Gottesdienst am Gründonners-tag mit Abendmahl, 1.4.2021



Gottesdienst am Gründonnerstag mit Abendmahl, 01. April. 2021

als Zoom-Gottesdienst um 19:00 Uhr in Lichtenau mit Vikarin Nadine Kempf


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein.

(Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben)




Glocken

Orgelvorspiel: EG 168,1-3 „Du hast uns, Herr, gerufen“

https://www.youtube.com/watch?v=J1nPGbl9MFs


1. Du hast uns, Herr, gerufen, und darum sind wir hier. Du hast uns, Herr, gerufen, und darum sind wir hier. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir. 2. Du legst uns deine Worte und deine Taten vor. Du legst uns deine Worte und deine Taten vor. Herr, öffne unsre Herzen und unser Ohr. Herr, öffne unsre Herzen und unser Ohr. 3. Herr, sammle die Gedanken und schick uns deinen Geist. Herr, sammle die Gedanken und schick uns deinen Geist, der uns das Hören lehrt und dir folgen heißt, der uns das Hören lehrt und dir folgen heißt.

Begrüßung

„Du hast uns Herr gerufen, und darum sind wir hier. Du hast uns Herr gerufen und darum sind wir hier. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir. Wir sind jetzt deine Gäste und danken dir.“


Als Gäste am Tisch des Herrn begrüße ich Sie alle recht herzlich. Wir nehmen gemeinsam Platz: Am Esstisch, in der Küche, im Wohnzimmer, vor dem Altar. Wir nehmen gemeinsam Platz am Tisch des Herrn. Und darin sind wir verbunden.


Wenn Sie mögen, zünden Sie nun eine Kerze an - als Zeichen der Verbundenheit.

Votum:

So feiern wir diesen Gottesdienst:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 111 (EG 759)

Danke“. Ein kleines Wort so groß. Wann habe ich es heute schon gesagt, gehört oder gefühlt?

Danken – von ganzem Herzen.

Beten wir Psalm 111.


1 Halleluja! Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde. 2 Groß sind die Werke des Herrn; wer sie erforscht, der hat Freude daran. 3 Was er tut, das ist herrlich und prächtig, und seine Gerechtigkeit bleibt ewiglich. 4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seiner Wunder, der gnädige und barmherzige Herr. 5 Er gibt Speise denen, die ihn fürchten; er gedenkt auf ewig an seinen Bund. 6 Er lässt verkündigen seine gewaltigen Taten seinem Volk, dass er ihnen gebe das Erbe der Völker. 7 Die Werke seiner Hände sind Wahrheit und Recht; alle seine Ordnungen sind beständig. 8 Sie stehen fest für immer und ewig; sie sind geschaffen wahrhaftig und recht. 9 Er sandte Erlösung seinem Volk / und gebot, dass sein Bund ewig bleiben soll. Heilig und hehr ist sein Name. 10 Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. / Wahrhaft klug sind alle, die danach tun. Sein Lob bleibet ewiglich.


Bußgebet

Herr, unser Gott. Wir danken dir für deine große Barmherzigkeit. Wir danken dir von ganzem Herzen, dass du deinen Sohn für uns dahin gegeben hast. Ohne ihn blieben unsere Sünden an uns haften. Mit und durch ihn werden wir frei von unseren Verfehlungen.

In einem Moment der Stille nennen wir Gott, wo wir schuldig geworden sind, an unseren Nächsten, an uns, an Gott.

Lied: EG 178.10 Herr erbarme dich

https://www.youtube.com/watch?v=0WB1AfQ7TcQ

Herr erbarme dich. Christus erbarme dich.

Herr erbarme dich.

Gnadenzuspruch

Hört das Wort der Vergebung:

Der allmächtige Gott hat sich erbarmt. Er hat dir deine Schuld vergeben durch Jesus Christus.

Denn Gott spricht: „Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.“ (Jes 41,10)

Tagesgebet

Herr, befreit sitzen wir als geladene Gäste an deinem Tisch:

Mit Brot des Lebens

und mit dem Kelch des Heils

stärkst du unseren Glauben.

Dass wir die Liebe weitergeben, die wir von dir empfangen, darum bitten wir in Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.

Lied NL 125: Du bist heilig, du bringst Heil

https://www.youtube.com/watch?v=o4mwSizxe0k


Du bist heilig, du bringst Heil,

bist die Fülle, wir ein Teil,

der Geschichte, die du webst,

Gott wir danken dir, du lebst


mitten unter uns im Geist,

der Lebendigkeit verheißt,

kommst zu uns in Brot und Wein,

schenkst und deine Liebe ein.


Du bist heilig,

du bist heilig,

du bist heilig.

Alle Welt schaue auf dich.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Amen.

Predigt (zu Mt. 26, 17-30) mit Abendmahl

Wenn Sie mögen, richten Sie sich ein Stück Brot und Wein/ Traubensaft. Gott wird in Brot und Wein an Ihrem Tisch gegenwärtig sein.

17 Aber am ersten Tag der Ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und sprachen: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten? 18 Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passamahl halten mit meinen Jüngern. 19 Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm. 20 Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen.

Aber am Gründonnerstag überlegten wir: Wo sollen wir in diesem Jahr das Abendmahl feiern? Und wir sagten: Bereitet es vor in euren Wohnstuben. In eurem Haus, an eurem Tisch. Denn die Zeit ist nahe, der Karfreitag rückt heran.

Und so haben Sie sich auf dieses Mahl vorbereitet. Brot und Wein oder Traubensaft stehen bereit. Vielleicht eine Kerze, eine Blume. Sie haben sich vorbereitet, um sich an Jesu letztes Mahl zu erinnern.

So wie wir, so haben sich die Jünger:innen vorbereitet auf das Passamahl. Ein Mahl, an dem sie sich erinnern:

Gott war da in der Nacht, in der es auf einmal schnell gehen musste. In der der Auszug aus Ägypten kurz bevor stand. Gott war da als sie das erste aller Pessach-Feste feierten mit ungesäuerten Broten, weil die Zeit fehlte, um einen Sauerteig anzusetzen.

Die Jünger:innen erinnern sich: Gott war da. Er hat sein Volk befreit. Also bereiten sie sich vor und deckten den Tisch mit Salzwasser, ungesäuertem Brot, harten Eiern, grünen Kräutern, bitteren Kräutern, Fruchtmus, Wein und einem Lamm. Mit allen Sinnen erinnern sie sich: Es flossen Tränen, die Zeit war bitter und doch – Gott führte sein Volk in ein neues Leben.

21 Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. 22 Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln zu ihm zu sagen: Herr, bin ich’s? 23 Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. 24 Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. 25 Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich’s, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es.

Verraten. Ich schaue im Duden nach. Da steht: „Verraten, das ist ein Bruch eines Vertrauensverhältnisses, Zerstörung des Vertrauens durch eine Handlungsweise, mit der jemand hintergangen, getäuscht, betrogen (o. Ä.) wird, durch Preisgabe einer Person oder Sache.“

Ein Verräter sitzt am Tisch. Ein Freund und ein Verräter.

Ich stelle mir die Szene in einem Film vor: Alle Scheinwerfer sind auf ihn gerichtet. Düstere Musik wird eingespielt. Moll-Töne. Dramatik pur. Im Fokus: der Verräter – Judas.

Leicht ist es, mit dem Finger auf ihn zu zeigen. Ja, leicht ist es, auf Andere zu zeigen.

Wie wäre das, wenn ich dort säße. Nein, wie ist es, wenn ich dort sitze. Als Verräterin. Als eine, die Vertrauen gebrochen hat, die jemanden betrogen hat.

Ich erinnere mich noch gut. Freitag Nacht. Wir waren tanzen. Dann stand ich an der Bar, wollte was zu trinken holen. Der neben mir auch. Wir kamen ins Gespräch: „Und... was machst du so?“ „Äh,... was Soziales.“- „Aha.“- „Ja, was mit Menschen.“ Fragende Blicke. Mist er bohrt nach. Ich hatte gehofft, er würde dieses Frage nicht stellen. Theologie in der Disco - das kam nicht gut an. Dann stammelte ich: „Also, ich studiere Theologie.“

Und dann sackte ich immer ein wenig zusammen. Es fühlte sich nicht richtig an, so herum zu drucksen. Ja, es fühlte sich an, als würde ich Gott und meinen Glauben in diesem Moment verraten.

Denn ein bisschen war es so, als bröckelte da was ab von dem Vertrauen zu Gott.

Vielleicht mögen Sie sagen, Verrat ist das nicht. Aber doch zumindest Verleugnung. Kein Judas, aber ein Petrus, bzw. eine Petra in mir.

Und so sitze ich mit am Tisch, mit meinen Fehlern. Ob als Judas oder Petra. Manches würde ich so gern rückgängig machen. Da, wo ich meinem Nächsten keine Nächste war, wo ich Vertrauen gebrochen habe. Da senkt sich mein Blick.

Wohin? Ich mit meiner Schuld? Und dann hebe ich meinen Blick wieder.

Meine Hoffnung und mein Heil sitzt am Tisch. Und er geht nicht davon. Trotz meinem Verrat und meinen Verleugnungen steht er nicht auf und geht. Trotz der Enttäuschung, trotz dem Vertrauensbruch von Judas, Petrus und mir, steht er nicht auf.

Jesus sitzt am Tisch: Mit Verrätern, mit Ungläubigen, mit Mutigen und Zaghaften. Mit uns. Und er weiß: Sie brauchen mich. „Denn ich bin gekommen, um zu retten, was verloren ist.“ (Mt 18,11)

Immer wieder staune ich darüber: So unfassbar groß ist Gottes Liebe.

An einem gedeckten Tisch sitzt er, sitzen wir. Und bevor Jesus Brot und Wein austeilt, hält er inne und dankt Gott.

So halten auch wir inne [Pause]

und bringen unseren Dank und unsere Verbundenheit zum Ausdruck, wenn wir gemeinsam beten:

Vater Unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Hören wir, wie es bei Matthäus weiter geht:

26 Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib.

So sitzen wir hier am Tisch des Herrn. Und nun: Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.

Nehmt euer Stück Brot, haltet es in der Hand, riecht daran. Und esst.

Christi Leib für Dich gegeben. 27 Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; 28 das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.

Nehmt das Glas in eure Hände, oder den Kelch, den ihr bereitgestellt habt. Atmet den Wein, die Trauben. Und trinkt.

Christi Blut für dich vergossen.

Jesus Christus spricht: 29 Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.

Amen.

Lied: NL 68, Lobe den Herrn, meine Seele, 1-2

https://www.youtube.com/watch?v=wDaoONlN3Zc Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.

Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

1. Der meine Sünden vergeben hat,

der mich von Krankheit gesund gemacht,

den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen:

2. Der mich im Leiden getröstet hat, der meinen Mund wieder fröhlich macht,

den will ich preisen mit Psalmen und Weisen, von Herzen ihm ewiglich singen:

Fürbitten

Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.“ (Mt 26, 30)

Sie gingen hinaus um zu Beten. Um einander im Blick zu haben. Um sich gegenseitig zu stärken.

So beten auch wir, um einander im Blick zu haben:

Herr, wir bitten dich für alle, die an diesen Ostertagen alleine sind. Für alle, die sich nach einer Tischgemeinschaft sehnen. Nach Leichtigkeit und Freiheit.

Gib Geborgenheit, sei nah.

Herr, wir rufen zu dir:

Nimm Platz an ihrem Tisch.

Herr, wir bitten dich für alle, die sich nicht mehr an einen Tisch setzen können. Weil die Verletzungen zu tief sitzen. Weil Streit und Hass trennt. Weil Neid und Unmut über Hand nehmen. Weil es keinen Weg der Versöhnung zu geben scheint.

Schenke neue Perspektiven.

Herr, wir rufen zu dir:

Nimm Platz an ihrem Tisch.

Herr, wir bitten dich für alle, die müde und ausgelaugt sind. Die sich nach Ruhe und Erholung sehnen. Denen nun auch die letzten Kraft-Reserven ausgegangen sind. Die nicht mehr wissen, wie es weiter gehen soll.

Schenke neuen Mut. Gib Kraft.

Herr, wir rufen zu dir:

Nimm Platz an ihrem Tisch.

Amen.

Abkündigung

Herzliche Einladung zu unseren Gottesdiensten in dieser Kar- und Osterwoche. Der nächste Gottesdienst findet morgen, um 10h in der Lichtenauer Kirche statt. Er wird auch per Zoom übertragen. Alle weiteren Informationen finden Sie im Amtsblatt oder auf der Homepage unserer Kirchengemeinde.

„Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein.“ Hören wir das nächste Lied.

Lied EG 488, 1-3 Bleib bei mir, Herr

1. Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein. Es kommt die Nacht, die Finsternis fällt ein. Wo fänd ich Trost, wärst du mein Gott nicht hier? Hilf dem, der hilflos ist: Herr, bleib bei mir! 2. Wie bald verebbt der Tag, das Leben weicht, Die Lust verglimmt, der Erdenruhm verbleicht; Umringt von Fall und Wandel leben wir. Unwandelbar bist du: Herr, bleib bei mir! 3. Ich brauch zu jeder Stund dein Nahesein, Denn des Versuchers Macht brichst du allein. Wer hilft mir sonst, wenn ich den Halt verlier? In Licht und Dunkelheit, Herr, bleib bei mir!

Segen

Der HERR segne dich und er behüte dich.

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

Der HERR hebe sein Angesicht über dich

und gebe dir Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel

EG 789.7 „Bleib mit deiner Gnade“

https://www.youtube.com/watch?v=W82sGeAIzA0

Bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ. Ach, bleib mit deiner Gnade bei uns, Du treuer Gott!



All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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