Gottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias, den 16.01.2022 in Scherzheim

Aktualisiert: vor 7 Stunden



Gottesdienst am 2. Sonntag nach Epiphanias, den 16.01 2022, um 10 Uhr in Scherzheim

mit Pfarrerin Ute Braun



Dieser Gottesdienst wird auch per Zoom übertragen:

https://eu01web.zoom.us/j/65245801800?pwd=VTdpTUdrKzRPeGwrM2hjVFhXN2I4QT09

Meeting-ID: 652 4580 1800

Kenncode: 898321


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Orgelvorspiel

Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)

Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)

Lied: 66,1+5+7: Jesus ist kommen

https://www.youtube.com/watch?v=g8Miprtf02I

1) Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude; A und O, Anfang und Ende steht da. Gottheit und Menschheit vereinen sich beide; Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah!

Himmel und Erde, erzählet's den Heiden:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.

5) Jesus ist kommen, der König der Ehren; Himmel und Erde, rühmt seine Gewalt! Dieser Beherrscher kann Herzen bekehren; öffnet ihm Tore und Türen fein bald!

Denkt doch, er will euch die Krone gewähren.

Jesus ist kommen, der König der Ehren.

7) Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden: komme, wen dürstet, und trinke, wer will! Holet für euren so giftigen Schaden Gnade aus dieser unendlichen Füll!

Hier kann das Herze sich laben und baden.

Jesus ist kommen, die Quelle der Gnaden.

Psalm: Ps 105 im Wechsel (EG 757)

Danket dem Herrn und rufet an seinen Namen;

verkündigt sein Tun unter den Völkern!

Singet und spielet ihm,

redet von allen seinen Wundern!

Rühmet seinen heiligen Namen;

es freue sich das Herz derer, die den Herrn suchen!

Fraget nach dem Herrn und nach seiner Macht,

suchet sein Antlitz allezeit!

Gedenket seiner Wunderwerke, die er getan hat,

seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes,

du Geschlecht Abrahams, seines Knechts,

ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten!

Er ist der Herr, unser Gott,

er richtet in aller Welt.

Er gedenkt ewiglich an seinen Bund,

an das Wort, das er verheißen hat

für tausend Geschlechter.

Ehre sei dem Vater...


Gebet:

Gott,

unendlich groß bist du und wurdest doch ganz klein – im Kind in der Krippe.

Unendlich reich bist du und wurdest arm, damit die elenden dich finden. Am Kreuz wurdest du gequält.

Öffne uns die Augen, damit wir in deinem Leiden die Liebe erkennen, die uns Menschen nie aufgibt – und dass wir deine Kraft erfahren, die gerade in den Zeiten der Schwäche in uns mächtig ist. Amen.

Lesung: 1. Korinther 2,1-10

Brüder und Schwestern, ich bin damals zu euch gekommen, um euch das Geheimnis Gottes zu verkünden. Ich bin aber nicht mit großartigen Worten oder mit Weisheit aufgetreten. Denn ich hatte beschlossen, bei euch nur über eines zu reden: Ich verkünde euch Jesus Christus, der am Kreuz gestorben ist. Als schwacher Mensch trat ich vor euch und zitterte innerlich vor Angst. Meine Rede und meine Verkündigung sollten euch nicht durch ihre Weisheit überreden. Vielmehr sollte in ihnen Gottes Geist und Kraft zur Geltung kommen. Denn euer Glaube sollte nicht aus menschlicher Weisheit kommen, sondern aus der Kraft Gottes. Und doch verkünden wir eine Weisheit – und zwar denen, die dafür bereit sind. Es ist eine Weisheit, die nicht aus dieser Welt stammt. Sie kommt auch nicht von den Herrschern unserer Welt, die ja zum Untergang bestimmt sind. Nein, wir verkünden die geheimnisvolle Weisheit Gottes, die bis jetzt verborgen war: Schon vor aller Zeit hatte Gott bestimmt, uns Anteil an seiner Herrlichkeit zu geben. Keiner von den Herrschern unserer Zeit hat diese Weisheit erkannt. Sonst hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. In der Heiligen Schrift heißt es dazu: »Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, worauf kein Mensch jemals gekommen ist – all das hält Gott für die bereit, die ihn lieben.«

Uns aber hat Gott dieses Geheimnis durch den Heiligen Geist enthüllt. Denn der Heilige Geist erforscht alles, selbst die unergründlichen Geheimnisse Gottes.

Lied: 165,1+5+6: Gott ist gegenwärtig

https://www.youtube.com/watch?v=rJz359ecEik

1) Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder.

5) Luft, die alles füllet, drin wir immer schweben, aller Dinge Grund und Leben, Meer ohn Grund und Ende, Wunder aller Wunder: ich senk mich in dich hinunter. Ich in dir, du in mir,

lass mich ganz verschwinden, dich nur sehn und finden.

6) Du durchdringest alles; lass dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, lass mich so still und froh deine Strahlen fassen und dich wirken lassen.

Predigtgedanken zu 1.Korinther 2,1-10

Wie ist Gott?

Er ist ein Geheimnis – schreibt Paulus an die Korinther!


Wie ist Gott?

Irgendwie bin ich an dieser Frage hängen geblieben.

Wie ist denn Gott?

Gerade haben wir gesungen: Gott ist gegenwärtig, Luft die alles füllet, Wunder über Wunder…

Unergründlich tief! Ein Geheimnis! Das ist ganz nah an den Worten des Paulus!

Daneben kommen wir in diesen Wochen noch von den Weihnachtsgeschichten her. Vom Kind in der Krippe, vom Gott, der in diesem Kind zur Welt kommt. Auch ein Geheimnis und doch etwas Greifbares, Berührendes, Spürbares! Hier wird Gott irgendwie fassbar, erfahrbar.


Wie ist Gott?

Er ist der Allmächtige – bekennen wir in unserem Glaubensbekenntnis. Er ist der Gekreuzigte, schreibt Paulus in unserem Text.

Wie geht das zusammen? Allmächtig und gekreuzigt? Gott und Mensch? Kind und Herrscher?

Das klingt verrückt – wie eine Torheit, schreibt Paulus an anderer Stelle. Oder ist es zutiefst weise und gerade deshalb so unvorstellbar für uns?


Wie ist Gott?

Für Paulus stand fest, dass er alles über Gott weiß. Er war jüdischer Schriftgelehrter, hatte alle Schriften über Gott studiert – konnte sie in und auswendig. Sein Bild von Gott war ganz klar: Der Mächtige, Erhabene, der, über den hinaus nichts Größeres gedacht werden kann, der Unantastbare, der Unaussprechliche, Heilige, Ferne.

Die Vorstellung, dass Gott so sein könne, wie Jesus es verkündet hatte – das erschien ihm absurd. Die Idee, Gott selbst sollte in diesem Menschen auf Erden unterwegs gewesen sein, erschien ihm als Gotteslästerung.

Doch dann hatte er dieses Erlebnis vor Damaskus, musste völlig neu denken, wie Gott ist – wollte und sollte Gott und Mensch zusammen denken – das hat ihn regelrecht umgehauen.

Seither versuchte er in Worte zu fassen, was er für sich entdeckt hatte – was er nun glaubte…

Aber wie konnte man in Worte fassen, was eigentlich unbeschreibbar war?


Wie ist Gott?

Ich stell mir vor, dass die Korinther beim Besuch des Paulus ganz wach und aufmerksam alles aufgesaugt hatten, was Paulus ihnen erzählte.

Das waren neue Gedanken – menschliche, wohltuende.

Auf einmal bekam Glaube und Gott für sie eine neue Bedeutung, ja bekam überhaupt Bedeutung für sie.

Doch als er dann weg war und andere Prediger kamen, die mit schönen Worten und ausgefeilten Reden auftraten, wurden sie unsicher. War das, was Paulus ihnen verkündet hatte, die Wahrheit oder lag sie doch eher bei diesen Predigern, den Philosophen und Weisen?


Wer ist Gott?

Mich erinnert diese Frage und auch die Verunsicherung, die die Korinther wohl umtreibt und auf die Paulus in seinem Brief reagiert, an die Arbeit in der Gemeinde.

Unsere Konfis – sie sind gerade auf der Suche danach, wer Gott für sie ist? Manche Deutung haben sie mitgebracht aus dem Elternhaus, der Schule oder aus anderen Zusammenhängen. Manche davon haben sie schon auf den Prüfstand gestellt.

Was hält stand? Hält Gott stand? Hält ihr Glaube stand?

Es ist ein bisschen wie ein Mosaik: in jeder Konfi-Stunde und in jedem Gottesdienst kommen neue Mosaiksteinchen hinzu – neue Aussagen und Vergleiche, die ihnen sagen: schaut; so ist Gott!

Und wenn es gut geht, dann fügen sich all diese Mosaiksteinchen im Lauf der Konfi-Zeit und noch danach so zusammen, dass ihr Jugendlichen irgendwann sagen könnt: Ja, so ist Gott für mich!


Die Kinder haben es da noch ein bisschen einfacher: Sie können das irgendwie alles zusammen denken, was sie in Kindergarten, Schule und daheim über Gott hören:

Gott und Jesus – Schöpfer und Mensch – das geht für sie schon irgendwie zusammen. Unsichtbar und doch für sie da: natürlich!

So groß, dass er die Welt in Händen hält – und doch so nah, dass er sie persönlich kennt? Aber sicher!

Als Kind kriegt man das problemlos zusammen gedacht und geglaubt!

Sie kommen erst ins Stolpern, wenn was Schlimmes passiert.

Dann fragen sie: warum hat Gott das nicht verhindert? Warum hat er nicht auf diesen Menschen aufgepasst?

Eine logische Frage, die aus dem kindlichen Vertrauen heraus kommt, dass Gott doch der Gute, Liebe ist, der alles kann und alles weiß…


…aber ist das nur eine Frage der Kinder?


Wie ist Gott?

Ich behaupte, wir alle haben für uns eine Antwort auf diese Frage – ein Beschreibung, wer und wie Gott für uns ist.

Und ich behaupte weiter, unsere Vorstellung variiert, je nachdem, was wir in unserem Leben erfahren haben – und je nachdem wie es uns im Moment gerade geht.

Menschen in tiefer Trauer oder in schwerem Leid – denen ist die Frage ganz nah: Wer ist Gott und vor allem: Wo ist er? Sie können ihn gerade nicht unbedingt spüren – und der Gedanke, dass er der Gütige, Liebende ist, fällt ihnen manchmal schon sehr schwer zu glauben.

Jemand, der in seinem Leben Bewahrung erfahren hat und Hilfe aus großer Not – der kann dagegen mit tiefer Überzeugung und großer Dankbarkeit sagen: Da ist Gott! Oder: Da war Gott! Da habe ich ihn erfahren, gespürt – ganz nah!

Ein theologisch interessierter Mensch, der liest aufmerksam die Evangelien, die biblischen Briefe und manch andere Texte aus der Bibel und kann dann mit anspruchsvollen Worten formulieren: so ist Gott! So wird er uns verkündet! So hat er sich offenbart! So haben ihn Menschen erfahren.

Und vielleicht gelingt es ihm sogar, andere Menschen mit seinen Reden zu überzeugen und ihnen den Glauben nahe zu bringen…Voller Weisheit und Wortgewandtheit.

Und wenn ich dann wieder in mich