Gottesdienst an Pfingstsonntag 5. Juni 2022

Aktualisiert: 8. Juni



Gottesdienst an Pfingstsonntag, 5. Juni 2022 um 10:00 Uhr in Lichtenau

mit Pfarrerin Ute Braun und Luis Weisenburger

Dieser Gottesdienst wird auch per Zoom übertragen:

https://eu01web.zoom.us/j/65245801800?pwd=VTdpTUdrKzRPeGwrM2hjVFhXN2I4QT09

Meeting-ID: 652 4580 1800

Kenncode: 898321



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Orgelvorspiel

Lied: Schmückt das Fest mit Maien (EG 135,1+2+4)

https://www.youtube.com/watch?v=cm4jGBRnpHs

Eröffnung:

Wir feiern unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. (Amen.)

Der Herr sei mit euch… (…und mit deinem Geist)


Psalm 118 (NL 958.2)


Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

O Herr, hilf!

O Herr, lass wohlgelingen!

Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Wir segnen euch vom Haus des Herrn.

Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott, und ich danke dir;

mein Gott, ich will dich preisen.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

(Ehre sei dem Vater und dem Sohn…)

Eingangsgebet:

Es war ein kleiner Kreis von Jüngern und Jüngerinnen in Jerusalem. Du, Gott, hast deinen Geist zu ihnen geschickt.

Sie kamen in Bewegung. Sie haben ihre Angst verloren.

Sie haben gezeigt, woher sie ihren Lebensmut bekommen haben.

Stille

Jetzt und hier bitten wir dich für uns selbst:

um deinen Geist gegen unsere Ängste,

um deinen Geist für neues Denken und Tun.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

(Amen.)


Lesung: Apostelgeschichte 2,1-21


Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle beieinander an einem Ort. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde verstört, denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die da wohnen in Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Römer, die bei uns wohnen, Juden und Proselyten, Kreter und Araber: Wir hören sie in unsern Sprachen die großen Taten Gottes verkünden.

Sie entsetzten sich aber alle und waren ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll süßen Weins.

Da trat Petrus auf mit den Elf, erhob seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr Juden, und alle, die ihr in Jerusalem wohnt, das sei euch kundgetan, vernehmt meine Worte! Denn diese sind nicht betrunken, wie ihr meint, ist es doch erst die dritte Stunde des Tages; sondern das ist’s, was durch den Propheten Joel gesagt worden ist:

»Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter sollen weissagen, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen, und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und auf meine Mägde will ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen. Und ich will Wunder tun oben am Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf; die Sonne soll in Finsternis verwandelt werden und der Mond in Blut, ehe der große und herrliche Tag des Herrn kommt. Und es soll geschehen: Wer den Namen des Herrn anrufen wird, der soll gerettet werden.«

Glaubensbekenntnis (EG 882)

Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt.

Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit:

Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott,

gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater;

durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, christliche und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.

Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.

Lied: Atme in uns heiliger Geist (NL 105,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=wTweZe1jIU0

Predigt zu Römer 8,1-11


TEXT:

Es gibt also keine Verurteilung mehr für die, die zu Christus Jesus gehören.

Das bewirkt das Gesetz, das vom Geist Gottes bestimmt ist.

Es ist das Gesetz, das Leben schenkt durch die Zugehörigkeit zu Christus Jesus.

Es hat dich befreit von dem alten Gesetz, das von der Sünde bestimmt ist und den Tod bringt.

Das alte Gesetz war machtlos.

Es scheiterte an unserer menschlichen Natur.

Deshalb sandte Gott seinen eigenen Sohn in Gestalt eines der Sünde ausgelieferten Menschen.

Er sollte sein Leben für unsere Sünden geben.

So wurde die Sünde verurteilt, die in der menschlichen Natur angelegt ist.

Das tat er, damit die Forderung des Gesetzes durch uns erfüllt wird.

Denn jetzt ist unser Leben nicht mehr von der menschlichen Natur bestimmt, sondern vom Geist Gottes.

Wer von der menschlichen Natur bestimmt ist,

strebt nur nach weltlichen Dingen.

Wer aber vom Geist Gottes bestimmt ist,

strebt nach dem, was der Geist will.

Nach weltlichen Dingen zu streben bringt den Tod.

Aber nach dem zu streben, was der Geist will, bringt Leben und Frieden.

Darum bedeutet das Streben nach weltlichen Dingen Feindschaft gegen Gott.

Es ordnet sich nämlich nicht dem Gesetz Gottes unter – dazu ist es ja gar nicht fähig.

Wer also von seiner menschlichen Natur bestimmt ist, kann Gott unmöglich gefallen.

Aber ihr seid nicht mehr von der menschlichen Natur bestimmt, sondern vom Geist Gottes.

Denn der wohnt in euch.

Wer dagegen diesen Geist nicht hat, den Christus gibt, gehört auch nicht zu ihm.

Wenn Christus jedoch in euch gegenwärtig ist, dann ist euer Leib zwar tot aufgrund der Sünde.

Aber der Geist erfüllt euch mit Leben, weil Gott euch als gerecht angenommen hat.

Es ist derselbe Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat.

Wenn dieser Geist nun in euch wohnt, dann gilt:

Gott, der Christus von den Toten auferweckt hat,

wird auch eurem sterblichen Leib das Leben schenken.

Das geschieht durch seinen Geist, der in euch wohnt.


Nach der vertrauten Geschichte vom Pfingstfest damals in Jerusalem kommen uns diese Verse des Paulus noch komplizierter vor, als sie es eh sind.

Was machen wir mit diesen Worten und was haben sie mit Pfingsten zu tun?

Der Text wirft zunächst mehr Fragen auf, als dass er Antworten gibt.

Trotzdem haben wir uns entschlossen, uns diesem Text zu stellen und ihn Stück für Stück durch Fragen zu erschließen.


Paulus spricht in diesem Text vom alten Gesetz und vom Gesetz, das vom Geist Gottes bestimmt ist.

Um das zu verstehen, müssen wir daran denken, dass Paulus ein Jude war. Einer der mit der jüdischen Tradition groß wurde und auch das jüdische Gesetzesverständnis hatte.

In diesem Denken war es Aufgabe des Menschen, das Gesetz Gottes komplett bis in den kleinsten Buchstaben hinein zu erfüllen.


Aber konnte das ein Mensch überhaupt schaffen?

„Nein“, sagt Paulus in unserem Text, „das kann er nicht“. Die menschliche Natur steht ihm da im Weg.

Und die menschliche Natur strebt nach weltlichen Dingen, nach Macht und Einfluss, nach Reichtum und Besitz. Sie strebt nach dem, was oftmals Leid mit sich bringt oder sogar den Tod.


Dann begegnete Paulus dem christlichen Glauben und entdeckte in ihm eine Kraft, die anderes Leben und Handeln möglich machte. Diese Kraft nennt er den Geist Gottes:

Was bewirkt dieser Geist Gottes?

Der Geist bewirkt, dass man nach dem strebt, was der Geist will und was Leben und Frieden bringt. Er bewirkt, dass wir anders denken, fühlen und handeln. Menschen, die vom Geist erfüllt sind, achten auf andere, helfen anderen, auch denen, die eher durch das Raster rutschen


Heißt das dann aber, dass Menschen, die den Geist Gottes haben, immer das Richtige tun?


Nein, das heißt es leider nicht!

Paulus merkt schnell, dass selbst die Menschen, die einen großen Glauben haben und sich sehr bemühen, immer das Richtige zu tun, Fehler machen, an ihre Grenzen stoßen, auch mal ungerecht sind.

Wie sollte ein Mensch aus eigener Kraft je gerecht werden?

Konnte er das überhaupt? Oder musste er nach wie vor damit rechnen, dass er für seine Fehler irgendwann von Gott abgeschrieben und verurteilt wird?


Paulus schreibt:

Christus hat uns erlöst. Und er schenkt uns auch immer wieder einen Neuanfang.

Das gilt für alle, die zu Jesus Christus gehören und von seinem Geist erfüllt sind.


Jesus hat sich selbst unter das Gesetz gestellt. Er hat es aber auch überwunden. Er lehrte die Menschen in seinem Geist zu handeln – das war manchmal genau das, was im Gesetz stand, und manchmal war es viel mehr oder auch viel weniger. Er achtete nicht so sehr auf den Buchstaben des Gesetzes sondern immer auf das, was dem anderen Menschen dient, was Frieden schafft und Leben ermöglicht.


Und für Jesus bezog sich „Leben“ nicht nur auf das Leben hier und jetzt sondern auch auf ein Leben nach dem Tod.


Paulus argumentiert so:

Der Geist Gottes war es, der den gekreuzigten Jesus auferweckte. Und wenn nun derselbe Geist auch in uns Menschen wirkt, dann werden diese Menschen wie Christus aus dem Tod auferweckt.


Na, das klingt jetzt ja eher nach Ostern als nach Pfingsten. Was hat denn nun dieser Text mit Pfingsten zu tun?


In der Geschichte vorhin haben wir gehört, wie der Geist Gottes zu den Menschen kam und was er damals bewirkt hat – und der Text im Römerbrief beschreibt, wie der Geist heute noch wirkt – in jedem, der vom Geist Gottes erfüllt ist. Also auch in uns heute und hier.


Und im Grunde hängt Ostern und Pfingsten ja auch zusammen: Bei Johannes wird es so erzählt: der auferstandene Jesus hauchte seine Jünger an und schenkte ihnen so seinen Geist!

Und in der Apostelgeschichte war der Geist Gottes nötig, damit die Jünger aus ihren 4 Wänden hinaustraten und von Jesus und seiner Auferstehung erzählten.

Wäre das nicht passiert, wären die Erfahrungen der Jünger ihre ganz persönliche Geschichte geblieben. Ihre ganz allein – ohne Auswirkungen auf die Welt, auf uns Menschen, unser Denken und Handeln.


Ich glaube auch, dass wir diesen Geist brauchen, um überhaupt an Jesus Christus zu glauben und an seine Auferstehung.


Aber wie kommen wir nun zu diesem Geist? Was meinst du?


Ich glaube, dass dieser Geist Gottes eigentlich in allen Menschen ist. So wie auch Gott überall ist.

Aber in manchen Menschen wirkt er stärker – in anderen weniger.


Eine spannende Vorstellung!

In der Bibel gibt es auch die Vorstellung, dass man den Geist mit der Taufe bekommt. Oder durch den Segen Gottes.

Ob sich das überhaupt so genau sagen lässt, wann und wie der Geist in uns Menschen kommt und dort seine Kraft entfaltet?

Vielleicht ist das aber auch gar nicht so wichtig.

Wichtig allein ist, dass wir erkennen können, WENN der Geist in uns Menschen wirkt.

Für Paulus zeigt es sich in dem, wie ein Mensch handelt.

Bei den Jüngern an Pfingsten wurde es in ihrem Mut deutlich und in der Fähigkeit ihren Glauben in Worte zu fassen.

Und für Martin Luther zeigte es sich darin, dass einer überhaupt an Jesus Christus glaubt.

Aber wahrscheinlich wären sich alle darin einig, dass der Geist auch unterschiedlich stark wirkt – oder wir ihn zumindest unterschiedlich stark in unserem Leben und Handeln zu spüren bekommen.

Und wir erbitten ihn ja auch immer wieder neu – für die Menschen, denen wir Gottes Segen zusprechen, für die Gaben beim Abendmahl und im Gebet für uns selbst.


Für mich ist die wichtigste Aussage dieses Textes, dass wir hier alle von diesem Geist Gottes erfüllt sind.

Wir alle gehören zu Jesus Christus.

Und das gilt für unser Leben hier auf der Erde – aber auch für unser Leben nach dem Tod.

Wir werden trotzdem weiterhin Fehler machen, aber wir erfahren auch Vergebung durch Gott.


Wir alle sind vom Geist Gottes erfüllt und können im Geist Jesu handeln. Und dieser Geist will Frieden und Leben für alle Menschen, ja, für die ganze Welt.

Amen.

Lied: Zieh ein zu deinen Toren (EG 133,1+3+7)

https://www.youtube.com/watch?v=VbfZ73SL8nU


Abendmahl mit Einsetzungsworten und Vaterunser


Schlussgebet:

Herr, unser Gott, du erfüllst uns mit deinem Geist. Einem Geist, der uns Frieden schenkt und Leben.

Einem Geist, der uns lehrt, deinen Willen zu tun. Nicht immer gelingt uns das.

Im Abendmahl schenkst du uns Vergebung und immer wieder einen Neuanfang. Dafür danken wir dir.


Um deinen Geist des Friedens bitten wir für alle Menschen, die in Unfrieden leben mit sich selbst, mit ihren Mitmenschen und mit dir.

Um deinen Geist des Friedens bitten wir für alle Krisengebiete unserer Erde. Für die Menschen in der Ukraine aber auch für die in Afghanistan und Syrien und an jedem anderen Ort dieser Erde, wo Menschen einander Gewalt antun.


Um deinen Geist des Friedens bitten wir für die, die es gerade schwer haben. Für die Einsamen und Kranken, die Beschwerten und Traurigen.

Deinen Geist des Friedens erbitten wir für die Trauernden. Erfülle sie mit dem Geist, der ihnen glauben hilft, dass Du zu neuem Leben auferweckst – und dass das auch ihren Verstorbenen gilt.

Komm ihnen nahe mit deinem Trost, erfülle sie mit dem Geist, der Tränen trocknet, tröstet, stärkt und hoffen lehrt.


Deinen Geist des Friedens erbitten wir auch für uns selbst, wenn wir unruhig sind, wenn wir uns Sorgen machen, wenn wir uns Angst überkommt oder wir nicht mehr weiterwissen.

Schick uns deinen Geist, der uns vertrauen hilft: dir und deiner Liebe zu uns.


Und dein Friede, Gott, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.

Lied: O Heiliger Geist, o heiliger Gott (EG 131,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=7YCCbgBIaNg

Segen

Es segne und behüte uns der lebendige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

(Amen, Amen, Amen)

Orgelnachspiel





All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage:

https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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