• Ute Braun

Wolli .. unter dem Kreuz

Liebe Kinder!


seht mich heute unter dem Kreuz in unserer Lichtenauer Kirche.

Denn dieses Kreuz und der Karfreitag heute gehören zusammen.

Ihr erinnert euch noch, wie unsere Geschichte gestern aufgehört hat?

Ja, genau: wir hatten Jesus im Garten Gethsemane zurückgelassen und hatten noch gehört, dass sich die Soldaten mit Judas auf den Weg gemacht hatten, um Jesus gefangen zu nehmen.

Und wenig später war es dann soweit: die Soldaten verhafteten Jesus und führten ihn ab.


Die Jünger von Jesus bekamen große Angst und flohen im Dunkel der Nacht.

Nur Petrus folgte den Soldaten in sicherem Abstand.

Jesus wurde in dieser Nacht immer wieder verhört. Doch Jesus schwieg.

Da begannen sie Jesus anzuklagen: „Du erzählst Dinge über Gott, die nicht wahr sind!“ – „Du bringst Unruhe in unser Land, die wir nicht haben wollen!“ – „Die Leute feiern dich, als wärst du ein König – aber der einzige Herrscher, der hier bei uns etwas zu sagen hat, ist der römische Kaiser!“ – aber Jesus schwieg immer noch!

Schließlich fragte ihn Pilatus, der Vertreter des römischen Kaisers: „Stimmt es, dass du ein König bist?“ Da antwortete Jesus: „Ja, das stimmt, aber mein Königreich ist nicht von dieser Welt!“

Draußen im Hof standen Soldaten und andere Leute zusammen und unterhielten sich über die Vorkommnisse in dieser Nacht. Auch Petrus war inzwischen in den Hof gekommen. Vorsichtig schlich er näher und lauschte, was die Leute sprachen. Er wollte herausfinden, was mit Jesus geschehen würde. Plötzlich sprach ihn eine Frau an: „Du gehörst doch auch zu diesem Jesus?“ „Ich? Nein, ganz sicher nicht!“ – „Doch“, sagte die Frau wieder – „ich bin mir ganz sicher!“ – „Nein, du verwechselst mich bestimmt!“ Doch die Frau ließ nicht nach: „Aber natürlich! Jetzt weiß ich es: Du warst einer von seinen Freunden, die immer mit ihm unterwegs war.“ Da wurde Petrus ganz laut und aufgebracht: „Nein, ich schwöre es: ich kenne diesen Jesus nicht!“

Irgendwo ein Stück entfernt krähte ein Hahn, der Morgen dämmerte. Petrus erschrak!

Hatte Jesus das nicht noch vor wenigen Stunden zu ihm gesagt?

Oh, Petrus schämte sich ganz schrecklich und lief weinend davon.

So bekam er auch nicht mehr mit, wie es mit Jesus weiterging.

Pilatus hatte ihn den Soldaten übergeben. Sie zogen ihm einen Königsmantel an und setzen ihm eine Krone aus Dornen auf. „Ein schöner König bist du“, lachten sie ihn aus… Und dann schlugen sie ihn sogar und machten sich weiter über ihn lustig.

Und nachdem sie ihn so eine ganze Weile verspottet und gequält hatten, brachten sie ihn zum Berg Golgatha vor der Stadt. Hier sollte das Urteil an ihm vollstreckt werden: der Tod am Kreuz.

Noch an diesem Morgen wurde Jesus an Kreuz geschlagen und alle Leute die vorbeikamen, spotteten weiter: „So vielen Menschen hast du geholfen – warum hilfst du dir denn jetzt nicht selbst? Wenn du Gottes Sohn bist, dann steig doch vom Kreuz herunter!“

Es war ein schlimmer Tag für Jesus und auch für seine Freunde. Die meisten von ihnen hatten sich ja versteckt aus Angst, dass man sie auch verhaften könnte.

Aber ein Stück entfernt vom Kreuz standen die Mutter von Jesus und zwei andere Frauen. Es tat ihnen weh, Jesus so leiden zu sehen!

Sie sahen, wie die Sonne mitten am Tag sich auf einmal verdunkelte.

Sie hörten, wie Jesus schrie. Und sie spürten es, als er schließlich starb und die Soldaten ihn vom Kreuz nahmen.

Erst da trauten sie sich näher zu kommen.

Ein Mann kam noch hinzu. Sie nahmen Jesus und trugen ihn zu den Felsengräbern draußen vor der Stadt.

Sie wickelten ihn in sauberes Leintuch, legten ihn in ein neues Grab und rollten einen schweren Stein davor.

Dann gingen sie nach Hause. Traurig und mit schwerem Herzen. Heute gab es nichts mehr, was sie für ihren Freund hätten tun können.

So endet die Geschichte von Jesus am Karfreitag – traurig und still…

Und so traurig und still verhalten wir uns auch heute noch am Karfreitag. Da sind alle Geschäfte geschlossen, es dürfen keine lauten Feste gefeiert werden. Sogar die Kirchenglocken werden ausgeschaltet. Alles soll ganz still sein…

Ob das wirklich das Ende der Geschichte von Jesus ist, wollt ihr wissen?

Das erzähle ich euch am Sonntag!


Bis dahin müsst ihr also 2 Tage warten – so wie die Freunde von Jesus auch…

Vielleicht mögt ihr in der Zwischenzeit ein kleines Perlenkreuz basteln?

Dann findet ihr das HIER!



Wir sehen uns am Sonntag!

Bis dahin alles Gute für euch und eure Familien!


Euer Wolli

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