Gottesdienst mit Jubel-Konfirmation am 3. und 4. Juli 2021



Gottesdienst mit Jubel-Konfirmation am 3. und 4. Juli 2021

in der Evangelischen Kirche Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun

Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




Orgelvorspiel

Votum: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Begrüßung:

Ich begrüße Sie alle sehr herzlich zu unserem Gottesdienst heute Mittag/Morgen. Besonders begrüße ich in unserer Mitte die Jubelkonfirmanden (…) und ihre Angehörigen.

Es ist schlichter heute als wir sonst Jubelkonfirmation feiern – ohne Abendmahl etc. – aber wir sind froh, dass wir zumindest in dieser Form zusammen kommen können, um Ihnen noch einmal Ihren Konfirmationsspruch und Gottes Segen zuzusprechen!

So ein Tag wie heute ist auch ein Anlass zurückzuschauen auf Schönes und Trauriges, auf Leichtes und Schweres – und Gott um seine Begleitung zu bitten für Ihren weiteren Weg.

Psalm 103: EG 737 (im Wechsel)

Lobe den Herrn, meine Seele,

und was in mir ist, seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir alle deine Sünde vergibt

und heilet alle deine Gebrechen,

der dein Leben vom Verderben erlöst,

der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,

der deinen Mund fröhlich macht

und du wieder jung wirst wie ein Adler.

Barmherzig und gnädig ist der Herr,

geduldig und von großer Güte.

Eingangsgebet:

Herr, dich loben wir – denken an das, was uns in diesem Leben an Gutem widerfuhr, wo wir Bewahrung erfahren haben, wo wir dich an unserer Seite spürten. Du willst auch bei uns sein auf den Wegen, die vor uns liegen.

Öffne uns unsere Sinne, dass wir das Gute in unserem Leben wahrnehmen auch in Zukunft. Gib uns Halt in unserem Glauben und in dir, darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn. Amen.

Lied: Lobet den Herren (EG 317,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=JSSkG0oSwcI

1) Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren, meine geliebete Seele, das ist mein Begehren.

Kommet zuhauf, Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören!

2) Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt, hast du nicht dieses verspüret?

Lesung: Jeremia 7,17-18:

Gesegnet ist der Mensch, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.

Ansprache zum „Mut-mach-Baum“

Liebe Jubilare, liebe Jubilarinnen,

als Sie vor 50 (60 usw.) Jahren hier konfirmiert wurden, waren Sie sozusagen im Frühling Ihres Lebens.


Sie waren jung – mit manchen Plänen und Träumen für Ihr Leben, was Sie einmal sein wollten – was Sie beruflich und privat erreichen wollten.

Sie waren Jugendliche – zwar in einer anderen Zeit mit anderen Herausforderungen (besonders die älteren Jahrgänge) – aber auch mit ganz ähnlichen Flausen im Kopf wie die Jugendlichen heute.

So finde ich es doch immer wieder erstaunlich, dass eigentlich jeder Jahrgang von Streichen erzählen kann, die sie ausgeheckt hatten – ganz egal ob im Jahr 1971 oder 1941… oder wie Sie Ihren Pfarrer ein bisschen – oder auch mehr ärgerten…

Sie erinnern sich an die vielen Texte, die Sie auswendig lernen durften – oder mussten – an eine Freizeit oder zumindest einen Ausflug…

Und natürlich an Ihrer Konfirmation selbst – das erste Abendmahl – die Einsegnung und das anschließende Fest (je nach Jahrgang war es ein sehr schlichtes Fest, aber dennoch ein würdiges!)

Ja, damals blühten Sie – wie dieser Apfelbaum. Das ganze aufregende Leben lag vor Ihnen und sie waren voller Tatendrang und Neugier auf das, was kommt.

Mit Gottes Segen gingen Sie in Ihre Zukunft. Bei einigen von Ihnen folgte schon bald nach der Konfirmation die Berufsausbildung oder auch die Hochzeit und Familiengründung.

Sie alle gingen Ihren Weg – die meisten von Ihnen ergriffen einen Beruf (mehr oder weniger freiwillig ausgesucht) – und viele von Ihnen gründeten Familien.


Es war sozusagen der „Sommer“ Ihres Lebens.


Allerdings: was hier am Baum so satt grün aussieht – ist in unserem Leben nicht immer so satt grün… Es ist dicht! Ja! Angefüllt an Anforderungen, Aufgaben, Arbeiten und Verpflichtungen! Auch ja! Aber nicht immer so satt grün. Es gibt auch Dürrezeiten und stürmische Lebensphasen. Manche Umwege und Sackgassen taten sich auf. Manch Schmerz und Enttäuschung gehört in ihren Lebenssommer. Was bei diesem Baum hier so schön und entspannt wirkt – empfinden wir in unserem Leben oft als anstrengend. Bauen, wachsen, Früchte hervorbringen – das geht in unserem Leben selten von ganz allein. Da müssen wir richtig Arbeit reinstecken. Und wir müssen es auch aushalten, dass es Rückschläge und Misserfolge gibt.

Aber wenn man dann – wie Sie heute – zurückschaut: dann kann man sagen: ich hab es geschafft! Ich hab was erreicht – ich hab Glück erfahren, Liebe gegeben…

Jetzt ist für Sie alle in gewisser Weise der Herbst des Lebens da.



Hoffentlich ein goldener und sonnendurchfluteter Herbst! Einige von Ihnen stehen kurz vor dem Ruhestand (oder haben ihn grad begonnen) – andere konnten schon ein paar Jahre im Ruhe- oder auch Unruhestand genießen. Ja, „genießen“. Ich sag das ganz bewusst so! Dafür ist der Herbst des Lebens nämlich eigentlich da: man darf die Früchte ernten, für die man Jahrzehnte lang geschafft hat: die Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Vielleicht sind schon die Enkel da, an denen man sich freuen darf, ohne allzu große Verantwortung für Ihre Erziehung übernehmen zu müssen. Man hat ein Dach über dem Kopf, sein Auskommen und man hat Zeit. Zeit nun all die Dinge zu tun, für die während der Familienzeit oder der Berufstätigkeit nicht so viel Freiraum war.

Und diejenigen unter Ihnen, die schon etwas länger im Herbst des Lebens sind, wissen vielleicht auch noch, wie lange es gedauert hat, bis man tatsächlich die Arbeit mit aller Verantwortung hinter sich lassen konnte. Bis man soweit war, die erwachsenen Kinder wirklich allein laufen zu lassen.

Jetzt ist tatsächlich die Erntezeit für Sie da: auskosten, was sie geleistet haben… danach greifen, wie nach den schönen roten Äpfeln hier am Baum…


Und nach dem Herbst – da kommt der Winter des Lebens. Ich glaube, diese Lebenszeit macht vielen auch Angst. Was bringt diese Zeit für mich? Welche Herausforderungen oder auch Krisen erwarten mich da?




Werden sie so karg und dürr und langweilig, wie dieser Baum hier auf dem Bild wirkt – ohne Blätter und ohne Früchte?… Und manche fröstelt es da grad, wenn sie an Eis und Schnee und Winterstürme denken…

Andererseits ist der Winter für die Pflanzen auch eine Zeit der Erholung und Regeneration… Der Lebenssaft zieht sich aus den Zweigen und kleinen Ästen zurück. Der Baum muss grad gar nix… er darf einfach ausruhen.

Ein Einladung, die auch für die Menschen im Winter des Lebens gilt: du darfst dich ausruhen, die Füße hochlegen, 5 gerad sein lassen, dich mit Wolldecke und einer schönen Tasse Tee auf dem Sofa einkuscheln und dem Winterwetter draußen zuschauen. Nichts muss…




Ja, denken die Älteren von Ihnen jetzt vielleicht: die hat gut reden… was weiß sie denn schon vom Herbst und vom Winter des Lebens… Ja, da haben Sie auch Recht…ich weiß darüber nicht viel…


Aber dieser Baum hier weiß ganz viel über die Jahreszeiten und die Lebenszeiten.



Er weiß, dass einem das Leben auch mal zusetzt – aber er hat sich nicht unterkriegen lassen. Dieser Baum, der draußen in der Au wächst (viele von Ihnen kennen ihn bestimmt), ist inzwischen fast ganz hohl… Aber nach wie vor blüht er, trägt Blätter und bringt Früchte hervor…

Für mich ist dieser Baum ein Sinnbild für Kraft und Stärke – für Lebenswille… und für Segen.

An diesem Baum hat schon mancher Herbststurm gerüttelt und mancher Frost genagt – aber er steht und lebt und bringt Frucht…

Segen bedeutet genau das für mich: das Leben geht nicht spurlos an uns vorüber – da rüttelt und schüttelt so manches an uns… aber wir stehen, leben und bringen Frucht!

Wir sind nicht allein – sondern werden gehalten und gestärkt von Gott selbst und seinem Segen. Ganz so wie es in den Versen bei Jeremia vorhin anklang: „Gesegnet ist der Mensch, der sich auf den Herrn verlässt und dessen Zuversicht der Herr ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt, der seine Wurzeln zum Bach hin streckt. Denn obgleich die Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün; und er sorgt sich nicht, wenn ein dürres Jahr kommt, sondern bringt ohne Aufhören Früchte.“ – das ist Segen! Und diesen Segen sprechen wir nachher jedem und jeder von Ihnen nochmal zu!

Dieser Segen soll Sie begleiten im Herbst und auch im Winter Ihres Lebens – dass sie getrost leben dürfen! Amen.

Lied: Geh aus mein Herz (EG 503,1+13+14)

https://www.youtube.com/watch?v=3uKCw0UkV1w

1) Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.

13) Hilf mir und segne meinen Geist mit Segen, der vom Himmel fleußt, dass ich dir stetig blühe; gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrüchte ziehe, viel Glaubensfrüchte ziehe.

14) Mach in mir deinem Geiste Raum, dass ich dir werd ein guter Baum, und lass mich Wurzel treiben. Verleihe, dass zu deinem Ruhm ich deines Gartens schöne Blum und Pflanze möge bleiben, und Pflanze möge bleiben.

Gedenken der Verstorbenen

Glaubensbekenntnis

Segnung


Dank- und Fürbittengebet:

Herr, wir danken dir für diesen Tag heute, für das Fest der Jubelkonfirmation, für die vielen Jubilarinnen und Jubilare und für alle, die sie heute begleiten oder nachher mit ihnen feiern.

Wir bitten dich für die Frauen und Männer, die heute das Gedächtnis ihrer Konfirmation feiern, dass sie dankbar und zuversichtlich ihren Weg weitergehen unter deinem Segen.

Für alle, die sie in ihrem Leben begleiten, für ihre Angehörigen und Freunde, dass sie in Liebe mit ihnen verbunden bleiben und ihnen beistehen, wenn sie Hilfe brauchen.

Wir bitten dich für alle, die heute nicht kommen konnten, dass Sie behütet und gesegnet werden.

Für die Menschen, die gerade in schweren Lebenslagen sind, bitten wir – für Kranke und Trauernde, für alle, die deine Nähe brauchen.

Und alles, was uns persönlich bewegt, nehmen wir mit hinein in das Gebet unseres Herrn:

Vater unser im Himmel,

Und der Friede Gott, der höher ist als alle Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinn in Jesus Christus. Amen.

Lied: Nun danket alle Gott (EG 321,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=JL38A57vnoE

1) Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen, der große Dinge tut an uns und allen Enden, der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an unzählig viel zugut bis hierher hat getan.

2) Der ewigreiche Gott woll uns bei unserm Leben ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

3) Lob, Ehr und Preis sei Gott dem Vater und dem Sohne und Gott dem Heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone, ihm, dem dreiein’gen Gott, wie es im Anfang war

und ist und bleiben wird so jetzt und immerdar.

Abkündigungen

Segen

Es segne und behüte euch, der allmächtige und barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Orgelnachspiel und Ausgang



Die Fotos in diesem Text stammen von Elke Liedtke.




All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste




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