• Ute Braun

Kirche - Daheim (Ostersonntag)


Kirche - Daheim!

Haus-Gottesdienst an Ostern 2020 mit AUDIO Inhalten zum Mithören.


(Dieser Gottesdienst ist für Sie und Ihre Familie gedacht. Gerne dürfen Sie diesen auch ausdrucken und weitergeben).

(wenn Sie eine Osterkerze oder eine andere Kerze haben, stellen Sie sie bereit – falls nicht, betrachten Sie zwischendrin das Bild unserer neuen Osterkerze, die am Ostermorgen entzündet wird)

Eröffnung: (Audio Datei zum MITHÖREN)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.

Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.

Am Anfang war alles dunkel. Die Erde wüst und leer!

Nichts war da, was lebt. Nichts war da, das Freude verbreitet.

Auch die Nacht vor dem Ostermorgen war finster.

Die Jünger hatten sich zurückgezogen. Wie erstarrt waren sie nach dem Tod ihres Freundes. Trostlos und hilflos fühlten sie sich. Nichts konnten sie mehr tun. Es kam ihnen alles so dunkel vor. Finster war es um sie und in ihnen.

Dunkel liegt die Nacht über den Gräbern. Wie soll hier Leben möglich sein? Und dann kam der Ostermorgen – am Horizont steigt die Sonne auf…

(Entzünden der Oster-Kerze, falls sie nicht schon brennt)

Eingangsgebet:

Herr, unser Gott,

heute feiern wir Ostern. Wir feiern den Sieg Jesu über den Tod! Wir feiern das Geheimnis des Lebens!

Wir feiern, dass das Licht am Ostermorgen unsere Finsternis vertreibt.

Wir hören von der Osterfreude, die so groß ist, dass die ersten Zeugen es gar nicht glauben konnten. Wir hören von der Hoffnung, die Menschenherzen berührt.

Von Licht, dass die Finsternis der Trauer und Angst durchdringt.

Von Leben, das sich Raum schafft – Felsen sprengt – Menschen aufstehen lässt – auferstehen mitten im Leben!

Herr, lass es auch für uns heute Ostern werden. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn.

Amen.

Lesung: Johannes 20, 1-16

Am ersten Tag der Woche kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, den Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grab, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus, und sie kamen zum Grab. Es liefen aber die beiden miteinander, und der andere Jünger lief voraus, schneller als Petrus, und kam als Erster zum Grab, schaut hinein und sieht die Leinentücher liegen; er ging aber nicht hinein. Da kam Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und sieht die Leinentücher liegen, und das Schweißtuch, das auf Jesu Haupt gelegen hatte, nicht bei den Leinentüchern, sondern daneben, zusammengewickelt an einem besonderen Ort. Da ging auch der andere Jünger hinein, der als Erster zum Grab gekommen war, und sah und glaubte. Denn sie verstanden die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste. Da gingen die Jünger wieder zu den anderen zurück.

Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!

Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe.

Lied: Christ ist erstanden (EG 99) (Audio Datei zum MITSINGEN - Orgelspiel)


Christ ist erstanden / von der Marter alle.

Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen.

Seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ’.Kyrieleis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.

Predigtgedanken: (Audio Datei zum MITHÖREN)

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis lag auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht.“

Mit diesen Worten beginnen wir oft unsere Osternachtsfeier!

In der Kirche ist es dann noch dunkel und die Stimmen der Mitwirkenden kommen wie aus dem „OFF“. Weitere Lesungen schließen sich an, bis wir am Ostermorgen mit seinen Geschichten ankommen. In der Kirche wird es langsam heller: draußen dämmert der Morgen, die neue Osterkerze wird entzündet und hereingetragen, ihr Licht an die kleinen Osterkerzen der Menschen weitergegeben. Und so wird es langsam immer heller in der Kirche und auch in den Gesichtern und Herzen der Menschen, die mitfeiern. Spätestens wenn dann die Orgel wieder erklingt und die Menschen in das „Christ ist erstanden“ einstimmen, spüren wir, dass es Ostern ist.

Ich erlebe es oft wie ein Aufatmen – der Karfreitag ist vorbei – die Stille überwunden – die Dunkelheit vertrieben – wir stimmen ein in die alten Lieder, in den Osterjubel, wie ihn schon Generationen vor uns gesungen haben.

In diesem Jahr ist es ein bisschen anders – die neue Osterkerze brennt in der Kirche – und Sie sind zu Hause und feiern diesen kleinen Haus-Gottesdienst mit. Vielleicht haben Sie sich aber auch eine kleine Osterkerze entzündet und können sich vorstellen, wie solche Kerzen heute auch in anderen Häusern brennen.

Auch die Osterchoräle werden heute erschallen – in den Medien, von den Balkonen, aus den offenen Türen der Kirche.

Und wenn Sie es hören, dann singen oder musizieren Sie einfach mit. Und stellen Sie sich vor, dass so die Osterchoräle über viele Wohnungswände, Gartenzäune, Ortsgrenzen hinweg erklingen.

Osterlichter sollen heute so manches Dunkel an Fragen und Ängsten vertreiben – und die Osterworte in den alten Chorälen klingen bis zu den Menschen, die gerade Hoffnung und Zuspruch suchen: „Christ ist erstanden! Des solln wir alle froh sein – Christ will unser Trost sein!“

Ich denke an Maria Magdalena damals am Ostermorgen, von der Johannes in seinem Evangelium erzählt.

Sie geht zu Jesu Grab, als es noch dunkel ist. Sie ist allein. Da ist keine der anderen Frauen dabei und auch keiner der Jünger. Ich stell mir vor, dass sie ganz bewusst allein ans Grab ging. In manchen Momenten will man einfach für sich sein – will mit seinen Erinnerungen und seinem Schmerz allein sein. So kann man in Gedanken ganz bei dem anderen sein, ohne dass einen etwas oder jemand ablenkt.

Und dann ist auf einmal alles anders: ein leeres Grab – eine aufgeregte Maria, die die Gemeinschaft der anderen sucht – zwei Jünger, die um die Wette zum Grab hin eilen und doch keine Antwort haben, was da nun passiert ist – und zurück bliebt schließlich wieder Maria Magdalena. Immer noch allein, aber jetzt auch verlassen und einsam, denn nun hat sie nicht mal mehr einen Ort für ihren Schmerz und ihre Erinnerungen: „Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!“

So oft ich diese Geschichte höre oder selber lese, berührt sie mich: diese Maria, die so tief empfindet, so tief trauert, dass sie in ihrem Schmerz gar nicht recht wahrnimmt, was um sie geschieht. Die mit aller Macht irgendetwas sucht, an dem sie sich festhalten kann. Es muss doch etwas geben, was mir Halt gibt – und sei es nur ein Ort, an dem ich meinem Herrn nah sein kann.

„Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben!“ – der Gärtner, der muss es doch wissen. Er kann ihr sicher weiterhelfen.

Ja, er kann ihr weiterhelfen! Und er tut es – mit nur einem Wort: „Maria!“

Nur der Klang ihres Namens genügt, dass Maria aufhorcht – dieser Klang dringt tief in ihr Herz – trocknet ihre Tränen – lässt ihre Seele aufatmen – macht es hell in ihr und um sie!

Ein echter Ostermorgen! Aufgerichtet werden! Aufatmen können! Neue Hoffnung bekommen! Einen Zuspruch hören, der die Dunkelheit vertreibt! Aufleben, aufstehen und weitergehen. Ja, das ist Ostern!

Ostern ist ein Fest, das von Leben erzählt, das stärker ist als der Tod. Es singt von Hoffnung, die sich nicht kleinkriegen lässt! Es erzählt von Menschen, die aus ihrer Isolation heraustreten, aufstehen und für andere da sind – mit Trost, mit Zuspruch, mit ganz konkreter Hilfe!

Ich glaube, in diesem Jahr brauchen wir diese elementaren Zusagen des Osterfestes viel mehr als in den Jahren zuvor.

Wir brauchen die Hoffnung, dass schlussendlich das Leben siegt! Wir brauchen das Vertrauen, dass weder Krankheit noch Tod uns in die Knie zwingen kann.

Wir brauchen den Mut und die Kraft aufzustehen – und mitzutragen – damit das, was derzeit getragen werden muss, nicht auf zu wenige Schultern verteilt ist.

Wir brauchen es, dass Menschen uns ansprechen – liebevoll, vertraut – so wie es Maria erlebt. Wir können die Menschen zwar nicht umarmen, auch wenn wir es gern täten – aber das kann Maria bei Jesus auch nicht tun. Aber wir können mit einem Anruf, einem kleinen Gruß im Briefkasten, einem Winken oder einem Lächeln aus dem Fenster, dem anderen etwas schenken, was einfach gut tut und aufrichtet. Das Herz wärmt.

Wir können auf diese Weise Osterworte, Osterzuspruch, Osterlicht – ja und vielleicht sogar Osterlachen weitergeben. Immer weiter. Es verbraucht sich nicht! Nein, es wird mehr!

So wie am ersten Ostermorgen ein liebevolles Wort genügt hat, um zu trösten. So wie das „Er ist erstanden“ von einer Frau – von Mund zu Ohr weitergegeben wurde – bis diese Osterbotschaft am Ende der Welt angekommen war…

So wie das Licht unserer einen Osterkerze an diesem Wochenende in viele Häuser mitgenommen wurde – und dort gegen so manche Angst und Dunkelheit anleuchtet.

Ja, Ostern erzählt vom Sieg des Lebens über den Tod! Vom Licht, das die Dunkelheit vertreibt! Von Hoffnung, die größer ist als alle Angst!

Brauchen wir gerade eine andere Botschaft als die?

Und der Friede Gottes, den der Auferstandene uns zuspricht, er bewahre unsere Herzen und Sinne!

Amen.

Lied: Durch das Dunkel hindurch (NL 30, 1-4) (Audio Datei zum MITSINGEN - Orgelspiel)


1) Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell.

Durch das Dunkel hindurch scheint der Himmel hell.

so hell soll auch die Erde sein, steht auf, steht auf, steht auf,

so hell soll auch die Erde sein, steht auf!

2) Durch das Dunkel hindurch dringt ein neues Wort.

Durch das Dunkel hindurch dringt ein neues Wort.

Das Wort wird uns zur Zuversicht, steht auf, steht auf, steht auf, das Wort wird uns zur Zuversicht, steht auf!

3) Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg.

Durch das Dunkel hindurch führt ein neuer Weg.

Der Weg wird unsre Zukunft sein, steht auf, steht auf, steht auf, der Weg wird unsere Zukunft sein, steht auf!

4. Durch das Dunkel hindurch stärkt ein Bissen Brot.

Durch das Dunkel hindurch stärkt ein Bissen Brot.

Das Brot soll unser Zeichen sein, steht auf, steht auf, steht auf, das Brot soll unser Zeichen sein, steht auf!

Schlussgebet: (Audio Datei zum MITHÖREN)

Gott des Lebens,

wir danken dir für das Licht, das unser Dunkel durchbricht – für das Leben – die Bewahrung – deine Nähe und Hilfe.

Für die, die vom Tod umfangen sind, beten wir: die im Sterben liegen – die schwer krank sind – die leiden und Schmerzen haben. Sei bei ihnen, bewahre sie, gib ihnen deine Kraft und deinen Frieden, du Gott des Lebens!

Für die, die den Halt und den Sinn in ihrem Leben verloren haben, beten wir – und für die, die sich vor der Zukunft fürchten. Begegne ihnen, zeige ihnen, dass du sie brauchst. Fülle sie mit deiner Freude und mit dem Mut der Gotteskinder, du Gott des Lebens!

Für die, die Angst haben beten wir – so vieles ist gerade ungewiss, in Frage gestellt – komm ihnen nahe – halte sie, tröste sie, Gott des Lebens!

Für die, die sich Krankheit und Tod entgegenstellen, beten wir: für Mediziner und Pharmazeuten, Pflegepersonal und Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten: Bewahre sie, gib ihnen Geduld und langen Atem, du Gott des Lebens.

Für uns alle: Lass die Kraft deiner Auferstehung in unserm Leben wirksam werden. Fülle uns mit Freude und Hoffnung, lass uns aufrecht und ohne Angst durch unser Leben gehen.

Und wenn uns das Dunkel umgibt, dann lass dein Licht für uns scheinen, das die Finsternis vertreiben kann.

(Raum für eigene Bitten und Fürbitten)

Vater unser im Himmel…

Segen

Es segne und behüte uns der lebendige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Lied: Wir wollen alle fröhlich sein (100, 1-5) (Audio Datei zum MITSINGEN - Orgelspiel)


1) Wir wollen alle fröhlich sein

in dieser österlichen Zeit,

denn unser Heil hat Gott bereit'.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

2) Es ist erstanden Jesus Christ,

der an dem Kreuz gestorben ist;

ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

3) Er hat zerstört der Höllen Pfort,

die Seinen all herausgeführt

und uns erlöst vom ewgen Tod.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

4) Es singt der ganze Erdenkreis

dem Gottessohne Lob und Preis,

der uns erkauft das Paradeis.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.

5) Des freu sich alle Christenheit

und lobe die Dreifaltigkeit

von nun an bis in Ewigkeit.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Gelobt sei Christus, Marien Sohn.




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