebenszusammenhängen immer wieder zu leben.

Dazu schenke Gott uns allen die Kraft, die Bereitschaft und das Gelingen. Amen.


Lied: Wo Menschen sich vergessen (NL 93,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=_rQ3M-Jn_Y0

1) Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen

und neu beginnen, ganz neu.

Refrain: Da berühren sich Himmel und Erde,

dass Frieden werde unter uns,

da berühren sich Himmel und Erde,

dass Frieden werde unter uns.

2) Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken

und neu beginnen, ganz neu.

Refrain: Da berühren sich Himmel und Erde…

3) Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden

und neu beginnen, ganz neu.

Refrain: Da berühren sich Himmel und Erde…


Fürbitten

Gott, unser Vater,

dir gehört die Welt und du liebst den Frieden.

Wir bitten dich für diese Welt, die so zerrissen ist, die dringend Frieden braucht.

Wir bitten dich für deine Schöpfung, die wir ausrauben und zerstören, weil wir nicht genug bekommen.

Wir bitten dich für unsere Mitmenschen, denen Luft, Wasser und Brot fehlen, weil wir uns zu viel genommen haben.

Wir bitten dich, dass der Wunsch nach Frieden wächst:

In uns selbst und in dieser Welt.


Jesus Christus, du bist Gott und Mensch in einem. In dir kommen beide endlich zusammen und lassen sich nie wieder los.

Alles, was du getan hast, was du gesagt hast, was du ertragen hast, bringt uns näher zu Gott, näher zu dir.

Wir bitten für Menschen, die im Krieg leben: sei es in einem Land dieser Erde, sei es in Klassenzimmern, an Arbeitsplätzen, in Familien oder im Herzen.

Sei bei allen, die Gewalt erleben, die keinen Frieden finden mit sich.

Du bist der, der Frieden kann. Du bist der Frieden.

Komm in unsere zerrissene Welt, in unsere zerrissenen Familien, in unser zerrissenes Herz. Komm und bring deinen Frieden mit.


Heiliger Geist, Geist von Gott, du tröstest Menschen.

Wir bitten für die, die sich nach Liebe sehnen und denken, dass sie nicht gewollt sind.

Wir bitten für deine Kirche: mach sie stark und tröste alle, die wegen ihres Glaubens ausgelacht und verfolgt werden.

Wo du bist, lernen wir zu vertrauen, zu glauben, zu hoffen und zu lieben.

Breite dich aus in dieser Welt, gib uns Durchblick, mach uns mutig.

Sei du unser Rückenwind, damit es vorwärts geht und wir zu Friedensboten werden.


Dir, Gott gehört unser Lachen und Weinen, unser Frieden und unsere Zerrissenheit.

Gemeinsam beten wir zu dir: Vater unser…


Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.


Lied Komm, Herr, segne uns (EG 170,1-4)

https://www.youtube.com/watch?v=dYl1_3Cmxl0

1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,

sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.

Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

2. Keiner kann allein Segen sich bewahren.

Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.

Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,

schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

3. Frieden gabst du schon, Frieden muss noch werden,

wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden.

Hilf, dass wir ihn tun, wo wir ihn erspähen -

die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.

4. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,

sondern überall uns zu dir bekennen.

Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.

Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.



Segen

Der Herr segne euch und behüte euch, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden. Amen.


All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - finden Sie auf: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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