Kirche - Daheim (Rogate)

Aktualisiert: Mai 19



Kirche – Daheim!

Ein Gottesdienst zum Zuhause feiern – für den Sonntag Rogate, 17.05.2020

(Dieser Gottesdienst ist für Sie und Ihre Familie gedacht. Gerne dürfen Sie diesen auch

ausdrucken und weitergeben).


Kerze anzünden

Stille

Votum (Audio Datei zum MITHÖREN)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Rogate – Betet! So lautet das Thema für den heutigen Sonntag. Beten wir nun gemeinsam den Psalm 95.

Psalm 95 (Lutherübersetzung 2017)

Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken

und jauchzen dem Hort unsres Heils!

Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen

und mit Psalmen ihm jauchzen!

Denn der HERR ist ein großer Gott

und ein großer König über alle Götter.

Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,

und die Höhen der Berge sind auch sein.

Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,

und seine Hände haben das Trockene bereitet.

Kommt, lasst uns anbeten und knien

und niederfallen vor dem HERRN, der uns gemacht hat.

Denn er ist unser Gott,

und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

Gebet Herr, unser Gott. Immer wieder lädst du uns ein, mit dir zu reden. Was uns freut, was uns Kummer bereitet – alles dürfen wir dir sagen. Und dennoch gibt es Tage, da fällt es uns schwer, uns dir zu öffnen. Mal sind wir zu erschöpft und müde, mal fehlen uns die Worte. Herr, mach uns bereit, dich immer wieder anzurufen. Öffne unsere Herzen und hilf, dass wir uns dir anvertrauen. Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn. Amen.

Lesung: Matthäusevangelium 6, 5-15 Jesus lehrte seine Jünger und sprach: 5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. 8 Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet. 9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. 10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. 11 Unser tägliches Brot gib uns heute. 12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. 13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. [Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.] ♫ Lied: Bist zu uns wie ein Vater, NL 8 (AUDIO Datei zum Mitsingen) 1.) Bist zu uns wie ein Vater, der sein Kind nie vergisst. Der trotz all seiner Größe immer ansprechbar ist. 2.) Deine Herrschaft soll kommen, das, was du willst, geschehen. Auf der Erde, im Himmel sollen alle es sehn. [Refrain:] Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen. Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten… Amen.

3.) Gib uns das, was wir brauchen, gib uns heute unser Brot. Und vergib uns den Aufstand gegen dich und dein Gebot. 4.) Lehre uns zu vergeben, so wie du uns vergibst. Lass uns treu zu dir stehen, so wie du immer liebst. [Refrain:] Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen. Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten… Amen. 5,) Nimm Gedanken des Zweifels und der Anfechtung fort. Mach uns frei von dem Bösen durch dein mächtiges Wort. 6.) Deine Macht hat kein Ende, wir vertrauen darauf. Bist ein herrlicher Herrscher und dein Reich hört nie auf. [Refrain:] Vater, unser Vater, alle Ehre deinem Namen. Vater, unser Vater, bis ans Ende der Zeiten… Amen.

Impuls von Vikarin Nadine Kempf (Audio Datei zum MITHÖREN)

Liebe Gemeinde!


Fast die Hälfte der Deutschen betet. Notsituationen, Dankbarkeit oder christliche Feste geben Anlass zum Gebet. Das ergaben verschiedene Studien 2019. Gebete, ja sie begleiten uns. Beim Mittagessen, vor einer Klassenarbeit, vor einem schwierigen Gespräch, beim Ins-Bett-Gehen. Gebete, sie begleiten uns in Zeiten der Krise ebenso wie in Zeiten der Freude und Dankbarkeit.

6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist;

Vielleicht geht es Ihnen ähnlich wie mir. Als ich diesen Vers gelesen habe, war mein erster Gedanke: Sich in ein Kämmerlein zurückziehen und die Türen schließen – Volltreffer! Das kommt mir bekannt vor.

Wie viele Menschen sind in einem solchen Kämmerlein gelandet, ohne gefragt worden zu sein? Durch Corona hat sich unser Lebensmittelpunkt auf einmal in die eigenen vier Wände verschoben. Arbeiten und Schule findet von zu Hause aus statt, wir besuchen keine Veranstaltungen am Abend, viele Hobbys setzten aus. Von Massenveranstaltungen wie Konzerte oder Theater ganz zu schweigen.

Bei Jesus ist das anders. Er ist schon eine Weile unterwegs in Galiläa. Die Gruppe von Menschen, die ihm folgt, wird immer größer. Also klettert er auf einen Berg, um von dort aus zu predigen. So, dass er für alle gut verständlich ist. Als er zum Thema Gebet kommt, steht die Menge dicht gedrängt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist;

Es ist ein Appell an alle, die ihm folgen. Jesus reagiert damit auf zwei trügerische Verhaltensweisen, die er im Volk beobachtet hat: Erstens das heuchlerische Beten, bei dem es nur darauf ankommt, von Anderen gesehen zu werden. Und zweitens das Plappern, bei dem vor lauter Schnattern der Inhalt des Gebets verloren geht. Statt sich aufzublähen, sollen die Menschen ihre Kammern aufsuchen, denn das ist zur damaligen Zeit der einzige Ort im Haus, an dem man sich zurückziehen kann. Wirklich zurückziehen kann. Ein Ort frei von äußeren Reizen, keine Menschenmassen, kein Markttreiben, einfach Ruhe.

Zurück im Mai 2020. Unsere Gründe, weshalb wir uns in dieser „Kämmerlein“-Situation befinden, sind andere. Sie gehen auf Vorschriften der Regierung zurück und haben nichts mit heuchlerischem Beten in Gottesdiensten oder Plappern zu tun. Durch die jetzige Situation ist es für manche von uns daheim lauter geworden, weil die Familie auf einmal den ganzen Tag zusammen ist. Für andere von uns ist es dagegen stiller geworden, weil die Besuche von Freunden und der Familie fehlen. Die Einen sehnen sich nach einem stillen Kämmerlein der Ruhe, Anderen geht es womöglich genau umgekehrt.

So schwer mir diese „Kämmerlein“-Situation auch fällt, kann ich ihr doch auch etwas Positives abgewinnen. Denn das Setting für meine Gebete hat sich verändert. Für mich hat sich in dem Zurückgezogen-Sein ein neuer Raum der Stille eröffnet.

In dieser Stille habe ich das Gebet neu entdeckt. Es ist jetzt anders, viel persönlicher und frei von der Leber weg. Auf dem Sofa, am Schreibtisch, beim Kochen, egal, ich fange einfach an und rede. Meine Worte sind mal laut, mal leise, aber das ist egal. Ich weiß, dass Gott mich hört. Ich erzähl ihm, was mich bedrückt, was mich nervt, warum ich traurig bin. Manchmal ist es auch einfach ein lauter Seufzer. Wenn ich mich ärgere, dann klage ich. Wenn ich glücklich bin, dann schick ich ihm ein Lächeln und ein kurzes „Danke“. Ich bitte ihn um seine Hilfe, um neue Perspektiven, um Begleitung. Ich nenne ihm Namen, Menschen, um die ich mich sorge. Ich frage ihn Dinge, die ich nicht verstehen kann. Das Zurückgezogen-Sein hat mich auf neue Art und Weise ins Gespräch mit Gott gebracht.

Wenn ich auf den Predigttext blicke, dann steht neben dem „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein“ auch das Vater Unser.

Das Vater Unser, es ist ein Gebet, das uns vertraut ist. Ich denke gerade in dieser Krisenzeit verbindet es uns miteinander über Häuser hinweg – hier in Lichtenau, in Deutschland und weltweit. Es wird zu ganz unterschiedlichen Tageszeiten gebetet, in verschiedenen Sprachen. Es schwingt mit, jedes Mal, wenn die Vater-Unser Glocke der Lichtenauer Kirche ertönt. Es ist das Gebet, das uns an wichtigen Stationen unseres Lebens begleitet: Bei der Taufe, zur Hochzeit oder am Sterbebett. Vielleicht fällt Ihnen auch eine ganz andere Situation ein.

Das Vater Unser ist wie ein Zuhause. Es trägt uns, es ist immer da, auch dann, wenn uns die Sprache fehlt, wenn wir müde sind, nach eigenen Worten zu suchen.

Rogate – Betet! So heißt es an diesem Sonntag. Für mich ist beides wichtig: Der freie Dialog mit Gott im Alltag ebenso wie das Gebet, das Jesus einst auf dem Berg in Galiläa gebetet hat. Ganz egal in welcher Form, es stärkt mich und macht mir Mut, zu wissen, dass ich im Gebet mit anderen Christinnen und Christen und mit Gott verbunden bin.

Amen.

♫ Lied: Wenn die Last der Welt mir zu schaffen macht EG 645 (AUDIO Datei zum Mitsingen) 1. Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht, hört er dein Gebet. Wenn dich Furcht befällt vor der langen Nacht, hört er dein Gebet.

[Refrain] Er hört dein Gebet, hört auf dein Gebet. Er versteht was sein Kind bewegt, Gott hört dein Gebet. 2. Wenn du kraftlos bist und verzweifelt weinst, hört er dein Gebet. Wenn du ängstlich bist und dich selbst verneinst, hört er dein Gebet. [Refrain] 3. Wenn die Menschheit vor ihrem Ende steht, hört er dein Gebet. Wenn die Sonne sinkt und die Welt vergeht, hört er dein Gebet. [Refrain]

Fürbitt-Gebet (Audio Datei zum MITHÖREN)

Wir beten. Zwischen den einzelnen Fürbitten bleibt Zeit und Raum für Ihre persönlichen Gedanken. Herr, wir bitten dich: Für alle Menschen, die dich im Gebet suchen. [Pause] Öffne ihre Herzen für deine Gegenwart. Für alle Menschen, die nach Worten ringen. [Pause] Schenke ihnen Klarheit und Phantasie. Für alle Menschen, die auf eine Antwort warten. [Pause] Sei ihnen nahe. Für alle Menschen, denen es zu laut geworden ist. [Pause] Lass sie einen Ort der Ruhe finden. Für alle Menschen, die nicht mehr wissen, wie sie die Einsamkeit ertragen sollen. [Pause] Schenke Worte, die ihnen Kraft geben. Für alle Menschen, die sich streiten. [Pause] Gib ihnen Worte der Versöhnung. Für alle Menschen, die sich nach einem guten Gespräch sehnen. [Pause] Sende ihnen Menschen, mit denen sie sich austauschen können. Für alle Menschen, die um einen lieben Menschen trauern. [Pause] Lass sie in deinen Gebeten Halt finden. Barmherziger Gott, all diese Menschen befehlen wir dir an und schließen sie ein, in dein Gebet: Vater Unser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Segen

Der HERR segne uns und er behüte uns.

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Der HERR hebe sein Angesicht über uns

und gebe uns Frieden.

Amen.

Lied: Gott dein guter Segen, NL 44, 1.3 (AUDIO Datei zum Mitsingen) 1.) Gott dein guter Segen, ist wie ein großes Zelt, hoch und weit, fest gespannt, über unsre Welt. Guter Gott ich bitte dich: schütze und bewahre mich, *lass mich unter deinem Segen, leben und ihn weitergeben. Bleibe bei uns alle Zeit, |: segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit:|* 2.)Gott dein guter Segen ist wie ein helles Licht leuchtet weit, alle Zeit, in der Finsternis. Guter Gott, ich bitte dich: leuchte und erhelle mich, *lass mich unter deinem Segen leben und ihn weitergeben. Bleibe bei uns alle Zeit. |: segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit.:|* 3.)Gott dein guter Segen ist wie des Freundes Hand die mich hält, die mich führt, in ein weites Land. Guter Gott ich bitte dich: führe und begleite mich... *lass mich unter deinem Segen, leben und ihn weitergeben. Bleibe bei uns alle Zeit, |: segne uns, segne uns, denn der Weg ist weit:|*

Kerze auspusten (oder noch eine Weile angezündet lassen ☺)



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