Gottesdienst am 3. Advent, den 12.12.2021 in Lichtenau



Gottesdienst am 3. Advent, den 12.12 2021, um 10 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun



Dieser Gottesdienst wird auch per Zoom übertragen:

https://eu01web.zoom.us/j/65245801800?pwd=VTdpTUdrKzRPeGwrM2hjVFhXN2I4QT09

Meeting-ID: 652 4580 1800

Kenncode: 898321


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Orgelvorspiel

Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)

Eingangsspruch:

Es ruft eine Stimme: In der Wüste bereitet dem HERRN den Weg, macht in der Steppe eine ebene Bahn unserm Gott! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden, und was uneben ist, soll gerade, und was hügelig ist, soll eben werden; denn die Herrlichkeit des HERRN soll offenbart werden.

(Ehre sei dem Vater...)

Eingangsgebet:

Herr, du kommst zu uns und wir sollen dir den Weg bereiten.

Gib uns den Mut, Herr, aufzubrechen und uns auf den Weg zu machen.

Lass uns nicht stehen bleiben, sondern vorwärts gehen auf dich zu.

Gib uns die Kraft, unterwegs zu bleiben, auch wenn unsre Schritte schwer werden.

Gib uns die Gewissheit, dass du mit uns gehst und wir niemals allein sind.

Gib uns die Hoffnung, dass dort, wo unsere Wege enden, dein Weg weiterführt – zum Ziel.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. (Amen)

Lesung: Lukas 1,67-79:

Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!

Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David – wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten –, dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund, an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen.

Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lied: EG 17,1-3: Wir sagen euch an…

https://www.youtube.com/watch?v=f9Z0shYEfAw

1) Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet die erste Kerze brennt! Wir sagen euch an eine heilige Zeit, machet dem Herrn den Weg bereit!. |: Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.:|

2) Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet die zweite Kerze brennt! So nehmet euch eins um das andere an, wie euch der Herr an uns getan. |: Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.:|

3) Wir sagen euch an den lieben Advent. Sehet die dritte Kerze brennt! Nun trag eurer Güte hellen Schein weit in die dunkle Welt hinein. |: Freut euch ihr Christen, freuet euch sehr! Schon ist nahe der Herr.:|

Predigtgedanken über Lukas 1,67-79

Wir alle haben Träume und Visionen…

Träume in der Nacht, Tagträume, Lebensträume – und besonders die letzten beiden sind oft so verheißungsvoll und schön, dass es ihnen gelingt uns auch über kritische Zeiten hinweg zu retten…

Träume hat man in jedem Alter:

Kinder träumen von dem, was sie mal sein wollen – Ihr Jugendlichen träumt vielleicht davon, wie ihr euch euer Leben vorstellt. Und auch wir Erwachsene haben unsere Träume – für unser ganz persönliches Leben, aber auch für die Welt, in der wir leben.


Manche unserer Träume gehen in Erfüllung – manche unserer Träume geben wir weiter… und viele unserer Träume legen wir auch unseren Kindern in gewisser Weise in die Wiege.

Manches von dem, was wir an Gutem erlebt haben, wünschen wir auch unseren Kindern – und wo wir Schweres erfahren haben, wünschen wir unseren Kindern, dass ihnen so etwas nie passiert…


Ja, wir alle haben unsere Träume und Visionen – für uns selbst, für andere, für die Welt, in der wir leben… und es ist, wie gesagt, ganz egal wie alt wir sind… Träume sind keine Frage des Alters: Unser Predigttext z.B. schildert die Träume und Visionen des alten Priesters Zacharias.

Er träumte immer davon, dass er und seine Frau Elisabeth Kinder haben werden – und nun war sein Traum wahr geworden, als er es nicht mehr zu träumen gewagt hat. Er durfte in fortgeschrittenem Alter noch seinen kleinen Sohn Johannes in die Arme schließen.

Zacharias träumte außerdem davon, dass eines Tages Gott selbst seinem Volk zu Hilfe kommen wird – dass Gott wahr macht, was er schon den Vorfahren versprochen hatte. Dass er Frieden aufrichtet, einen gerechten König beruft und den Menschen in Not hilft.

Und wenn er, Zacharias, das vielleicht nicht mehr erleben würde, sein Sohn Johannes sollte sie erleben. Ja, noch viel mehr, er sollte dazu beitragen, dass Gottes Verheißungen sich endlich erfüllen!

So legt er diese Wünsche und Visionen seinem kleinen Sohn in die Wiege: „du, mein Kind, wirst ein Prophet des Höchsten heißen…du wirst dem Herrn vorangehen und die Wege bereit machen…“


Mit diesen Träumen, Visionen und Verheißungen wuchs Johannes dann auch auf – von klein auf war ihm die Zusage Gottes vertraut, dass Gott seinem Volk zu Hilfe kommen wird. Dass all das erfüllt würde, was schon die Propheten vor vielen hundert Jahren verkündigt haben: Licht für die Blinden, Trost für die Traurigen, Heilung für die Kranken, Hilfe für die Elenden…

Und Johannes setzte später sein ganzes Leben dafür ein, die Träume seines Vaters Zacharias zu erfüllen und dem Kommen Gottes den Weg zu bereiten. Er verzichtete auf eine eigene Familie und auf jede Sicherheit und Bequemlichkeit – er lebte in der Wüste, war einfach gekleidet und ernährte sich von dem, was es eben in der Wüste so gab…

Wie die Propheten früher verkündete er Gottes Wort. Er nahm kein Blatt vor den Mund. Benannte ganz offen Missstände und falsches Leben. Er nahm in Kauf, dass er Menschen verärgerte oder abgelehnt wurde. Er rief die Leute auf, ihr Leben zu ändern, sich vorzubereiten auf das Kommen Gottes. Er taufte sie als äußeres Zeichen der Umkehr und der Vorbereitung. Und er träumte davon, dass er eines Tages das Kommen Gottes mit eigenen Augen erleben würde. Er träumte es so lange bis eines Tages Jesus bei ihm erschien um sich taufen zu lassen. War er es, auf den sie so lange warteten? Würden mit ihm nun auch die Verheißungen erfüllt werden?

Ja, später würde er ihn sogar fragen lassen. In einer Zeit, wo es Johannes schwer fiel seinen Träumen zu trauen, schickte er seine Jünger zu Jesus und ließ ihn fragen: Bist du es, der kommen soll – oder sollen wir auf einen anderen warten?

Und endlich bekam er die ersehnte Antwort: Blinde werden sehen, Lahme werden gehen, den Armen wird das Evangelium verkündet. Er war es! Das Licht, auf das sie so lange schon warteten. Das Licht aus der Höhe. In diesem Menschen war tatsächlich Gott selbst, um seinem Volk zu Hilfe zu kommen.


Träume, Visionen, Hoffnungen – für uns selbst, für andere, für unsere Welt…

In den biblischen Geschichten klingt es durch, dass auch Gott Träume, Visionen und Hoffnungen für diese Welt und uns Menschen hatte.

In Frieden sollten wir leben – gerecht und frei – im Gegenüber zu ihm.

Durch Priester und Propheten wurden diese Visionen immer wieder überliefert. Nur erfüllten sie sich nicht.

Und dann legte auch Gott seinen Traum für die Welt einem Kind in die Wiege… oder vielmehr in die Krippe…

Gottes Traum wurde lebendig – in einem Menschen, der gezeigt hat, wie es ist, wenn Gott zu Hilfe kommt. In einem Menschen, in dem Gott selbst ganz direkt seinen Menschen zu Hilfe gekommen ist.


Jeder hat Träume, Visionen und Hoffnungen – und manche davon werden wahr – der Traum von einer guten und gerechten Welt, den Gott und Mensch gemeinsam haben – der soll wahr werden – immer mehr…

Gott hat angefangen, diesen Traum mit Leben zu erfüllen – in diesem kleinen Menschenkind in der Krippe – in dem Menschen Jesus von Nazareth, der so vielen Menschen Gottes Hilfe nahe gebracht hat…

…und wir, wir sollen diesen Traum weiter träumen – und auf unsere Weise mit Leben füllen und wahr werden lassen.

Wir sollen Gottes Hilfe für die Menschen spürbar machen, sollen sein Licht aus der Höhe verteilen an die Menschen, die im Dunkeln sitzen, sollen auf unsere Weise Wegbereiter werden – für Gottes Kommen in unsere Welt. Amen

Predigtlied: EG 16,1-4: Die Nacht ist vorgedrungen

https://www.youtube.com/watch?v=dHlO6jwER9Q

1) Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern!

So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern!

Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.

Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

2) Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht.

Gott selber ist erschienen zur Sühne für sein Recht.

Wer schuldig ist auf Erden, verhüll nicht mehr sein Haupt.

Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde glaubt.

3) Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf! Ihr sollt das Heil dort finden, das aller Zeiten Lauf von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah.

4) Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr, von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.

Fürbittengebet:

Herr, unser Gott, wir haben Träume und Visionen für unser Leben, für unsere Welt.

Auch du träumst von einer gerechten und friedlichen Welt und willst mit uns diesen Traum mehr und mehr zum Leben erwecken.

So bitten wir dich für die Kinder und Jugendliche – dass es ihnen geschenkt wird in Frieden groß zu werden. Dass sie Menschen an ihrer Seite haben, die sie beschützen, ihnen mit Verständnis und Liebe begegnen, sie dabei unterstützen ihren Weg zu finden und zu gehen.

Wir bitten dich für uns Erwachsene, dass wir den Mut und die Kraft haben uns für unsere Träume einzusetzen und sie zu leben; dass wir uns nicht klein reden lassen, was uns am Herzen liegt; dass wir uns die Phantasie und die Freude bewahren, die uns mit diesen Träumen verbindet.

Wir bitten dich für alle, die sich keine Träume mehr erlauben – für Einsame und Alleingelassene, für Enttäuschte und Verletzte.

Wir beten für Menschen, die in Ländern leben, in denen Krieg, Unruhen und Hunger herrschen – für Menschen, die auf der Flucht sind vor Gewalt und Leid und sich nach einem sicheren Ort sehnen.

Wir beten für die Kranken und Sterbenden bei uns und auf der Welt, dass sie Menschen haben, die Licht in ihr Dunkel bringen.

In der Stille vertrauen wir dir die Menschen an, die uns persönlich am Herzen liegen… STILLE

Gemeinsam beten wir zu dir:


Vater unser im Himmel


Schlusslied: EG 7,1+4+5: O Heiland reiß die Himmel auf

https://www.youtube.com/watch?v=MX7oAUL6FHw

1) O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab, vom Himmel lauf, reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für!

4) Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm tröst uns hier im Jammertal.

5) O klare Sonn, du schöner Stern, dich wollten wir anschauen gern; O Sonn, geh auf, ohn' deinen Schein in Finsternis wir alle sein.

Segen:

Es segne und behüte euch der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

(Amen, Amen, Amen)

Orgelnachspiel



All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste





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