• Ute Braun

Wolli und die Taufe

Hallo zusammen!

Wusstet ihr, dass jeder Sonntag sein eigenes Thema hat? Bei den Feiertagen wie Ostersonntag und Pfingstsonntag ist das ja klar, aber an den anderen Sonntagen ist das auch so. Zumindest haben alle evangelischen Kirchen in Deutschland für jeden Sonntag ein bestimmtes Thema festgelegt und die Texte und Lieder ausgesucht, die dazu passen. Jetzt am Sonntag ist es das Thema „Taufe“!

Und da dachte ich, das passt doch ganz genau heute!

Wart ihr schon mal bei einer Taufe dabei? Vielleicht bei einem Geschwisterchen von euch? Oder habt ihr vielleicht gemeinsam mit Mama und Papa die Bilder von eurer Taufe angeschaut und euch ein bisschen erzählen lassen, was da war?

Dann wisst ihr ja schon ganz viel darüber, was eine Taufe ist.

Die meisten Taufen finden in einer Kirche statt. Da gibt es dann – so wie hier bei uns – ein Taufbecken, das mit Wasser gefüllt wird!

Ja, das Wasser ist ganz wichtig!

Um zu verstehen, wozu das Wasser so wichtig ist bei der Taufe, müssen wir uns kurz überlegen, wozu Wasser gut ist. Was fällt euch da alles ein?

Ich helfe euch mal mit ein paar Bildern:

Wasser brauchen wir zum Leben. Wir trinken es! Ihr Menschen trinkt es aus Gläsern: Mal so direkt als Wasser – und mal verwandelt in Saft, Limonade oder Tee.

Wir Tiere trinken eher aus einem Bach, aus Pfützen oder Gefäßen, die uns die Menschen hinstellen. Aber auch wir brauchen es zum Leben.

Und selbst die Pflanzen brauchen Wasser zum Leben.

Wenn es nicht genug regnet oder wir nicht gießen, dann vertrocknet alles. Jetzt immer Sommer fällt uns das besonders auf. Da müssen wir beinahe jeden Tag gießen, damit die Blumen im Garten auch schön blühen.

Dann nutzt man Wasser um zu waschen: die Kleidung aber auch uns selbst. Selten verwenden wir dazu wohl noch so eine Waschschüssel – aber ihr wisst, was ich damit meine!

Wasser kann aber auch gefährlich sein.

Ihr kennt das zum Beispiel als Fotos von Überschwemmungen. Und wenn man nicht schwimmen kann, dann kann man im Wasser auch ertrinken.




Aber Wasser kann einen auch tragen – wie dieses Schiff, das ich da auf dem Rhein gesehen habe.

Wasser hat also zwei Seiten – eine gute und eine gefährliche.

Und diese beiden Seiten braucht es auch bei der Taufe. Behaltet das mal im Kopf, wenn ich weiter erzähle:







Warum taufen wir überhaupt? Wir taufen, weil Jesus zu seinen Jüngern gesagt hat, dass sie das tun sollen. Sie sollen allen Menschen von Gott erzählen, ihnen alles beibringen, was sie über Gott wissen müssen, und sie dann taufen – als Zeichen dafür, dass sie zu Jesus und seiner Gemeinschaft gehören. Und seither machen das die Christen. Mit der Taufe gehört man dann richtig zu der christlichen Gemeinde dazu.

Auch Jesus selbst wurde getauft. Aber nicht in einer Kirche sondern in einem Fluss. Und es war Johannes der Täufer, der in da taufte. Von ihm habe ich euch vor 4 Wochen erzählt. Johannes machte das, damit die Menschen ihr altes Leben und alles, was darin nicht gut war, ablegten und noch einmal neu anfingen.

Um das sichtbar zu machen, tauchte er die Menschen ganz unter Wasser. So wurde deutlich: alles was an dem Menschen nicht gut ist, alles was er Schlechtes getan hat in seinem Leben, das geht bei der Taufe einfach im Wasser unter. Es wird sozusagen „ertränkt“ (seht ihr: da kommt die „gefährliche Seite“ vom Wasser ins Spiel). Dann wird der Mensch aus dem Wasser aufgerichtet und ist sozusagen in ganz neuer Mensch! Er kann noch einmal neu anfangen und ein gutes Leben führen.

So war es auch bei Jesus: er stieg mit Johannes in den Fluss und wurde ganz unter Wasser getaucht. Als er wieder aus dem Wasser auftauchte, passierte aber etwas: er hörte eine Stimme, die direkt aus dem Himmel zu kommen schien und die sagte: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Freude habe!“


Für Jesus war das der Anfang seines Wirkens. Ab da ging er zu den Menschen und erzählte ihnen von Gott und half auch vielen Menschen. Und ich glaube, diese Worte aus dem Himmel, diese Zusage bei seiner Taufe, die half ihm dabei, das alles zu tun und für die Menschen da zu sein. Das war wie eine Kraft, die ihn trug – oder wie etwas, das ihm immer wieder innerlich mit Mut und Leben füllte. Da kommt also die „gute Seite“ des Wassers ins Spiel.

Wenn wir heute Menschen taufen, dann machen wir das ganz selten in einem Fluss oder einem See – auch wenn es das immer noch gibt – sondern meistens in unseren Kirchen an unseren Taufbecken.

Meistens sind es Kinder, die bei uns getauft werden und oft sind sie noch Babys! Sie werden bei der Taufe dann von ihren Eltern oder ihren Taufpaten über das Taufbecken gehalten. Der Pfarrer oder die Pfarrerin gießt dem Kind dann ganz vorsichtig mit der Hand oder der Taufkanne etwas Wasser über den Kopf und sagt dabei die Worte, die Jesus seinen Jüngern aufgetragen hat: „Ich taufe dich im Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Danach legt der Pfarrer oder die Pfarrerin dem Kind ganz leicht die Hand auf den Kopf und segnet es. Er sagt zu ihm, dass es Gottes Kind ist, dass Gott es lieb hat und in seinem Leben begleiten will. Also ganz ähnlich wie das, was Jesus nach seiner Taufe gehört hat.

Bei uns kommt dann noch etwas dazu: Das Kind, das getauft wurde, der „Täufling“ wie wir es nennen, bekommt eine Taufkerze. Diese Kerze wird an der großen Osterkerze angezündet, die euch ja an Ostern schon gezeigt habe.

Diese Kerze soll zeigen, dass dieser Mensch nun zu Jesus Christus gehört – deswegen wird seine Kerze eben an der Osterkerze angezündet – und dass Jesus ein Licht in seinem Leben sein will.

Und bei uns in der Gemeinde bekommt dann noch jeder Täufling einen bunten Fisch, mit seinem Namen und seinem Taufspruch drauf. Der wird zu ganz vielen anderen an das blaue Tuch gehängt, das ihr da über mir seht. Damit soll deutlich gemacht werden, dass der Täufling nicht nur zu Jesus gehört sondern auch zu unserer Gemeinde – zu allen, die getauft wurden.

Diese Fische bleiben bei uns einige Jahre hängen und dann werden alle Täuflinge aus einem Jahr zu einem bunten Familiengottesdienst eingeladen, wo sie dann den Fisch zurückbekommen und wir uns gemeinsam dran erinnern, dass wir getauft sind und dass wir ein Kind Gottes sind.

Das vergessen wir nämlich manchmal, dass wir ein Kind Gottes sind und dass er uns lieb hat und uns begleitet.


Und weil das so ist, dachte ich, wir – also ihr! – könntet euch doch heute auch mal an eure Taufe erinnern lassen! Wie wär’s?

Dafür braucht ihr eure Taufkerze oder eine andere Kerze, ein Schälchen mit Wasser, und – wenn ihr habt – Bilder von eurer Taufe und vielleicht auch eine Kinderbibel.

Und dann geht das so: zuerst zündet ihr die Kerze an – sie erinnert euch daran, dass Gott bei euch ist. So wie Jesus es sagt: „Ich bin das Licht der Welt!“

Danach könnt ihr in aller Ruhe die Bilder von eurer Taufe anschauen. Lasst euch dabei doch ein bisschen von Mama oder Papa erzählen, wie das war bei eurer Taufe.

Wenn ihr mögt, könnt ihr in eurer Kinderbibel auch die Geschichte nachlesen, wie Jesus getauft wurde.

Und zum Abschluss braucht ihr dann das Wasser.

Am schönsten ist es, wenn man das zu zweit und mehr machen kann: einer streckt die Hand aus, so dass die Handfläche nach oben zeigt. Der andere tunkt seinen Zeigefinger in das Wasser und zeichnet mit dem Wasser ein kleines Kreuzchen in die Hand des anderen. Dabei kann er sagen: Gott hat dich lieb! Du bist sein Kind! Und dann ist der andere dran.

Wenn ihr allein seid, könnt ihr es so machen, wie es die katholischen Menschen tun, wenn sie in ihre Kirche kommen: ihr tunkt eure Fingerspitzen ins Wasser, tupft euch zuerst an die Stirn, dann an die Brust, an die linke Schulter und an die rechte Schulter (habt ihr gemerkt: das ist auch ein Kreuz!). Und dabei könnt ihr ganz fest daran denken, dass auch ihr Gottes Kinder seid und er euch lieb hat! Und vielleicht geht es euch ja dann so, dass ihr euch ein bisschen mutiger oder fröhlicher fühlt. Denn das ist schon was Tolles, zu hören und zu spüren, dass Gott uns lieb hat und bei uns ist!

So, das war nun meine „Tauferinnerung“ für euch heute!

Wer noch etwas Kleines basteln will, kann das tun. Zum Beispiel ein Taufschiffchen (die Vorlage zum Ausdrucken von 4 Schiffchen findet ihr HIER und die Bastelanleitung dazu HIER). Vielleicht habt ihr ja Lust solche Schiffchen auch zu verschenken? Wenn ihr es so faltet, wie ich es euch zeige, dann bringt nämlich jedes Schiffchen eine Zusage mit!

Und das andere sind 3 kleine Taufblumen. Wie die aussehen und gebastelt werden, findet ihr HIER. Sie erinnern uns daran, dass die Taufe uns „aufblühen“ lässt und dass wir als Gottes Kinder leben dürfen.

Macht‘s gut, ihr Gotteskinder!


Euer Wolli

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