• Ute Braun

Kirche - Daheim

Aktualisiert: März 22



(Dieser Gottesdienst ist für Sie und Ihre Familie erdacht. Gerne dürfen Sie diesen auch ausdrucken und weitergeben.

Für unseren 1. Daheim-Gottesdienst in dieser Art wähle ich ganz bewusst vertraute Texte!)


Eröffnung:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


Psalm 23:

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.


Gebet:

Herr, unser Gott,

in diesen unruhigen und angespannten Tagen suchen wir deine Zusagen.

Spüren und glauben wollen wir, dass du bei uns bist und für uns sorgst wie ein guter Hirte.

Hilf uns darauf zu vertrauen, dass du mit uns gehst – auch durch diese Zeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.


Lesung aus Matthäus 6,25-34:

Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?

Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel kostbarer als sie?

Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.


Lied: Wer nur den liebe Gott lässt walten (EG 369)

https://www.youtube.com/watch?v=YEypk3x0E08

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten

und hoffet auf ihn allezeit,

den wird er wunderbar erhalten

in aller Not und Traurigkeit.

Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut,

der hat auf keinen Sand gebaut.

2) Was helfen uns die schweren Sorgen,

was hilft uns unser Weh und Ach?

Was hilft es, dass wir alle Morgen

beseufzen unser Ungemach?

Wir machen unser Kreuz und Leid

nur größer durch die Traurigkeit.

7) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen,

verricht das Deine nur getreu

und trau des Himmels reichem Segen,

so wird er bei dir werden neu;

denn welcher seine Zuversicht

auf Gott setzt, den verlässt er nicht.


Predigt-Gedanken:

Ganz bewusst habe ich für unseren ersten Kirche-daheim! -Gottesdienst vertraute Texte ausgewählt.

Der Psalm 23, der uns Gottes Begleitung zusagt, selbst wenn wir durch „finstre Täler“ müssen – und Jesu Wort vom Sorgen, das im Moment so aktuell ist, als wäre es genau für diese Wochen gesagt worden!

Und in meinen Predigt-Gedanken möchte ich meinen Blick auf einen bekannten Vers aus dem 1.Timotheusbrief werfen. Dort heißt es: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Unser Landesbischof hat diesen Vers letzte Woche in seinem Brief an die Gemeinden zitiert und seitdem begleitet er mich in besonderer Weise als Zuspruch aber auch als Orientierung für unser Leben und Handeln!

Ich möchte einige Gedanken dazu mit Ihnen teilen:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht…“

„Furcht“ ist ja zunächst erst mal etwas Gutes! Es ist eine Schutzfunktion unseres Körpers und unserer Psyche, um uns vor Gefahren zu bewahren. Wenn wir uns vor etwas fürchten, werden wir vorsichtig – oder unser Körper macht sich sogar bereit, gegen das Bedrohliche anzukämpfen. Beide Seiten der „Furcht“ sind uns derzeit sogar von Nutzen!

Daneben gibt es noch die Ehr-Furcht – die Ehrfurcht vor dem Leben beispielsweise. Das ist eine Form des Respekts, der Wertschätzung und der Achtung. Wenn ich Ehrfurcht vor dem Leben habe, dann setze ich mich dafür ein, dass es geschützt wird.

Auch eine Seite der „Furcht“, die wir derzeit gut gebrauchen können!

Die Furcht aber, die im Timotheus-Brief gemeint ist, das ist eine Furcht, die uns lähmt, uns erstarren lässt – oder die uns dazu bringt, nur für uns zu sorgen und die anderen aus dem Blick zu verlieren.

Eine „Furcht“, die uns diesen Tagen auf verschiedene Weise auch begegnet.

Aber: dieser„Geist der Furcht“ wurde uns als Christen nicht gegeben!

Uns wurde gegeben: ein Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit!

An der „Besonnenheit“ bleibe ich gerade zu allererst hängen:

Ja, im Moment ist es wirklich wichtig, dass wir „besonnen“ handeln – und uns an die Empfehlungen, die Ver- und Gebote der einzelnen Stellen halten - so schwer es uns auch fällt, dass unsere persönlichen Kontakte beschränkt werden und dass wir uns nicht wie gewohnt bewegen oder gar verreisen dürfen!

So schwer es uns fällt – so empfinde ich persönlich es gerade sehr stark – dass wir noch nicht einmal Gottesdienst im gewohnten Rahmen zusammen feiern können.

Aber „besonnen handeln“ schließt auch diese Bereiche ein, die uns so schwer fallen!

Besonnen handeln heißt für mich aber dann in einem nächsten Schritt: überlegen, wie ich jetzt – unter dieser besonderen Situation – für Menschen da sein kann? Wie kann ich Menschen begleiten, helfen, stärken, ermutigen?

Warum uns das wichtig sein sollte? Das steckt in dem Vers auch drin: Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

Zu dieser Liebe gehört für mich in dieser Zeit, dass wir wirklich nach den Menschen schauen, die durch diese Krise besonders gefährdet sind – und das sind nicht nur die älteren! Und sie schützen – und unterstützen!

Für mich gehört da dazu, dass wir neue Kommunikationswege finden oder alte wiederentdecken, auf denen wir mit den Menschen verbunden bleiben können. Mit den Menschen, die weit weg wohnen. Mit den Menschen, die allein leben und für die es eine ganz besondere Herausforderung werden kann, wenn sie nicht mehr die Kontakte leben können, die sie für ihre Seelen-Gesundheit brauchen. Aber auch mit unseren Freunden und Bekannten in der Nähe, die wir nun eben auch nicht mehr besuchen können.

Dieser Geist der Liebe öffnet uns aber auch die Augen für die Menschen, die in dieser Zeit besonders gefordert sind:

- die Menschen in dem großen Bereich des Gesundheitswesens beispielsweise – die Angestellten und Verantwortlichen in den Läden, die mit der Angespanntheit der Kunden konfrontiert sind – die Familien, die nun in verschärfter Weise Beruf und Kinder miteinander verbinden müssen. Und natürlich auch die Menschen, deren wirtschaftliche Existenz durch diese Krise bedroht ist.

Wir erleben gerade Wochen, die uns herausfordern – wo wir umdenken, neu denken, kreative Lösungen finden müssen.

Wo viele von uns aber auch unendlich viel Kraft brauchen, um die Aufgaben zu bewältigen, die für sie beruflich oder privat anstehen.

Und keiner von uns weiß, von wie vielen Wochen wir da eigentlich reden. Da kann einem zwischendrin schon einmal die Kraft ausgehen – oder der Mut oder die Zuversicht.

Umso mehr will ich mich an diesem Vers festhalten:

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“

Ich will mich daran festhalten und darauf vertrauen, dass dieser Gott, an den ich glaube, mir die nötige Kraft gibt, um alle Herausforderungen und Krisen zu meistern. Dass er mir dabei hilft, auch weiterhin für andere da zu sein und dabei besonnen zu handeln!

Und diese Kraft und diesen guten Geist Gottes, den wünsche ich auch Ihnen!

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus. Amen.


Lied: Wenn Glaube bei uns einzieht (Neue Lieder 213)

https://www.youtube.com/watch?v=EiK1kIr7FJ4

1.Wenn Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Wenn Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

2. Wenn Liebe bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Wenn Liebe bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

3. Wenn Hoffnung bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Wenn Hoffnung bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.


Fürbitten

Gott,

du hast uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

So bitten wir dich um Mut und Zuversicht für uns alle.

Aber auch um Besonnenheit und Liebe gerade im Umgang miteinander und in der Rücksicht aufeinander.

Ganz besonders aber bitten wir dich um Kraft!

Um Kraft für alle, die in diesen Wochen besonders herausgefordert werden:

Für Ärzte, Pflegepersonal, Heimleitungen und Mitarbeiter in den verschiedensten Einrichtung.

Für alle in den Behörden, die immer wieder aufs Neue prüfen und entscheiden müssen zum Wohl der Menschen.

Für alle, die krank sind, sich in Quarantäne befinden oder sich um Erkrankte sorgen.

Für die, die sich nun in den unterschiedlichsten Weisen engagieren, um Menschen zu helfen und zu ermutigen.

Und alles, was uns ganz persönlich auf dem Herzen liegt, vertrauen wir dir, Gott, an…


(Raum für persönliche Gebete – laut oder leise…)


Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Er-den.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Lied: Bewahre uns Gott, behüte uns Gott (EG 171)

https://www.youtube.com/watch?v=IopcSexAVls

1. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,

sei mit uns auf unsern Wegen.

Sei Quelle und Brot in Wüstennot,

sei um uns mit deinem Segen,

2. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,

sei mit uns in allem Leiden.

Voll Wärme und Licht im Angesicht,

sei nahe in schweren Zeiten,

3. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,

sei mit uns vor allem Bösen.

Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft,

sei in uns, uns zu erlösen,

4. Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott,

sei mit uns durch deinen Segen.

Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt,

sei um uns auf unsern Wegen.


Segen:

So segne und behüte uns alle der Gott, der mit uns geht,

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

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