Gottesdienst am Sonntag Sexagesimae, den 20.02.2022 in Lichtenau



Gottesdienst am Sonntag Sexagesimae, den 20.02 2022,

um 10 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun



Dieser Gottesdienst wird auch per Zoom übertragen:

https://eu01web.zoom.us/j/65245801800?pwd=VTdpTUdrKzRPeGwrM2hjVFhXN2I4QT09

Meeting-ID: 652 4580 1800

Kenncode: 898321


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)



Orgelvorspiel


Lied: Auf und macht die Herzen weit (EG 454,1+2+5)

https://www.youtube.com/watch?v=hiprzl7OKZ0

1) Auf und macht die Herzen weit, euren Mund zum Lob bereit! Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.

2) Gottes Wort erschuf die Welt, hat die Finsternis erhellt.

Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.

5) Gottes Wort ruft Freund und Feind, die sein Geist versöhnt und eint. Gottes Güte, Gottes Treu sind an jedem Morgen neu.

Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)

Gruß: Der Herr sei mit euch (...und mit deinem Geist.)

„Das Wort wirkt“ – so ist der Sonntag „Sexagesimae“ (60 Tage vor Ostern) überschrieben. WIE das Wort wirkt, dem wollen wir heute ein wenig nachspüren:

Psalm: NL 959.2


HERR, dein Wort bleibt ewiglich, so weit der Himmel reicht;

deine Wahrheit währet für und für.

Du hast die Erde fest gegründet,

und sie bleibt stehen.

Nach deinen Ordnungen bestehen sie bis heute;

denn es muss dir alles dienen.

Wenn dein Gesetz nicht mein Trost gewesen wäre,

so wäre ich vergangen in meinem Elend.

Dein Wort ist meinem Munde süßer als Honig.

Dein Wort macht mich klug;

darum hasse ich alle falschen Wege.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

und ein Licht auf meinem Wege.

Erhalte mich nach deinem Wort, dass ich lebe,

und lass mich nicht zuschanden werden in meiner Hoffnung. Ehre sei dem Vater...

Eingangsgebet:

Ich hoffe auf dein Wort, Herr,

am Anfang dieses Tages, am Anfang dieser Woche.

So stehe ich hier. Mit offenen Händen. Offenem Herzen.

Fruchtbarer Boden für dein Wort. Schenk es mir.

Ein Wort, das mich tröstet; eines, das mir Orientierung gibt; eines, das mir den Weg leuchtet; eines, das mich vom Kopf auf die Füße stellt. Darum bitte ich durch Christus, deinen Sohn, das lebendige Wort. (Amen)

„Das Wort wirkt“ – Jesus erzählt dazu folgendes Gleichnis:


Evangelium: Lukas 8,4-15

Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu Jesus eilten, sprach er durch ein Gleichnis:

Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen’s auf. Und anderes fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte. Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten’s. Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute. Er aber sprach: Euch ist’s gegeben, zu wissen die Geheimnisse des Reiches Gottes, den andern aber ist’s gegeben in Gleichnissen, dass sie es sehen und doch nicht sehen und hören und nicht verstehen.

Das ist aber das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Die aber an dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden. Die aber auf dem Fels sind die: Wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Sie haben aber keine Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab. Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht zur Reife. Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

Hauptlied: Wohl denen, die da wandeln (EG 295,1+3+4)

https://www.youtube.com/watch?v=AS9EQLlEPUc

1) Wohl denen, die da wandeln vor Gott in Heiligkeit, nach seinem Worte handeln und leben allezeit; die recht von Herzen suchen Gott und seine Zeugniss' halten, sind stets bei ihm in Gnad.

3) Mein Herz hängt treu und feste an dem, was dein Wort lehrt. Herr, tu bei mir das Beste, sonst ich zuschanden werd. Wenn du mich leitest, treuer Gott, so kann ich richtig laufen den Weg deiner Gebot.

4) Dein Wort, Herr, nicht vergehet, es bleibet ewiglich, so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich; dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleichwie der Grund der Erden, durch deine Hand bereit'.

Predigtgedanken zu Hebräer 4,12-13

„Das Wort wirkt“ – im Hebräerbrief finden wir in einem kleinen Ausschnitt mehrere Umschreibungen dafür, wie das Wort wirkt:

Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Und kein Geschöpf ist vor ihm verborgen, sondern es ist alles bloß und aufgedeckt vor den Augen Gottes, dem wir Rechenschaft geben müssen.

„Das Wort wirkt“! Das erleben wir fast täglich.

Ein gutes Wort kann uns durch einen Tag hindurchhelfen. Kann uns ein bisschen Licht in dunkle Stimmung bringen und Ruhe in unruhige Gedanken. Ein gutes Wort kann uns trösten, kann uns helfen, uns Hoffnung schenken.

So ein gutes Wort kommt selten allein. Meist ist es verbunden mit dem Menschen, der uns das Wort zusagt. Ein Mensch, der uns wahrnimmt, der sieht wie es uns geht und auch Anteil nehmen möchte. Manchmal kommt zu so einem Wort auch eine Geste, die noch einmal unterstreicht, was das Wort schon ausdrückt.

Ein Wort kann aber auch verletzen und tiefe Wunden schlagen. Auch das haben wir schon erlebt: eine unbedachte Äußerung, ein Wort voller Wut oder Enttäuschung herausgeschrien, tut weh – dem anderen aber manchmal auch uns selbst. Auch ein Wort, das NICHT ausgesprochen wird, kann verletzen – z.B. dann wenn der andere schmerzlich darauf wartet.

Und das Ganze wird noch verstärkt, wenn uns derjenige, der die Worte ausspricht, am Herzen liegt. Von so einem Menschen berühren uns Worte nochmal mehr – im positiven wie im negativen Sinn.

„Das Wort wirkt“ – schon für Menschenworte gilt das, wie an den wenigen Beispielen gerade sichtbar wurde. Für Gottes Wort gilt das genauso, wenn nicht sogar noch mehr:

Das Wort Gottes ist LEBENDIG und KRÄFTIG und SCHÄRFER als ein zweischneidiges Schwert, heißt es in unserem Predigttext dazu. Und schon allein bei diesem Satz klingen ganz viele andere Worte und Geschichten mit…

Das Wort Gottes ist LEBENDIG!

Sofort denke ich an das erste Kapitel in der Bibel: Gott sprach: „Es werde Licht und es ward Licht!“

Mit einem Wort nur ruft Gott die ganze Schöpfung ins Leben!

Ich höre daneben das erste Kapitel im Johannesevangelium: „Am Anfang war das Wort… und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns!“

Da bekommt das lebendige Wort sogar eine mehrfache Bedeutung, denn im Johannesevangelium ist Jesus sozusagen das menschgewordene, sehr lebendige Wort Gottes!

Und dazu gesellen sich dann so manche Wundergeschichten, wo Jesus mit nur einem Wort Menschen heilt. Denken Sie an den Hauptmann und seinen Knecht vor wenigen Wochen – aber auch an die Erweckungsgeschichte von Lazarus, den Jesus aus seinem Grab herausruft. Hier ist Gottes Wort eines das nicht nur lebendig ist – sondern auch lebendig macht.

Das Wort Gottes ist KRÄFTIG:

Ich höre da mit: es ist Kraft-voll und Macht-voll und ich muss spontan an so manche Prophetenberufung im Alten Testament denken. Wie viele der Propheten haben versucht sich rauszureden, irgendwie um den Auftrag herumzukommen… Mose fällt mir da ein, Jeremia und Jona, der sogar davon läuft… Doch alle haben schlussendlich den Auftrag übernommen, den sie von Gott empfangen hatten.

Machtvoll und kraftvoll zeigt sich auch das Wort Jesu, als er dem Sturm befiehlt, still zu sein.

Und wenn wir in die Worte der Propheten und später auch in die Reden Jesu und die seiner Apostel schauen, dann sehen wir, dass dieses Wort Gottes auch in anderer Weise kräftig ist: es bewegt Menschen, richtet auf, verändert und breitet sich so immer mehr aus. Es schenkt Kraft!

Lebendig und kräftig – das sind wohl die beiden Begriffe, mit denen wir selbst Gottes Wort im besten Sinne verbinden können. Wenn wir Gottes Wort hören (im Gottesdienst z.B.) - oder wenn wir es lesen – oder es uns in einer besonderen Situation zugesprochen wird, dann kann es auch uns ermutigen, aufrichten, stärken, trösten und Leben in uns wecken – oder uns auch zurück ins Leben führen.

Und schließlich – so heißt es im Hebräerbrief – ist das Wort Gottes SCHÄRFER als ein zweischneidiges Schwert!

Da kommen bei mir erst mal nicht so positive Assoziationen auf. Ein scharfes Wort! Wie ein Schwert, und dazu noch ein zweischneidiges. Ich verbinde damit erst einmal Gewalt. Das ist kein schönes Bild – und vor allem keines, das ich mit Jesus verbinden will.

Doch wenn ich dann weiter in seine Geschichten eintauche, dann finde ich schon auch Texte, die dazu passen.

An Jesus haben sich durchaus die Geister geschieden. Er hatte seine Anhänger – aber er hatte auch seine Kritiker und vor allem hatte er Feinde. Die Trennung ging durch sein Volk, durch die Familien seiner Jünger und teilweise sogar durch seine eigene Familie.

Jesu Wort konnte auch durchaus scharf sein – nämlich im Sinne von klar und bestimmt. Er hat nichts davon gehalten dass man irgendwie um den heißen Brei herum redet oder sich rausredet. Sein Weg war immer: Position beziehen, auch wenn sie unbequem ist. Und das hat er auch seinen Jüngern mitgegeben: „Eure Rede sei ja, ja oder nein, nein – alles andere ist von Übel…“

Scharf, klar…

Aber das ist noch nicht alles. Dieses schwert-scharfe Wort Gottes ist Richter unserer Gedanken und Sinne des Herzens, heißt es da.

Es klingt so als wäre es eine Art waches Gewissen oder ein hoher ethischer Anspruch: Es trennt zwischen dem, was uns zum Leben hilft und dem, was uns am Leben hindert. Es will heraus trennen, wo wir uns selbst mit unseren Gedanken das Leben schwer machen oder uns selbst im Weg stehen.

Es ist ein Wort, das uns innerlich immer wieder korrigiert: das geht und das geht nicht, das ist gut und das ist schlecht.

Eine Kraft sozusagen, die die beiden Seiten, die wir wohl alle irgendwie in uns tragen, fein säuberlich auseinander trennt und uns hilft uns immer wieder für die helle Seite zu entscheiden…

Das Wort Gottes ist LEBENDIG und KRÄFTIG und SCHÄRFER als ein zweischneidiges Schwert…

All das ist Gottes Wort – ausgesprochen von dem, der uns von Herzen zugewandt ist. Der uns nicht verletzen und uns auch nicht schaden will – sondern, der uns stärken, aufrichten und uns zu einem guten Leben befähigen will.

Das Wort wirkt – gerade in seiner Vielfalt, wie es uns heute im Gottesdienst begegnet. Es ist ein Wort, das in jede unserer Lebenssituationen und Lebensfragen hineinspricht: scharf und klar, wo wir selbst Klarheit brauchen oder klar auftreten müssen;

kräftig, wo wir Unterstützung brauchen für uns selbst oder auch für andere

und lebendig: denn das ist das Anliegen Gottes, wie es uns Jesus nahegebracht hat: wir sollen leben, uns lebendig fühlen – frei, getrost, stark, mutig und dem Leben zugewandt. Amen.

Predigtlied: Eines Tages kam einer (NL 34,1-4)

https://www.youtube.com/watch?v=nP8ZdwY8u2g

1) Eines Tages kam einer, der hatte eine Klarheit in seiner Stimme, eine Wärme in seinen Worten, eine Kraft in seiner Botschaft.

2) Eines Tages kam einer, der hatte eine Freude in seinen Augen, eine Freiheit in seinem Handeln, eine Zukunft in seinen Zeichen.

3) Eines Tages kam einer, der hatte eine Hoffnung in seinen Wundern, eine Weite in seinem Wesen, eine Offenheit in seinem Herzen.

4) Eines Tages kam einer, der hatte eine Liebe in seinen Gesten, eine Güte in seinen Blicken, eine Nähe in den Umarmungen.

Fürbittengebet:

Herr, unser Gott,

voll Vertrauen kommen wir zu dir und bitten dich:

schenke uns offene Ohren, dass wir dein Wort hören.

Schenke uns offene Herzen, dass wir annehmen, was du zu sagen hast.

Am Anfang war dein Wort, Gott – am Ende hoffen wir auch darauf. Dein Wort, was zum Leben ruft – dein Wort, das uns ein deine Wirklichkeit hinüber ruft.

Mit diesem Vertrauen denken wir heute an unsere Verstorbenen, bitten um dein Trostwort für alle die um sie trauern.

Jesus Christus, du hast zu denen gesprochen, mit denen sonst niemand geredet hat.

Wir bitten dich für die, die außen vor sind, die nicht dazugehören, die niemanden haben, der sich für sie einsetzt. Sei an ihrer Seite.

Heiliger Geist, du gibst Kraft und Mut.

Stärke uns, dass wir unsere Stimmen erheben, wo Unrecht geschieht, und dass wir dein Wort frohen Mutes weitertragen.

Vaterunser

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

Amen.

Schlusslied: Herr, deine Liebe (EG 653,1+2+4)

https://www.youtube.com/watch?v=Z8DgPD74Q9k

1) Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus. Frei sind wir, da zu wohnen und zu gehen. Frei sind wir, ja zu sagen oder nein. Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.

2) Wir wollen Freiheit, um uns selbst zu finden, Freiheit, aus der man etwas machen kann. Freiheit, die auch noch offen ist für Träume, wo Baum und Blume Wurzeln schlagen kann. Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.

4) Herr, du bist Richter! Du nur kannst befreien, wenn du uns freisprichst, dann ist Freiheit da. Freiheit, sie gilt für Menschen, Völker, Rassen, so weit, wie deine Liebe uns ergreift. Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Weite und wie ein Zuhaus.

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig der Herr erhebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden.

(Amen, Amen, Amen)

Orgelnachspiel



All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste





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