Kirche - Daheim - Palmsonntag

Kirche - Daheim!

Ein Gottesdienst zum Zuhause feiern – für den Palmsonntag, 05.04.2020

Der Gottesdienst kann auch "live" im virtuellen Gottesdienst verfolgt werden. Lesen Sie hierzu bitte im Amtsblatt KW 14-20 wie Sie dem Gottesdienst "virtuell" folgen können unter "Kirche-Daheim".

(Dieser Gottesdienst ist für Sie und Ihre Familie erdacht. Gerne dürfen Sie diesen auch ausdrucken und weitergeben).


Eröffnung:

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.

Christushymnus nach Philipper 2, 6-11:

Christus Jesus, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich selber und nahm Knechtsgestalt an, ward den Menschen gleich

und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle

Namen ist, dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und aller Zungen bekennen sollen, dass Jesus Christus

der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.

Gebet:

Herr Jesus Christus, Dein Tod am Kreuz, den Du auf Dich genommen hast, zeigt, wie unermesslich groß Deine Liebe zu uns allen ist! Wir danken Dir dafür, dass Du dies für jeden und jede von uns getan hast!

Stärke gerade in diesen von Corona beherrschten Tagen unser Vertrauen zu Dir, dass Deine Macht stärker ist als alles, was uns und unser Leben bedroht.

Und befähige auch uns zu einer hingebungsvollen und ehrlichen Liebe, die nicht durch das „Virus Egoismus“ infiziert ist und abzusterben droht. Lass uns in Dir und durch Dich leben, damit Dein Name geheiligt werde.

Amen.

Lesung aus Jesaja 50, 4-9: „Der Knecht Gottes

im Leiden“:

„Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar denen, die mich schlugen, und meine Wangen denen, die mich rauften.

Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten?

Der komme her zu mir! Siehe, Gott der Herr hilft mir; wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten fressen“.

Lied: Herr, stärke mich (EG 91)

1) Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken,

mich in das Meer der Liebe zu versenken,

die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.

2) Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden

und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden,

an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen:

3) Welch wundervoll hochheiliges Geschäfte!

Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte,

mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde.

4) Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen;

Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen.

Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken.

Predigttext: Markus 14, 3-9; „Die Salbung in Betanien“

„Und als er (Jesus) in Betanien war im Hause Simon des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als 300 Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat“.

Die Corona-Pandemie verändert gegenwärtig nachhaltig und auf vielfältige Weise unser Leben und Zusammenleben und dies weltweit. Fast alles, was unseren normalen Tagesrhythmus gesteuert hat, wurde von jetzt auf Nachher außer Kraft gesetzt. Sehr viele Menschen sind in allergrößte Not geraten: Sichere Einnahmen sind eingebrochen; das Familienleben muss neu strukturiert werden, was oft nur schwer gelingt; unsere Freiheit und unsere Verhaltensmöglichkeiten sind auf ein Minimum reduziert. Viele können mit diesen Einschränkungen und diesem „vereinfachten“ Leben nur schwer umgehen.

Manche werden von Sorgen und Ängsten umgetrieben: Wie kommen wir finanziell über die Runden? Wie ergeht es mir, sollte ich mich angesteckt haben? Andere lassen neue Gedanken zu: Was ist mir in der gegenwärtigen Situation besonders wichtig? Was ist mir mein Glaube, meine Beziehung zu Gott wert? Wie kann ich das zum Ausdruck bringen, was mich in meinem Inneren bewegt?

Heute hören wir von einer beispielslosen Liebestat einer unbekannten Frau: Ihre Beziehung zu Jesus ist ihr so viel wert wie umgerechnet der Jahresverdienst eines Tagelöhners, etwa 300 Silbergroschen. Für sie ist dies der Ausdruck innigster Liebe und Verehrung. Und so bewertet dies auch Jesus. Andere dagegen rechnen vor, was man mit dieser Geldsumme an Gutem hätte tun können, ohne dass sich das Ganze vor ihren Augen und Nasen in Luft und etwas Wohlgeruch aufgelöst hätte.

Mit Geld können wir Vieles unternehmen und auch verändern. Unser Staat hat in diesen Tagen zur Bewältigung der Corona-Krise einen Nachtragshaushalt in Höhe von 156 Milliarden Euro beschlossen. Wir werden sehen, ob diese Summe ausreichend ist. Bei dieser Entscheidung jedoch ging es nicht um Liebe, sondern um notwendige Fürsorge und Stützung, damit unser Gemeinwohl nicht in sich zusammenbricht.

In diesen Wochen werden wir uns vermehrt die Frage stellen müssen, was uns wichtiger ist: Geld, Macht und Einfluss oder Gesundheit, Liebe und Gottvertrauen. Wir können viel Gutes tun ohne Berechnung. Denn Liebe fragt nicht nach Kosten und Aufwand. Viele Menschen (Ärzte, Krankenschwestern, Verkäuferinnen und Verkäufer usw.) gehen bis an ihre Belastungsgrenzen. Und es ist keine Schande, ihnen unseren aufrichtigen Dank dafür auszusprechen! Wir erleben zudem eine Welle der Solidarität und der Hilfsbereitschaft in der gegenwärtigen Krise: Manche nähen dringend gebrauchten Mundschutz, manche organisieren ein Bürgertelefon und bieten Hilfe an, manche (besonders junge Leute) organisieren den Einkauf für ältere und gesundheitlich eingeschränkte Nachbarn. Auch wir können Überlegungen anstellen, wie und wo wir uns helfend einbringen können, ohne uns selbst und andere zu gefährden.

Gerade jetzt, da keine öffentlichen Gottesdienste in unseren Kirchen gefeiert werden dürfen, können wir im Bezug auf unseren Glauben noch mehr tun: Wir können die an der Kirche zu Lichtenau und in Grauelsbaum ausgelegten Andacht abholen und zu Hause lesen. Wir können in unseren Familien biblische Texte bedenken, christliche Lieder singen und betend mit Gott in Verbindung treten. (In vielen evangelischen Kirchen in Baden läuten um 19.30 Uhr die Glocken und laden zum gemeinsamen Hausgebet ein!).

Wir sind nun wenige Tage vor Karfreitag und eine Woche vor Ostern. Wir denken daran, was jene unbekannte Frau Jesus an Gutem getan hatte, als sie in salbte. Wir denken auch daran, mit welchem Jubel und Enthusiasmus Jesus gefeiert wurde, als er als Friedenskönig in Jerusalem einzog. Und uns ist bewusst, wie ihm kurz danach die ganze Grausamkeit und Bosheit derer entgegen schlug, die nur an seinem Tod interessiert waren. Jesus hat als leidender Gottesknecht dies alles ertragen: ausgestoßen, verachtet, verlassen, verraten und verkauft. Warum? Aus grenzenloser Liebe zu uns, die mit nichts auf der Welt zu bezahlen ist! Wozu? Um unsere Schuld auf sich zu laden, damit wir freigesprochen vor Gott stehen dürfen!

Ja, wie kostbar ist Liebe in einer Welt, in der sich so Vieles um Umsätze, um Gewinne, um Renditen dreht! Wie kostbar ist Liebe in einer Welt, die verpestet und verseucht ist durch eine unaussprechbare Geld- und Raff- und Machtgier! Begreifen und verstehen wir, dass Liebe nicht gekauft werden kann! Liebe, wie unsere Welt sie gegenwärtig braucht, speist sich nur aus der Liebe Jesu Christi! Amen.

Lied: Ich bete an die Macht der Liebe (EG 651)

1) Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart. Ich geb mich hin dem freien Triebe, wodurch auch ich geliebet ward. Ich will, anstatt an mich zu denken, ins Meer der Liebe mich versenken.

2) Wie bist du mir so zart gewogen, und wie verlangt dein Herz nach mir! Durch Liebe sanft und tief gezogen neigt sich mein Alles auch zu dir. Du traute Liebe, gutes Wesen, du hast mich und ich dich erlesen.

6) O Jesu, dass dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein! Möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein! Im Wort, im Werk und allem Wesen sei Jesus und sonst nichts zu lesen!

Fürbitten

Göttlicher Vater, Herr des Lebens und der Liebe, du hast uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

So bitten wir dich um Mut und Zuversicht für uns alle. Aber auch um Besonnenheit und Liebe gerade im Umgang miteinander und in der Rücksicht aufeinander.

Ganz besonders bitten wir dich um Kraft! Um Kraft für alle, die in diesen Wochen besonders herausgefordert werden: Für Ärzte und Pflegepersonal, für Heimleitungen und MitarbeiterInnen in den verschiedensten Einrichtungen. Für alle in den Behörden, die Tag für Tag vor neue Herausforderungen gestellt sind und zu unserem Wohl entscheiden müssen. Für alle, die an diesem Virus und an anderen Erkrankungen leiden, die sich in Quarantäne befinden, die sich um Erkrankte und Angehörige kümmern. Für alle, die sich in unterschiedlichsten Weisen engagieren und womöglich sich selbst in Gefahr begeben. Für alle, die durch diese Krise in größte finanzielle Schwierigkeiten geraten oder gar vom Ruin bedroht sind.

Göttlicher Vater, wir bitten um Glauben, um Hoffnung, um Liebe, die sich an Jesus orientiert.

Und alles, was uns ganz persönlich auf dem Herzen liegt, vertrauen wir Dir, göttlicher Vater, jetzt in der Stille an…

(persönliche Gebete)

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: Wenn Glaube bei uns einzieht (Neue Lieder 213)

1) Wenn Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Wenn Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

2) Wenn Liebe bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Wenn Liebe bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

3) Wenn Hoffnung bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Wenn Hoffnung bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont.

Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt.

Segen:

Es segne und behüte uns alle Gott, der Allmächtige und Barmherzige, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.


Amen.


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