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Hanauerlandgottesdienst am Neujahrsabend, den 01.01.2023 in Lichtenau



Hanauerlandgottesdienst am Neujahrsabend, den 01.01 2023, um 18 Uhr in Lichtenau

mit Pfarrer i.R. Norbert Unkrich




Wenn Sie an unserem Gottesdienst nicht teilnehmen können, haben Sie hier die Möglichkeit dennoch mit unserer Gottesdienstgemeinschaft verbunden zu sein. (Gerne dürfen Sie diesen Gottesdienst auch ausdrucken und weitergeben.)




(Orgel: Michael Arnap)


„Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“. - Mit diesem Wort aus Hebräer 13 grüße und begrüße ich Sie alle ganz herzlich und wünsche Ihnen und Ihren Angehörigen ein gesegnetes und friedvolles Jahr 2023 - ein Jahr in Gesundheit und Gottvertrauen! - Es ist schön, dass wir uns am Abend des ersten Tages im neuen Jahr hier zum Gottesdienst eingefunden haben. Denn wir wollen den ehren und preisen, der als guter Hirte gestern bei uns war; der jeden einzelnen von uns heute mit den Augen seiner Liebe ansieht, der im Wandel der Zeit derselbe ist in Zeit und in Ewigkeit!


Lied: 62, 1-3 Jesus soll die Losung sein

https://www.youtube.com/watch?v=W6DSEEeVDxc


Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes. Amen.


Gott, der Herr der Zeit und der Ewigkeit, sei mit Euch!

Und mit deinem Geiste!


Psalm: 8 (Nr. 902 NG) Ehr sei dem Vater…


Wir wollen beten:

Das neue Jahr, göttlicher Vater, ist erst ein paar Stunden alt. Wir wissen nicht, was es uns bringen wird. Ob wir es heil und gesund überstehen? Ob wir in unseren persönlichen Fragen und Aufgaben in diesem Jahr einen Schritt weiter kommen? Ob unsere Pläne fürs neue Jahr aufgehen und wir unsere guten Vorsätze durchhalten? - Wir wollen uns vor dem, was ungewiss vor uns liegt, nicht grundlos fürchten. Vielmehr bauen wir auf dich, der du in Jesus Christus Mensch geworden bist, um Licht in unsere Dunkelheit zu bringen, um uns als guter Hirte zu begleiten, um jeden von uns in seiner Einzigartigkeit anzuschauen und wert zu schätzen. Darum bitten wir dich und rufen: Herr, erbarme dich! (Kyrie)


Gott hat sich über uns erbarmt, wie es im Buch der Sprüche heißt: „Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der Herr allein lenkt seinen Schritt“. Ehre sei Gott in der Höhe! (Gloria)


Lied: 147 (NG) Gottes Wort ist wie Licht (3x)

https://www.youtube.com/watch?v=kV0Tc9PpjKs


Ewiger Gott, du schenkst uns die Zeit und füllst sie nach deinem Willen. Lass uns in diesem Jahr deine Gegenwart erkennen und in allem, was geschieht, deine heilende Liebe entdecken. Blicke jeden von uns an mit den Augen deiner Barmherzigkeit. Durch unseren Herrn und Heiland Jesus Christus, der mit dir und dem Hl. Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.


Lesung: Genesis 16, 1-14

Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. Halleluja!


Wir wollen zu unserem christlichen Glauben stehen und das Apostolische Glaubensbekenntnis beten: Ich glaube…


Lied: 361, 1+3+6 Befiehl du deine Wege

https://www.youtube.com/watch?v=AOwugSRzxWA


Gnade sei mit Euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.


Jahreslosung 2023 aus Genesis 16, 13: „Du bist ein Gott, der mich sieht“.


Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige und segne unser Hören durch deinen Hl. Geist. Amen.


Liebe Gemeinde!

Was haben unsere Augen schon alles gesehen?

Die explodierende Blütenfülle im Frühjahr; einen malerischen Sonnenuntergang am Meer; das überglückliche Strahlen eines verliebten Menschen!

Was haben unsere Augen schon alles gesehen?

Das Erschrecken verzweifelter Menschen in Cherson; auf dem Bauch liegende an Corona erkrankte Menschen, die nach Luft und Leben ringen; ein von Trump aufgestachelter Menschen-mop beim Sturm auf den Sitz des US-Kongresses am 6. Januar 2021.

Was haben unsere Augen schon alles gesehen?

Hier: die Machtfülle Gottes, des Schöpfers! Dort: die Ohnmacht eines hilflosen Kranken und die Zerstörungsmacht machtsüchtiger Machtmenschen. Und dazwischen: Aber-millionen Bilder in unzählig vielen schwarz-weiß Schattie-rungen: Menschenschicksale in allen Variationen; Gesichter, gezeichnet vom Leben; Hände, die anpacken; Frauen, die kilometerweit Wasser für ihre Familie nach Hause schleppen.


Vieles, was wir gesehen haben, ist in unserem Gedächtnis gespeichert. Vieles können wir in unseren Erinnerungen abrufen. Vieles meldet sich immer wieder mal und macht uns zu schaffen, gerade wenn Schuld im Spiel ist. Vieles ist verblasst und kann durch Photographien und Biographien ins Leben zurückgerufen werden. Vieles wurde im Urwald-gestrüpp des Lebens ganz nach hinten verdrängt.


Jahresrückblicke vergegenwärtigen uns all das, was innerhalb der Politik, der Wirtschaft, des Sports oder in anderen Bereichen besonders wichtig gewesen ist. Unsere persönliche Vergangenheit kennen wir; daran können wir nichts ändern. Doch wie sieht unsere Zukunft aus? Was wird das neue Jahr uns, jedem einzelnen von uns bringen? Mit welcher Aussicht schreiten wir in die vor uns liegenden Tage, Wochen und Monate? - Manche möchten gerne in ihre Zukunft schauen; möchten wissen, was ihr Horoskop ihnen voraussagt. All diesen möchte ich sagen, dass unsere zukünftigen Tage nicht in einer Glaskugel und auch nicht im Bleigießen verborgen liegen. Unsere Zukunft liegt auch nicht in unserer Macht und Kraft. Dies kann sehr schnell verbraucht sein. - Unsere Zukunft liegt einzig und allein in dem Gott, der Himmel und Erde gemacht hat; in dem Gott, der der Vater Jesu Christi ist, der Vater unseres Heilandes und Erlösers!


Und da frage ich mich: Was hat Gott schon alles gesehen? Was hat er gesehen: im gesamten Weltall, in meinem und Deinem Leben? Was hat er gesehen an Ereignissen und Einstellungen, was ihm missfallen musste oder auch, was ihm Freude bereitet hat? Was hat er gesehen an Geschehnissen, wo er korrigierend oder helfend eingreifen musste? Was sieht Gott, wenn er auf diesen Planeten Erde blickt?


Am Ende des Schöpfungsberichtes, der in 7 Schöpfungs-abschnitten berichtet, heißt es: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (Genesis 1, 31). - Zu Beginn der Sintflut stellt Gott fest: „dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar“ (Genesis 6, 5). - Der greise Simeon nimmt das Jesuskind im Tempel auf seine Arme und bekennt: „Meine Augen haben deinen Heiland gesehen!“ (Lukas 2, 30). Nach der Taufe Jesu bekennt Gott: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“. (Matthäus 3, 17) Und weil diese Aussage einer Adoption gleich kommt, erklärt Gott hiermit Jesus noch einmal zu seinem Sohn! - Und in diesem Sohn sieht Gott die Würde der Kinder: „Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Himmelreich!“ (Matthäus 19, 14). - In diesem Sohn spricht der Vater im Gleichnis: „Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden“ (Lukas 15, 24). - In diesem Sohn sieht Gott den Blinden von Jericho und heilt ihn. In diesem Sohn spricht Gott über die Hungrigen und Durstigen, über die Fremden und Nackten, über die Kranken und die Menschen in den Gefängnissen und sagt zu uns: “Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern und Schwestern, das habt ihr mir getan“ (Matthäus 25, 40). - Ja, In diesem Sohn, dessen Geburtstag wir vor wenigen Tagen gefeiert haben, strahlt Gottes Liebe hell in unsere dunkle Welt, und wir erkennen in ihm die Göttlichkeit Gottes!


An welchen Gott glauben wir? Nicht an Götzen, nicht an selbst erdachte und selbst gemachte tote Götter, die leblos sind und nicht sehen können! Vielmehr an den Gott, der sich Mose beim brennenden Dornbusch vorgestellt hatte mit den Worten: „Ich werde sein, der ich sein werde“. Oder anders übersetzt: „Ich bin für dich da! - Es ist der gleiche Gott, zu dem Hagar sich bekannt hatte: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“ (Genesis, 16, 13). Warum hatte sie Gott diese Auszeichnung gegeben? Hagar, Sara’s persönliche Magd, von Abram geschwängert, war unter der Demütigung ihrer Herrin in die Wüste geflohen. Wüste - das hätte für sie den sicheren Tod bedeutet. Doch Gottes Engel fand sie in der Nähe einer Wasserquelle und fragte sie: Woher kommst du und wohin willst du? Es sind diese Fragen nach der persönlichen Vergangenheit und Zukunft; Fragen, die nicht nur an Silvester und Neujahr gestellt werden, sondern auch in den Krisen-zeiten unseres Lebens. Die Frage „woher kommst du?“ kann sie beantworten; die Frage: „wo willst du hin?“ dazu kann sie in ihrer Ausweglosigkeit nichts sagen. Doch damit sie eine Zukunft hat, soll sie die Wüste verlassen und wieder zurück zu Abram und Sarai gehen. Und zugleich soll sie von Gott gesegnet werden mit einer so großen Nachkommenzahl, die nicht gezählt werden kann. Nach dieser Zusage durch den Engel spricht Hagar Gott persönlich an: „Du bist ein Gott, der mich sieht!“ Denn in diesem Augenblick hat sie erkannt: Dieser Gott hat mich schon lange gesehen und begleitet. Dieser Gott weiß, wie es wirklich um mich steht, wie schwer ich es habe, wie nahe mir der Tod ist. Dieser Gott hat mich wahrgenommen, hat mich angesehen und gibt mir Ansehen. Dieser Gott will, dass ich lebe, dass mein Leben eine Zukunft hat, dass ich nicht den Launen einer Herrin und auch nicht einem blinden Schicksal ausgeliefert bin. Zu diesem Gott will ich eine persönliche Beziehung aufbauen. Diesem Gott will ich vertrauen und mich anvertrauen! Denn mit seiner Hilfe kann ich aufatmen, und es öffnet sich eine Tür, die vorher nicht zu sehen war.


Dazu lädt die diesjährige Losung uns alle ein: Unser Gott, der sich im AT und besonders über Jesus Christus im NT in vielen Geschichten und Berichten, in vielen Gleichnissen und Wundern vorgestellt hat, will ein persönlicher Gott sein. Ich darf die Erfahrung machen, dass er auch mich sieht, dass er mir Ansehen verleiht, dass ich ihm wichtig bin! Ich - einer von 8 Milliarden Menschen, bin ihm so viel wert, dass er mich anspricht - auch durch seine Engel. Mein Leben, mein Schicksal sind ihm nicht gleichgültig! - Jedem Menschen, ob einem Kind oder einem Jugendlichen, einem Erwachsenen oder einem älteren Menschen, einem Behinderten oder Kranken, einem Verachteten oder Ausgegrenzten - jedem Menschen will dieser Gott Würde und Ansehen schenken! Mit jedem unter uns will er als guter Hirte mitgehen - auch in das unbekannt vor uns liegende Jahr 2023! Jedem von uns will er Lebenskraft geben, so dass die Lebensfreude uns auch aus unseren Krisen und Wüstenzeiten führt. Jedem von uns hat dieser Gott nicht nur Augen gegeben, sondern auch ein Herz, damit wir die Nöte anderer sehen und sie begleiten; damit wir in jedem anderen Menschen einen Bruder und eine Schwester erkennen! Dieser Gott lehrt uns Umsicht und Einsicht, lehrt uns Weitsicht und Rücksicht. Dieser Gott weitet meinen Blick, so dass ich hinter allem, was mir geschieht, sein Wirken und Walten erkenne. Mit diesem Gott, von dem ich weiß, dass er ein Herz für mich hat, habe ich für das Jahr 2023 und für meine ganze Lebenszeit eine gute Aussicht! Amen.


Lied: 122, 1-4 (NG) Du bist der Weg

https://www.youtube.com/watch?v=50pH4Uxip1I


Lasset uns beten:

Gott wir staunen über das Wunderwerk unserer Augen. Sie dürfen immer wieder viel Schönes und Heilendes erkennen und auch, wie du Jahr für Jahr wirkst und uns begleitest.


Gott, wir sind entsetzt über Vieles, was unsere Augen sehen müssen. Wir sind beschämt über die Grausamkeit vieler Menschen und über alles, was gegen dich gerichtet ist. Und wie viel mehr leidest du, dessen Blick weit mehr erkennt als unsere Augen, darunter.


Gott, du hast dich vorgestellt als ein Gott, der jeden von uns sieht, der jedem unter uns Ansehen und Würde verleiht; der als guter Hirte mit jedem von uns gehen möchte - auch in das Neue Jahr. Kein Leben, kein Schicksal, keine noch so schnell übersehen Kreatur ist dir gleichgültig.


Gott, du forderst uns auf, unsere Mitmenschen in ihrer je unterschiedlichen Not nicht nur mit den Augen, sondern auch mit unserem Herzen zu sehen und ihnen in deinem Sinne beizustehen, so weit es uns möglich ist.


Gott, dir will ich vertrauen; dir möchte ich mich anvertrauen; zu dir möchte ich eine persönliche und intensive Beziehung aufbauen. Denn ich weiß: Du siehst auch mich. Du bist auf allen Wegen meines Lebens bei mir und mit mir. Denn dir bin ich viel wert!


Und alles, was mich bewegt, möchte ich Dir, himmlischer Vater, jetzt in der Stille anvertrauen: (Stille)


Und miteinander und füreinander beten wir mit den Worten weiter, die Jesus Christus uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser im Himmel…


Und der Friede Gottes, welcher höher ist als alle menschliche Vernunft, begleite Euch:

Er erfülle Eure Herzen; er regiere Eure Gedanken; er bestimme Euer Tun. Amen.


Abkündigungen


Lied: 65, 1+2+4 Von guten Mächten

https://www.youtube.com/watch?v=3C8v9icR6yA


Segen


Postludium




All unsere Gottesdienste – teilweise auch zum Anhören - und weitere Impulse finden Sie auch auf unserer Homepage: https://www.ev-kirchengemeinde-lichtenau-baden.com/unsere-gottesdienste





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