Gottesdienst am 9. Sonntag nach Trinitatis, 14. August 2022



Gottesdienst am 9. Sonntag nach Trinitatis, 14. August 2022 um 10:00 Uhr in Lichtenau

mit Pfarrer i.R. Norbert Unkrich



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Praeludium


Guten Morgen, liebe Gemeinde!

Am heutigen Sonntag taufen wir zwei Geschwister: Zum einen Luca Pinkinelli. Er ist fast 6 Jahre alt. Und zum anderen seinen Bruder Jonah, gut 3 1/2 Jahre alt. Der ursprüngliche Termin für ihre Taufe musste wegen Corona verschoben werden. - Wir sind froh und dankbar, dass wir Eure Taufe heute feiern dürfen! Und so begrüße ich Euch, Luca und Jonah, Eure Eltern und Paten sowie alle, die wegen Eurer Taufe hierher gekommen sind, aber auch alle anderen Gemeindeglieder ganz herzlich! Zumal wir am heutigen Sonntag in der Predigt das Gleichnis von den anvertrauten Talenten hören und erfahren, dass Gott einen jeden von uns mit Gaben und Begabungen ausgestattet hat, die wir in seinem Sinne einsetzen dürfen, ja einsetzen sollen!

An der Orgel begleitet uns Herr Mühleck.

Die Lesung hat Frau Pip übernommen.

Herzlichen Dank dafür - auch Dank für den Blumenschmuck!


Lied: 659, 1-4 Die Erde ist des Herrn


Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.

Gott, der Herr, der jeden von uns als einmaligen Menschen gemacht hat, sei mit Euch! Und mit deinem Geiste!

Wechselpsalm: 924 (NG) Ehr sei dem Vater…


Wir wollen beten:

Gott, ich gestehe, dass ich nicht an mich geglaubt habe. Ich habe mir nichts zugetraut; habe meine Talente vergraben und meine Fähigkeiten nicht entwickelt. Ich habe mehr auf das Urteil anderer vertraut als auf mein eigenes. Ich habe andere mein Leben steuern lassen. Der Wahrheitsfindung bin ich aus dem Weg gegangen und habe nicht gewagt zu zeigen, wozu ich fähig bin. - Gott, du hast mir viel gegeben, ich habe wenig daraus gemacht. Richte mich auf durch deinen Geist, damit ich mit den Gaben, die du mir mitgegeben hast, mitwirke am Bau deines göttlichen Reiches hier auf Erden. Amen.

Lied: 591, 1-3 Kind, du bist uns anvertraut

https://www.youtube.com/watch?v=13_L4Pw9PhM

Lieber Luca, lieber Jonah,

Die allermeisten Menschen, die heute hierher zum Gottesdienst gekommen sind, sind getauft, sind mit erfrischendem Wasser in Berührung gekommen. Eure Eltern möchten auch Euch taufen lassen; möchten, dass Ihr zu Gott gehört für immer und ewig. Auch Jesus Christus wurde getauft - wurde 3x untergetaucht in einem Fluss. Als Jesus getauft wurde, war er bereits ein erwachsener Mann. Heute werden meistens kleine Kinder getauft, damit sie von klein auf eingetaucht sind in die Liebe Gottes. Jesus hat diese göttliche Liebe vorgelebt und in vielen Geschichten vorgestellt. Er möchte, dass viele Menschen diese Liebe unseres himmlischen Vaters kennen lernen und wissen, dass Gott immer für sie da sein möchte. Wie ein guter Hirte für seine Schafe da ist, sie behütet und für sie sorgt, so will und so soll Gott für Dich, Luca, da sein. Das möchten Deine Eltern mit Deinem Taufspruch aus Psalm 23 zum Ausdruck bringen: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“. Und ähnlich heißt es in Deinem Taufspruch, Jonah, aus Psalm 91, 11: „Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen“. Auch Du sollst auf Deinem Lebensweg geführt und behütet sein, weil auch Du eingetaucht bist in Gottes tägliche liebevolle Begleitung.

Manchmal haben wir Fragen auch deshalb, weil wir Gott nicht sehen können. Manchmal haben wir Probleme, weil nicht alles so im Leben verläuft, wie wir es uns wünschen. Eure Eltern, Eure Paten und alle anderen, die zu Euch gehören, wollen ebenfalls wie gute Hirten für Euch sorgen, wollen wie Engel Euch behüten, wollen Eure Fragen beantworten, wollen Zeit und Verständnis haben für Euch dann, wenn Ihr Probleme habt. Ja, und vor allem freuen sie sich, dass es Euch Beide gibt, und dass Ihr so seid, wie Ihr seid. Deshalb wünschen sie Euch, dass Ihr glücklich werdet in Eurem Leben und stark, dass Ihr Euch weiterhin gut entwickelt, dass Ihr viele Freunde und eine Familie habt, in der Ihr angenommen seid und Euch wohl fühlt! Dies alles möge Gott Euch zukommen lassen an allen Tagen Eures weiteren Lebens. Amen.

Warum taufen wir? Dazu haben wir von Jesus Christus den Auftrag bekommen. Hören wir aus Matthäus 28, 19-20:

„Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker. Taufet sie auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“.

Warumtaufen wir bereits Kinder? Eine Begründung lesen wir im Kinderevangelium bei Markus 10, 13-16:

„Sie brachten Kinder zu Jesus, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen. Verwehrt es ihnen nicht. Denn ihnen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie“.

Beten wir das Apostolische Glaubensbekenntnis, das alle Menschen verbindet, die auf Christus getauft sind:

Ich glaube an Gott…

Und nun frage ich Euch, Ihr Eltern und Paten von Luca und Jonah: Wollt Ihr, dass Eure beiden Kinder auf den Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden, und versprecht Ihr, nach bestem Vermögen dafür zu sorgen, dass sie im christlichen Glauben erzogen werden, so antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe!

Gott stärke Euch für diese Aufgabe!

(Tretet nun nach vorne zum Taufbecken).

(Wasser einfüllen)

Luca, ich taufe Dich im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der barmherzige Gott, der Dich, Luca, zu seinem Kind angenommen hat, bleibe bei Dir und gehe als der gute Hirte Dein Leben lang mit Dir, damit Dir in Deinem Leben nichts mangelt!

-

Jonah, ich taufe Dich im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der barmherzige Gott, der Dich, Jonah, zu seinem Kind angenommen hat, bleibe bei Dir und gehe mit Dir. Er befehle seinen Engeln, dass sie Dich behüten auf allen Deinen Wegen!

Wir wollen beten:

Gott der Liebe und des Lebens!

Mit deiner Hilfe darf durch uns neues Leben entstehen. Du hast uns die beiden Kinder Luca und Jonah geschenkt und mit ihnen unser Leben gesegnet. Dafür danken wir dir aus tiefem Herzen!

Für diese beiden Kinder bitten wir dich: Schenke ihnen Gesundheit und ein unbeschwertes Heranwachsen ins Leben zusammen mit allen, die zu ihnen gehören.

Rüste alle, die den Lebensweg von Luca und Jonah begleiten, aus mit deiner Liebe, mit deiner Geduld, mit deiner Weisheit.

Lass diese Kinder den Weg zu dir finden und gewähre ihnen Freunde und Freude, Glauben und Gottvertrauen.

Dich, den Gott des Lebens und der Liebe, dich loben und ehren wir! Amen.

(Kerzen)

Alle Helligkeit kommt von Gott, dem Herrn des Lichtes. Er leuchte Dir, Luca, und Dir, Jonah, mit dem Licht seiner göttlichen Liebe. Denn Christus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

(Fische ans Netz hängen)

Lied: 209, 1-4 Ich möcht‘, dass einer mit mir geht

https://www.youtube.com/watch?v=8TEaPum-SCw

Lesung: Matthäus 25, 14-30

Liebe Gemeinde!

Mozart - so wird einstimmig festgestellt - Mozart habe ein ganz außergewöhnliches musikalisches Talent gehabt. Bei vielen anderen Menschen bewundern wir ebenfalls besondere Begabungen: ihr handwerkliches Geschick, ihre mathematische Analyse, ihre geschliffene Redeweise, ihr umfassendes Organisationstalent, ihre herausragenden Koch- und Backkünste. Wer mit solchen Begabungen ausgestattet ist, der sollte seine Fähigkeiten nicht brach liegen lassen. Andererseits zeigen Sie mir einen Menschen, der keine Begabungen und Talente vorweisen kann! Fragen Sie sich selbst, wo Ihre ganz persönlichen Stärken liegen! Und fragen Sie sich zugleich auch, was Sie damit machen?! Wo setzen Sie Ihre Fähigkeiten ein? Im Beruf? In Ihrer Familie? In der Dorfgemeinschaft? In Ihrer Kirchengemeinde?

Ein junger Mann sollte im Gottesdienst dieses Gleichnis als Lesung vortragen. Er geriet ins Stocken, als es am Ende hieß: „Den unnützen Knecht werft in die Finsternis hinaus; da wird sein Heulen und Zähneklappern“. - Das ging ihm zu weit. Das konnte und wollte er nicht glauben. Und darum konnte er dies auch nicht laut in der Kirche vorlesen.

Auch wir haben unsere Schwierigkeiten mit manchen Aussagen Jesu Christi. Darum werden manche Aussagen der Bibel übergangen bzw. Missverstanden oder gar missbraucht. Es geht Jesus hier und in vielen anderen Beispielen nicht um allgemeine Lebenserfahrungen, sondern um Verkündigung. Seine Worte haben somit einen Mehrwert. Diesen Mehrwert müssen wir herausarbeiten. Und dann kann uns deutlich werden, dass Gott von uns nicht einfach nur etwas fordert, dass er uns vielmehr eine Zusage gibt; also eine wirklich gute Nachricht, ein Evangelium!

Jesus erzählt ein Gleichnis, er wählt folglich einen Vergleich. Sein Gleichnis ist eine Form der Verdeutlichung: „Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Menschen, der außer Landes ging…“ Nun dürfen wir nicht den Fehler begehen, im Gleichnis alles eins zu eins umzusetzen. Man darf nicht alles Punkt um Punkt erklären. Vielmehr müssen wir uns die Frage stellen: Wo liegt der entscheidende Punkt, auf den es Jesus ankommt? Was will er gerade mit diesem Beispiel Dir und mir ins Herz schreiben?

Zunächst macht unser Gleichnis deutlich, dass jeder von uns mit seiner Geburt bereits ganz bestimmte Gaben und Begabungen mitbekommen hat. Begabungen und Gaben, die jeden von uns einmalig machen und die zugleich Aufgaben sind. Mit ihnen sollen wir etwas bewirken; etwas, was dem Willen Gottes entsprich. Dabei wird sich die Unterschiedlichkeit unter uns allen herausstellen: Von einem Manager werden andere Dinge erwartet als von einer Arbeiterin; von einem Politiker andere als von einer Hausfrau. Schlimm ist es dabei, wenn wir uns verweigern. Wenn wir - aus welchen Gründen auch immer - die Hände in den Schoß legen und die uns anvertrauten Talente verkümmern und verkommen lassen. Das ist dann wie ein Schlag ins Gesicht, weil wir Gott, dem Geber der Gaben, den nötigen Respekt versagen. Deshalb müssen wir uns auch nicht wundern, wenn am Ende unseres heutigen Gleichnisses der 3. Knecht zur Rechenschaft gezogen wird.

Soweit zunächst das Gleichnis. Und dieses Gleichnis sagt uns auf dieser Stufe, dass Gott nicht immer nur der „liebe Gott“ ist! Gott will nicht, dass wir - seine Geschöpfe - ihn an der Nase herum führen. Er wird auch nicht immer beide Augen zudrücken!

Ginge es nach der Rechtsprechung dieser Welt, so wäre mit der Bestrafung des 3. Knechtes unser Gleichnis zu Ende. Doch bei Gott ist noch nicht das letzte Wort gesprochen! Denn er lässt immer noch mit sich reden. Wenn der Mensch, der sich bisher widerspenstig Gott gegenüber verhalten hat, in sich geht und seine Schuld bereut, dann wird ein solcher Mensch bei Gott Gehör finden! Gott ist mit einem Menschen so schnell nicht fertig und gibt ihn auch so schnell nicht auf! Dafür stehen andere Geschichten und Gleichnisse ein. Zum Beispiel bekommt der verlorene Sohn nach seiner Rückkehr zum Vater eine zweite Chance. Und dem schuldbewussten Zöllner Zachäus wird zugesagt, dass seinem Hause, also seiner Familie, Gottes Heil widerfahre! Selbst dem einen Übeltäter, der mit Jesus gekreuzigt wurde, spricht Jesus zu: „Ich sage dir heute: Du wirst mit mir im Paradiese sein!“ Darum wird im Himmel mehr Freude sein über einen Sünder, der Buße tut, als über 99 Gerechte, die der Meinung sind, sie bräuchten keine Umkehr zu Gott!

Vielleicht liegt der wunde Punkt unseres heutigen Gleichnisses darin, dass wir Rechenschaft abzulegen haben. Wir meinen, wie seien nur vor uns selbst verantwortlich und somit unseres eigenen Glückes Schmied. Aber das ist ein großer Selbstbetrug. Mit menschlichen Entscheidungen, die gegen Gott gerichtet sind, zerstören wir das Leben und Zusammenleben auf dieser Erde! Wenn Jesus uns als Brüder und Schwestern, als Töchter und Söhne Gottes anspricht, dann haben wir im Sinne Gottes Verantwortung zu übernehmen und stets zu fragen: „Gott, was erwartest Du von mir?“ Das ist dann keine Einschränkung für uns bzw. Für mich, vielmehr das Einsetzen der Gaben und Begabungen, die jedem von uns anvertraut sind. In diesem Sinne gibt Gott uns in seiner Welt ein Zuhause und lässt uns sein göttliches Reich hier auf Erden mitbauen! Es ist ein Glück für uns, zu diesem Gott gehören zu dürfen! Amen.

Lied: 494, 1-3 In Gottes Namen

https://www.youtube.com/watch?v=OkzrRpvm0M8

Lasset uns beten:

Göttlicher Vater, wir danken dir für die Fülle der Gaben, die du jedem von uns anvertraut hast. Einem jeden von uns hast du Fähigkeiten mitgegeben, mit denen er sein Leben und das Zusammenleben mit anderen Menschen gestalten kann. Aber alles, was wir leisten und erreichen, ist nicht unser Verdienst, sondern immer Geschenk und Gnade von dir. Wer viele Gaben entfalten kann, der soll nicht stolz und angeberisch werden. Wen du weniger mit Begabungen ausgestattet hast, der soll sich nicht geringer vorkommen, weil du jeden von uns liebst. -

Göttlicher Vater, wir bitten dich: lass uns erkennen, wo unsere ganz persönlichen Begabungen sind. Schenke uns Menschen, die fähig sind, die Gaben anderer zu entdecken und zu fördern. Behüte uns vor der Gefahr, unsere Gaben zu vergraben. Lass uns wissen, dass wir dir gegenüber Rechenschaft ablegen müssen darüber, wie wir unser Leben geführt haben. Schenke jedem von uns, der vor dir versagt hat, eine 2. Chance. Und lass uns stets fragen, was du ganz persönlich von uns und von mir erwartest.

Fürbitten

Und miteinander und füreinander beten wir weiter mit den Worten Jesu Christi:

Vater unser im Himmel…

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, begleite Euch:

Er erfülle Eure Herzen; er regiere Eure Gedanken; er bestimme Euer Tun. Amen.

Lied: 93 (NG) Wo Menschen sich vergessen

https://www.youtube.com/watch?v=gaUVv2pkB10

Abkündigungen

Wünsche und Segen mit 3fachem Amen

Postludium



All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage:

https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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