„Hier stehe ich…“ Gottesdienst nach der KonfiNacht am 10.10.2021 in Lichtenau


Gottesdienst nach der Konfi-Nacht am Sonntag, den 10.10 2021, um 10 Uhr in Lichtenau mit Pfarrerin Ute Braun



Orgelvorspiel


Lied: NL 220,1+2: Aufsteh aufeinander zugehn (zum Anhören und Mitsingen)


Votum

Wir feiern diesen Gottesdienst:

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

(Amen).

Der Herr sei mit euch… (…und mit deinem Geist)


Psalmgebet nach Ps 139 (EG Wü 769 // Liederbuch für die Jugend, S. 674)

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir

I Gott, du kennst mich. Du achtest auf mich. Nie gibst du mich verloren

II Ich sitze oder stehe ich liege oder gehe, du hältst deine Hand über mir. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir

I Alle meine Wege sind dir bekannt Alles, was ich denke und sage: Du kennst es. Mein ganzes Leben liegt offen vor dir.

II Wenn ich in Schwierigkeiten bin, willst du mich begleiten. Wenn ich nicht aus noch ein weiß, und mich am liebsten verstecken möchte, so bleibt dir meine Not nicht verborgen. I Gott, du kennst mich. Du achtest auf mich. Nie gibst du mich verloren

Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir

Eingangsgebet

Gott, du weißt genau, wie es uns geht. du weißt, welche Dinge uns beschäftigen, du weißt, worüber wir uns gerade Gedanken machen.

Oft fühlen wir uns alleine mit allem, was in unserem Kopf herumschwirrt. Wir denken: Wir alleine müssen es packen Wir müssen eine Lösung finden. Und wir wissen manchmal gar nicht, ob es überhaupt eine Lösung gibt.

Danke, guter Gott, dass du uns versprichst, dass du bei uns bist. dass du uns versprichst: „Ich stehe neben dir.“ Wohin wir auch gehen, Was wir auch denken, Wofür wir auch einstehen: Du stehst an unserer Seite. Amen

Lied: EG 659,1+2: Die Erde ist des Herrn (zum Anhören und Mitsingen)

Predigtgedanken und Aktion Beginn mit einem kurzen Video-Clip (Hier geht's zum Clip)


Durch unsere Konfi-Nacht, die wir zeitgleich mit knapp 800 Konfis in ganz Baden-Württemberg begangen haben, hatte sich das Thema „Hier stehe ich“ gezogen.

Auf den Spuren Martin Luthers waren wir unterwegs – einerseits – es ging aber auch darum, seinen eigenen Standpunkt zu finden: Was ist mir wichtig, wofür setze ich mich ein?


„Hier stehe ich, ich kann nicht anders…“

So soll Luther beim Reichstag zu Worms gesagt haben… Legende??

Legende oder nicht – entscheidend ist, dass Luther so überzeugt von dem war, was er glaubte und lehrte, dass er sich noch nicht mal durch Papst und Kaiser davon abbringen ließ.

Er hat sich für seinen Standpunkt eingesetzt, dass die Kirche, die man bis dahin kannte, von Grund auf erneuert werden muss. Dass Glaube frei macht und nicht den Menschen klein machen darf.

Das Schuld von Gott aus Gnade vergeben wird – und man sich nicht davon frei kaufen kann und es auch nicht muss…

Auf diesen Standpunkt beharrte er und nahm auch in Kauf, dass er dafür verfolgt wurde und sich auf der Wartburg verstecken musste…


Sich stark machen – für seinen Standpunkt einsetzen, das haben auch andere nach ihm…

Einer hieß sogar fast genauso, wie der Mönch aus Wittenberg.

(ein 2. Video-Clip wird eingespielt)

Martin Luther King machte sich stark für Gleichheit der Menschen unabhängig von Rasse, Herkunft, Hautfarbe…


Ja, und auch in unserer Zeit gibt es solche Personen!

Auch Frauen, auch Jugendliche! Sie hier war kaum älter als unsere Konfis, als sie sich für das Klima einsetzte! (ein letzter Video-Clip wird eingespielt)


Was würden wir antworten, wenn uns jemand ein Mikrofon unter die Nase hält und uns fragt, was unsere Wünsche für eine solidarische Gesellschaft, eine bessere Welt sind - UND: was wir dafür tun?

Gar nicht so einfach – oder doch?


Eine Gesellschaft, eine Konfi-Gruppe, oder eine Familie, in der es niemanden gibt, der sich für den anderen einsetzt, wird eine chaotischer, egoistischer Haufen.

Es braucht das Miteinander. Es braucht Nächstenliebe. Es braucht den uneigennützigen Einsatz für andere, bei dem ich selbst keinen Vorteil habe – sondern es nur darum geht, dass es anderen hilft (wie bei den Hochwasserhilfen im Sommer).

Auch Jesus hat das vorgelebt. Er hat auf die Schwachen geachtet und war für andere da. Und er wollte, dass seine Jünger das fortführen: Einander beistehen, helfen, die Schöpfung bewahren.


Allerdings wartet da ein ganzer Berg Arbeit auf uns. Es gibt so viele Dinge, die sich ändern müssten oder wo Menschen Hilfe brauchen.

Was kann ich kleines Menschlein da schon tun?

Da ist man schon versucht, aufzuhören noch ehe man angefangen hat. Es ist einfach zu viel – was wir anpacken müssen – es ist einfach zu wenig, das wir ausrichten könnten.

Man kann es aber auch anders sehen – dass das bisschen, das jeder einzelne von uns tun kann, auch ganz viel bewirken kann.


In einer kleinen Geschichte, die uns auch in unserer Konfi-Nacht begegnet ist, wird das schön zum Ausdruck gebracht:

Ein alter Mann geht bei Sonnenaufgang den Strand entlang. Er beobachtet vor sich einen Jungen, der Seesterne aufhebt und ins Meer wirft. Als er ihn schließlich einholt fragt er ihn: „Was tust du?“

Der Junge antwortet ihm, dass die gestrandeten Seesterne sterben, wenn sie in der Sonne liegen bleiben, bis die Flut wiederkommt.

Der alte Mann erwidert: „Aber der Strand ist kilometerlang und tausende Seesterne liegen hier. Was macht es also für einen Unterschied, wenn Du Dich abmühst?“. Der Junge blickt auf den Seestern in seiner Hand und wirft ihn in die rettenden Wellen. Er schaut den alten Herrn an und sagt: „Für diesen hier macht es einen Unterschied.“


Auch die 3 Menschen, die ich in den Clips vorgestellt habe, waren erst mal nur einer, die sich eingesetzt haben – und erst mit der Zeit kamen andere hinzu, bis es zu einer großen Bewegung wurde. Auch Jesus war erst mal einer...


Wir müssen und können die Welt nicht allein verändern. Aber viele zusammen können es. Gott traut uns zu, einen Standpunkt zu finden und von diesem Standpunkt aus in die Welt hinein zu wirken.


Was könnte das sein – heute in unserer Zeit und ganz konkret?

Was fordert uns aktuell heraus – wo wir einen Standpunkt dazu finden müssen, uns stark machen, hinstehen…

Für uns sind solche aktuellen Themen z.B. Umweltschutz, Chancengleichheit, Gleichberechtigung der Geschlechter, gutes Miteinander ohne Mobbing, Glaube im Alltag leben, Vorurteile in der Gesellschaft überwinden, Ausländerfreundlichkeit

Aber vielleicht sind eure Themen ja ganz andere???


Ich möchte Sie einladen, sich beim nächsten Orgelstück auf den Weg zu machen- zu einem Plakat zu einem Thema in der Fensternische.

Kommen Sie miteinander ins Gespräch – Was ist Ihnen an diesem Thema wichtig und welche konkrete Handlung nehmen Sie sich für die nahe Zukunft vor?

Wenn Ihr Thema nicht dabei ist – schreiben Sie es auf einen leeren Papierbogen und beantworten sie dann die Fragen auf der Rückseite des Psalms…(kleines Handout)

(Wer nicht aufstehen möchte oder es nicht gut kann – denn lade ich ein, mit seinen Banknachbarn ein bisschen darüber ins Gespräch zu kommen)


Lied: NL 79: Steh auf, bewege dich (zum Anhören, Mitsingen und sich auf den Weg machen


Diese Gedanken haben die Konfis am Samstag notiert:





Und diese Gedanken haben die Gemeindeglieder am Sonntag notiert:







Und auch ein weiteres Thema wurde von der Gemeinde eingebracht.


Vielen Danke an alle für ihre Gedanken!


Auf unserem Altar stehen Kerzen.

Ein kleines Licht kann einen großen, dunklen Raum hell machen.

Selbst in dunkelster Nacht kann eine Kerze in einer finsteren Turnhalle die Situation verändern, Orientierung geben.

Sie haben manches genannt oder gehört – vielleicht sich auch vorgenommen. Lauter kleine, konkrete Dinge vorgenommen, bei denen Sie sagen: Hier stehe ich. Das will ich tun.

Die kleinen Schritte werden nicht alle Not in der Welt beseitigen.

Aber es wird etwas bewegen.

Es wird ein kleines Licht sichtbar werden.


So wie Jesus versprochen hat, ein Licht für unser Leben und die Welt zu sein, traut er uns auch zu, dass wir Licht für andere sein können. Und dieses Licht sollen wir auch leuchten lassen. Amen.


Lied: NL 14,1-4: Das Leben braucht Erkenntnis (zum Anhören und Mitsingen)


Abschlussgebet

Barmherziger Gott,

du hast ein Herz für die Schwachen,

für die Armen und Ausgegrenzten, für die Fremden,

du liebst die ganze Schöpfung,

die Tiere und die Pflanzen.


Oft suchen wir noch nach einem Standpunkt,

oft wissen wir nicht so richtig, was wir tun sollen,

oft zögern wir auch, das richtige zu tun.

Bitte hilf uns, dass wir uns für das Gute einsetzen,

für Frieden und Gerechtigkeit,

für die Menschen in unserem Umfeld,

für die Natur.


Stärke du uns den Rücken,

mach uns Mut, kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen.


Sei uns nah mit deiner Liebe und Barmherzigkeit,

sei bei allen Menschen, die Mut und Unterstützung brauchen.


Und alles, was uns persönlich bewegt bringen wir in der Stille vor dich:

Stille…


Vaterunser


Lied: EG 667,1-4: Selig seid ihr (zum Anhören und Mitsingen)

Segen

Es segne dich der treue Gott Der dich genau so geschaffen hat, wie du bist - und der dich deshalb unendlich liebt. Er hebe seine Hand über dich und schenke dir den Mut, für das einzustehen, was dir wichtig ist. Und was immer auch kommt: Er lasse dich spüren, dass er dir nahe ist.

Amen. Orgelnachspiel




10 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen