• Ute Braun

Grüße aus dem Hohen Norden

Hallo zusammen!

Ich hoffe, ihr hattet alle schöne Ferien und seid nun erholt zurück in Kindergärten, Schulen und am Arbeitsplatz.

Vielleicht wart ihr ja sogar verreist und habt nette Orte neu entdeckt – so wie ich in Hamburg und am Strand der Elbe?

Gefreut habe ich mich, dass mich im Urlaub wieder Post erreicht hat. Dieses Mal aus dem hohen Norden. Und zwar von einer Möwe! Die gibt es da oben reichlich. Aber vermutlich nur eine, die schreiben kann… J

Aber lest selbst!

Bis bald wieder!


Euer Wolli


Lieber Wolli,

sicher wunderst Du Dich, dass Du Post aus dem hohen Norden erhältst. Dank der modernen Technik können auch wir hier oben auf der wunderschönen Insel Helgoland, die zu Schleswig-Holstein gehört, von Dir und Deinen tollen Geschichten lesen und staunen, was Du so alles Interessantes erlebst.


Aber erstmal der Reihe nach: Ich heiße Jacky Moewe und ich wohne mit meiner Familie nicht weit von unserer evangelischen Kirche St. Nicolai auf Helgoland.

Die Kirche hat ihren Namen vom Heiligen Nikolaus von Myra, dem Schutzpatron der Seefahrer und Kaufleute. Dieser lebte vor 1600 Jahren in der Hafenstadt Myra im Mittelmeer und er half seefahrenden Kaufleuten, wenn sie im Sturm ihr Schiff und ihre Ladung verloren hatten. Ihm zu Dank haben sogar die helgoländer Kinder am Nikolaustag schulfrei. Toll, oder?

Wir haben hier eine sehr nette Pfarrerin mit einem Hund, so wie Ihr in Lichtenau auch. Sie wohnt hier mit uns auf der Insel. Das ist auch gut so, denn wenn sie gebraucht wird, ist sie gleich hier vor Ort und muss nicht erst mit dem Schiff vom Festland herfahren. Das dauert immerhin 2 bis 2,5 Stunden. Helgoland liegt nämlich ungefähr 50 km von der Küste weg in der Nordsee. Wenn es schnell gehen muss, kann man natürlich auch mit einem kleinen Flugzeug her fliegen. Auf unserer Nebeninsel gibt es sogar einen kleinen Landeplatz dafür.

Unsere Kirche hat einen sehr hohen, ganz spitzen Kirchturm, der schon von Weitem gut zu sehen ist. Er hat statt einem Hahn oder einem Kreuz ein Segelboot auf der Spitze, eine Schaluppe. Auch in der Kirche, die innen fast nur aus Holz besteht, hängen Nachbildungen von Schiffen. Sie wurden von Kapitänen gestiftet als Zeichen des Dankes an Gott für Schutz oder die Rettung aus Seenot.

Jetzt erzähle ich Dir noch ein bisschen von meinen Freunden aus der Tierwelt. Schafe gibt es bei uns natürlich auch, einige Ziegen und Kühe.

Vor allem gibt es ganz viele Vögel, außer uns Möwen, die sogar einen ganzen Felsen nur für sich haben.


Das sind hauptsächlich die Lummen und die Tölpel. Sie legen ihre Eier direkt in die Felswand und wenn die Jungen der Lummen zum ersten mal aus dem Nest wollen, stürzen sie erstmal viele Meter in die Tiefe ins Wasser. Das solltest Du mal sehen! Die Vögel sind sehr gute Schwimmer und die Jungtiere werden im Wasser von ihren Eltern so lange versorgt, bis sie selbst fliegen können.


Zu der ganzen Tierwelt gehören dann auch noch die Robben und die Seehunde. Die kann man das ganze Jahr über am Strand beobachten, wie sie ihre Jungen groß ziehen. Manchmal liegen sie auch einfach ganz faul in der Sonne und genießen die Wärme und den Wind. Aber man muss beim Beobachten Abstand zu ihnen halten, darf nicht zu nahe hin gehen, weil sie ganz schön wütend werden können, wenn sie sich gestört fühlen. So mancher ist schon gebissen worden.

Ich habe von Deinem Besuch bei einem Imker gelesen, das war sicher sehr interessant für Dich. Bei uns haben es die Bienen sehr schwer, weil eigentlich immer ein Wind geht, der oftmals auch sehr stürmisch ist. Aber die kleinen Tiere lassen sich nicht unterkriegen und das ist auch gut so. Die Natur sorgt schon für sich, so hat der liebe Gott das eingerichtet, und es ist richtig toll, das alles beobachten zu können. Natur haben wir hier nämlich ganz viel. Es macht auch riesigen Spaß, bei Ebbe am Strand spazieren zu gehen und zu erforschen, was das Meer bei Flut so alles angespült hat oder einfach schöne Muscheln und Steine zu suchen. Es ist ein bisschen wie bei Euch am Rheinufer, nur dass bei uns das Wasser eben nicht immer gleichbleibend da ist, sondern in einem bestimmten Rhythmus kommt und geht.

Lieber Wolli, ich habe auch einmal gelesen, dass Du Urlaub im Norden gemacht hast. Vielleicht hast Du ja einmal Lust, unsere schöne Insel zu besuchen und kennen zu lernen. Du bist herzlich willkommen!

Ganz liebe Grüße an Dich nach Lichtenau,

Dein Jacky

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