Gottesdienst an Trinitatis, den 12.06.2022 in Scherzheim



Gottesdienst an Trinitatis, den 12.06 2022, um 10 Uhr in Scherzheim

mit Pfarrer i.R. Norbert Unkrich



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Praeludium

Der Sonntag nach Pfingsten fasst die 3 großen Feiertage zusammen: Weihnachten als Fest Gottes, des Vaters. Ostern als Fest Gottes, des Sohnes. Pfingsten als Fest Gottes, des Heiligen Geistes. - Groß und unerforschlich sind Gottes Geheimnisse. So groß, dass wir ihn in dieser dreifachen Weise bekennen, auch wenn Gott noch in weiterer Art und Weise wirkt und sich zu erkennen gibt - z.B. als Schöpfer und Herr, als Hirte und Erlöser. Doch über allem steht diese Dreifaltigkeit Gottes: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Dies zu betonen ist der Christenheit so wichtig, dass die kommenden Sonntage als Sonntage nach diesem heutigen Trinitatis-Sonntag gezählt werden. - Ich begrüße Sie alle ganz herzlich zu diesem Gottesdienst heute Morgen und wünsche uns allen auch in den kommenden Wochen gesegnete Sonntage!

Lied: 165, 1+2+8 Gott ist gegenwärtig

https://www.youtube.com/watch?v=8QviA2iOsOo

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der Herr sei mit Euch! Und mit deinem Geiste!

Wechselpsalm: 773 (Psalm 145) Ehr sei dem Vater…

Wir wollen beten:

Himmlischer Vater,

Deine Geheimnisse sind für uns Menschen rätselhaft, unbegreiflich und unerforschlich. Du bist der Schöpfer des Weltalls, unserer Erde und auch meines Lebens. Du hast das jüdische Volk als dein Volk auserwählt und aus ihm Jesus, unseren Heiland, kommen lassen. Du hast mich gekannt, bevor ich geboren war; du begleitest mich Tag und Nacht; du liebst mich über den Tod hinaus; du lässt auch mir deinen göttlichen Geist zukommen, so dass ich ab und zu ein wenig von deiner Größe und Majestät erkenne und deine Nähe spüre. Von dir und durch dich ist alles, was lebt und existiert; von dir und durch dich sind Raum und Zeit; Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wer kann dich in seiner menschlich begrenzten Weisheit erkennen und verstehen? Wer will dir Vorschriften machen? - Erbarme dich über uns, großer und erhabener Gott, wenn wir meinen, wir allein wüssten und könnten alles; wenn wir dich klein denken und dir nicht die Ehre geben, die allein dir zusteht. Herr, erbarme dich! (Kyrie)

Gott hat sich unser erbarmt in Jesus Christus. Darum sei ihm, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, dem sei Ehre und Preis in Ewigkeit! - Ehre sei Gott in der Höhe! (Gloria)

Der heutige Sonntag Trinitatis wurde von alters her auch als Fest des Glaubensbekenntnisses gefeiert. Darum möchte ich Sie einladen, mit mir das Apostolische Glaubensbekenntnis zu beten:

Ich glaube an Gott…

Lied: 331, 1+2+5 Großer Gott, wir loben

https://www.youtube.com/watch?v=vP3l67HRXz4

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herren Jesus Christus. Amen.

„Es kommt die Zeit, in der die Fragen Antworten finden!

Es kommt die Zeit, in der die Träume sich erfüllen!

Es kommt die Zeit, in der die Völker sich versöhnen!

Es kommt die Zeit, da wird der Erdkreis neu ergrünen -

Aber nur, wenn der Menschen Geist des Schöpfers Plan bewahrt! Dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand!“

Haben wir durch unseren Glauben diese wunderbare Aussicht?

Diese Aussicht passt so richtig zu unserem heutigen Predigttext. Wir finden ihn im Brief das Paulus an die Römer. Römer 11, 33-36. Auch Paulus stimmt hier ein Loblied an; ein Loblied zu Ehren Gottes. Ein Lied, das Gottes Wunderwege besingt.

Hören wir die Worte des Apostels:

„O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste?

Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“

Diese Worte sind wahrhaftig ein Lobpreis, ein Hymnus auf Gott, den Allmächtigen! Kann man ein solches Gedicht überhaupt auslegen? Wäre es nicht besser, statt darüber zu predigen, sich in diese Gedanken hinein zu versetzen, hinein zu buchstabieren? Oder ist dies zu anspruchsvoll in einer Zeit, in der die einen meinen, sie hätten bereits alles entschlüsselt, und in der die anderen alles in Frage stellen? Wie lautete Paulus Schlusswort:„Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge! Ihm sei Ehre in Ewigkeit!“

Ich glaube, wir alle haben da so unsere Schwierigkeiten. Ganz ähnlich, wenn wir über die Trinität Gottes nachdenken: Wie kann Gott zugleich Vater und Sohn und Hl. Geist sein bzw. In dieser Dreieinigkeit wirken? Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge! - Vielleicht stammt diese Erkenntnis aus einer fernen, längst versunkenen Welt, in der die Menschen noch über ganz einfache Zusammenhänge staunen konnten:

Staunen über die Fähigkeiten eines Menschen und seine Entwicklungsstufen!

Staunen über die Zusammenhänge in der Natur, die unser Lebensraum ist und die uns vor allem als umgewandelte Erde alles schenkt, was wir an Nahrung brauchen!

Staunen über die Wege Gottes mit seinem auserwählten Volk und zugleich über die Wege Gottes in meinem Leben!

Das Lob Gottes, das Paulus hier angestimmt hat, ist für ihn die Krönung über das geheimnisvolle Wirken und Entscheiden Gottes. Paulus hat erkannt, dass die Lösungen für die kleinen und großen Fragen eines Menschen und der gesamten Menschheit nicht bei uns Menschen liegen, sondern allein bei Gott! Und das gilt nach wie vor gerade auch im Blick auf alles persönliche und politische sowie auf alles wissenschaftliche Forschen und Entschlüsseln, Erkennen und Verstehen.

Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge!

Gott allein macht möglich, was uns Menschen unmöglich ist! Gott allein hat Wege aus jeder Ausweglosigkeit! Gott allein ist die Antwort auf jede Frage! Gott allein ist der Friede, den unsere Welt braucht! Gott allein schenkt Freude, wo alles todtraurig ist! Gott allein ist Liebe und Hoffnung! An seinem Segen ist alles gelegen!

Wer denkt, meint vielleicht, dass es Gott nicht geben kann. Wer nur wenig nachdenkt, mag zu dieser Überzeugung kommen. Wer jedoch ein bisschen weiter denkt und ein wenig hinter so manche Geheimnisse vordringt, der kommt eher zu der Überzeugung, dass in allem und hinter allem Gott ist!

Paulus drückt sich so aus: „O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“

Selbst Paulus verschlägt es die Sprache, wenn er über die unerforschlichen Wege Gottes nachsinnt. Wobei das Wort „Tiefe“ durch Christus eine ganz neue Dimension erhalten hat. Denn in seinem Sohn ist Gott den Weg der Erniedrigung gegangen - der Erniedrigung bis in die Tiefen des Todes!

Was menschlich bewertet nach Armut und Dummheit und Niederlage aussieht (wenn Jesus sich der Kinder erbarmt oder der Aussätzigen; wenn Jesus Leid und Kreuz, Hohn und Spott auf sich nimmt; wenn Jesus stellvertretend für uns den Tod am Kreuz auf sich nimmt), dann liegt einzig und allein darin der ganze göttliche Reichtum, die ganze göttliche Liebe, die ganze göttliche Weisheit und Erkenntnis!

Die Begriffe Reichtum und Liebe, Weisheit und Erkenntnis haben durch das Leben und Leiden Jesu eine völlig neue Bedeutung bekommen! - Können wir das verstehen und begreifen? Nein, eigentlich nicht! Denn letzten Endes werden durch das Kommen Jesu, durch das Vergeben unserer Schuld, durch seine und unsere Auferstehung sowie durch das Wirken des Geistes Gottes alle normalen Maßstäbe und Denkmodelle auf den Kopf gestellt.

Paulus hat sich so ausgedrückt:

„Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt,

Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?

Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben,

Dass Gott es ihm vergelten müsste?“

Alle 3 Fragen können wir nur mit „niemand“ beantworten. Denn wirklich niemand kann sich anmaßen, Gott in seinen Wegen und Entscheidungen zu verstehen.

Es bleibt uns Menschen verborgen, warum die einen reich sind und die anderen arm; warum die einen vor Gesundheit strotzen und die anderen sich mit ihren Krankheiten quälen; warum für die einen immer die Sonne scheint und die anderen im Regen stehen. Es bleibt uns Menschen verschlossen, warum die Lebensläufe der Menschen so schwer zu verstehen sind, wenn wir sie untereinander vergleichen; warum einzelne Menschen mit einer verheerenden Machtfülle ausgestattet sind und diese dann auch durch egoistische und kriegerische Ziele verfolgen. Es bleibt uns Menschen verschlossen, warum viele ihr Heil in ganz unterschied-lichen Religionen suchen und andere völlig gottlos leben.

Aber eines wissen wir: Gottes Liebe und Barmherzigkeit stehen über jedem einzelnen Menschen. Selbst über den Menschen, die gottlos leben und andere terrorisieren, die morden und Krieg führen!

Das jedoch ist für mich kein Grund, an Gott und seiner Führung zu zweifeln. Ich möchte ihn vielmehr loben und ehren für mein einfaches Leben, für unaufgeregte Tage, für seine Bewahrung und Führung, für das Glück und alles Gute, das er mir und anderen zuweilen zukommen lässt. Wer zu Gott aufsieht und sein Leben mit ihm bespricht, erhält ganz neue Einsichten und Aussichten!

Denn es kommt die Zeit, in der unsere Fragen Antworten finden, in der unsere Wünsche sich erfüllen, in der die Völker sich versöhnen, in der unser Erdkreis neu ergrünt. Doch nur dann, wenn der Menschen Geist des Schöpfers Plan bewahrt. Dann gehen Gott und die Menschen Hand in Hand! - Ihm, dem Dreieinigen, ihm sei Ehre - heute und morgen und in Ewigkeit! Amen.

Lied: 379, 1-3 Gott wohnt in einem L. (Melodie: 361)

Lasset uns beten:

Um die Heiligung deines Namens bitten wir, Dreieiniger Gott! Nicht mit Lippenbekenntnissen, nicht in erstarrten Formeln, sondern dadurch, dass wir deinen Willen tun. Dass wir verantwortlich und sorgfältig umgehen mit all deinen Geschöpfen, mit Menschen und Tieren, den Pflanzen und unserer Erde. Dass wir in der Nachfolge Jesu Christi die Fingerzeige deines Geistes wahrnehmen und auch umsetzen.

Wir bitten in diesen Kriegszeiten für alle, die entrechtet werden, die getrennt werden von ihren Familien, die ihre Heimat, ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen, die vor den Trümmern ihres Lebens stehen, die den Glauben an dich und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aufgegeben haben. Wir beten für alle, die Krieg angezettelt haben, die damit unsagbares Elend auf der ganzen Erde entfacht haben und für die, die sich ernsthaft und ehrlich um politische und diplomatische Lösungen aus diesem Dilemma bemühen.

Wir bitten für alle, denen dein Name, Gott, deine Entscheidungen verdunkelt sind. Schenke jedem von uns neue Erfahrungen deiner aufbauenden Nähe und Wirklichkeit. Lass jeden von uns durch die Widersprüche, Rätsel und Abgründe, die unser Leben und unser Zweifeln bestimmen, durchdringen zur Ehrfurcht vor deinem Geheimnis, damit wir neue Kräfte, auch neue Glaubensgewissheit, gewinnen; damit wir eine Ahnung davon bekommen, wie es sein wird, wenn du als Vater, Sohn und Heiliger Geist alles in allem sein wirst. Amen.

Und miteinander und füreinander beten wir mit den Worten Jesu Christi:

Vater unser im Himmel…

Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, begleite Euch:

Er erfülle Eure Herzen; er regiere Eure Gedanken; er bestimme Euer Tun. Amen.

Abkündigungen

Lied: 626, 1-4 Allein Gott in der Höh

Segen

Postludium



All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste





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