Gottesdienst am Neujahrsabend, den 01.01.2022 in Lichtenau



Gottesdienst am Neujahrsabend, den 01.01 2022, um 18 Uhr in Lichtenau

mit Pfarrerin Ute Braun



Dieser Gottesdienst wird auch per Zoom übertragen:

https://eu01web.zoom.us/j/65245801800?pwd=VTdpTUdrKzRPeGwrM2hjVFhXN2I4QT09

Meeting-ID: 652 4580 1800

Kenncode: 898321


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Orgelvorspiel

Votum: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)

Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)

Begrüßung:

Willkommen! Eine offene Tür – ein offenes Lächeln – einfach reinkommen und da sein. Das tut uns gut!

Bei Freunden, bei Nachbarn, am Urlaubsort…

Willkommen! Da sein, aufnehmen, gesegnet werden, weitergehen – so füllt Christus seinen Raum.

Er spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!

Lied: Jesus soll die Losung sein (EG 62,1+3)

https://www.youtube.com/watch?v=kdDqio70IdA

1) Jesus soll die Losung sein, da ein neues Jahr erschienen;

Jesu Name soll allein denen als ihr Zeichen dienen,

die in seinem Bunde stehn und auf seinen Wegen gehn.

3) Unsre Wege wollen wir nur in Jesu Namen gehen.

Geht uns dieser Leitstern für, so wird alles wohl bestehen

und durch seinen Gnadenschein alles voller Segen sein.

Statt Psalm: So oder so von Tina Willms

Ein Tor, das verschlossen bleibt.

Unverrichteter Dinge wieder gehen müssen.

Eine Tür, die sich öffnet. Auf dem Tisch Kaffee und Kuchen.

Ein Zaun, der hochgezogen wird. Abgeschottet, was Zukunft hätte heißen können.

Eine Barriere, die aus dem Weg geräumt wird. Neues Land, um es zu erkunden.

Eine Grenze, die überwacht wird: Du bist hier nicht erwünscht!

Ein Schlagbaum, er nach oben geht: Komm rein! Wir schaffen das!

Eine Sperre im Weg. Du siehst den Ort schon, den du erreichen wolltest.

Ankommen dürfen. Endlich am Ziel, das so lange vor Augen war.

Nicht einmal eine Absage auf das hundertachte Bewerbungsschreiben.

Schwarz auf weiß: ein Termin für ein Vorstellungsgespräch.

Die Diagnose, die einen Strich durch alle Pläne macht.

Alles in Ordnung – vor dir liegt die Straße der Möglichkeiten.

Die Dauerwarteschleife. Am Ende einer, der sich als nicht zuständig erklärt.

Eine freundliche Stimme fragt: was kann ich für dich tun?

Gebet:

Beim Gang durch unsere unzähligen Lebenstüren öffnen wir immerzu die einen und andere schließen wir ab.

Wir gehen von einem Jahr zum anderen,

voller Hoffnung auf das Neue und dankbar, das Alte abzuschließen.

Beim Gang durch unsere Lebenstüren, Gott, geh du mit uns. Halte die Hoffnung in uns wach, unsere Liebe zu dir und zu den Menschen. Amen.

Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!

Hören wir die Verse, aus dem diese Worte stammen aus Johannes 6,28-40

Schriftlesung

Da fragten sie ihn: Was sollen wir tun, dass wir Gottes Werke wirken? Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du für ein Zeichen, auf dass wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? Unsre Väter haben Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht »Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.«

Da sprach Jesus zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn dies ist das Brot Gottes, das vom Himmel kommt und gibt der Welt das Leben. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit solches Brot.

Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.

Aber ich habe euch gesagt: Ihr habt mich gesehen und glaubt doch nicht. Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Denn ich bin vom Himmel gekommen, nicht damit ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich nichts verliere von allem, was er mir gegeben hat, sondern dass ich’s auferwecke am Jüngsten Tage. Denn das ist der Wille meines Vaters, dass, wer den Sohn sieht und glaubt an ihn, das ewige Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tage.

Lied: Tut mir auf die schöne Pforte (EG 166,1+2+5)

https://www.youtube.com/watch?v=V3KS5-LULtU

1) Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein; ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein!

Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.

2) Ich bin, Herr, zu dir gekommen, komme du nun auch zu mir. Wo du Wohnung hast genommen, da ist lauter Himmel hier. Zieh in meinem Herzen ein, lass es deinen Tempel sein.

5) Stärk in mir den schwachen Glauben, lass dein teures Kleinod mir nimmer aus dem Herzen rauben, halte mir dein Wort stets für, dass es mir zum Leitstern dient und zum Trost im Herzen grünt.

Predigtgedanken zur Jahreslosung

Verblüffend, wie passend die Jahreslosung manchmal ist!

Und das, obwohl sie schon vor vier Jahren ausgesucht wurde!

Während wir es inzwischen schon gewohnt sind, dass es Zugangsbeschränkungen mit 3G, 2G oder gar 2G+ gibt – heißt es hier einfach: Willkommen! Sei da! Komm rein!

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!


Und ich bin froh, dass wir es auch in unseren Kirchengemeinden so halten und unsere Gottesdienste nach wie vor ohne Zugangsbeschränkungen feiern! Denn wir sind in beiden Kirchengemeinderäten fest davon überzeugt: unsere Kirchen und Gottesdienste müssen für jeden und jede zugänglich bleiben.

Jeder darf da sein, jeder ist willkommen. So war es immer – und so soll es auch bleiben!

Willkommen! Sei da! Komm rein!

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!


Zugleich habe ich in den letzten 1 ½ Jahren und auch in den Tagen jetzt um Weihnachten wahrgenommen, wie wichtig unser Kirchenraum für viele war und wurde.

Gemeindeglieder, die inzwischen zu krank sind, um unsere Gottesdienste mit zu feiern, kamen mal an einem Abend oder einem Nachmittag hier herein.

Setzten sich in die Bank – freuten sich an dem erleuchteten Christbaum – hielten Zwiesprache mit Gott.

Einfach da sein – loslassen – Gott anvertrauen, was einen umtreibt.

Und dabei zu spüren: hier darf ich sein – so wie ich bin – so wie es mir gerade geht…

Willkommen! Sei da! Komm rein!

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!


Wir kennen es alle, wie gut es tut, wenn wir willkommen geheißen werden.

Wir besuchen Freunde oder auch die Familie – wir werden herzlich in den Arm genommen – herein gebeten. Dürfen einfach da sein. Fühl dich wie daheim! Und das tun wir auch!


Ankommen an einem vertrauten Urlaubsort. Die Vermieterin lächelt uns an. Schön dass Sie wieder da sind. Sie kennen sich ja bei uns aus.

Und mit einem Schlag merken wir, wie anstrengend die letzten Tage, Wochen und Monate waren – und wir lassen los…


Sich willkommen fühlen. Wissen, ich darf hier so sein, wie ich bin – mit meinen Ecken und Kanten – so überdreht ich mich gerade fühle – oder auch so erschöpft!

Hier darf ich ausspannen, zur Ruhe kommen, erzählen, klagen, weinen, mich freuen, rumhopsen, glücklich sein – oder einfach nix tun!

Alles darf sein: Willkommen! Sei da!


(https://i2.wp.com/jahreslosung.net/wp-content/uploads/2021/11/Jahreslosung-2022-Motiv-Bahlinger.jpg)


Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!

Auf der Karte, die Sie erhalten haben, wird noch eine weitere Dimension in den Blick genommen:

Man sieht eine geöffnete Tür – sie lässt uns in einen Raum eintreten, der in warmen Farben eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlt.

Ein gedeckter Tisch ist da: Brot und Wein. Sofort verbinden wir damit das Abendmahl.


Ich darf da sein, mich stärken.

Ich erfahre Trost, Vergebung, Gemeinschaft. All das, was das Abendmahl an Bedeutungen in sich trägt.

Neben der Tür hängt ein großer Schlüssel – in Kreuzform.

Natürlich. Er verweist auf den, der uns diese Tür aufgeschlossen hat. Der uns willkommen heißt. Der uns stärkt, tröstet und ermutigt.

Der, der zu uns sagt: Willkommen! Sei da! Komm rein!

Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!

Christus!


Wir haben die Verse vorhin gehört, aus denen diese Worte stammen. Die Menschen sind auf der Suche nach Nahrung – Nahrung für ihre Seele. Nach dem Leben selbst. Nach Erfüllung, Segen und Heil.

Und Christus sagt zu ihnen: Ich bin das Brot!


Wer darf zu ihm kommen? Die Beladenen, die Glücklichen, die Zweifler, die Frommen? Christus antwortet: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen!

Oder in anderen Worten: jeder darf kommen – jeder, der es möchte, jeder, der das Leben sucht, jeder, der einen Ort braucht, an dem er einfach da sein darf!


Aber es ist noch mehr…

Die Farben auf der Karte – sie spiegeln das Blau