Gottesdienst mit Vorstellung der neuen Konfirmanden, 9.10.22



Gottesdienst mit Vorstellung der neuen Konfirmanden am 17. Sonntag nach Trinitatis,

09. Oktober 2022 um 10:00 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun



Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein.

(Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)





Orgelvorspiel


Lied: Morgenlicht leuchtet (455,1-3)

https://www.youtube.com/watch?v=Z37CrRL4EUc


Votum: Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gruß: Der Herr sei mit euch…und mit deinem Geist.


Psalm 8 (EG 704)

HERR, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen, der du zeigst deine Hoheit am Himmel!

Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge

hast du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen,

Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk,

den Mond und die Sterne, die du bereitet hast:

was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst,

und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott,

mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt.

Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan:

Schafe und Rinder allzumal,

dazu auch die wilden Tiere,

die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer

und alles, was die Meere durchzieht.

HERR, unser Herrscher,

wie herrlich ist dein Name in allen Landen!

(Ehre sei dem Vater…)


Eingangsgebet:

Gott,

manchmal staune ich über die Weite des Himmels – die Unendlichkeit des Alls.

Es ist einfach zu groß, als dass ich es fassen und begreifen kann. Wieviel größer und unbegreiflicher musst du sein.


Manchmal fühle ich mich stark – kann es spüren, dass du mir nah bist, mir Mut machst, mich siehst.

Aber kann das denn sein? Mich kleines Geschöpf?

Bin ich dir nicht zu winzig mit meinen kleinen großen Problemen und Fragen?


Und dann sehe ich die Kinder, die Säuglinge – so klein und doch schon perfekt bis zur Fingerspitze. Den Schmetterling auf dem Gänseblümchen. Dann kann ich glauben, dass du auch die Details nicht vergessen hast – und staune über deine Aufmerksamkeit.


Gott, sei jetzt da – hier bei uns – so klein oder groß wir uns gerade fühlen. Füll unser Herz und umgib uns mit deiner Gegenwart in Jesus Christus.

(Amen)


Schriftlesung: Matthäus 16,13-17 (Gute Nachricht)

Als Jesus in die Gegend der Stadt Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: »Für wen halten die Leute den Menschensohn?«

Die Jünger gaben zur Antwort: »Die einen halten dich für den wiederauferstandenen Täufer Johannes,

andere halten dich für den wiedergekommenen Elija, und wieder andere meinen, du seist Jeremia oder sonst einer von den alten Propheten.«

»Und ihr«, wollte Jesus wissen, »für wen haltet ihr mich?«

Da sagte Simon Petrus: »Du bist Christus, der versprochene Retter, der Sohn des lebendigen Gottes!«

Darauf sagte Jesus zu ihm: »Du darfst dich freuen, Simon, Sohn von Johannes,

denn diese Erkenntnis hast du nicht aus dir selbst; mein Vater im Himmel hat sie dir gegeben. «


In jedem Jahr stellen sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden mit einem Plakat vor – in diesem Jahr mit Planeten im Weltraum…

Ein bisschen was dazu hören wir in der Predigt. Was die Konfis über sich mitteilen wollen, haben Sie in der Gestaltung der Planeten zum Ausdruck gebracht – schauen Sie es sich nachher einfach mal an.

Jetzt stelle ich Ihnen erstmal die Konfis vor, die nun unsere neue Konfi-Gruppe bilden.



Vorstellung der Konfis (Name und Ortschaft)




Lied: Freut euch der schönen Erde (EG 510,1-5)

https://www.youtube.com/watch?v=7moqZcY9-Aw


Predigtgedanken:

(Intro Raumschiff Enterprise)

https://www.youtube.com/watch?v=MnLJr-rSS7I


„Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2022. Dies sind die Abenteuer der neuen Konfis, die mit einer Mannschaft aus 16 mutigen Jugendlichen 9 Monate unterwegs sind, um neue Welten zu erforschen, ihren Glauben und die christliche Gemeinschaft kennenzulernen. Viele Lichtjahre von ihren bisherigen Erfahrungen entfernt, dringen sie nun in fremde Galaxien vor, um Neues zu entdecken in den unendlichen Tiefen des Glaubens.“


So könnte das Intro für eure Konfi-Zeit klingen!

Und entsprechend sieht man hier vorne auch ein Plakat mit eurem ganz persönlichen Konfi-Sonnensystem.

Jeder von euch hat sich mit einem Planeten vorgestellt. Es sollte – so war der Auftrag – ein Planet sein, der auch widerspiegelt, wer ihr seid, was euch wichtig ist, wo vielleicht auch Raum ist für eure Hobbies usw.

So gibt’s hier vorne nun Planeten mit Fußball oder Basketball, mit Traktor und Natur, mit Fisch, Angelsteg und Computerfiguren, mit Kopfhörer, Noten, Hunden, Katzen und Pferden und noch viel mehr.


So individuell, wie diese Planeten sind, so individuell seid auch ihr. Mit dem, was ihr mitbringt an Eigenschaften und Hobbies, aber auch an Erfahrungen, Begabungen, Fragen und Glauben.

Auch ihr dringt in gewisser Weise vor in fremde Galaxien, die es zu erforschen gibt.


Fremde Galaxien?

Gut, ihr denkt jetzt wahrscheinlich: so fremd ist mir das doch gar nicht. Ich hab jetzt seit 8 Jahren Religion in der Schule, ich bin getauft, bin evangelisch, war auch schon mal in der Kirche…

Aber mal Hand aufs Herz – ist es euch vertraut?

Oder gibt’s da nicht doch noch genügend Fragen, die ihr habt?

Euren Kinderglauben, den habt ihr inzwischen abgelegt – aber was ist an seine Stelle getreten? Was für eine Vorstellung habt ihr von Gott – und wie passt sie zu dem, was wir in der Bibel lesen?

Unsere Gottesdienste – ihr habt schon einige besucht – aber sind sie euch vertraut? Sind euch unsere Kirchen vertraut – oder ist nicht auch da noch so manches, wo ihr sagt: warum machen die das eigentlich so? Und wieso braucht es dafür diesen Gottesdienstraum?

Die Konfi-Zeit darf tatsächlich sowas wie eine Expedition sein, um unbekannte Galaxien zu erkunden. Um sich Räume anzueignen, die einem noch etwas fremd sind. Um sich mit Gedanken auseinanderzusetzen, die anderen wichtig wurden, um ihren eigenen Glauben zu beschreiben. Und natürlich: um den Glauben kennenzulernen, den viele Menschen vor uns als hilfreich und tragend erfahren haben.


Unendliche Weiten!

Ich finde, das ist durchaus ein Bild, das wir alle für unseren Glauben verwenden können.

Auch wenn wir noch so lange schon unseren Glauben leben oder sogar viele Jahre Theologie studiert haben, gibt es immer noch „unbekannte Galaxien“.

Immer wieder neu müssen wir unseren Glauben hinterfragen lassen auf dem Hintergrund von Erfahrungen, die wir machen.

Da wachse ich z.B. mit dem Bild auf von einem Gott, der immer auf mich aufpasst – und dann erfahre ich Schicksalsschläge, die ich kaum tragen kann. Wie krieg ich das zusammen? Krieg ich es zusammen? Oder werfe ich dann lieber meinen ganzen Glauben über Bord?


Als Kinder habt ihr die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel gehört – später kamen die naturwissenschaftlichen Theorien dazu. Muss ich mich für eins davon entscheiden – oder ist es nicht auch spannend, diese beiden Deutungen mal ins Gespräch miteinander zu bringen?


Immer wieder sagen mir Menschen – ganz unterschiedlichen Alters: da verstehe ich Gott nicht. Warum lässt er das so zu?

Das würde ich ihn gerne mal fragen!

Und in diesen Worten klingt die Sehnsucht durch, dass unser Leben einfach behütet verlaufen soll. Für uns und alle, die zu uns gehören.

Und wieder andere sagen: ich verstehe zwar nicht, warum ich das jetzt so erfahren oder auch erleiden muss, aber ich bin froh, dass ich meinen Glauben habe – denn er gibt mir Kraft da durch zu gehen. Trotz allem.


Unendliche Weiten.

Unendliche Weiten schon unseres Glaubens. Und noch viel unvorstellbarer ist dann wohl Gott selbst.

Zu groß und zu unvorstellbar? Oder gar beliebig?


Unser Sonnensystem hat einen Mittelpunkt – er ist sozusagen der Punkt, um den sich alles dreht und der zugleich alles zusammenhält.

Auch auf dem Plakat hier vorne gibt es eine Sonne: Jesus Christus.

Er ist der Mittelpunkt unseres Glaubens.

Er ist es auch, der uns durch seine Worte und Geschichten hilft, Gott zu verstehen.

Und durch sein Leben zeigt er uns, wie wir unseren Glauben leben können.


Jesus Christus ist der Mittelpunkt unserer „Glaubens-Galaxie“.

Martin Luther formulierte es mit den beiden lateinischen Worten: „solus Christus“, „allein Christus“.

Bei jeder Frage, die auch Martin Luther hatte in der Auseinandersetzung mit seinem Glauben und bei der Übersetzung der Bibel, dachte er immer wieder über folgendes nach:

Was würde Jesus denn jetzt sagen?

Wie würde er jetzt handeln?

Wie bringt er uns Gott nahe?

Und so hatte er eine Art Sternen-Karte in Händen, die ihm durch die unendlichen Weiten und Tiefen des Glaubens hindurchführte.


Dieser Jesus Christus, Mittelpunkt unseres Glaubens, hat sehr viele Seiten, die in die unterschiedlichen Lebenssituationen hinein sprechen.

So hat er sich z.B. für Außenseiter stark gemacht und den unterschiedlichsten Menschen geholfen. Aber als ihm selbst Leiden zugefügt wurde, da hat er es getragen und sich in seinem Glauben an Gott festgehalten.

Auch er hat nicht alles verstanden, was ihm in der Welt begegnet ist, aber er hatte das Vertrauen, dass er es irgendwann einmal verstehen wird oder dass es sich lösen wird und sich ins Gute wandelt.

Jesus hat sich für Gewaltlosigkeit eingesetzt – aber er konnte auch richtig wütend werden, wenn er merkte, dass jemand seinen Glauben mit Füßen tritt oder zu einem Geschäft machen will.

Und in jeder Situation hat er immer von einem Gott erzählt, der den Menschen zugewandt ist – nicht zuletzt direkt durch ihn.


Ich persönlich bin sehr froh, dass so eine greifbare Person wie Jesus Christus der Mittelpunkt unseres Glaubens ist.

Einer der Zweifel kennt und Angst – einer, der aber auch erfuhr, wie ihn der Glaube durchträgt – sogar durch Schmerz und Tod.

Für mich ist Jesus aber noch mehr – er ist Gott.

Das menschliche Gesicht Gottes – seine direkte Verbindung zu uns. Der, in dem wir Gott am allerbesten erfahren und verstehen können.


Aber damit wir das immer mehr verstehen – und es auch in unser Leben hineinstrahlt, müssen wir so einige Bahnen um diese Christus-Sonne drehen.

Dafür habt ihr Konfis jetzt die nächsten Monaten Zeit und Gelegenheit.

Und auch danach wird es noch genug Fragen geben – und es wird weiter unendliche Weiten des Glaubens geben, die ihr noch nicht erforscht habt.

Fragt eure Eltern oder die anderen Gemeindeglieder und Gottesdienstbesucher – sie werden es euch alle bestätigen: man ist nie damit fertig, den Glauben zu entdecken, Gott zu erfahren und dem christlichen Vorbild zu folgen.

Und mit jeder Lebenserfahrung wird es wieder neu angestoßen dieses Suchen und Fragen und Verstehen.

Lichtjahre würden vermutlich nicht ausreichen, bis in die Tiefen zu erkunden, wer Gott ist.


Was ihr Konfis aber erkunden könnt – auch mit uns hier gemeinsam – ist: wer Gott für euch ist. Wer Jesus Christus für euch ist.

Wie hieß es vorhin in der Lesung: „wer sagen die Leute, dass ich sei?“

Ihr werdet viele Meinungen haben und noch ebenso viele hören, wer Gott ist und wer Jesus Christus – und was die beiden miteinander zu tun haben.

Aber ich hoffe, dass ihr am Ende eurer Konfi-Zeit zu einem ganz persönlichen Bekenntnis kommt, wer Jesus Christus für euch ist. Und vielleicht klingt es sogar ganz ähnlich wie bei Petrus in der Schriftlesung vorhin: »Du bist Christus, der versprochene Retter, der Sohn des lebendigen Gottes!«

Für Petrus war Jesus der Mittelpunkt seines Lebens -seine Sonne!


Unendliche Weiten. Wir sind gemeinsam unterwegs.

Ihr als fröhliche, lachende aber auch interessierte Konfi-Gruppe.

Wir alle gemeinsam als Gemeinde mit all unseren unterschiedlichen Glaubens- und Lebenserfahrungen.

Und unsere Mission ist es, dass etwas von dieser Kraft und Wärme in unserer Mitte, ausstrahlt in unser Leben, in das Leben anderer und in unsere Welt.

Amen.


Lied: Laudato si (EG 515,1+2+6-8)

https://www.youtube.com/watch?v=gJ54Bhrtfu4


Fürbittengebet:

Gott,

heute bitten wir dich für unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden, die gemeinsam unterwegs sind, um dich und die unendlichen Weiten unseres Glauben kennenzulernen.

Begegne ihnen, dass sie Antworten finden auf ihre Fragen aber auch spüren können, dass du ihnen nahe bist.


Wir bitten dich auch für uns als Gemeinde, dass wir unseren Konfirmanden und Konfirmandinnen offen und interessiert begegnen. Dass sie sich willkommen fühlen – und wir mit ihnen auch Neues entdecken und erfahren.


Die unendlichen Weiten des Glaubens, sie begegnen auch uns, die wir schon länger mit dem Glauben an dich unterwegs sind. Und manchmal scheint auch für uns undurchdringlich zu sein, was uns im Leben widerfährt und wie wir es mit unserem Glauben an dich vereinbaren können.

So bitten wir dich für alle, die gerade durchgerüttelt werden von Fragen und Ängsten, von Schmerz und Trauer.

Wir bitten dich für alle, die mit dem Tod eines lieben Menschen umgehen müssen: gib ihnen Halt, schenk ihnen Trost.


Unser Mittelpunkt ist Jesus Christus – er ist uns auch Vorbild, wie wir leben sollen:

Hilf uns, seine Liebe und Wärme zu den Menschen zu bringen, um die es dunkel und kalt geworden ist

Lass uns nicht müde werden für Frieden zu kämpfen und zu beten.

Mach uns mutig, uns an die Seite der Menschen zu stellen, die am Rand stehen, zum Schweigen gebracht oder übersehen werden.


Und alles was uns persönlich bewegt, bringen wir in der Stille vor dich (STILLE)


Vater unser im Himmel.


Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.


Abkündigungen


Lied: Komm, Herr, segne uns (EG 170,1-4)

https://www.youtube.com/watch?v=pozynuYo7pw

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Euch und sei euch gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht über euch und gebe euch Frieden. (Amen, Amen, Amen)


Orgelnachspiel




All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage:

https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste


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