Gottesdienst an Trinitatis, 30.05.2021



Gottesdienst an Trinitatis, 30. Mai. 2021

in der Evangelischen Kirche Lichtenau um 10:00 Uhr mit Pfarrer i.R. Norbert Unkrich


(Übertragung auch per ZOOM )


Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Praeludium

Begrüßung, Hinführung und Votum

Wechselpsalm: 956.2 (NG)


Ich habe dich angesprochen und dich bei deinem Namen genannt. Du bist kein fremder Gott, verflüchtigt im dunklen All. Aus der Unendlichkeit her hast du dich den Menschen bekannt gemacht.

Darum wollen wir deinen Namen auf unseren Lippen tragen vom ersten bis zum letzten Atemzug, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

Wir wollen dein Lob verbreiten in allen Häusern und Hütten. Du verbindest dich mit uns Menschen, ohne dich in uns zu verlieren. Deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, ohne dass sie jemals endet.

Wer gleicht dir hier auf Erden? Der ist sein Ebenbild, der sich um die Armen kümmert und ihnen unter die Arme greift; der sie aufhebt, wenn sie gefallen sind und ihnen die Tränen trocknet.

Wer gleicht dir hier auf Erden? Der ist dein Geschöpf, der neues Leben schafft wie eine Mutter und es behütet vom ersten Tag an; der die Liebe an die erste Stelle setzt und Gottes Freundlichkeit ausstrahlt.



Ehr sei dem Vater…

Wir wollen beten:

Herr, es tut gut, vor dir stille zu werden und sich zu sammeln…Denn im Laufe einer Woche stürmt so Vieles auf uns ein, dass wir die Gedanken an dich viel zu oft zurückdrängen. Dabei sollst und willst du die Mitte unseres Lebens sein. Lass uns dich immer wieder suchen, auch wenn wir das Geheimnis, das dich umgibt, niemals ganz verstehen. Wirke in uns als Vater, als Sohn und als Heiliger Geist - nicht nur jetzt im Gottesdienst, sondern die ganze Woche über. Denn wir möchten unser Leben von dir bestimmen lassen. So zeige uns immer wieder deinen Weg und erfülle uns mit deinem Geist. Rufe uns in deinen Dienst und lass und Gemeinschaft finden. Stärke unseren schwachen und suchenden Glauben, damit wir dich loben und preisen und uns zu dir bekennen. Amen.

So lasst uns jetzt an dieser Stelle unseren christlichen Glauben bekennen:


Ich glaube an Gott…

Lied: EG 139, 1-3 Gelobet sei der Herr

  1. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben, mein Schöpfer, der mir hat mein‘ Leib und Seel gegeben, mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an, der alle Augenblick viel Guts an mir getan.

  2. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Heil, mein Leben, des Vaters liebster Sohn, der sich für mich gegeben, der mich erlöset hat mit seinem teuren Blut, der mir im Glauben schenkt das allerhöchste Gut.

  3. Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Trost, mein Leben, des Vaters werter Geist, den mir der Sohn gegeben, der mir mein Herz erquickt, der mir gibt neue Kraft, der mir in aller Not Rat, Trost und Hilfe schafft.

Lesung und Predigttext: Johannes 3, 1-16

1 Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, ein Oberster der Juden. 2 Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm. 3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. 4 Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden? 5 Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. 6 Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. 7 Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von Neuem geboren werden. 8 Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist ein jeder, der aus dem Geist geboren ist. 9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie mag das zugehen? 10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist Israels Lehrer und weißt das nicht? 11 Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben, und ihr nehmt unser Zeugnis nicht an. 12 Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage? 13 Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn. 14 Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, 15 auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. 16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.




Liebe Gemeinde!

Wenn es Abend wird in Jerusalem, dann kommt allmählich das geschäftige Treiben zur Ruhe. Die engen Gassen leeren sich. Jetzt erkennen wir besser als tagsüber die dicht gedrängten Basare und Geschäfte. Auch das Rufen und Feilschen, das Sprachengewirr und die aufgeregte Hektik legen sich.

Hier hocken die Männer noch zusammen. Sie bereden und bewerten, was sie gesehen und vor allem, was sie gehört haben. Mit eigenen Augen gesehen hatten es ja nur wenige: Die, die rein zufällig dabeistanden. Aber die Fragen ließen sie nicht los: Wie kann so etwas gehen, dass ein jahrelang Gelähmter plötzlich laufen kann? Wie ist das möglich? Wer ist der, der dies vollbracht hat? - Wie heißt er nochmal? Jesus? - Ach so viele heißen Jesus! Und wo soll der herkommen? Aus Nazareth? - Ach, was kann aus Nazareth schon Gutes kommen? - Aber der Gelähmte wurde doch geheilt! Hast du nicht gesehen, wie der humpelte, als er die ersten Schritte probierte. Kein Wunder, der konnte ja noch nie in seinem Leben gehen! - - Ob der da drüben das gemacht hat? Ob der gar der Messias ist? - Das glaube ich nicht! - Aber den Gelähmten, den hat er auf die Füße gestellt! Das kannst Du nicht abstreiten! - - Und ihre Augen heften sich an ihn, suchen und leuchten. - - -

In einer Seitengasse sitzen Fremde in einer Runde. Jesus hat sich zu ihnen gesetzt. Es sind seine Freunde. Eng ist es hier. Die Jünger sind einander nah. Doch sind sie auch ihrem Herrn nah? Haben sie ihn wirklich erkannt? Ist ihnen bewusst, dass Jesus der Sohn Gottes ist?

Die Wunderheilung am Vormittag verschlägt ihnen noch immer die Sprache. Schweigend lassen sie ihre Gedanken wandern: Was dürfen sie mit Jesus doch alles erleben! Was hat er ihnen alles zu sagen! Stolz erfüllt sie… Nun warten sie, bis Jesus zu reden beginnt. - Nach langem Zögern - als habe er nur laut vor sich hingedacht - fragt er: „Ob diese Menschen merken, was ich will?“ - „Ja, natürlich“, fallen ihm seine Freunde ins Wort - froh, dass das Schweigen gebrochen ist. „Hast du nicht ihre Hosianna-Rufe gehört? Hast du nicht mitbekommen, wie etliche Gott für diese Heilung gedankt haben? Sie glauben dir! Alle! Du hast sie für dich gewonnen! Der Durchbruch ist geschafft!“ - Doch Jesus reagiert zurückhaltend: „Ihr sagt, sie seien offen für mich. Ja, das stimmt, aber es reicht nicht!“ - - Er spürt, wie seine Freunde betroffen den Atem anhalten. Darum sagt er weiter: „Ja, ich habe ihre Augen gewonnen. Sie haben etwas gesehen. Aber das Wichtigste kann man nicht mit den Augen sehen. Sie bestaunen meine Tat und darum auch mich. Solange ich ihnen etwas zu sehen gebe, solange glauben sie an mich. Aber wenn ich fort bin, dann erlischt das Leuchten in ihren Augen. Denn es ist nicht bis in ihr Herz vorgedrungen. Dort, in ihrem Herzen, dort muss es Wurzeln schlagen. Dann werden sie mich erst richtig erkennen. Dann werden sie aus meinen Worten und Taten Gott, den Vater, heraushören. Erst, wenn sie mich mit dem Herzten sehen, erst dann habe ich sie wirklich gewonnen!“…

Er verstummt. Und es bleibt lange still um sie her. Dann verlassen sie ihn. Und jeder sucht sein Nachtquartier auf. Die Dunkelheit ist nun vollends hereingebrochen. Doch in ihren Herzen glimmt ein Funke. Sie ahnen, was ihr Meister gemeint hat…

Die letzten Schritte sind eben verhallt, da raschelt ein Gewand in der Dunkelheit. Als ob Jesus nicht zur Ruhe kommen sollte, wird bereits die nächste Frage aufgeworfen: „Meister, wir wissen, dass du von Gott kommst. Du bist ein begnadeter Lehrer. Keiner kann so erklären wie du. Keiner vermag die Wunder tun, die du tust. Wahrlich: Gott ist mit dir!“ - So fängt der Fremde an. Und in seinen Worten schwingt mit, wie beeindruckt er ist; aber auch, wie es in ihm brodelt und gärt. - Jesus erkennt den Fremden mehr an seinen Worten als an seinem Gesicht. Es ist stockfinster. Nikodemus, den muss man kennen! Diesen angesehenen Pharisäer und Mitglied des Hohen Rates, des obersten jüdischen Gerichts. Als Kenner der Hl. Schrift hat er sich einen Namen gemacht. Ja, in Glaubensfragen weiß Nikodemus Bescheid. Da macht ihm so schnell keiner etwas vor… Doch jetzt: dieser heimliche, nächtliche Gang zu Jesus: seine Bewunderung, seine Fragen. Wie passt das alles zusammen?

Jesus fragt: Warum kommst du jetzt, bei Nacht? Nikodemus zögert: „Ach, ich hatte am Tag keine Zeit. Wegen der vielen Menschen kam ich nicht an dich heran“. - Doch er verwirft diese Antworten. Sie waren ihm zu schnell auf die Zunge gehuscht. Nein, er glaubt sie selber nicht. Er ist es gewohnt, sich am Abend mit anderen zusammenzusetzen und sich mit ihnen über das Verständnis der Schrift auszutauschen. Doch dies ist anders: schwieriger, komplizierter… Jesus hat sofort begriffen: Es ist dunkel in diesem Suchenden, dunkel in diesem Gelehrten. Weil er total verunsichert ist, hat er mich aufgesucht - jetzt, mitten in der Nacht… Mit seinen Gedanken kommt er nicht weiter. Sein Alter, sein allzu menschliches Denkvermögen verhindern, dass neue Erkenntnisse und neue Einsichten eine Chance bei ihm haben. Wie soll er das dem viel jüngeren Wanderprediger nur mitteilen? - Darum sagt er: „Ich wollte dich etwas fragen. Das kann ich besser, wenn ich dich nicht sehe, sondern nur höre“… Jesus denkt an die Menschenmenge am Vormittag; an alle, die sich an seinem Wunder nicht sattsehen konnten. Er denkt auch an das Gespräch mit seinen Jüngern vorhin. Und dieser Nikodemus will hören und nicht sehen! Darum wendet er sich ihm ganz zu: „Ich weiß, Nikodemus! Was ich dir jetzt sage, das kommt von Gott. Nur wer von neuem geboren wird, kann das Reich Gottes erfahren!“ - „Also, ich nicht mehr?“ fährt es aus Nikodemus heraus. Und seine spontane, kaum überlegte Frage verrät, dass Jesus ihn im Nerv getroffen hat. Aber Nikodemus fängt sich schnell und erklärt seinen Einwurf: „Sag, wie kann denn ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht noch einmal zurück in den Leib seiner Mutter, um ein zweites Mal geboren zu werden?“

Jesus muss lächeln. Und es ist gut, dass Nikodemus das nicht sehen kann. „Du hast mich missverstanden, Nikodemus! Wer das Reich Gottes sehen, wer Gott wirklich begegnen will, der muss dafür so offen sein, wie kleine Kinder es in ihrer ungebrochenen Erwartung sind. Er muss die Hände öffnen - nein, er muss sein Herz öffnen und Gott da - in der Mitte seines Lebens - empfangen. Nikodemus, dein Denken und Grübeln hat dich bis zu dieser entscheidenden Frage geführt: ‚Wie kann ich das volle Leben, das in Gott ist und bleibt, gewinnen? Lass dich beschenken! Denn auch du kannst - trotz deines Alters - neu anfangen, weil du mitten in einer Glaubenskrise steckst“. - - Es entsteht eine Pause. - - „Sprich weiter“, bittet Nikodemus. „Das, was den Menschen bestimmt“, fährt Jesus fort, „das ist sein Ursprung. Nimm diesen Vergleich an: „Wer durch Zeugung und Geburt aus Vater und Mutter herausgeht, der bleibt Mensch mit all seiner Begrenztheit und Unvollkommenheit. Wen aber die Kraft Gottes, der Geist Gottes erneuert, der ist wie neu geboren! Erneuern kannst du dich nicht selbst. Das vermag keiner. Mensch bleibt Mensch. Wenn aber Gottes Geist die Führung in deinem Leben übernimmt, dann wirst du neu! Dann wird dein Glaube fest und gewiss! Dann hast du alle deine Fragen und Zweifel überwunden!

Jesu Stimme wird weicher, fast werbend: „Wundere dich nicht, dass ich gesagt habe, du müsstest von neuem geboren werden. - Spürst du den aufkommenden Wind? Wie wohltuend es ist, sich von ihm erfrischen zu lassen! Kannst du mir sagen, woher der Wind kommt und wohin er geht So ist es auch mit dem Geist Gottes. Überlass dich seinem Wirken! Lass dich führen und treiben, auch wenn du nicht genau weißt, wohin. Hab Vertrauen in Gott! Vertrauen wie ein Kind!

Und wieder entsteht eine Pause. Fast hat es den Anschein, als koste Nikodemus den Wind und suche in ihm, das Geheimnis Gottes zu erfahren. Doch er ist verwirrt. Die Wärme, mit der Jesus gesprochen hat, erfüllt ihn mit Freude. Er fühlt sich hingezogen zu diesem Wanderprediger. Doch sein Verstand lehnt sich dagegen auf. Und in diesem Zwiespalt, in diesem Hin und Her stellt er die Frage: „Wie kann das geschehen?“ - Und in seiner Frage schwingt so viel Ratlosigkeit mit - die Ratlosigkeit eines Klugen und Gelehrten, der meint, allein mit dem Verstand könne man alles erklären und den Weg zu Gott finden…

Nach langem Schweigen spricht Jesus nun mehr von sich. Zwar möchte er dem verunsicherten Nikodemus eine Antwort geben, aber er denkt nicht mehr allein an ihn; er denkt an alle Menschen. Darum sagt er: „Es ist nur einer, der zuverlässig Nachricht von Gott bringt. Der bin ich! Ich komme von Gott. Und alles, was ich sage, habe ich von ihm. Mehr habe ich nicht zu bringen. Aber das genügt zu einem neuen Leben. Denn: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er sich in einem Menschen dahin gibt, damit jeder, der an ihn glaubt, leben kann!“…

In diesem Satz ist alles verdichtet und enthalten, was für eine Christin und einen Christen wichtig ist. Dieser Kernsatz ist unser Bekenntnis. Denn es stimmt: Jesus ist so einzigartig mit Gott verbunden, dass wir bekennen: Er ist von Gott gekommen und Gottes Ebenbild auf Erden! - Jesu Leben war eine stets Hingabe an andere. Das ist so neu für uns, dass wir bekennen: In Jesus ist Gott selbst da gewesen. Darum hat der göttliche Vater mit Jesus sein Liebstes dahin gegeben. - Jesus hat vielen Menschen ein neues, heiles Leben ermöglicht. Alles, was nach Tod und Sinnlosigkeit aussah - Schuld, Egoismus, Fanatismus, Krankheit, Einsamkeit, Fragen und Zweifel - das alles hat er auf sich genommen. Deshalb bekennen wir: Wer an Jesus glaubt, der darf mit Freude und Gottvertrauen leben, geborgen, getröstet und erfüllt! Wer zu Jesus tritt - auch mitten in der Nacht und Dunkelheit seines Lebens - der steht in seinem göttlichen Licht! In seinem Suchen und Fragen öffnet sich ein neuer Morgen - gleich der Sonne am Ostermorgen…

Für Nikodemus hat sich das Dunkel seines Grübelns tatsächlich gelichtet. In gefährlichen Situationen hat er sich später zu Jesus gestellt und bekannt - ganz im Unterschied zu denen, die Jesus und seine Wunder nur mit den Augen sahen. Nikodemus hat ihn mit seinem Herzen begriffen. Trotz seines Alters ist er neu geworden im Denken und Glauben und Hoffen! Nikodemus hatte ihn gesucht. Er wurde von ihm gefunden…

In Vielem gleichen wir Nikodemus. Wir alle dürfen zu Jesus kommen - immer wieder und gleichgültig zu welcher Tages- und Nachtzeit! Amen.

Lied: EG 648, 1-3 Ins Wasser fällt ein Stein

  1. Ins Wasser fällt ein Stein, ganz heimlich, still und leise, und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise. Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt, da wirkt sie fort in Tat und Wort hinaus in unsre Welt.

  2. Ein Funke, kaum zu sehn, entfacht doch helle Flammen, und die im Dunkeln stehn, die ruft der Schein zusammen. Wo Gottes große Liebe in einem Menschen brennt, da wird die Welt vom Licht erhellt, da bleibt nichts, was uns trennt.

  3. Nimm Gottes Liebe an. Du brauchst dich nicht allein zu mühn, denn seine Liebe kann in deinem Leben Kreise ziehn. Und füllt sie erst dein Leben und setzt sie dich in Brand, gehst du hinaus, teilst Liebe aus, denn Gott füllt dir die Hand.

Lasset uns beten:

Dreieiniger Gott, wie Nikodemus sind wir Menschen, die aus eigener Kraft des Suchens und Denkens nicht zu dir kommen können. Alle unsere Versuche, dich für uns zu vereinnahmen, führen ins Leere. Deshalb preisen wir deine Güte, dass du dich in Jesus aufmachst, uns zu finden und zu verstehen. Wir ehren dich, dass wir dich in deinem Sohn kennenlernen dürfen. Schenke uns immer wieder die Kraft, dir zu glauben. Erneuere uns zu Menschen, die ein neues Leben beginnen - wiedergeboren von deinem Geist.

Herr, wir bitten dich für alle, die belastet sind von Sorgen und Kummer, von Schuld und Bitterkeit, von Einsamkeit und Verständnislosigkeit. Wir bitten für alle Opfer von Gewalt und Terror, von Krieg und Vertreibung. Wir bitten für alle, die ein Unglück getroffen hat und keinen Ausweg erkennen. Wir bitten für unsere Kinder und die Heranwachsenden, dass sie nicht immer den bequemen Weg gehen und sich verführen lassen, vielmehr erkennen, was für sie gut und böse ist. Wir bitten dich für die Erwachsenen, dass sie Vorbilder sind im Leben und im Glauben - auch im Suchen nach der Wahrheit und der Gerechtigkeit. Wir bitten für alle älter gewordenen Menschen, dass sie dankbar zurückblicken und auch ihre zunehmenden Altersbeschwerden annehmen können. Wir bitten für alle Erkrankten - nicht nur für die an Corona Erkrankten -, für alle Sterbenden und Leidtragenden. Wir bitten für alle, die trotz Widerstände ehrliche Schritte des Friedens wagen und sich für die Erhaltung unserer Erde einsetzen. - Gott, Vater, Sohn und Hl. Geist, sei du in uns und um uns; erhöre uns und wirke in uns. Amen.

Vater unser im Himmel…

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, begleite Euch: Er erfülle Eure Herzen; er regiere Eure Gedanken; er bestimme Euer Tun. Amen.

Lied: EG 140, 1-5 Brunn alles Heils, dich ehren wir

  1. Brunn alles Heils, dich ehren wir und öffnen unsern Mund vor dir; aus deiner Gottheit Heiligtum dein hoher Segen auf uns komm.

  2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, er segne uns nach Seel und Leib, und uns behüte seine Macht vor allem Übel Tag und Nacht.

  3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, uns leuchten lass sein Angesicht, dass wir ihn schaun und glauben frei, dass er uns ewig gnädig sei.

  4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, sein Antlitz über uns erheb, dass uns sein Bild werd eingedrückt, und geb uns Frieden unverrückbar.

  5. Gott Vater, Sohn und Heilger Geist, o Segensbrunn, der ewig fließt: durchfließ Herz, Sinn und Wandel wohl, mach uns deins Lobs und Segens voll!

Segenund Postludium





All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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