Gottesdienst am Vorletzten Sonntag im Kirchenjahr, den 14.11.2021 in Scherzheim



Gottesdienst am Vorletzten Sonntag im Kirchenjahr, den 14.11 2021,

um 10 Uhr in Scherzheim

Friedens-Gottesdienst mit Konfis am Volkstrauertag

mit Pfarrerin Ute Braun



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)



Orgelvorspiel


Votum:

Wir feiern unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des

Heiligen Geistes. (Amen)

Gruß:

Der Herr sei mit euch… (…und mit deinem Geist)


Begrüßung:

Volkstrauertag – gedenken aber auch Bitte für den Frieden… Im KU mit dem Thema Frieden beschäftigt – unsere Gedanken bringen wir in diesen GD heute ein.


Eingangsgebet:

Herr, unser Gott, heute am Volkstrauertag gedenken wir der Opfer unserer beiden Weltkriege aber auch der vielen anderen Opfer, die Krieg, Terror und Machtherrschaften gefordert haben und nach wie vor fordern.

Dankbar sind wir dafür, dass wir in einem Land leben, das seit beinahe 80 Jahren in Frieden lebt. Dankbar sind wir dafür, dass es uns und unseren Familien gut geht, und wir im Grunde alles haben, was wir für unser Leben brauchen.

Wir sehen aber auch, dass es in anderen Ländern nach wie vor Krieg gibt, dass man Konflikte mit Gewalt lösen will und dass auch bei uns Rassismus und Mobbing für Unfrieden sorgen.

Herr, hilf uns, uns für Frieden einzusetzen. Daran mitzuwirken, dass die Erde so sein kann, dass alle Menschen darauf gut leben können – auch noch in nachfolgenden Generationen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. (Amen)

Lied: Unfriede herrscht auf der Erde (EG 663,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=XKCbzscqb3Y

Alles war sehr gut“ – Schöpfungsgeschichte (Gen 1) – Lesung Konfis


Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.

Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht. Da ward aus Abend und


Morgen der erste Tag.


Und Gott sprach: Es werde eine Feste zwischen den Wassern, die da scheide zwischen den Wassern. Da machte Gott die Feste und schied das Wasser unter der Feste von dem Wasser über der Feste. Und es geschah so.

Und Gott nannte die Feste Himmel. Da ward aus Abend und Morgen der zweite Tag.


Und Gott sprach: Es sammle sich das Wasser unter dem Himmel an einem Ort, dass man das Trockene sehe. Und es geschah so.

Und Gott nannte das Trockene Erde, und die Sammlung der Wasser nannte er Meer. Und Gott sah, dass es gut war.

Und Gott sprach: Es lasse die Erde aufgehen Gras und Kraut, das Samen bringe, und fruchtbare Bäume, die ein jeder nach seiner Art Früchte tragen, in denen ihr Same ist auf der Erde. Und es geschah so.

Da ward aus Abend und Morgen der dritte Tag.


Und Gott sprach: Es werden Lichter an der Feste des Himmels, die da scheiden Tag und Nacht. Sie seien Zeichen für Zeiten, Tage und Jahre. Und es geschah so.

Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne.

Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der vierte Tag.


Und Gott sprach: Es wimmle das Wasser von lebendigem Getier, und Vögel sollen fliegen auf Erden unter der Feste des Himmels. Und Gott schuf große Seeungeheuer und alles Getier, das da lebt und webt, davon das Wasser wimmelt, ein jedes nach seiner Art, und alle gefiederten Vögel, einen jeden nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war. Da ward aus Abend und Morgen der fünfte Tag.


Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so.

Und Gott machte die Tiere des Feldes und das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Erdbodens. Und Gott sah, dass es gut war.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei.

Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und

schuf sie als Mann und Frau.

Und es geschah so.

Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.

So wurden vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.


Und siehe es war sehr gut“ – so heißt es in dieser Schöpfungsgeschichte immer wieder – eine schöne Welt – Natur und Lebewesen im Einklang miteinander.

Echt paradiesisch… So wird es in den alten Geschichten beschrieben – und auch heute tragen wir alle „Paradies-Vorstellungen“ in uns. So sollte unser Leben aussehen. Einige Paradiesvorstellungen der Konfis hören wir nun:



Unsere Vorstellung vom Paradies… (Konfis)

- Wohnort für alle, genug Essen und Trinken, Familie und Freunde.

- genug zu essen, kein Krieg, keine Angst wegen bösen Menschen, keine Naturkatastrophen, gute Gesellschaft (Familie, Freunde), keine Schule, viel Grün (Pflanzen), viel Vergnügungsdinge, keine Autos, Flugzeuge usw.

- Ein Paradies ist für mich eine grüne Landschaft, viele Tiere, genügend Wasserquellen und ein Zuhause für die armen Kinder.

- Mein Paradies ist, wenn es den Menschen gut geht, jeder eine Zukunft hat und es keine Hungersnot gibt.

- Das Paradies ist für mich eine grüne Landschaft, viel Essen und Trinken, voll Freunde und Familie, ein Wohnort für Vögel, Fische, Säugetiere. Und vielleicht noch ne Villa für mich.

- Im Paradies sollte es genug zu essen geben, es sollte immer bewacht werden, nur bestimmte Personen sollten Zutritt haben, es sollte große Häuser mit schönen Gärten geben.

- Mein Paradies besteht aus einem großen Garten und im Garten ist jede Obst- und Gemüse-Sorte und eine große Weide mit Kuh und Huhn. Außerdem steht da ein großes Haus. Groß genug für meine Familie. Im Haus sind 3 Küchen, 4 Schlafzimmer, 1 Zockerzimmer, 2 Wohnzimmer und 5 Badezimmer.


Alles war sehr gut? Echt paradiesisch?

Sie haben es bei den Vorstellungen der Konfis schon gemerkt: so ist unsere Welt nicht. Ja, bei manchen konnte man ganz konkret mithören, was den Jugendlichen auch Angst macht an unserer Welt – oder warum wünschen sie sich ein Paradies, das bewacht wird, wo nur bestimmte Menschen Zutritt haben.

Nein, unsere Welt ist nicht paradiesisch und auch nicht mehr „sehr gut“, wie es in der Schöpfungsgeschichte heißt. So vieles gibt es, was unsere Welt im wahrsten Sinne des Wortes „zerreißt“. Auf unserem Bild verdeutlicht durch die roten Spitzen:



Was die Welt zerreißt:

Atomwaffen – (Cyber-)Mobbing – schlechte/gewalttätige Menschen – Atomkraftwerke – Gewalt – Waffenhandel – Klimawandel – Mörder – Terrorismus – Rechtsradikale – Rassismus – Pädophile – Drogen – Diktatoren – Verschwendung von Essen – Umweltverschmutzung – Plastik – Krieg


Diese Gefährdungen für unsere Welt und ein gelingendes Miteinander, sie sind kein neues Phänomen. Sie gab es schon, so lange es Menschen gibt in der ein oder anderen Form.

Beispielhaft wird es schon in den alten Mythen im 1. Buch Mose erzählt:

Da haben wir Adam und Eva, die so gerne wie Gott sein möchten und damit sich ihr Paradies selbst kaputt machen.

Die Brüder Kain und Abel, die einfach nur eifersüchtig aufeinander sind – warum hat der mehr Erfolg, wird mehr geliebt und bevorzugt? Neid und Eifersucht führen zu Blutvergießen und Tod.

Menschen leben in Unfrieden zusammen, rauben, verletzen, töten – achten nicht auf die Welt in der sie leben und auch nicht auf die Menschen, mit denen sie zusammen leben – so verschulden sie es, dass ihre Welt „untergeht“.

Und auch das Phänomen des „höher, schneller, weiter“ ist keine Erfindung unserer globalen Welt – auch das findet sich schon in der Bibel in einem globalen Bauprojekt – dass für Verwirrung sorgt und dazu, dass die Menschen einander nicht mehr zuhören, sich nicht mehr verstehen.


Und nun? Resignieren – nach dem Motto, das war ja schon immer so?

Oder doch etwas ändern? Und zwar zu allererst in meinem eigenen Verhalten?

Die Konfis haben einige Gedanken dazu aufgeschrieben – auf den bunten Punkten…



Was wir tun können

Fahrrad fahren - Müll vermeiden - weniger Plastik produzieren - Glas verwenden, Mehr auf die Umwelt achten - Frieden zwischen den Ländern - Kein Krieg – Waffenhandel stoppen – respektvoll miteinander umgehen – nett zueinander sein – jeden respektieren – niemanden mobben - Beten -


Ja, auch beten ist eine Form, etwas zu verändern – in uns selbst, für unsere Welt…Ihn um Frieden bitten – in uns und um uns:


Lied: Verleih uns Frieden gnädiglich (NL 202)

https://www.youtube.com/watch?v=f2tJ2b9aOcY

Wir haben alle sehr genaue Vorstellungen davon, was Frieden ist. Einiges sehen Sie auf den Plakaten ausgedrückt, die an den Säulen hängen.

Und wir wissen auch, was wir dafür tun können.

Exemplarisch hören wir dazu Gedanken von 2 Konfirmandinnen:


- Frieden bedeutet für mich, ohne Gewalt und heftigen Streit zu leben und wenn man sich geborgen fühlt. Frieden Bedeutet für mich auch, wenn es keinen Krieg und Terrorismus gibt.

- Frieden ist für mich, wenn man in der Stille an Gott oder an verstorbene Menschen denken kann. Frieden bedeutet für mich auch, dass kein Krieg stattfindet und keine Gewalt. Frieden ist die Geborgenheit in Gott. Wir können uns zum Frieden wenden, indem man sich gegenseitig respektiert und Streit ohne Gewalt löst. Es ist auch ein Beitrag zum Frieden, wenn man sich für andere einsetzt, die wegen ihrem Aussehen oder ihrer persönlichen Art ausgeschlossen werden.


Und Jesus selbst geht noch ein Stück weiter.

Für ihn ist Frieden nicht nur, den anderen zu respektieren. Oder ihm nicht Schlechtes zu tun. Nein, sein Handeln geht weit darüber hinaus.

Hören wir seine Worte als Abschluss unserer Gedanken zu Frieden in unserer Welt – und als Handlungsanweisung für die kommende Zeit:

Lesung: Lukas 6

Jesus sprach: »Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; segnet die, die euch verfluchen, und betet für alle, die euch schlecht behandeln.

Wenn dich jemand auf die Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere Backe hin. Wenn dir jemand den Mantel wegnimmt, dann gib ihm noch das Hemd dazu.

Wenn jemand dich um etwas bittet, dann gib es ihm; und wenn jemand dir etwas wegnimmt, dann fordere es nicht zurück.

Behandelt die Menschen so, wie ihr selbst von ihnen behandelt sein wollt.

Warum erwartet ihr von Gott eine Belohnung, wenn ihr nur die liebt, die euch auch lieben? Das tun sogar die Menschen, die nicht nach dem Willen Gottes fragen.

Nein, eure Feinde sollt ihr lieben! Tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerwarten!“

Amen.

Lied: Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen (NL 93,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=_rQ3M-Jn_Y0

Fürbitten

Herr, unser Gott,

um Frieden bitten wir für die Länder, in denen Krieg und Gewalt herrschen. Mach Menschen bereit, neue Wegre zu gehen – Gespräche zu sorgen – Konflikte nicht mit Gewalt zu lösen.


Wir bitten für die Menschen, die auf der Flucht vor Krieg und Gewalt sind und nach einem sicheren Zufluchtsort suchen. Sei bei ihnen.

Mache Länder und Menschen bereit, ihnen Häfen, Grenzen und Türen zu öffnen, und ihnen so ein Stück Frieden zu schenken.


Wir bitten für die Menschen bei uns, die mit Stimmungsmache, rassistischen Parolen und Ablehnung unserer demokratischen Gedanken für Unfrieden und Angst im eigenen Land sorgen. Mach uns mutig, auch mit ihnen das Gespräch zu suchen und so für Frieden und Gleichberechtigung einzutreten.


Wir bitten auch für unsere Schöpfung, die nicht mehr im Einklang ist. So vieles ist aus dem Gleichgewicht – und schlägt sich nieder im Klimawandel, in Naturkatastrophen, Seuchen und dem Aussterben von Tieren und Pflanzen. Lass uns endlich begreifen, dass wir alle dazu beitragen müssen, damit Leben auf der Erde weiterhin möglich sein kann.


Und wir bitten für uns alle mit unserem ganz persönlich Unfrieden in Schule und Arbeitsplatz, in Familie und Nachbarschaft, und in uns selbst.

Hilf uns, barmherziger zu sein – mit uns selbst und mit jedem Menschen, der uns begegnet.

Gemeinsam beten wir: Vaterunser

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Worte des Ortsvorstehers, Kranzniederlegung

Lied: Herr, wir bitten, komm und segne uns (EG 610,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=-30zVm0tS6c

Abkündigungen

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig, der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden. (Amen, Amen, Amen)

Orgelnachspiel




All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste





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