Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis, 18.07.2021



Gottesdienst am 7. Sonntag nach Trinitatis, 18. Juli. 2021

in der Evangelischen Kirche Lichtenau um 10:00 Uhr mit Nadine Kempf


(Übertragung auch per ZOOM )


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Orgelvorspiel. EG 165 Gott ist gegenwärtig (ohne Gesang, nur instrumental) Votum

Gott um uns. Gott über uns. Gott in uns.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Begrüßung

Haben Sie es dieses Wochenende schon gerochen? Diesen Duft, der verrät: Hier wird gegrillt, Gemüse, Fleisch, Brot. Mit diesem Duft verbinde gesellige Runden. Jeder bringt was mit, es wird geteilt. Wir haben Zeit zu reden. Ein Glas Wein in der Hand oder Sprudel. Draußen auf der Terrasse sitzen wir bis in die Nacht hinein. Satt von Köstlichkeiten, erfüllt von Freundschaft und Nähe.

Satt werden von Brot und Wein – erfüllt. Darum soll es an diesem Sonntag gehen.

Psalm 107

Beten wir gemeinsam:

1 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

2 So sollen sagen, die erlöst sind durch den HERRN, die er aus der Not erlöst hat,

3 die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden.

4 Die irregingen in der Wüste, auf ungebahntem Wege, und fanden keine Stadt, in der sie wohnen konnten,

5 die hungrig und durstig waren und deren Seele verschmachtete,

6 die dann zum HERRN riefen in ihrer Not und er errettete sie aus ihren Ängsten

7 und führte sie den richtigen Weg, dass sie kamen zur Stadt, in der sie wohnen konnten:

8 Die sollen dem HERRN danken für seine Güte / und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut,

9 dass er sättigt die durstige Seele und die Hungrigen füllt mit Gutem.

Gebet Wir beten:

Gott, Quelle des Lebens. Du machst uns satt. Sorgst dich um uns. Stärkst uns an Leib und Seele.

Doch an manchen Tagen, da können wir davon nichts spüren. Da irren wir herum. Da dürstet und hungert uns danach, in den Arm genommen zu werden, Gemeinschaft zu erfahren, da sehnen wir uns nach deiner Nähe. Darum bitten wir: Wenn wir kraftlos sind, die Orientierung verlieren, sei du da und begleite uns. Sei und bleibe unsere Quelle des Lebens. Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn. Amen.

Lied: EG 320, 1-3 Nun lasst uns Gott, dem Herren

https://www.youtube.com/watch?v=eJk4O5ByL7E


1) Nun lasst uns Gott dem Herren Dank sagen und ihn ehren für alle seine Gaben, die wir empfangen haben.

2) Den Leib, die Seel, das Leben hat er allein uns geben; dieselben zu bewahren, tut er nie etwas sparen.

3) Nahrung gibt er dem Leibe; die Seele muss auch bleiben, wiewohl tödliche Wunden sind kommen von der Sünden.

Predigt zu 1. Kön 17,1-16


Der Aufschlag ist gemacht: Ein neues Kapitel beginnt. Elia betritt die Bühne. „Mein Gott ist der Herr“ – das bedeutet sein Name: Elia. Die Zeit etwa 9. Jhd. vor Christus. Das Land ist geteilt in Israel und Juda. Zwei Reiche mit verschiedenen Herrschern. Für uns geht es ins Reich Israel. Hier herrscht Ahab. Altäre und Tempel lässt er aufrichten, aber nicht etwa für den Gott Israels. Nein, für Baal, einen Wettergott.

Und so ist das Volk gesplittet: Die einen folgen Baal, wenige andere dem Gott Israel.


Ein neues Kapitel beginnt. Elia betritt die Bühne. Ein von Gott Gesandter. Ein Prophet. Hören wir selbst im Buch der Könige, im 17. Kapitel.

Lesung 1. Kön 17,1-16


1 Und es sprach Elia, der Tischbiter, aus Tischbe in Gilead zu Ahab: So wahr der HERR, der Gott Israels, lebt, vor dem ich stehe: Es soll diese Jahre weder Tau noch Regen kommen, ich sage es denn. 2 Da kam das Wort des HERRN zu ihm: 3 Geh weg von hier und wende dich nach Osten und verbirg dich am Bach Krit, der zum Jordan fließt. 4 Und du sollst aus dem Bach trinken, und ich habe den Raben geboten, dass sie dich dort versorgen sollen. 5 Er aber ging hin und tat nach dem Wort des HERRN und setzte sich nieder am Bach Krit, der zum Jordan fließt. 6 Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch des Morgens und des Abends, und er trank aus dem Bach. 7 Und es geschah nach einiger Zeit, dass der Bach vertrocknete; denn es war kein Regen im Lande. 8 Da kam das Wort des HERRN zu ihm: 9 Mach dich auf und geh nach Sarepta, das zu Sidon gehört, und bleibe dort; denn ich habe dort einer Witwe geboten, dass sie dich versorge. 10 Und er machte sich auf und ging nach Sarepta. Und als er an das Tor der Stadt kam, siehe, da war eine Witwe, die las Holz auf. Und er rief ihr zu und sprach: Hole mir ein wenig Wasser im Gefäß, dass ich trinke! 11 Und als sie hinging zu holen, rief er ihr nach und sprach: Bringe mir auch einen Bissen Brot mit! 12 Sie sprach: So wahr der HERR, dein Gott, lebt: Ich habe nichts Gebackenes, nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich habe ein Scheit Holz oder zwei aufgelesen und gehe heim und will's mir und meinem Sohn zubereiten, dass wir essen – und sterben. 13 Elia sprach zu ihr: Fürchte dich nicht! Geh hin und mach's, wie du gesagt hast. Doch mache zuerst mir etwas Gebackenes davon und bringe mir's heraus; dir aber und deinem Sohn sollst du danach auch etwas backen. 14 Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Das Mehl im Topf soll nicht verzehrt werden, und dem Ölkrug soll nichts mangeln bis auf den Tag, an dem der HERR regnen lassen wird auf Erden. 15 Sie ging hin und tat, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch und ihr Sohn Tag um Tag. 16 Das Mehl im Topf wurde nicht verzehrt, und dem Ölkrug mangelte nichts nach dem Wort des HERRN, das er geredet hatte durch Elia.


Fünf Figuren – Elia, Ahab, der HERR und Frau und Sohn. Verschiedene Dialoge. Ein Hin-und Herziehen von Einem Ort zum Anderen.


Keine hübsche Ankündigung, die Elia Ahab bietet: „Es werden Dürrezeiten kommen. Sieh nur zu, wie Euch euer Baal da helfen wird.“ Und noch bevor Ahab reagieren kann, ist Elia schon auf und davon.


GOTT schickt ihn los. Ein Erstes Mal. Und Gott kümmert sich, versorgt ihn mit Wasser, Brot und Fleisch. Auf ungewöhnlich Weise. Raben, die Elia versorgen. Wundersam. Raben, unreine Tiere, die dem Gottesmann Essen bringen. Die abgeben, obwohl sie doch eigentlich ihre Beute für sich einhamstern. Raben, geschickt von Gott.


Und dann: holt die Dürre auch Elia ein. Der Bach vertrocknet. Und wieder schickt GOTT Elia los. Ein zweites Mal. Diesmal ins Ausland. Und Elia stapft los. Mit einem Gottvertrauen, das mich staunen lässt. Gehorsam. Zweifelslos. Dort, wo alle Baal anhimmeln.

Nun soll ihn eine Witwe versorgen. Frau mit Kind, ohne Mann. In einer Krisenzeit der Dürre, alleinstehend, die selbst nicht weiß, wie sie über die Runden kommen soll. Und dann Elia‘s Aufforderung: Hol mir Wasser und Brot. Provokant. Vor meinem inneren Auge sehe ich die Frau, traurigen Blickes, verloren, verzweifelt, wie sie antwortet: „So wahr der HERR, dein Gott, lebt: Ich habe nichts mehr. Öl und Mehl reichen gerade fürs letzte Brot. Dann droht der Tod.“ Und Elia antwortet: „Fürchte dich nicht. Gott sorgt fürs tägliche Brot. Für mich, aber auch für dich und deinen Sohn.“ Und die Frau geht und bäckt. Wundersam. Mehl und Öl gehen nicht aus. Die Witwe nimmt weg aus den Krügen und es bleibt voll zugleich. Und so kommen sie alle drei über die Runden. Was für ein Wunder. „Fürchte dich nicht.“

Und so essen sie. Tag für Tag. Elia wohnt bei ihr. Ein Wagnis sind sie beide eingegangen. Beide haben Vertrauen riskiert. Elia hat Gott vertraut, dass er bei der Fremden an der richtigen Adresse ist, und sie hat ihm vertraut, dass Elia recht behält und Mehl und Öl nicht ausgehen.


Einerseits denke ich: Klingt nach einem schönen Happy End. Die drei werden satt. Es reicht für alle. Die Dürre kann ihnen nichts anhaben.


Wenn ich an uns heute denke, dann wünschte ich, ich könnte hier stehen und sagen: Alle werden satt. Ich wünschte, ich könnte sagen, die Dürre kann uns nichts abhaben. Den Klimawandel, den gibt es nicht. Aber, so ist es nicht. Ein Blick in unsere Welt genügt: In Madagaskar herrscht Dürre seit zu vielen Jahren. Über 1 Millionen Menschen leiden an Hunger aufgrund dieser Dürre.

Die Frage nach Mehl und Öl tut sich mir auf. Dinge, die Hunger stillen. Wo es uns, die wir hier sitzen, doch so gut geht.

Vielleicht würde das „Fürchte dich nicht.“, das Elia zur Witwe sagt, heute lauten: Teile, was du teilen kannst. Spende, wo es dir möglich ist, sodass der Hunger nicht noch größer wird.


Und andererseits bleibe ich bei dem „Fürchte dich nicht“ hängen. Und an dem „Gott sorgt fürs tägliche Brot. Für mich, aber auch für dich und deinen Sohn.“ Und ich frage mich: Was waren solche Momente, in denen ich „satt“ war, erfüllt, von Gottes Gegenwart? Wo hat er mir Gehilfen zur Seite gestellt, die mich begleitet haben?

Momente, in denen ich satt war: In dieser Woche als ich zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern der Wohnheime Gottesdienst feiern durfte. Für das gemeinsame Mittagessen mit Kolleginnen.

Momente, in denen mir Gott Menschen an die Seite gestellt hat: Vor Prüfungen, wenn mir meine Familie schreibt: Du packst das. Freunde, die sich anhören, wenn es mir gut geht und auch, wenn es mir schlecht geht, die sich mit mir freuen und ärgern können.


Für Elia geht der Weg weiter. Ein Zuckerschlecken ist es nicht. Der Zwietracht mit Ahab bleibt. Baal versus Gott Israel. „Mein Gott ist der Herr“ – Elia bleibt seinem Namen treu und streitet und kämpft für den Gott Israels. Gesättigt ist er, voll von Brot und Gottes Begleitung.

Voll werden von Brot und Gottes Begleitung. Eine Vision. Fragezeichen. Ausrufezeichen.


Amen.

Lied: NL 30, 1+4 Durch das Dunkel hindurch

https://www.youtube.com/watch?v=2L9iV1IeaGg


  1. Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell, durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell. So hell soll auch die Erde sein, steht auf, steht auf, steht auf. So hell soll auch die Erde sein, steht auf.

  2. Durch das Dunkel hindurch stärkt ein Bissen Brot. Durch das Dunkel hindurch stärkt ein Bissen Brot. Das Brot soll unser Zeichen sein, steht auf, steht auf, steht auf. Das Brot soll unser Zeichen sein, steht auf!

Fürbitt-Gebet Gott, Kraft des Lebens, Quelle der Wunder.

Sieh die Hungernden. Sieh die Menschen, die unter Hitze und Dürre leiden. Sieh die Menschen, die von Krieg umgeben sind. Gott, dich bitten wir um Wasser, Brot und Leben.

Sieh die Erschöpften. Sieh die Menschen, die verzweifeln, die ihr Vertrauen verlieren, die sich um die Zukunft des Planeten sorgen. Sieh die Kranken. Sieh die Menschen, die sich für andere verausgaben. Gott, dich bitten wir um Hoffnung, Kraft und Mut.

Sieh die Suchenden. Sieh die Menschen, die nach Wegen aus der Krise suchen. Sieh die Menschen, die sich für Andere einsetzen. Sieh die Mächtigen und ihre Taten. Gott, dich bitten wir um Hilfe, Weitblick und Segen.


Miteinander und füreinander beten wir gemeinsam:

Vater Unser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Friedensgruß (Phil 4,7)

„Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Amen.

Abkündigungen Lied: EG 170, 1-2 Komm Herr, segne uns

https://www.youtube.com/watch?v=HEKr-dzBRz4


  1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,

sondern überall, uns zu dir bekennen,

nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.

Lachen oder weinen, wird gesegnet sein.

  1. Keiner kann allein Segen sich bewahren.

Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.

Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,

schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.


Segen

Der HERR segne dich und er behüte dich.

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel EG 503 Geh aus mein Herz (ohne Gesang, nur instrumental)





All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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