• Ute Braun

Wolli und die Bienen

Hallo Ihr alle!

Nachdem ich in den Ferien ein bisschen auf dem faulen Pelz gelegen habe, will ich euch heute von einem Besuch erzählen, den ich seeeehr interessant fand!


Der Anfang war schon sehr nett, denn ich wurde vom Schaf Sophie willkommen geheißen!

Und damit ihr auch gleich einen kleinen Hinweis bekommt, wen ich außer Sophie noch besucht habe, sind auf dem zweiten Bild ein paar Hinweise versteckt!

Das Glas Honig erkennt ihr sicher sehr gut… „Ulmer Sumser“ steht da drauf! Und „Süße Grüße“…

Aber da war auch noch ein kleiner Brief. Wenn ihr genau hinschaut, könnt ihr ihn lesen: „Wollschaf Sophie begrüßt Wolli zur Honigbienen-Besichtigung“!

So, nun wisst ihr also, wo ich war: bei Honigbienen in Ulm…

Und euch nehme ich heute mit!


In diesen bunten Häuschen wohnen die Bienen.

Und der Mensch dazwischen ist der Imker, von dem ich bei meinem Besuch viel gelernt habe.

Er ist gerade dabei, in allen Bienenstöcken zu schauen, ob alles in Ordnung ist.

Ob‘s der Königin gut geht, ob es genug Nachwuchs gibt, ob Honig in die Waben gefüllt wird und ob sie noch genug Platz haben in ihrem Bienenstock.

In jedem dieser Häuschen – oder eigentlich muss man ja sagen: Hochhäuschen – wohnt ein Bienenvolk! Und jedes dieser Bienenvölker besteht auf 30000-50000 Bienen und hat seine eigene Königin. So ein Hochhaus nennt man eigentlich Bienenstock.

Und wenn ihr hier genauer hinschaut, dann seht ihr im unteren Kasten einen Schlitz, wo es gerade so wuselt und summt. Das ist der Ausgang und Eingang der Bienen!

In jedem dieser Kästen hängen 10 Rahmen, in denen die Bienen ihre Waben bauen. Diese Waben brauchen sie um den Blüten-Pollen aufzubewahren, den sie gesammelt haben, und um den Honig hineinzufüllen, den sie gemacht haben. Und die Bienenkönigin legt ihre Eier hinein, aus denen dann neue Bienen schlüpfen.

Wenn die Waben gefüllt sind, verschließen die Arbeiterinnen sie mit Wachs.

Der Imker erkennt an der Farbe des Wachses und auf welche Art die Wabe verschlossen wurde ganz genau, ob darin Honig oder Pollen aufbewahrt wird, ob darin Eier liegen oder schon eine verpuppte Biene ist, die bald durch den Wachsdeckel ins Freie schlüpft. Und er kann sogar erkennen, ob diese verpuppte Biene eine weibliche Biene ist, die man Arbeiterin nennt, oder ob es einen männliche Biene ist, die man Drohne nennt.

Zufällig schlüpfte gerade eine Drohne, als ich da war.

Könnt ihr es sehen? Ungefähr in der Mitte des Bildes sieht man nur den Kopf und die Fühler einer Biene – das ist die Drohne, die gerade aus ihrer Wabe schlüpft.

Und seht ihr auch, wie dunkel das Wachs rund um die schlüpfende Biene ist? Das liegt unter anderem daran, dass das Wachs schon ein bisschen älter ist und hier eben als Kinderstube genutzt wurde. Vergleicht es mal mit dem hellen Wachs auf dem oberen Bild. Das ist noch sehr frisch und die Bienen haben damit Honig in der Wabe aufbewahrt!

Hier in der Hand seht ihr mal ein Stück Wachs ganz aus der Nähe. Jede Wabe ist sechseckig. Und alle sind exakt gleich und sauber aneinander gebaut. Und das schaffen die Bienen ganz ohne Lineal. Das hat mich schon sehr beeindruckt.

Aber es ist nicht nur das Wachs, das die Bienen produzieren und zu so ordentlichen Waben formen.

Sie machen ja auch den Honig, den wir dann auf dem Frühstücksbrötchen essen. Und sie machen etwas, das sich Propolis nennt. Das ist dieses braune Zeug, das man hier auf dem gelben Plastik sieht.

Das sieht zwar nicht so schön aus und ist auch ziemlich klebrig, weil die Bienen es aus Pflanzensäften und Harzen herstellen, aber es ist sehr wichtig. Die Bienen verkleben damit die einzelnen Rahmen in ihrem Bienenstock, damit alles eine Einheit ist. Wenn etwas Fremdes in ihren Bienenstock eindringt, ein fremdes Insekt zum Beispiel oder irgendein Stückchen Holz oder ein anderer Fremdkörper, dann verkleben die Bienen diesen Fremdkörper komplett mit diesem harzigen Propolis, damit dieser Eindringling ihrem Bienenstock und vor allem dem Bienenvolk nicht schaden kann. Es ist also eine Art Abwehrmittel gegen Eindringlinge. Und das Spannende ist: Menschen können Propolis in der Apotheke kaufen – es wirkt auch beim Menschen als Abwehrmittel. Ein bisschen wie ein natürliches Antibiotika…

Aber ich schreibe die ganze Zeit: die Bienen machen, bauen, produzieren usw. Das stimmt so gar nicht. Denn eigentlich sind es nur die weiblichen Bienen, die all das tun. Die „Arbeiterinnen“. Sie sammeln auch den Blüten-Pollen. Während ich da war, konnte ich das gut beobachten. Die Arbeiterinnen kamen angeflogen und hatten an den Hinterbeinen so orangene Bällchen hängen. Das war der Pollen, den sie eingesammelt haben.

Als sie gelandet waren, fingen diese Bienen an, ein bisschen mit dem Bienen-Popo zu schwänzeln und wie eine kleine 8 zu laufen. Damit, so erklärte mir dann der Imker, zeigen die Arbeiterinnen den anderen ganz genau, wo sie den Blütenpollen gefunden haben und wie man da hinkommt. Das sah schon ein bisschen lustig aus… Aber offenbar unterhalten die Bienen sich eben so.

Die Arbeiterinnen sind es dann auch, die die wichtigen Produkte herstellen, die gebraucht werden und von denen die Menschen dann auch manches nutzen. Sie ziehen auch die kleinen Bienen auf. Und – ganz wichtig! – sie versorgen die Königin oder ziehen eine Bienenprinzessin groß. Also es sind wirklich „Arbeiterinnen“!

Aber die wichtigste Biene im Stock ist die Königin. Auf diesem Bild könnt ihr sie sehen! Das ist die große Biene mit dem leuchtend blauen Punkt auf dem Rücken.

Der blaue Punkt, den hat sie vom Imker. Er zeigt an, aus welchem Jahr die Bienenkönigin ist.

Die Bienenkönigin sorgt dafür, dass der Laden läuft, wenn man so sagen will.

Sie legt alle Eier, aus denen dann die Bienen schlüpfen. Sie weiß genau, wie viele Bienen sie braucht. Wie viele Vorräte gesammelt werden müssen. Sie spürt auch, wenn es Zeit wird auszuziehen, weil das Bienenvolk zu groß wird für den Bienenstock. Und weil jedes Bienenvolk ja eine Königin braucht, beginnt die Königin dann auch rechtzeitig eine kleine Bienenprinzessin aufzuziehen.

Wenn sie das tut, damit das Volk sich teilen kann und ausziehen will, dann muss der Imker gut aufpassen. Denn er will ja nicht, dass ihm seine Bienen abhauen. Dann schaut er, dass die kleine Prinzessin in einem extra Bienenstock ausgebrütet wird und alle Bienen bei ihm bleiben – nur halt in verschiedenen Bienenstöcken. In diesem kleinen blauen Häuschen wurde gerade eine Prinzessin ausgebrütet, als ich da war.

Manchmal ist es aber auch so, dass die Königin spürt, dass sie nicht mehr lange leben wird – dann sorgt sie rechtzeitig dafür, dass eine neue Königin für das Volk heranwächst.

Tja und dann gibt es eben noch die Drohnen. Sie sind vor allem wichtig, wenn die neue Bienenkönigin ihren Brautflug macht, kurz nachdem sie geschlüpft ist. Da fliegen die Drohnen mit, umschwärmen sozusagen ihre Königin und befruchten alle Eier, die die Bienenkönigin in ihrem ganzen Bienenleben legen wird.

Darüber hinaus haben diese Drohnen eigentlich keine große Aufgabe und sie sind auch ganz harmlos. Sie haben auch keinen Stachel und es ist garantiert stichfrei, wenn man sie über die Hand krabbeln lässt! J Ich musste bei dieser friedlichen männlichen Biene ein bisschen an „Willi“ aus der Biene Maja denken. Kennt ihr den?

Ja, es gäbe noch unendlich viel zu erzählen. Zum Beispiel, wozu der Rauch gut ist, den der Imker dabei hat, wenn er die Bienenstöcke kontrolliert, wann der Imker merkt, dass er anbauen muss und ein weiteres Stockwerk drauf setzt. Oder wie der Honig aus den Waben dann in die Gläser kommt, die auf unserem Frühstückstisch stehen.

Aber ich glaube, für heute habe ich euch genug erzählt.

Ich fand es jedenfalls riesig spannend da mal ganz aus der Nähe zugucken zu können, während der Imker seine Arbeit macht. Und nachdem es da auch um mich herum ordentlich gesummt hat, habe ich dann auch gleich verstanden, warum der Imker so einen komischen Kittel anhat, ein Netz vor dem Gesicht haben muss und dicke Handschuhe trägt… Sonst würden ihn die fleißigen Arbeiterinnen bestimmt heftig stechen, wenn er ihr Zuhause untersucht.

Bienen sind aber nicht nur spannend zu beobachten, sondern auch wichtig. Wenn es sie nicht gäbe, die von Blüte zu Blüte fliegen und so die Pflanzen bestäuben, würden aus den Blüten niemals Früchte wachsen, die wir ernten können.

Weil es aber auch so ist, dass Bienen heute immer mehr bedroht sind, muss man ein bisschen mithelfen, dass sie nicht aussterben.

Dafür muss man gar kein Imker sein. Aber man kann zum Beispiel in seinem Garten eine kleinen Bienenwiese mit bunten Blumen säen – oder ein Stück Rasen einfach weiter wachsen lassen mit allen Gänseblümchen, Löwenzahn, Mohnblumen oder was auch immer da dann mitwächst.

Man kann auch ein Bienenhotel basteln und aufhängen.

Wie man das macht, findet ihr hier:

https://www.geo.de/geolino/basteln/21688-rtkl-bunte-nisthilfen-wir-bauen-insekten-dosen

Und da ich während meines Besuchs bei den Bienen immer an die Biene Maja denken musste, gibt es heute mit ihr und ihrem Freund Willi etwas zu basteln (https://kreativraum24.de/biene-basteln) und etwas zu malen (https://www.geo.de/system/files/69/88/biene-maja-ausmalbilder.pdf).



Und für die Leckermäulchen unter uns, gibt es noch was Passendes zu backen. Einen BIENENSTICH! J Keine Angst: das Rezept ist schäfchen-einfach!!! Ehrlich!!!

Und das Rezept das findet ihr HIER!


So, und wenn ihr euch jetzt wundert, dass ich euch an diesem Wochenende gar keine Bibelgeschichte erzähle, dann verrate ich euch noch Folgendes: in der Bibel gibt es auch Bienen und noch viel mehr Honig! Aber ich glaube, das Wichtigste, was in der Bibel steht und an das ich jetzt am Ende meines Briefes denken muss, ist:

Gott hat uns seine Welt anvertraut mit allen Menschen und Tieren, die darauf leben. Auch die Bienen. Unsere Aufgabe ist es, darauf zu achten, dass alle gut leben können.

Wenn wir aber mit unserer Welt so umgehen, dass wir Menschen schlimme Krankheiten kriegen und die Bienen in Gefahr sind auszusterben, obwohl wir sie dringend brauchen, dann wird es höchste Zeit, dass wir uns anstrengen und noch viel mehr und vor allem viel besser auf unsere Welt aufzupassen.

So, nun aber genug für heute!

Vielen Dank an dieser Stelle noch an Sophie, das Wollschaf, und Familie Arland für die Möglichkeit ihre Bienen kennenzulernen und für alles, was sie mir gezeigt und erklärt haben.

Und wenn ihr Kinder so ein Bienenhotel baut und aufhängt, dann würde ich mich riesig freuen, wenn ihr mir ein Foto davon schickt! Macht ihr das? Das wäre wirklich toll!

Passt auf euch auf – und auf alle Geschöpfe um euch herum!


Euer Wolli

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