Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis, den 30.10.2022 in Scherzheim

Aktualisiert: 31. Okt.



Gottesdienst am 20. Sonntag nach Trinitatis, den 20. 10. 2022,

um 9:00 Uhr in Scherzheim mit Prädikant Michael Bannwarth



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)



Musik zum Eingang


Begrüssung

Liebe Gemeinde,

„Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle. O dass mein Leben deine Gebote mit ganzem Ernst hielte.“

Seien Sie begrüßt mit den Worten aus Psalm 119.

Aber was heißt das?

Wie leben wir nach Gottes Willen?

Es geht um den Sinn von Ordnungen.

Es wird danach gefragt, wie Gebote zu verstehen sind.

Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam Gottesdienst feiern dürfen.

Mein Name ist Michael Bannwarth und ich bin Prädikant.


LIED zum Eingang

https://www.youtube.com/watch?v=ZbwiDCKo54M


„Morgenlicht leuchtet“.

Wir singen aus dem Gesangbuch Nummer 455 die Strophen 1 bis 3.

Orgel und Gemeinde: Eingangslied: „Morgenlicht leuchtet…“.


1) Morgenlicht leuchtet, rein wie am Anfang.

Frühlied der Amsel, Schöpferlob klingt.

Dank für die Lieder, Dank für den Morgen,

Dank für das Wort, dem beides entspringt.


2) Sanft fallen Tropfen, sonnendurchleuchtet.

So lag auf erstem Gras erster Tau.

Dank für die Spuren Gottes im Garten,

grünende Frische, vollkommnes Blau.


3) Mein ist die Sonne, mein ist der Morgen,

Glanz, der zu mir aus Eden aufbricht!

Dank überschwänglich, Dank Gott am Morgen!

Wiedererschaffen grüßt uns sein Licht.


Votum

Wir feiern Gottesdienst

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

Gemeinde und Orgel: Amen


Gruss

Der Herr sei mit Euch

Gemeinde mit Orgel: Und mit deinem Geist


Psalm

Lasst uns beten mit Worten des Psalms 119.

Das ist die Nummer 764 im evangelischen Gesangbuch.

Wir sprechen im Wechsel.


Wohl denen, die ohne Tadel leben,

die im Gesetz des Herrn wandeln!

Wohl denen, die sich an seine Zeugnisse halten,

die ihn von ganzem Herzen suchen,

die auf seinen Wegen wandeln

und kein Unrecht tun.

Wenn ich schaue allein auf deine Gebote,

so werde ich nicht zuschanden.

Ich danke dir mit aufrichtigem Herzen,

dass du mich lehrst die Ordnungen deiner Gerechtigkeit.

Deine Gebote will ich halten;

verlass mich nimmermehr!

Öffne mir die Augen, dass ich sehe

die Wunder an deinem Gesetz.

Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gebote,

dass ich sie bewahre bis ans Ende.

Meine Seele verlangt nach deinem Heil;

ich hoffe auf dein Wort.

Meine Augen sehnen sich nach deinem Wort

und sagen: Wann tröstest du mich?

Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre,

so wäre ich vergangen in meinem Elend.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

und ein Licht auf meinem Wege.

Erhalte mich nach deinem Wort, dass ich lebe,

und lass mich nicht zuschanden werden

in meiner Hoffnung.

Stärke mich, dass ich gerettet werde,

so will ich stets Freude haben an deinen Geboten.

Psalm 119,1-3, 6-8,18, 33, 81-82, 92, 105, 116-117


Gloria Patri

Orgel: Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist, wie es war im Anfang jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen (EG 177.1)


Bussgebet

Lasst uns in Demut beten:

„Lebendiger Gott,

du sagst uns, was gut ist und wir wollen dir folgen.

Aber oft bleiben wir bei unseren guten Absichten stehen.

Wenn wir Entscheidungen fällen müssen,

bedenken wir Vieles gründlicher

als die Frage nach deinem Willen.

Vergib uns und leite uns an, unser Leben zu ändern

nach deinem Geheiß.

(ein Moment Stille / Pause)

Herr, erbarme dich!

Gemeinde mit Orgel: Kyriegesang

Herr erbarme dich, Christe erbarme dich, Herr erbarm dich über uns


Gnadenspruch

Hört das Wort der Vergebung:

Der allmächtige Gott hat sich unser erbarmt und vergibt uns durch Jesus Christus unsere Schuld.

Denn in den Psalmen steht geschrieben:

Ich will dich unterweisen

und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst;

ich will dich mit meinen Augen leiten.

(Psalm 32,8)


Gloria

Ehre sei Gott in der Höhe…

Gemeinde mit Orgel:

…und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefallen.


Loblied

https://www.youtube.com/watch?v=Dlfwsbz1z3w


„Menschen, kommt, singt dem Herrn“. Wir singen aus dem Evangelischen Gesangbuch die Nummer 617, die Strophe 6.

Orgel: Loblied: „Menschen, kommt, singt dem Herrn …“


6. Menschen, kommt, singt dem Herrn,

ruft ihm zu, der uns befreit. (2x)

Singend laßt uns vor ihn treten,

mehr als Worte sagt ein Lied. (2x)


Kollekte / Tagesgebet

Lasst uns beten:

Guter Vater im Himmel,

wie sollen wir die Weite deines Herzens begreifen?

Deine Sonne lässt du aufgehen über Böse und Gute.

Du willst, dass deine Liebe allen gilt, Freunden und Feinden.

Auch uns nimmst du in diese Liebe hinein,

lässt uns dem Bösen widerstehen und Gutes wirken.

Dich loben wir, weil du in Jesus Christus deine Liebe offenbarst,

sie in deinem Geist in unsere Herzen gibst.

Lass diese Liebe in unseren Herzen mächtig werden.

Das bitten wir durch unsern Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Gemeinde mit Orgel: Amen


B Verkündigung und Bekenntnis


Schriftlesung

Die Lesung für den Sonntag heute steht geschrieben im zweiten Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth. Sie steht dort im Kapitel 3 in den Versen 3 bis 9. Sie ist überschrieben mit:

Die Herrlichkeit des Dienstes im neuen Bund

Ist doch offenbar geworden, dass ihr ein Brief Christi seid durch unsern Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln der Herzen.

Solches Vertrauen aber haben wir durch Christus zu Gott.

Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott,

der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Wenn aber der Dienst, der den Tod bringt und der mit Buchstaben in Stein gehauen war, Herrlichkeit hatte, sodass die Israeliten das Angesicht des Mose nicht ansehen konnten wegen der Herrlichkeit auf seinem Angesicht, die doch aufhörte,

wie sollte nicht der Dienst, der den Geist gibt, viel mehr Herrlichkeit haben?

Denn wenn der Dienst, der zur Verdammnis führt, Herrlichkeit hatte, wie viel mehr hat der Dienst, der zur Gerechtigkeit führt, überschwängliche Herrlichkeit.


Lobspruch mit Halleluja

Zeige mir, HERR, den Weg deiner Gebote, / dass ich sie bewahre bis ans Ende.

Halleluja

(Psalm 119, 33)

Gemeinde mit Orgel: Halleluja, Halleluja.


Glaubensbekenntnis

Zeichen zum Aufstehen geben / Gemeinde erhebt sich

Lasst uns gemeinsam unseren christlichen Glauben bekennen und uns dazu erheben:


Ich glaube an Gott / den Vater / den Allmächtigen /

den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus / seinen eingeborenen Sohn, unsern

Herrn / empfangen durch den Heiligen Geist / geboren von der

Jungfrau Maria / gelitten unter Pontius Pilatus /

gekreuzigt, gestorben und begraben /

hinabgestiegen in das Reich des Todes /

am dritten Tage auferstanden von den Toten /

aufgefahren in den Himmel /

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters /

von dort wird er kommen /

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist /

die heilige christliche Kirche /

Gemeinschaft der Heiligen / Vergebung der Sünden / Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Zeichen zum Setzen geben / Gemeinde setzt sich


Lied Vor der Predigt / Hauptlied

https://www.youtube.com/watch?v=AS9EQLlEPUc

Wohl denen, die da wandeln“. Wir singen aus dem Gesangbuch Lied Nummer 295 die Strophen 1 bis 3.

Predigtlied: „Wohl denen, die da wandeln...“, Text mitsprechen


1) Wohl denen, die da wandeln

vor Gott in Heiligkeit,

nach seinem Worte handeln

und leben allezeit;

die recht von Herzen suchen Gott

und seine Zeugniss' halten,

sind stets bei ihm in Gnad.


2) Von Herzensgrund ich spreche:

dir sei Dank allezeit,

weil du mich lehrst die Rechte

deiner Gerechtigkeit.

Die Gnad auch ferner mir gewähr;

ich will dein Rechte halten,

verlaß mich nimmermehr.


3) Mein Herz hängt treu und feste

an dem, was dein Wort lehrt.

Herr, tu bei mir das Beste,

sonst ich zuschanden werd.

Wenn du mich leitest, treuer Gott,

so kann ich richtig laufen

den Weg deiner Gebot.


Predigt

Kanzelgruß:

Gnade sei mit euch und Frieden von dem, der da ist und der da war und der da kommt, unser Heiland, Jesus Christus, in Ewigkeit. Amen


Liebe Gemeinde,

heute ist der zwanzigste Sonntag nach Trinitatis. Der Predigttext für heute nach der Ordnung unserer Kirche steht im Hoheslied. Er steht dort im achten Kapitel in den Versen 6b bis 7:

Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine gewaltige Flamme.

Viele Wasser können die Liebe nicht auslöschen noch die Ströme sie ertränken. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, würde man ihn verachten?


Predigtbitte

HERR wir danken Dir für Dein Wort und bitten dich: Lass du uns Liebe finden, Deiner Liebe vertrauen. Segne du nun alles Reden und Hören. Heilige uns in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.

Amen


Liebe Gemeinde!

[I. Eigenliebe]

„Rezepte für mehr Selbstliebe“ – unter diesem Titel hat eine südafrikanische Künstlerin eine Sammlung von Zeichnungen veröffentlicht. Es geht bei diesen Zeichnungen darum, Frauen zu unterstützen, ihnen Mut zu machen, zur eigenen Identität zu finden und auch dazu zu stehen. Neben Zeichnungen von jungen, modern gekleideten Frauen finden sich dann solche Sprüche wie: „Bleib auf deine Ziele hin ausgerichtet!“, „Verliere nicht die Hoffnung, dass es besser werden kann und auch wird!“ oder „Vertraue deiner inneren Vision!“ Solche Sprüche haben viel mit eigener Motivation zu tun. Und ganz egal, in welcher Gesellschaft man lebt, ob in der Südafrikas, die immer noch von ganz starken Umbrüchen geprägt ist, oder in der Mitteleuropas, wo viele Dinge und Strukturen fest geprägt sind: Solche Sprüche haben Konjunktur. „Liebe dich selbst!“ – so ist nicht nur von gesellschaftskritischen Künstlerinnen zu hören, von Soziologen oder Motivationstrainern. „Liebe dich selbst!“ – so hört man es auch aus Lebensratgebern, von Menschen, die anderen helfen wollen, mit ihrem Leben zurechtzukommen, von Therapeuten.

Es ist wichtig, sich selbst wahrzunehmen, sich um die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Es ist wichtig, sich selbst auch zu lieben. Wenn Jesus auf das Gebot der Nächstenliebe verweist, dann mit dem Nachsatz: „wie dich selbst“. Das setzt voraus, dass wir uns auch selbst lieben, unsere eigenen Bedürfnisse nicht unterdrücken. Das setzt voraus, dass wir uns auch um uns selbst kümmern und dabei kein schlechtes Gewissen haben müssen.


[II. Aufopfernde Liebe]

Gerade im kirchlichen Bereich ist das nicht immer selbstverständlich gewesen. Menschen, die sich für andere Menschen „aufgeopfert“ haben, die sich und ihre Bedürfnisse zurückgestellt oder gar ganz verleugnet haben, sind als Vorbilder dargestellt worden, als besonders „heilig“. Gerade auch in christlichen Gemeinden, die nicht zum Mainstream der Großkirchen gehören, hat dies durchaus eine Rolle gespielt oder tut es sogar immer noch.

Vor einigen Jahren ist ein Buch erschienen mit dem Titel „Lebenslänglich besser – unser verdrängtes pietistisches Erbe“. Die Autorin macht darin deutlich, wie sehr gerade in „fromm“ geprägten Gemeinden Gedanken wirksam sind, die Selbstverleugnung fordern, die die Liebe zu sich selbst in Frage stellen. Und das häufig nicht offen, sondern unterschwellig. Das führt zu Konflikten. Das führt dazu, dass Menschen, die fromm und gläubig sein wollen, sich selbst Vorwürfe machen, wenn sie an den großen und ehrwürdigen Zielen scheitern. Das führt dazu, dass Menschen ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn die Mutter ins Pflegeheim ziehen soll, weil es zu Hause mit der Pflege nicht mehr geht. Das führt dazu, dass manche Ehe bestehen bleibt, obwohl es für einen der Partner eine ganz große Qual ist, bei diesem Menschen zu bleiben – manchmal seelisch, manchmal körperlich.

Ist das wirklich die Liebe, die Christus von uns gerne hätte? Auch wenn eine zu stark ausgeprägte Eigenliebe die Gefahr in sich trägt, den Mitmenschen aus dem Blick zu verlieren: Ganz ohne sie geht es offensichtlich nicht. Da ist Ausgewogenheit gefragt.

Im Hohelied Salomos geht es ganz viel um das Thema Liebe. Manches darin mag uns ein wenig überschwänglich erscheinen, wie aus dem Blickwinkel eines frisch Verliebten heraus. Doch genau das gehört eben zur Liebe dazu, dass sie eine nahezu unfassbare Größe hat. Nicht umsonst heißt es, dass Verliebten die Welt zu Füßen liege. Vom Gefühl her ist man mit der ganzen Welt eins. Wer jemals verliebt gewesen ist, kennt dieses Gefühl, auch wenn es vielleicht im Lauf der Zeit ein wenig verschüttet gegangen ist. Schmetterlinge im Bauch zu haben, bis über beide Ohren verliebt zu sein, diese Bilder hinken hinterher, können das Gefühl von Liebe gar nicht vollkommen zum Ausdruck bringen. Und so kann Salomo im Hohelied solche Spitzenaussagen treffen, dass keine Wasser die Liebe auslöschen können, keine Ströme sie ertränken. Wer je von Liebe entbrannt gewesen ist, wird das nachvollziehen können. So etwas Großes, so etwas Großartiges ist die Liebe.


[III. Liebe über den Tod]

Und wenn wir – wie die Kirche das durch die Zeiten hindurch getan hat – diese Liebesaussagen aus dem Hohelied auf Christus beziehen, dann lassen sie sich sogar noch ein wenig steigern. Dann ist Liebe nämlich nicht nur so stark wie der Tod, dann ist Liebe noch stärker. Das geht weit über das hinaus, was uns hier im Hohelied vor Augen gestellt wird. Die Liebe, die uns in Christus geschenkt wird, ist eine, die sogar den Tod überwindet.

Wenn wir von Liebe zwischen zwei Menschen reden, dann ist es so, dass der Tod eine natürliche Grenze setzt. Man kann mit einem Menschen sicherlich auch über den Tod hinaus verbunden bleiben. Aber Liebe hat ganz viel mit Gegenseitigkeit zu tun. Zur erfüllten Liebe gehören zwei. Erfüllte Liebe braucht immer auch die Antwort, braucht die Partnerin oder den Partner. Das geht nur zwischen Lebenden. Das weiß auch Salomo, wenn er im Hohelied von der Liebe spricht. Dass Gottes Liebe aber so tief, so weit, so innig ist, dass sie selbst den Tod besiegt, das konnte Salomo so noch nicht erkennen. Die Liebe Gottes zu uns Menschen, die sozusagen seine Vorleistung ist, die zeigt sich in Jesus Christus, in seinem Tod, in seiner Auferstehung. Da geht Liebe tatsächlich über den Tod hinaus, ist sie stärker als der Tod. Eine solche Liebe ist einzigartig, kann von einem Menschen gar nicht geleistet werden. Solche Liebe ist göttlich, ist souveränes Handeln Gottes und wird uns geschenkt, ganz unverdient.


[IV. Gottes Liebe ist größer]

Eine Liebe, die stärker ist als der Tod, eine Liebe, die selbst die Grenzen des Totenreichs überwindet – so ist die Liebe Gottes. Größer, kostbarer als wir sie uns vorstellen können. Es ist eine Liebe, die tatsächlich für uns brennt, die von keinem Wasser ausgelöscht werden kann.

So dürfen wir uns geliebt wissen. Wir dürfen uns diese große, überschwängliche Liebe Gottes immer wieder vor Augen stellen lassen. Wir dürfen uns zusagen lassen, dass sie für uns gilt. Wir dürfen uns als von Gott innigst Geliebte erfahren. Wenn wir uns die Größe und Innigkeit der Liebe Gottes vorstellen, dann gehört dies immer dazu: Diese Liebe gilt uns! Wir sind die Geliebten Gottes. Das macht uns ganz groß, das macht uns ganz wichtig.

Das bedeutet dann auch, dass wir uns nicht selbst groß machen müssen. Diese Notwendigkeit besteht gar nicht. Wir sind Geliebte Gottes und damit bedeutsam und wertvoll. Das ist viel mehr als jede Form von Eigenliebe uns geben könnte. Das ist viel mehr als sich über den Einsatz und das Engagement für andere zu definieren.

Wir sind Geliebte Gottes – einfach so, weil er, Gott selbst uns liebt, uns in seiner Liebe begegnet.

Liebe ist bedingungslos. So sehr sie auf Gegenseitigkeit hin ausgelegt ist, so fordert sie doch nicht. Sie erwartet nicht, dass wir uns erst einmal grundlegend ändern. Sie erwartet nicht, dass wir uns selbst verleugnen. So erübrigt sich die Frage, ob wir der Liebe Gottes überhaupt würdig sind, ob wir gut genug, eifrig genug, fromm genug sind. Deutlich wird das in der Vergebung, die Gott uns immer wieder zuspricht.

Deutlich wird das da, wo er selbst zu uns kommt in Wort und Sakrament. Da nimmt die Liebe Gestalt an, in der direkten Ansprache an uns, in der direkten Zuwendung.

Von da her und nur von da kann die Liebe Gottes dann auch weitere Gestalt gewinnen, in uns und durch uns. Denn solche Liebe ist nicht tatenlos. Sie durchdringt das Leben, sie entzündet in uns das Feuer der Liebe. So baut sich dann Beziehung auf, die Beziehung zwischen Gott und uns. Und wie man Verliebten ihr Verliebtsein ansehen kann, so dringt die Liebe Gottes dann auch durch uns in diese Welt hinein.

Nicht umsonst soll von den ersten christlichen Gemeinden gesagt worden sein: „Seht, wie lieb sie sich haben!“

Solche Liebe ist äußerst wertvoll. Wertvoller sogar als Geld, Gut oder Ansehen. Denn sie macht aus, wie wir uns selbst sehen und erleben dürfen: als Geliebte Gottes. Da geht es nicht mehr in erster Linie um eigene Visionen, eigene Ziele oder eine unsichere Hoffnung, dass sich alles zum Besseren wenden könnte. Da bleibt das Feuer der Liebe brennend und bestimmend. Wir dürfen uns in dieser Liebe Gottes gehalten und getragen wissen, als solche, die ihm ganz wertvoll sind. Da kann es gar nichts Besseres geben.


Friedensgruss

Der Friede Gottes / welcher höher ist als alle Vernunft / bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen


Lied nach der Predigt

https://www.youtube.com/watch?v=Ifs_gszkZrI

„Meinen Gott gehört die Welt.“ Wir singen aus dem Gesangbuch Lied Nummer 408 die Strophen 1, 2, 5 und 6.

Orgel: Predigtlied: Meinem Gott gehört die Welt …


1. Meinen Gott gehört die Welt,

meinem Gott das Himmelszelt,

ihm gehört der Raum, die Zeit,

sein ist auch die Ewigkeit.


2. Und sein eigen bin auch ich.

Gottes Hände halten mich

gleich dem Sternlein in der Bahn;

keins fällt je aus Gottes Plan.


5. Lieber Gott, du bist so groß,

und ich lieg in deinem Schoß

wie im Mutterschoß ein Kind;

Liebe deckt und birgt mich lind.


6. Leb ich, Gott, bist du bei mir,

sterb ich, bleib ich auch bei dir,

und im Leben und im Tod

bin ich dein, du lieber Gott!


d Sendung und Segen


Abkündigung Bestattung –



Aus der Kirchengemeinde ist verstorben Herr Karl Hübner.

Er wurde bestattet am 19.10.2022.


Die Trauerfeier stand unter dem Trostwort aus dem Römerbrief, 12. Kapitel, Vers 12:

„Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet.“


Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen.

Erhalte uns im Vertrauen darauf,

dass du uns zum Ziel führen willst.

Steh uns bei, wenn wir schwach werden,

und hilf uns in unserer letzten Stunde.

Bring uns heim in deinem Frieden.

Amen


Im Andenken an den Verstorbenen singen wir die erste Strophe des Chorals Jesus meine Zuversicht:

https://www.youtube.com/watch?v=5WkaxuZbcXY

Jesus, meine Zuversicht EG 526

1) Jesus, meine Zuversicht

und mein Heiland, ist im Leben.

Dieses weiß ich; sollt ich nicht

darum mich zufrieden geben,

was die lange Todesnacht

mir auch für Gedanken macht?


Fürbittengebet

Zeichen zum Aufstehen geben / Gemeinde erhebt sich

Im Vertrauen auf Gottes Liebe lasst uns zu ihm sprechen, lasst uns beten.

Vater im Himmel, barmherziger Gott,

wir kommen zu dir, weil wir dein Wort gehört haben.

Wir kommen zu dir,

um Schutz zu finden inmitten unserer Not.

Stärke unsere Seele, gib unserem Leben Halt.

Dir vertrauen wir uns an.


Herr Jesus Christus,

wir kommen zu dir,

weil Du uns lebendiges Wasser gibst.

Wir vertrauen dir unser Herz an

mit all seinen Abgründen.

Wir vertrauen dir uns an, mit den Fehlern unseres Lebens.

Wir bitten dich: Vergib uns unsere Schuld.


Heiliger Geist,

wir kommen zu dir,

weil du ein Gott des Lebens bist, weil Du uns die Fähigkeit zu lieben gibst.

Weil du uns Menschen trotz unseren Schwächen haben möchtest als Botschafter des Lebens.

Lass uns für das Leben einstehen im Großen, wie im Kleinen.

Lass uns für Gottes Gebote eintreten.


Fürbittengebet – Angehörige Verstorbene


Und ganz besonders bitten wir Dich, lieber Gott, heute für die, die in diesen Tagen um einen lieben Menschen trauern:

Sei ihnen nahe in ihren dunklen Stunden.

Lass sie bei Dir Trost finden und die feste Gewissheit, dass Deine Liebe und Macht hinausreichen über diese vergängliche Welt.

Hilf ihnen, vertrauensvoll in Deine Hände hinein loszulassen, was wir in dieser Welt nicht festhalten können.


Und was uns an diesem Vormittag persönlich auf dem Herzen liegt, das sagen wir Dir nun in der Stille: ....


(Gebetsstille)


Alle Gebete vereinen wir im Gebet unseres HERRN und Heilands, dem Vater unser:


Gebet des Herrn – Vater unser

Vater unser im Himmel /

geheiligt werde dein Name. / Dein Reich komme. /

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. /

Unser tägliches Brot gib uns heute. /

Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. /

Und führe uns nicht in Versuchung /

sondern erlöse uns von dem Bösen. /

Denn dein ist das Reich / und die Kraft / und die Herrlichkeit /

in Ewigkeit. Amen.


Zeichen zum Setzen / Gemeinde setzt sich


GESANG ZUM AUSGANG / Schlusslied

https://www.youtube.com/watch?v=5WuNjAY9dCI

„Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer“. Wir singen aus dem Evangelischen Gesangbuch Lied Nummer 653 die Strophen 1 bis 4.

Orgel: Schlusslied: Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer …


1. Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,

Wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.

Frei sind wir, da zu wohnen und zu gehen.

Frei sind wir, ja zu sagen oder nein.


Refrain:

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,

Wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.


2. Wir wollen Freiheit, um uns selbst zu finden,

Freiheit, aus der man etwas machen kann,

Freiheit, die auch noch offen ist für Träume,

Wo Baum und Blume Wurzeln schlagen kann.


Refrain:

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,

Wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.


3. Und dennoch sind da Mauern zwischen Menschen,

Und nur durch Gitter sehen wir uns an.

Unser versklavtes Ich ist ein Gefängnis

Und ist gebaut aus Steinen unsrer Angst.


Refrain:

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,

Wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.


4. Herr, du bist Richter! Du nur kannst befreien,

Wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit da.

Freiheit, sie gilt für Menschen, Völker, Rassen,

So weit, wie deine Liebe uns ergreift.


Refrain:

Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer,

Wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.


Abkündigungen

Wir hören die Abkündigungen.


(Abkündigungen durch Kirchenältesten)


Der Wochenspruch für die neue Woche steht bei Micha Kapitel 6 Vers 8 und heißt:

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: nichts als Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“


Vielen Dank, dass ich mit Ihnen Gottesdienst feiern konnte.

Vielen Dank für die Musik und die Vorbereitung der Kirche.

Vielen Dank für Ihr Kommen, es ist schön gemeinsam Jesus zu feiern.


Segen

Gemeinde erhebt sich

Gehet hin im Frieden des Herrn:

Der Herr segne euch und behüte euch. /

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.

Gemeinde mit Orgel: Amen, Amen, Amen.

Gemeinde setzt sich oder verlässt die Kirche


Musik zum Ausgang (Orgel)



All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste





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