Kirche - Daheim - Quasimodogeniti




Kirche – Daheim! - Quasimodogeniti

Ein Gottesdienst zum Zuhause feiern – für den Sonntag Quasimodogeniti, 19.04.2020

(auch zum Mithören oder per Telefonkonferenz)


(Dieser Gottesdienst ist für Sie und Ihre Familie gedacht. Gerne dürfen Sie diesen auch

ausdrucken und weitergeben).

Kerze anzünden

Stille

♫ Lied: Christ ist erstanden

EG 99 „Christ ist erstanden von der Marter alle;

des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis. Wär er nicht erstanden, so wär die Welt vergangen;

seit daß er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ'. Kyrieleis. Halleluja, Halleluja, Halleluja! Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein. Kyrieleis.“

Gebet und Votum Großer Gott, Mit diesem Jubelruf sitz ich hier (sitzen wir hier). Ostern hallt nach – auf seine ganz eigene Art. So feiere ich (So feiern wir) nun Gottesdienst: Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Psalm 116 (Lutherübersetzung 2017)

Das ist mir lieb,

dass der Herr meine Stimme und mein Flehen hört.

Denn er neigte sein Ohr zu mir;

darum will ich mein Leben lang ihn anrufen.

Stricke des Todes hatten mich umfangen, /

des Totenreichs Schrecken hatten mich getroffen;

ich kam in Jammer und Not.

Aber ich rief an den Namen des Herrn:

Ach, Herr, errette mich!

Der Herr ist gnädig und gerecht,

und unser Gott ist barmherzig.

Der Herr behütet die Unmündigen;

wenn ich schwach bin, so hilft er mir.

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;

denn der Herr tut dir Gutes.

Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,

mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.

Ich werde wandeln vor dem Herrn

im Lande der Lebendigen.

Ich will den Kelch des Heils erheben

und des Herrn Namen anrufen.

Amen.


Stille Evangelium: Johannes 20, 19f.24-29 19 Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen. […] 24 Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich's nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben! Stille

♫ Lied: Weißt du, wieviel Sternlein stehen EG 511, 1-3 1) Weißt du, wieviel Sternlein stehen an dem blauen Himmelszelt? Weißt du, wieviel Wolken gehen weithin über alle Welt? Gott der Herr hat sie gezählet, daß ihm auch nicht eines fehlet an der ganzen großen Zahl, an der ganzen großen Zahl. 2) Weißt du, wieviel Mücklein spielen in der heißen Sonnenglut, wieviel Fischlein auch sich kühlen in der hellen Wasserflut? Gott der Herr rief sie mit Namen, daß sie all ins Leben kamen, daß sie nun so fröhlich sind, daß sie nun so fröhlich sind. 3) Weißt du, wieviel Kinder frühe stehn aus ihrem Bettlein auf, daß sie ohne Sorg und Mühe fröhlich sind im Tageslauf? Gott im Himmel hat an allen seine Lust, sein Wohlgefallen; kennt auch dich und hat dich lieb, kennt auch dich und hat dich lieb. Predigttext aus Jesaja 40, 26-31 (Lutherübersetzung 2017)

26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.

27 Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem Herrn verborgen, und mein Recht geht an meinem Gott vorüber«? 28 Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der Herr, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. 29 Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. 30 Jünglinge werden müde und matt, und Männer straucheln und fallen; 31 aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.


Stille

Impuls von Vikarin Nadine Kempf

Weißt du, wieviel Sternlein stehen? Was hat dieses Lied, dieser Text bei Dir ausgelöst? Warst Du irritiert? Hast Du innerlich mitgesummt? Was ging Dir durch den Kopf?

Weißt du, wieviel Sternlein stehen? Bei diesem Lied erinnere ich mich daran, wie meine Oma auf der Bettkante sitzt, meine Kinderhand zärtlich umfasst und mich mit diesem Lied in den Schlaf singt. Behütet, geborgen und der festen Überzeugung: Gott im Himmel kennt auch mich und hat mich lieb.

„26 Hebt eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat all dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, dass nicht eins von ihnen fehlt.“ Texte, Bilder, Lieder – sie wecken Erinnerungen. Das könnte auch die Idee des Propheten Jesajas gewesen sein. Er richtet sich mit den Worten unseres Predigttextes an das Volk Israel, das in Babylonien, im Exil, gefangen sitzt. In diese Situation hinein schreibt er: „Erinnert euch doch, ihr Israeliten! Die Psalmen und Hymnen, die Lobgesänge, in denen wir den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs gepriesen haben; unseren Gott, den Schöpfer der Welt! Erinnert euch doch an die Kraft und den Lebensmut, den wir bei diesen Liedern empfunden haben!“ Ach, von Kraft und Lebensmut kann bei den Israeliten nicht die Rede sein. Fern ihrer Heimat Israel, getrennt von ihren Familien. Umgeben von einer fremden Kultur, die es vorzieht, Sonne, Mond und Sterne anzubeten. Der eigene Glaube – er ist brüchig geworden. Zweifel kommen auf: „Kennt Gott überhaupt noch unseren Weg? Sind wir ihm nicht längst aus dem Blickfeld geraten?“

Wie gut kann ich mich bei den Israeliten einreihen: Ich kenne die Situationen, in denen ich mich frage, ob Gott meinen Weg noch kennt, ob er mich möglicherweise vergessen hat. Ja, wo ich Angst habe, zu kurz zu kommen.

Texte, Bilder, Lieder – sie wecken Erinnerungen. Der Prophet Jesaja versucht, mit diesen vertrauten Texten und Bildern das Volk Israel zu ermutigen und sie an ihren kraftvollen Gott zu erinnern. Er versucht mit eigenen Worten zu umschreiben, wie stark Gott ist und welche Kraft er denen verleiht, die auf ihn vertrauen, wenn er schreibt: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ Jemandem Mut machen, jemanden Hoffnung schenken und an die Kraft erinnern, die schon einmal getragen hat. An was erinnern wir uns? Was verleiht uns einen festen Schritt?!

Womöglich können viele von uns – wie die Israeliten – Gott als den Schöpfer erkennen und daraus neuen Lebensmut gewinnen. Werfen wir nur einen Blick in die Natur, wie die Bäume ihre Blütenkleider tragen und kräftige Farben um die Wette strahlen. Aber, Gott schenkt uns auf ganz vielfältige Weise Kraft und Stärke.

Blicken wir auf den vergangenen Sonntag, auf Ostern. Auch im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi zeigt sich Gottes Fähigkeit, uns Menschen neuen Mut zu schenken. Gerade die Auferstehung, die Botschaft, dass Gott aus Tod und Leiden Gutes, Neues entstehen lässt, gibt mir Kraft. Diese Botschaft, dass Gott den Tod besiegt hat, dass er sich für das Leben ausspricht – sie macht meine dunklen Tage heller. Ja, Gott schenkt uns auf ganz vielfältige Weise Kraft und Stärke. Ich erfahre das in meinem Leben im Austausch mit anderen Christ*innen über ihren Glauben und ihre Zweifel, im Gespräch mit Gott, im Gebet. In einem Lächeln. Im Bibellesen und auch im Singen.

Und, wie ist das bei Dir?

Dass wir uns an diese Kraft Gottes erinnern, dass neben das ummantelnde Gefühl von „Weißt du, wieviel Sternlein stehen“ ein lautes, uns kräftigendes „Christ ist erstanden“ tritt, dass wünsche ich uns an diesem ersten Sonntag nach Ostern.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

Amen.

Stille

♫ Lied: Du bist meine Zuflucht und Stärke neue Lieder, Nr. 26 Du bist meine Zuflucht und Stärke, du bist meine Hilfe in Not. Du bist meine Kraft, wenn ich schwach bin, du bist mein Herr und mein Gott. Du bist meine Freude im Leben, du bist meine Hoffnung im Tod. Du bist meine Zukunft für immer, du bist mein Herr und mein Gott. Du bist hier, auch wenn ich dich nicht spüre, du bist treu, wenn ich untreu bin. Du verstehst meine tiefsten Gefühle, du liebst mich so, wie ich bin.

Fürbitt-Gebet

Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja! Wie gerne würde ich diesen Satz mit Freude und Jubel in alle Welt hinausrufen. Aber etwas hemmt mich, Herr. Ich denke immer wieder an diese schräge, kuriose Situation, in der wir uns seit Wochen befinden, die unser Leben umgekrempelt hat. Ich denke an unsere Gemeinde hier in Lichtenau. An alle, die sich nach Gemeinschaft sehnen. An alle, die in den systemrelevanten Bereichen arbeiten und sich dabei selbst in Gefahr bringen. Ich denke an alle, die sich auf vielfältige Weise engagieren. Herr, gib du ihnen Halt. Ich denke an alle, die sich in diesen Tagen noch einsamer fühlen. An alle, die vom Leben müde sind, alle Kranken, Sterbenden, Trauernden. Herr, sei du ihnen nahe. Ich denke an alle, die aufgrund der Krise in den Hintergrund geraten sind, an alle Obdachlosen, an die Geflüchteten in Griechenland und der Türkei, die dort festsitzen, an alle, die sich im Krieg befinden und ums Überleben bangen. Herr, sei du ihnen Stärke. Ich denke an alle, die nicht genügend zu essen haben, an alle Kinder und Erwachsene, die unterernährt sind. Ich denke an alle, die kein sauberes Trinkwasser haben. Herr, sei du ihnen Kraftquelle. Ich denke an alle, die sich verantwortungslos und hasserfüllt anderen gegenüber verhalten. Ich denke an Gewalttätige, die ihre Wut an Menschen, Tieren oder der Natur auslassen. Herr, nimm dich ihrer an und reinige du ihre Herzen. Herr, ich befehle dir all diese Menschen an und vergesse doch so viele, die deine Hilfe brauchen. Für alle, die unbenannt bleiben, bitte ich dich Herr, erfülle sie mit deiner Gnade. In der Stille bringe ich meine ganz persönlichen Gedanken vor dich. Stille

Vater Unser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.


44 Ansichten