Gottesdienst am 3. Sonntag nach Trinitatis, 3. Juli 2022

Aktualisiert: 4. Juli



Gottesdienst am 3. Sonntag nach Trinitatis, 3. Juli 2022 um 10:00 Uhr in Lichtenau

mit Herrn Risch



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B E G R Ü ß U N G



Tu mir auf die schöne Pforte…“ EG 166, 1+4+6

https://www.youtube.com/watch?v=WQ_EFroAbmo




VOTUM UND GRUSS

PSALM

Psalm 103, EG Nr. 755.1


Lobe den Herrn, meine Seele,

und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir alle deine Sünde vergibt

und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,

der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,

der deinen Mund fröhlich macht,

und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Der Herr schafft Gerechtigkeit und Recht

allen, die Unrecht leiden.

Er hat seine Wege Mose wissen lassen,

die Kinder Israel sein Tun.

Barmherzig und gnädig ist der Herr,

geduldig und von großer Güte.

Er wird nicht für immer hadern

noch ewig zornig bleiben.

Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden

und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist,

lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

So fern der Morgen ist vom Abend,

lässt er unsre Übertretungen von uns sein.

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,

so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten.

Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind;

er gedenkt daran, dass wir Staub sind.

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras,

er blüht wie eine Blume auf dem Felde;

wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da,

und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.

Die Gnade aber des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit

über denen, die ihn fürchten,

und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind

bei denen, die seinen Bund halten

und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun.


Amen

BUSSGEBET GNADENSPRUCH

Gloria-Lied „Ich lobe meinen Gott…“ EG 272

https://www.youtube.com/watch?v=QmaQp2vUPe8


TAGESGEBET


Geh aus mein Herz und suche Freud…“ EG 503, 1- 3+8


https://www.youtube.com/watch?v=rwqrDCmqx2g


KANZELGRUSS


PREDIGT

Liebe Gemeinde, Bischof Sugar ist besorgt! Die Sorgenfalten auf seiner Stirn werden immer tiefer. Wir schreiben das Jahr des Herrn 1130, irgendwo im Norden Frankreichs. König Ludwig der Dicke regiert mit harter Hand sein Land. Ein kleiner Ort in der Gegend von Paris, kaum 6000 Einwohner. Die ganze Region boomt, der Handel blüht, die Geschäfte gehen gut. Aus ganz Frankreich, ja aus ganz Europa strömen die Menschen herbei. Hier gibt es Arbeit. Hier gibt es Geld. Bischof Sugar ist besorgt! Was soll er machen? Der kleine Ort, 6000 Einwohner und es werden immer mehr, platzt aus allen Nähten. Und erst recht seine Kirche, sie ist viel zu klein. Seit vor ein paar Jahren im ersten Kreuzzug Jerusalem erobert wurde hat eine Euphorie die Gläubigen erfasst. Sie strömen in die Kirchen, mehrmals am Tag. Sie wollen die Reliquien aus dem Heiligen Land sehen. In fast jeder Kirche gibt es jetzt neue Reliquien. Holzsplitter vom Kreuz Christi, Zähne der Apostel oder Stofffetzen von der Kleidung Marias. Auch Bischof Sugar bewahrt Reliquien in seiner Kirche auf und die Gläubigen wollen sie sehen, anfassen und verehren. Die Pilger kommen von weit her. Dafür ist die Kirche einfach zu klein. Bischof Sugar denkt sich: „Eine neue Kirche muss her! Eine große, prachtvolle, eine nie bisher da gewesene. Groß und überwältigend, dass die Menschen herbeiströmen in meine Kirche. Dass sie sie bewundern und dass sie staunen über diesen Bau, über meine Kirche. Von dieser Kathedrale wird ein Glanz ausgehen, der bis in die Ferne strahlt. Und die Reliquien, in goldenen Gefäßen und Schränken werde ich sie präsentieren. Glänzende Edelsteine und leuchtendes Gold werden die heiligen Gegenstände noch bedeutender machen. Die Gläubigen werden noch gläubiger und sie werden in meine Kirche strömen. Und ich werde ein berühmter und beliebter Bischof. Dann wird diese Kirche im ganzen Land bekannt.“ Also macht sich Bischof Sugar ans Werk. Nur die fähigsten und berühmtesten Baumeister seiner Zeit sind ihm gut genug. Er holt Maurer aus Holland, Steinmetze aus Italien, Schreiner aus dem Elsass, Spengler aus Britannien. Flaschner, Tischler, Bildhauer, Goldschmiede und viele mehr. Aus halb Europa kommen sie. Gemeinsam mit ihnen plant er seine neue Kirche.

Ein Tor zum Himmel soll die Kirche sein, ein Stadttor zum himmlischen Jerusalem. Ich will sie hoch bauen, dass die Türme den Himmel berühren. Offen, licht, schwebend, frei. Keine dicken Wände, sondern freistehende Säulen, die hochragen bis in den Himmel. Die Decke soll über dem Kirchraum wie ein Himmelsgewölbe schweben.

Das wird eine Kirche, wie es vorher keine vergleichbare gab. Wir werden hier etwas Neues schaffen. Und die Handwerker machen sich an die Arbeit. Alle sind mit Feuer und Flamme bei der Sache. Sie wollen alle ihr Bestes geben und mühen sich nach Kräften ab, damit eine prachtvolle Kirche entsteht und ihr Ruhm in alle Lande geht. Auf der Baustelle geht es zu wie am Ende beim Turmbau zu Babel. Ein Sprachengewirr aus aller Herren Länder. Aber alle sind sich einig. Alle wollen hier etwas ganz besonderes schaffen. „Als krönender Abschluss fehlt noch ein großes Glasfenster in der Ostfassade, hinter dem Altar“, denkt sich der Bischof Also lässt er den berühmtesten Glasmachermeister Frankreichs holen. „Mach mir ein Fenster. Ein wunderbares, großes Fenster aus buntem Glas. Es soll die Krönung für meine Kirche sein. Direkt über dem Altarraum. Wirst du ein solches Fenster für mich bauen?“ Der Glasmachermeister, ein stiller, alter Mann sagt: „In Ordnung, ich werde ein Fenster machen.“ Und er macht sich in seiner Werkstatt über Monate an die Arbeit. Nur ganz selten trifft man ihn auf der Baustelle der Kathedrale. Wo er dann ein paar Anweisungen an die Steinmetze und Maurer gibt, wie die Wand für das Fenster zu bauen ist. Bischof Sugar ist dieses Verhalten des Glasmachers suspekt. Ungeduldig und auch misstrauisch besucht er ihn in der Werkstatt. „Willst Du nichts mit meiner Kathedrale zu tun haben? Kein Mensch, weiß, dass Du der berühmte Glasmachermeister an diesem Bau mitarbeitest. Alle anderen Handwerker sind stolz darauf, dass sie an meiner Kirche mit bauen können. Sie erzählen überall von diesem Bau, nur du nicht. Schämst du dich vielleicht? Ist dein Fenster vielleicht nicht prachtvoll genug für meine Kirche? Lass mal sehen!“ Und der Meister führt den Bischof in einen großen Raum in seiner Werkstatt. Tausende kleiner Glasscherben liegen wirr auf dem Boden verteilt. Alle sehen dunkel und unansehnlich aus. Der Bischof ist enttäuscht, ja entsetzt. „Was das soll mein tolles Fenster sein?“ „Ja, meine Arbeit ist nichts Besonderes. Sie ist unscheinbar. Mein Werk ist für sich alleine betrachtet nichts Besonderes. Erst wenn das Licht von Gottes Schöpfung dieses Fenster durchströmt, dann entfaltet sich seine Schönheit.

Wenn Gott uns einen winzigen Strahl seiner Sonne schenkt, dann wird auch dieses Fenster aufleuchten. Warte ab und habe Vertrauen. Das Fenster wird in der Kathedrale erstrahlen und Gott die Ehre geben. Um diese Schönheit muss ich mich nicht kümmern. Das bekommen wir geschenkt.“ Schließlich ist der große Tag da. Die Kirche ist fertig. Mit einem feierlichen Gottesdienst in den frühen Morgenstunden soll sie eröffnet werden. Tausende Gläubige strömen in die Kirche. Sie kommen zum Teil von weit her. Alle staunen und sind überwältigt von so viel Größe, Pracht und Kostbarkeiten. So etwas haben sie noch nie gesehen. Alle loben die Handwerker, Baumeister, Goldschmiede und den Bauherrn, Bischof Sugar. Und Sugar, der ist mächtig stolz auf sein Werk. Er lässt seinen Blick im schummrigen Licht der Kerzen durch seine Kirche schweifen; über die Menschen, die vielen Gläubigen, die endlich genügend Platz haben in seiner großen Kirche.

Jetzt bin ich am Höhepunkt meines Lebens,“ denkt er. „Mehr Schätze und Kunstwerke gibt es in keiner anderen Kirche, als in meiner. So einen Glanz gab es nie vorher und wird es nie mehr geben. Oh wie wunderbar ist dieser Bau, für die Ewigkeit gemacht.“

Plötzlich, es ist Sonnenaufgang, erstrahlt das Fenster hinter dem Altar. Eine Flut von feurigem, warmen Licht, durchflutet die Kathedrale. Bunte Lichtstrahlen durchtanzen den Raum. Erst vereinzelt, dann immer mehr und blendend, hell. Ein Farben- und Lichtspiel voller Glanz und Anmut. Alle sind baff. Keiner gibt einem Ton von sich. Es ist so still, dass man die tanzenden Staubkörner im Licht zu hören meint. Der Bischof steht mit offenen Augen und offenem Mund staunend am Altar. Er beobachtet dieses Schauspiel von Licht und Schatten, von Sonne und Fenster, von göttlicher Schöpfung und menschlicher Kunst. Seine Altargegenstände und liturgischen Gewänder, seine Heiligenstatuen und Reliquien-Gefäße erscheinen bei diesem herrlichen Licht ganz fahl und matt.

Vor Erregung fällt er auf die Knie und er fängt an zu weinen. „Was habe ich getan? Oh, Gott verzeih mir. Ich habe diese Kirche nicht als Gotteshaus, sondern als Menschenhaus gebaut. Ich habe immer nur an meinen Ruhm und meine Popularität gedacht. Wollte mit meinen Werken selber strahlen. Selber ein Licht sein, um erleuchtet zu werden. Ich wollte berühmt, unsterblich, mächtig werden mit diesem Bau. Ich wollte genauso hell und glänzend sein, wie diese Sonnenstrahlen. Aber ich habe dich dabei vergessen.

Ich habe vergessen, dass du uns dein göttliches Licht schenkst. Dass du uns anstrahlst. Damit wir leuchten, wie dieses Fenster. Denn von Menschen-Hand geschaffen, erstrahlt es erst, wenn Du uns das Sonnenlicht schenkst. Erst deine Sonnenstrahlen lassen auch uns leuchten, wie dieses wunderbare Fenster.

Wir dürfen unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass du uns dieses Licht geschenkt hast. Verzeih mir. Bischof Sugar liest aus der Bibel Verse aus dem ersten Brief des Johannes, 1, 5-10: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis. Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und wandeln in der Finsternis, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

Am nächsten Tag lässt Sugar an die große Pforte seiner Kathedrale die folgenden Worte schreiben: Herrlich strahlt das Werk, aber das Werk, was herrlich strahlt möge die Menschen erleuchten, dass sie durch die wahren Lichter zum wahren Licht gehen. Christus ist das wahre Licht.

Amen.


Liebe Gemeinde, diese Kathedrale gibt es wirklich.<<<<<<< Sie steht in Paris St. Denis.

Gottes Liebe ist wie die Sonne“ EG 654, 1-4

https://www.youtube.com/watch?v=WGAO_P0iN_Q



FÜRBITTENGEBET


Ewiger Gott, du gibst deine Schöpfung nicht verloren.

Wir bitten dich für die, die sich verirrt haben in Ratlosigkeit und Kälte; für die, die sich verstrickt haben in Schuld und Selbstbezogenheit; für die, die sich selbst verloren haben in Angst und Verzweiflung. Du suchst die, die verloren gegangen sind. Mache dich auf, du Ewiger, und hole sie in deine Liebe. Erbarme dich.


Wir bitten dich für die, die eingesperrt sind in Lagern und Gefängnissen; für die, die dem Krieg ausgeliefert sind und der Willkür anderer Menschen, für die, die zu schwach sind vor Hunger und Krankheit. Du suchst die, die verschwunden sind. Mache dich auf, du Ewiger, und rette sie mit deiner Gerechtigkeit. Erbarme dich.


Wir bitten dich für die, die an dir festhalten, im Glück; für die, die dir vertrauen trotz Not und Gefahr; für die, die dich suchen in aller Welt. Du findest uns und gibst uns nicht preis. Mache dich auf. Komm uns entgegen, feiere mit uns und unseren Kindern. Feiere mit allen, die zu dir gehören, das Fest deiner Liebe. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn und unseren Bruder.

Amen.



GEBET DES HERRN

Vater unser…..

Komm Herr, segne uns…“ EG 170, 1-4

https://www.youtube.com/watch?v=dYl1_3Cmxl0



ABKÜNDIGUNGEN

W O C H E N S P R U C H: „Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist “ (Luk. 19,10)

Sendungswort


Segen



All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage:

https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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